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	<title>Kommentare zu: Do&#039;s and Don&#039;ts für twitternde Redaktionen – Interview mit Nicole Simon</title>
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	<description>Das Blog zur Zukunft der Medien und des Journalismus</description>
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		<title>Von: Mika Gustavson</title>
		<link>http://medialdigital.de/2009/01/15/dos-and-donts-fur-twitternde-redaktionen-%e2%80%93-interview-mit-nicole-simon/comment-page-2/#comment-4433</link>
		<dc:creator>Mika Gustavson</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 12:56:44 +0000</pubDate>
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		<description>Als Unternehmen habe ich mit Twitter sehr gute Erfahrungen gemacht. Es ist auch für Unternehmen wichtig Dienst wie Twitter zu nützen um Marketing zu betreiben. Privat würde ich Twitter aber nicht nützen!

Viele Grüße Mika</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Als Unternehmen habe ich mit Twitter sehr gute Erfahrungen gemacht. Es ist auch für Unternehmen wichtig Dienst wie Twitter zu nützen um Marketing zu betreiben. Privat würde ich Twitter aber nicht nützen!</p>
<p>Viele Grüße Mika</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Tweets die RT How Accessible is Your Website? 8 Tools to Analyze Your Website’s Level of Accessibility ... erwähnt -- Topsy.com</title>
		<link>http://medialdigital.de/2009/01/15/dos-and-donts-fur-twitternde-redaktionen-%e2%80%93-interview-mit-nicole-simon/comment-page-2/#comment-3552</link>
		<dc:creator>Tweets die RT How Accessible is Your Website? 8 Tools to Analyze Your Website’s Level of Accessibility ... erwähnt -- Topsy.com</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 17:31:18 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Bill Sanders erwähnt. Bill Sanders sagte: RT @TechSoup: RT @TopSpotIMS: How Accessible is Your Website? 8 Tools to Analyze Your Website’s Level of Accessibility http://ow.ly/1sDt ... [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Bill Sanders erwähnt. Bill Sanders sagte: RT @TechSoup: RT @TopSpotIMS: How Accessible is Your Website? 8 Tools to Analyze Your Website’s Level of Accessibility <a href="http://ow.ly/1sDt" rel="nofollow">http://ow.ly/1sDt</a> &#8230; [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Gelungener Twitter-Selbstversuch bei jetzt.de &#171; Medial &#38; Digital</title>
		<link>http://medialdigital.de/2009/01/15/dos-and-donts-fur-twitternde-redaktionen-%e2%80%93-interview-mit-nicole-simon/comment-page-2/#comment-79</link>
		<dc:creator>Gelungener Twitter-Selbstversuch bei jetzt.de &#171; Medial &#38; Digital</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2009 08:35:47 +0000</pubDate>
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		<description>[...] In diesem Zusammenhang ebenfalls lesenswert: Do’s and Don’ts für twitternde Redaktionen – Interview mit Nicole Simon [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] In diesem Zusammenhang ebenfalls lesenswert: Do’s and Don’ts für twitternde Redaktionen – Interview mit Nicole Simon [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Ich hab jetzt auch so ein Twitter &#171; TV&#8230; und so</title>
		<link>http://medialdigital.de/2009/01/15/dos-and-donts-fur-twitternde-redaktionen-%e2%80%93-interview-mit-nicole-simon/comment-page-2/#comment-78</link>
		<dc:creator>Ich hab jetzt auch so ein Twitter &#171; TV&#8230; und so</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 15:56:05 +0000</pubDate>
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		<description>[...] bin ich irgendwann mal auf dieses Interview mit Nicole Simon, der deutschen Twitter-Expertin, gestoßen. Auch dort habe ich meinem Unmut über den verklärten [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] bin ich irgendwann mal auf dieses Interview mit Nicole Simon, der deutschen Twitter-Expertin, gestoßen. Auch dort habe ich meinem Unmut über den verklärten [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: tvundso</title>
		<link>http://medialdigital.de/2009/01/15/dos-and-donts-fur-twitternde-redaktionen-%e2%80%93-interview-mit-nicole-simon/comment-page-2/#comment-76</link>
		<dc:creator>tvundso</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Feb 2009 22:47:27 +0000</pubDate>
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		<description>Interessant geworden, die Diskussion hier ;)

Ich gehöre nun nicht mehr zu den Verweigerern, und habe mir auch einen Twitter-Account registriert und schaue derzeit gerade rein. Das Argument gegen die Meinungsführer oder Multiplikatoren-These hat Ulf J. Froitzheim nochmal gut formuliert finde ich, so hätte ich es auch sagen wollen.

Ich glaube auch bislang nicht, dass sich durch die aktive Teilnahme bei Twitter etwas daran ändern, dass ich es unter diesem Gesichtspunkt für Quatsch halte (aber abwarten). Es ist aber auf jeden Fall schonmal sehr unterhaltsam was dort geschieht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Interessant geworden, die Diskussion hier ;)</p>
<p>Ich gehöre nun nicht mehr zu den Verweigerern, und habe mir auch einen Twitter-Account registriert und schaue derzeit gerade rein. Das Argument gegen die Meinungsführer oder Multiplikatoren-These hat Ulf J. Froitzheim nochmal gut formuliert finde ich, so hätte ich es auch sagen wollen.</p>
<p>Ich glaube auch bislang nicht, dass sich durch die aktive Teilnahme bei Twitter etwas daran ändern, dass ich es unter diesem Gesichtspunkt für Quatsch halte (aber abwarten). Es ist aber auf jeden Fall schonmal sehr unterhaltsam was dort geschieht.</p>
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	<item>
		<title>Von: Ulf J. Froitzheim</title>
		<link>http://medialdigital.de/2009/01/15/dos-and-donts-fur-twitternde-redaktionen-%e2%80%93-interview-mit-nicole-simon/comment-page-2/#comment-77</link>
		<dc:creator>Ulf J. Froitzheim</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Feb 2009 14:55:28 +0000</pubDate>
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		<description>@ Ulrike Langer
&quot;Wow, so viele Worte&quot;

Sorry, bin halt kein Newsmensch oder DPAler. ;-)

&quot;ich weiß immer noch nicht, was Sie an Twitter eigentlich auszusetzen haben.&quot;

Wenn ich mich nicht klar ausgedrückt habe, tut es mir leid. Mir ging es um die unkritische Haltung vieler Kollegen gegenüber der Firma Twitter und um das Dogma, Twittern sei für Medienleute ein absolutes Must.

&quot;...sehr nützliches Tool für guten Journalismus. Wenn ich den richtigen Leuten folge, kann ich Minutenschnelle kollektiven Sachverstand anzapfen...&quot;

Das kommt vermutlich sehr auf die Themen an, über die man schreibt. In &quot;meinen&quot; Bereichen habe ich noch nicht entdecken können, dass die &quot;richtigen&quot; Leute twittern würden. Wer sich momentan sehr stark dafür interessiert, sind PR-Leute und Spin Doctors. Also nicht direkt die Leute, auf deren Aussagen ich scharf wäre.

&quot;weil es bei Twitter (noch?) viel weniger Trolle und Haarspalter gibt, als auf so manchen Foren wie Jonet oder radioforen.de&quot;

Meine These: Wenn sich Tw. nur halbwegs so entwickelt, wie die Fans behaupten, wird es zum Troll-Magneten werden.

&quot;Der Sinn von Twitter erschließt sich übrigens nur, wenn man selbst aktiv mitmacht, und nicht, wenn man nur von außen reinschaut.&quot;

Das ist genau die Sorte Argument, die in mir unweigerlich Assoziationen zu Sektenpredigern und zu Suchtmittelverkäufern weckt: Man muss das Zeugs inhalieren, um zu erkennen, wie toll es ist...
;-)

Im Ernst: Twitter wird bejubelt, als sei es 2.0, Grassroots oder Open Domain. Alles drei ist es aber nicht. Der Content generierende User ist nicht das Subjekt, für das er sich halten soll, sondern Objekt. Twitter gehört in die gleiche Business-Kategorie wie HoltzbrinckVZ, Pro7-Lokalisten, Bild-Leserreporter, Donaukurier-Partyknipser - oder auch T-Mobile, Arvato &amp; Co.
Deshalb gebührt der Firma kritische Distanz, aber nun wirklich nicht kostenlose Propaganda.

Wer das jetzt für übertriebene Kritikasterei meinerseits hält, kann gerne mal bei Turi nachlesen, welche Geschäftsideen für Twitter in  manchen Gehirnen wabern:

http://update2.blog.de/2009/02/13/geschaeftsmodelle-twitter-endlich-geld-verdienen-5565337/</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Ulrike Langer<br />
&#8220;Wow, so viele Worte&#8221;</p>
<p>Sorry, bin halt kein Newsmensch oder DPAler. ;-)</p>
<p>&#8220;ich weiß immer noch nicht, was Sie an Twitter eigentlich auszusetzen haben.&#8221;</p>
<p>Wenn ich mich nicht klar ausgedrückt habe, tut es mir leid. Mir ging es um die unkritische Haltung vieler Kollegen gegenüber der Firma Twitter und um das Dogma, Twittern sei für Medienleute ein absolutes Must.</p>
<p>&#8220;&#8230;sehr nützliches Tool für guten Journalismus. Wenn ich den richtigen Leuten folge, kann ich Minutenschnelle kollektiven Sachverstand anzapfen&#8230;&#8221;</p>
<p>Das kommt vermutlich sehr auf die Themen an, über die man schreibt. In &#8220;meinen&#8221; Bereichen habe ich noch nicht entdecken können, dass die &#8220;richtigen&#8221; Leute twittern würden. Wer sich momentan sehr stark dafür interessiert, sind PR-Leute und Spin Doctors. Also nicht direkt die Leute, auf deren Aussagen ich scharf wäre.</p>
<p>&#8220;weil es bei Twitter (noch?) viel weniger Trolle und Haarspalter gibt, als auf so manchen Foren wie Jonet oder radioforen.de&#8221;</p>
<p>Meine These: Wenn sich Tw. nur halbwegs so entwickelt, wie die Fans behaupten, wird es zum Troll-Magneten werden.</p>
<p>&#8220;Der Sinn von Twitter erschließt sich übrigens nur, wenn man selbst aktiv mitmacht, und nicht, wenn man nur von außen reinschaut.&#8221;</p>
<p>Das ist genau die Sorte Argument, die in mir unweigerlich Assoziationen zu Sektenpredigern und zu Suchtmittelverkäufern weckt: Man muss das Zeugs inhalieren, um zu erkennen, wie toll es ist&#8230;<br />
;-)</p>
<p>Im Ernst: Twitter wird bejubelt, als sei es 2.0, Grassroots oder Open Domain. Alles drei ist es aber nicht. Der Content generierende User ist nicht das Subjekt, für das er sich halten soll, sondern Objekt. Twitter gehört in die gleiche Business-Kategorie wie HoltzbrinckVZ, Pro7-Lokalisten, Bild-Leserreporter, Donaukurier-Partyknipser &#8211; oder auch T-Mobile, Arvato &amp; Co.<br />
Deshalb gebührt der Firma kritische Distanz, aber nun wirklich nicht kostenlose Propaganda.</p>
<p>Wer das jetzt für übertriebene Kritikasterei meinerseits hält, kann gerne mal bei Turi nachlesen, welche Geschäftsideen für Twitter in  manchen Gehirnen wabern:</p>
<p><a href="http://update2.blog.de/2009/02/13/geschaeftsmodelle-twitter-endlich-geld-verdienen-5565337/" rel="nofollow">http://update2.blog.de/2009/02/13/geschaeftsmodelle-twitter-endlich-geld-verdienen-5565337/</a></p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Ulrike Langer</title>
		<link>http://medialdigital.de/2009/01/15/dos-and-donts-fur-twitternde-redaktionen-%e2%80%93-interview-mit-nicole-simon/comment-page-2/#comment-75</link>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 17:56:38 +0000</pubDate>
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		<description>@Ulf J. Froitzheim
Wow, so viele Worte, schon zum zweiten Mal, und ich weiß immer noch nicht, was Sie an Twitter eigentlich auszusetzen haben. Twitter IST kein Journalismus, aber Twitter ist richtig genutzt ein sehr nützliches Tool für guten Journalismus. Wenn ich den richtigen Leuten folge, kann ich Minutenschnelle kollektiven Sachverstand anzapfen - ich sollte natürlich auch was zurückgeben. Das funktioniert auch deshalb gut, weil es bei Twitter (noch?) viel weniger Trolle und Haarspalter gibt, als auf so manchen Foren wie Jonet oder radioforen.de. Es ist wie anregender Flurfunk, in den man sich ein- und ausklinken kann. Der Sinn von Twitter erschließt sich  übrigens nur, wenn man selbst aktiv mitmacht, und nicht, wenn man nur von außen reinschaut.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Ulf J. Froitzheim<br />
Wow, so viele Worte, schon zum zweiten Mal, und ich weiß immer noch nicht, was Sie an Twitter eigentlich auszusetzen haben. Twitter IST kein Journalismus, aber Twitter ist richtig genutzt ein sehr nützliches Tool für guten Journalismus. Wenn ich den richtigen Leuten folge, kann ich Minutenschnelle kollektiven Sachverstand anzapfen &#8211; ich sollte natürlich auch was zurückgeben. Das funktioniert auch deshalb gut, weil es bei Twitter (noch?) viel weniger Trolle und Haarspalter gibt, als auf so manchen Foren wie Jonet oder radioforen.de. Es ist wie anregender Flurfunk, in den man sich ein- und ausklinken kann. Der Sinn von Twitter erschließt sich  übrigens nur, wenn man selbst aktiv mitmacht, und nicht, wenn man nur von außen reinschaut.</p>
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	<item>
		<title>Von: Ulf J. Froitzheim</title>
		<link>http://medialdigital.de/2009/01/15/dos-and-donts-fur-twitternde-redaktionen-%e2%80%93-interview-mit-nicole-simon/comment-page-1/#comment-74</link>
		<dc:creator>Ulf J. Froitzheim</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 17:23:48 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://medialdigital.wordpress.com/?p=184#comment-74</guid>
		<description>@ Nicole Simon

&quot;...grundsätzliche Verweigerungshaltung...&quot;

Damit können Sie mich zum Glück nicht meinen. Mich irrtiert allerdings der Ansatz,
&quot;Blogs, Podcast, Second Life ...Tools wie Twitter&quot; auf eine Ebene zu stellen. Damit machen Sie es sich zu einfach.
Allein der verräterische Ausdruck &quot;Verweigerungshaltung&quot; bestätigt mich voll in meiner Kritik. Der unterstellt nämlich, dass man aus Konservativismus alias Dummheit pauschal gegen etwas wäre und sich für seine Meinung vor einer weiseren Instanz zu rechtfertigen hätte. (Oder würden Sie mir eine Verweigerungshaltung nachsagen, wenn ich mich weigere, bei 2 Grad von der Isarbrücke zu springen?)

&quot;Ich bemitleide in der Tat diese Menschen die die Verweigerungshaltung vorziehen anstatt ehrlich zu sagen “ich will mich damit nicht auseinandersetzen”.&quot;

Wiederum: Wen Sie auch meinen, mich nicht. Ich habe mich mit Twitter auseinandergesetzt so wie mit anderen Phänomenen von Web 1.0, 2.0 und sogar 3.0 (also etwas futuristischen Szenarien).

&quot;Ihr Argument ... setzt voraus, daß auch in der heutigen Zeit + der Zukunft Massenmedien die gleiche Aufgabe haben werden wie in der Vergangenheit...&quot;

Habe ich so nicht gesagt. Aber ich darf es bedauern, denke ich, wenn auf der einen Seite eine Erosion stattfindet, ohne dass etwas Neues entsteht, das qualitativ UND quantitativ geeignet wäre, die Lücken zu schließen. Wer angesichts der heutigen Faktenlage behaupten wollte, die neuen Kommunikationsformen wären auch nur ein halbwegs befriedigender Ersatz, verwechselt Utopie und Wirklichkeit.

&quot;...unterstellt, das niemand in der Lage ist sich selber zu informieren und das nur die Berichterstattung dafür sorgt, daß man sich bestimmter Probleme bewußt wird.&quot;

Wieder voll neben der Zielscheibe! Prämisse war, dass Journalisten berichten. Solange sie das noch tun, gelten für sie die alten Ansprüche an professionellen, kritischen Journalismus. Die werden nicht dadurch obsolet, dass es heute mehr Menschen denn je gibt, die autark in der Informationsbeschaffung sind. Es enthält auch keinen Monopolanspruch auf eine Deutungshoheit der Profis.

Genau andersrum wird ein Schuh draus: Immer mehr Bürger informieren sich an uns Journalisten vorbei, gerade weil wir unseren Job nicht gründlich genug machen, bzw. weil das Ergebnis unserer Arbeit oft zu oberflächlich ist.

Über Ihre Unterstellung, ich hätte eine &quot;Anspruchshaltung&quot;, Gatekeeper zu bleiben, kann ich aus verschiedenen Gründen nur den Kopf schütteln:
Erstens sind alle Schleusen längst offen, zweitens machen Blogger (ob Makro- oder Mikroblogger) auch nichts anderes als Informationen zu selektieren, sie sind also viel strengere Gatekeeper als wir. Drittens war der Gatekeeper schon immer die falsche Metapher: Ich stelle mir diesen Schleusenwart wie einen Türsteher vor, der die übelsten Figuren abwimmelt, aber nur diejenigen zu Gesicht bekommt, die aktiv Einlass begehren. Das Bild passt also vielleicht noch auf den Fachzeitschriften- oder Reiseredakteur, der die dümmsten PR-Waschzettel in die Tonne haut, nicht aber auf einen Redakteur, der Leser neugierig machen will.

Wenn ich meinen (respektive unseren) Beruf nicht für gänzlich überflüssig erklären will, brauche ich eine Vorstellung davon, welche Rolle Journalisten in einer vernetzten Welt sinnvollerweise spielen können. Und das kann ja nur heißen: Pfadfinder in der Informationsflut, der gewichtet, einordnet, Rosinen pickt. Einer, der als Dienstleister für sein Publikum den Relevanzradar einschaltet. So wie der Delikatessenhändler die leckersten Produkte auswählt, die der Markt hergibt, damit der Feinschmecker nicht in 20 Läden einkaufen muss, so müssen Redaktionen die besten, kompetentesten, glaubwürdigsten Quellen nutzen und dem Leser oder Zuschauer servieren. Ich wüsste nicht, was daran schlecht sein sollte, wenn es für diesen Service, der unserer Kundschaft Zeit und Arbeit spart, Profis gibt.

&quot;Paralleluniversum&quot;: Ich kann Ihnen da nicht ganz folgen, außer dass es wohl polemisch gemeint ist.

&quot;wobei ich noch nicht einmal mit dem Datenschutz beginnen würde, sondern mit Nutzungsrechten&quot;

D&#039;accord, das Fass wollte ich nicht auch noch aufmachen.

&quot;...Teilnehmer im Netz gerne auf kritische Berichte dieser Art anspringen, nur um als nächstes wieder ihre Paybackkarten rauszuholen und für mehr Daten für die Werbeverwertung sorgen als Twitter es jemals bekommen wird.&quot;

Das ist IMHO nicht durch Recherche gedeckt (ich meine Payback; was bei Twitter sein wird, kann man ja überhaupt noch nicht abschätzen). Falls doch, würde ich es gerne mal konkret lesen, mit Belegen.

Mein Eindruck ist: Immer wenn es darum geht, staatliche Datensammelwut zu relativieren oder angebliche Inkonsequenz der User beim Datenschutz zu rüffeln, bekommt Payback eins drüber. Kann man ja einfach mal so behaupten.
Warum nicht z.B. Happy Digits von der Telekom oder die Deutschlandcard von Edeka? Warum nennt so gut wie nie jemand Amazon als Datenkraken, die nachweislich sehr viel über ihre Kunden wissen und das auch unverblümt nutzen? Kundenbindungsprogramme sind, auch wenn sie von Dienstleistern gemanagt werden, etwas grundsätzlich anderes als euphemistisch so genannte Social Media, deren einzige plausible Umsatzquelle der Verkauf von exzessiv gesammelten Daten an unbekannte Geschäftspartner ist. Bei Payback &amp; Co. legen die beteiligten Firmen sogar großen Wert darauf, dass die Daten nicht bei der Konkurrenz landen (und die Werbung der Partnerfirmen lässt gerade nicht darauf schließen, dass ausgewertet würde, wer was kauft). Payback erfährt auch gar nicht, was ich bei DM oder im Kaufhof gekauft habe. Das weiß allenfalls der jeweilige Händler selbst. Dazu braucht er aber keine Payback-Karte; es reicht völlig, wenn ich mit Plastikgeld bezahle.

&quot;aus meiner Erfahrung der letzten fast 20 Jahre im Onlineumfeld sage ich: das bleibt.&quot;

Tja, und ich sage aus meiner Erfahrung, die bis in die Zeiten des Btx-Feldversuchs zurückreicht: Es mag, wie so vieles, seine Nische finden.

&quot;vergleichbar im Jahre 2002 mit der Aussage “das Internet geht nicht weg, beschäftige Dich damit als Medienprofi!”.&quot;

2002 ? ROFL !

Wenn wir über den Wandel der Medien im Online-Zeitalter reden und über Versäumnisse von Medienprofis, dann reden wir über 1994, über Europe Online als Burdas und Schwarz-Schillings Antwort auf AOL, über Fehler bei Compuserve, Prodigy sowie der Bundespost und ihrer Medienpartner wie Springer bei Datex-J/Btx. Und darüber, dass viele Kollegen angesichts der meist unsäglichen Gehversuche der Großverlage das Potenzial des WWW krass unterschätzt haben.

&quot;In der Vergangenheit verharren und auf die Rückkehr der guten alten Zeit hoffen und bauen?&quot;

Nein, so naiv ist natürlich niemand mehr, und Spaß macht es sicherlich auch nicht. Nur: Wenn Twitter die Zukunft ist, dann gute Nacht!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Nicole Simon</p>
<p>&#8220;&#8230;grundsätzliche Verweigerungshaltung&#8230;&#8221;</p>
<p>Damit können Sie mich zum Glück nicht meinen. Mich irrtiert allerdings der Ansatz,<br />
&#8220;Blogs, Podcast, Second Life &#8230;Tools wie Twitter&#8221; auf eine Ebene zu stellen. Damit machen Sie es sich zu einfach.<br />
Allein der verräterische Ausdruck &#8220;Verweigerungshaltung&#8221; bestätigt mich voll in meiner Kritik. Der unterstellt nämlich, dass man aus Konservativismus alias Dummheit pauschal gegen etwas wäre und sich für seine Meinung vor einer weiseren Instanz zu rechtfertigen hätte. (Oder würden Sie mir eine Verweigerungshaltung nachsagen, wenn ich mich weigere, bei 2 Grad von der Isarbrücke zu springen?)</p>
<p>&#8220;Ich bemitleide in der Tat diese Menschen die die Verweigerungshaltung vorziehen anstatt ehrlich zu sagen “ich will mich damit nicht auseinandersetzen”.&#8221;</p>
<p>Wiederum: Wen Sie auch meinen, mich nicht. Ich habe mich mit Twitter auseinandergesetzt so wie mit anderen Phänomenen von Web 1.0, 2.0 und sogar 3.0 (also etwas futuristischen Szenarien).</p>
<p>&#8220;Ihr Argument &#8230; setzt voraus, daß auch in der heutigen Zeit + der Zukunft Massenmedien die gleiche Aufgabe haben werden wie in der Vergangenheit&#8230;&#8221;</p>
<p>Habe ich so nicht gesagt. Aber ich darf es bedauern, denke ich, wenn auf der einen Seite eine Erosion stattfindet, ohne dass etwas Neues entsteht, das qualitativ UND quantitativ geeignet wäre, die Lücken zu schließen. Wer angesichts der heutigen Faktenlage behaupten wollte, die neuen Kommunikationsformen wären auch nur ein halbwegs befriedigender Ersatz, verwechselt Utopie und Wirklichkeit.</p>
<p>&#8220;&#8230;unterstellt, das niemand in der Lage ist sich selber zu informieren und das nur die Berichterstattung dafür sorgt, daß man sich bestimmter Probleme bewußt wird.&#8221;</p>
<p>Wieder voll neben der Zielscheibe! Prämisse war, dass Journalisten berichten. Solange sie das noch tun, gelten für sie die alten Ansprüche an professionellen, kritischen Journalismus. Die werden nicht dadurch obsolet, dass es heute mehr Menschen denn je gibt, die autark in der Informationsbeschaffung sind. Es enthält auch keinen Monopolanspruch auf eine Deutungshoheit der Profis.</p>
<p>Genau andersrum wird ein Schuh draus: Immer mehr Bürger informieren sich an uns Journalisten vorbei, gerade weil wir unseren Job nicht gründlich genug machen, bzw. weil das Ergebnis unserer Arbeit oft zu oberflächlich ist.</p>
<p>Über Ihre Unterstellung, ich hätte eine &#8220;Anspruchshaltung&#8221;, Gatekeeper zu bleiben, kann ich aus verschiedenen Gründen nur den Kopf schütteln:<br />
Erstens sind alle Schleusen längst offen, zweitens machen Blogger (ob Makro- oder Mikroblogger) auch nichts anderes als Informationen zu selektieren, sie sind also viel strengere Gatekeeper als wir. Drittens war der Gatekeeper schon immer die falsche Metapher: Ich stelle mir diesen Schleusenwart wie einen Türsteher vor, der die übelsten Figuren abwimmelt, aber nur diejenigen zu Gesicht bekommt, die aktiv Einlass begehren. Das Bild passt also vielleicht noch auf den Fachzeitschriften- oder Reiseredakteur, der die dümmsten PR-Waschzettel in die Tonne haut, nicht aber auf einen Redakteur, der Leser neugierig machen will.</p>
<p>Wenn ich meinen (respektive unseren) Beruf nicht für gänzlich überflüssig erklären will, brauche ich eine Vorstellung davon, welche Rolle Journalisten in einer vernetzten Welt sinnvollerweise spielen können. Und das kann ja nur heißen: Pfadfinder in der Informationsflut, der gewichtet, einordnet, Rosinen pickt. Einer, der als Dienstleister für sein Publikum den Relevanzradar einschaltet. So wie der Delikatessenhändler die leckersten Produkte auswählt, die der Markt hergibt, damit der Feinschmecker nicht in 20 Läden einkaufen muss, so müssen Redaktionen die besten, kompetentesten, glaubwürdigsten Quellen nutzen und dem Leser oder Zuschauer servieren. Ich wüsste nicht, was daran schlecht sein sollte, wenn es für diesen Service, der unserer Kundschaft Zeit und Arbeit spart, Profis gibt.</p>
<p>&#8220;Paralleluniversum&#8221;: Ich kann Ihnen da nicht ganz folgen, außer dass es wohl polemisch gemeint ist.</p>
<p>&#8220;wobei ich noch nicht einmal mit dem Datenschutz beginnen würde, sondern mit Nutzungsrechten&#8221;</p>
<p>D&#8217;accord, das Fass wollte ich nicht auch noch aufmachen.</p>
<p>&#8220;&#8230;Teilnehmer im Netz gerne auf kritische Berichte dieser Art anspringen, nur um als nächstes wieder ihre Paybackkarten rauszuholen und für mehr Daten für die Werbeverwertung sorgen als Twitter es jemals bekommen wird.&#8221;</p>
<p>Das ist IMHO nicht durch Recherche gedeckt (ich meine Payback; was bei Twitter sein wird, kann man ja überhaupt noch nicht abschätzen). Falls doch, würde ich es gerne mal konkret lesen, mit Belegen.</p>
<p>Mein Eindruck ist: Immer wenn es darum geht, staatliche Datensammelwut zu relativieren oder angebliche Inkonsequenz der User beim Datenschutz zu rüffeln, bekommt Payback eins drüber. Kann man ja einfach mal so behaupten.<br />
Warum nicht z.B. Happy Digits von der Telekom oder die Deutschlandcard von Edeka? Warum nennt so gut wie nie jemand Amazon als Datenkraken, die nachweislich sehr viel über ihre Kunden wissen und das auch unverblümt nutzen? Kundenbindungsprogramme sind, auch wenn sie von Dienstleistern gemanagt werden, etwas grundsätzlich anderes als euphemistisch so genannte Social Media, deren einzige plausible Umsatzquelle der Verkauf von exzessiv gesammelten Daten an unbekannte Geschäftspartner ist. Bei Payback &amp; Co. legen die beteiligten Firmen sogar großen Wert darauf, dass die Daten nicht bei der Konkurrenz landen (und die Werbung der Partnerfirmen lässt gerade nicht darauf schließen, dass ausgewertet würde, wer was kauft). Payback erfährt auch gar nicht, was ich bei DM oder im Kaufhof gekauft habe. Das weiß allenfalls der jeweilige Händler selbst. Dazu braucht er aber keine Payback-Karte; es reicht völlig, wenn ich mit Plastikgeld bezahle.</p>
<p>&#8220;aus meiner Erfahrung der letzten fast 20 Jahre im Onlineumfeld sage ich: das bleibt.&#8221;</p>
<p>Tja, und ich sage aus meiner Erfahrung, die bis in die Zeiten des Btx-Feldversuchs zurückreicht: Es mag, wie so vieles, seine Nische finden.</p>
<p>&#8220;vergleichbar im Jahre 2002 mit der Aussage “das Internet geht nicht weg, beschäftige Dich damit als Medienprofi!”.&#8221;</p>
<p>2002 ? ROFL !</p>
<p>Wenn wir über den Wandel der Medien im Online-Zeitalter reden und über Versäumnisse von Medienprofis, dann reden wir über 1994, über Europe Online als Burdas und Schwarz-Schillings Antwort auf AOL, über Fehler bei Compuserve, Prodigy sowie der Bundespost und ihrer Medienpartner wie Springer bei Datex-J/Btx. Und darüber, dass viele Kollegen angesichts der meist unsäglichen Gehversuche der Großverlage das Potenzial des WWW krass unterschätzt haben.</p>
<p>&#8220;In der Vergangenheit verharren und auf die Rückkehr der guten alten Zeit hoffen und bauen?&#8221;</p>
<p>Nein, so naiv ist natürlich niemand mehr, und Spaß macht es sicherlich auch nicht. Nur: Wenn Twitter die Zukunft ist, dann gute Nacht!</p>
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	<item>
		<title>Von: Nicole Simon</title>
		<link>http://medialdigital.de/2009/01/15/dos-and-donts-fur-twitternde-redaktionen-%e2%80%93-interview-mit-nicole-simon/comment-page-1/#comment-73</link>
		<dc:creator>Nicole Simon</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 14:59:53 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://medialdigital.wordpress.com/?p=184#comment-73</guid>
		<description>&quot;Wer sich als Medienmensch weigert, die angeblichen Segenswirkungen des neuen Heilands zu preisen, hat eben noch nicht die neue Bewusstseinsebene erreicht und ist von der Gemeinde entsprechend zu bemitleiden.&quot;

Ich schätze inhaltliche Auseinandersetzungen mit dem Thema, nicht jedoch die grundsätzliche Verweigerungshaltung die viele an den Tag legen.  Die auch an den Tag gelegt wurde als das Internet populär wurde, Blogs, Podcast, Second Life (und ja, virtuelle Welten werden wiederkommen) sowie Tools wie Twitter. Ich bemitleide in der Tat diese Menschen die die Verweigerungshaltung vorziehen anstatt ehrlich zu sagen &quot;ich will mich damit nicht auseinandersetzen&quot;.

Ihr Argument &quot;Von daher kann man Twitter bestenfalls als weiteren Beitrag zur Zersplitterung des gesellschaftlichen Diskurses in immer kleinere Subsysteme sehen.&quot; setzt voraus, daß auch in der heutigen Zeit + der Zukunft Massenmedien die gleich Aufgabe haben werden wie in der Vergangenheit - was ich bezweifele.

In der Vergangenheit ging es nur über diesen Weg, weil es die einzige Möglichkeit war. Genauso wie man vor Jahrhunderten eine Knappheit von Büchern hatte und so gewisse Informationen nicht wandern bzw verbreitet werden konnten.

&quot;statt kritisch über sie zu berichten. &quot; unterstellt, das niemand in der Lage ist sich selber zu informieren und das nur die Berichterstattung dafür sorgt, daß man sich bestimmter Probleme bewußt wird. Und zeugt von einer Anspruchshaltung &quot;ich will der Gatekeeper bleiben&quot; die sich - wenn auch nett versteckt - in Ihrer Thesenliste &quot;wozu noch Journalisten&quot; unter http://www.ujf.biz/WozuNochJournalisten.html
wiederspiegelt.

Dort ist u.a. von dem Paralleluniversum im Web die Rede. Das Web genauso ein Paralleluniversum wie für viele meiner Freunde deren Hobbyumgebungen, mit eigenen Regeln und Befindlichkeiten. Niemand würde denen unterstellen, in einem Paralleluniversum zu leben.

Natürlich gehört dazu auch die Auseinandersetzung mit den AGB, wobei ich noch nicht einmal mit dem Datenschutz beginnen würde, sondern mit Nutzungsrechten von Inhalten auf globaler Ebene. Und dazu gehört auch daß wir uns in einer Welt befinden die international ist - auch wenn die Gesetze noch lange nicht darauf vorbereitet sind und die normalen Teilnehmer im Netz gerne auf kritische Berichte dieser Art anspringen, nur um als nächstes wieder ihre Paybackkarten rauszuholen und für mehr Daten für die Werbeverwertung sorgen als Twitter es jemals bekommen wird.

Nachdem also die medial Aufmerksamkeitskarawane weitergezogen ist zum nächsten Thema wird sich zeigen, wie nachhaltig der momentane Trend ist. Und aus meiner Erfahrung der letzten fast 20 Jahre im Onlineumfeld sage ich: das bleibt. Es wird sich verändern und anpassen, aber es bleibt. Dem kann man trauen oder auch nicht, nur im Grunde befinden wir uns vergleichbar im Jahre 2002 mit der Aussage &quot;das Internet geht nicht weg, beschäftige Dich damit als Medienprofi!&quot;.

Kritische Distanz? Ja bitte. Inhaltliche Auseinandersetzung? Unbedingt. In der Vergangenheit verharren und auf die Rückkehr der guten alten Zeit hoffen und bauen? Leider naiv, aber wem es Spaß macht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Wer sich als Medienmensch weigert, die angeblichen Segenswirkungen des neuen Heilands zu preisen, hat eben noch nicht die neue Bewusstseinsebene erreicht und ist von der Gemeinde entsprechend zu bemitleiden.&#8221;</p>
<p>Ich schätze inhaltliche Auseinandersetzungen mit dem Thema, nicht jedoch die grundsätzliche Verweigerungshaltung die viele an den Tag legen.  Die auch an den Tag gelegt wurde als das Internet populär wurde, Blogs, Podcast, Second Life (und ja, virtuelle Welten werden wiederkommen) sowie Tools wie Twitter. Ich bemitleide in der Tat diese Menschen die die Verweigerungshaltung vorziehen anstatt ehrlich zu sagen &#8220;ich will mich damit nicht auseinandersetzen&#8221;.</p>
<p>Ihr Argument &#8220;Von daher kann man Twitter bestenfalls als weiteren Beitrag zur Zersplitterung des gesellschaftlichen Diskurses in immer kleinere Subsysteme sehen.&#8221; setzt voraus, daß auch in der heutigen Zeit + der Zukunft Massenmedien die gleich Aufgabe haben werden wie in der Vergangenheit &#8211; was ich bezweifele.</p>
<p>In der Vergangenheit ging es nur über diesen Weg, weil es die einzige Möglichkeit war. Genauso wie man vor Jahrhunderten eine Knappheit von Büchern hatte und so gewisse Informationen nicht wandern bzw verbreitet werden konnten.</p>
<p>&#8220;statt kritisch über sie zu berichten. &#8221; unterstellt, das niemand in der Lage ist sich selber zu informieren und das nur die Berichterstattung dafür sorgt, daß man sich bestimmter Probleme bewußt wird. Und zeugt von einer Anspruchshaltung &#8220;ich will der Gatekeeper bleiben&#8221; die sich &#8211; wenn auch nett versteckt &#8211; in Ihrer Thesenliste &#8220;wozu noch Journalisten&#8221; unter <a href="http://www.ujf.biz/WozuNochJournalisten.html" rel="nofollow">http://www.ujf.biz/WozuNochJournalisten.html</a><br />
wiederspiegelt.</p>
<p>Dort ist u.a. von dem Paralleluniversum im Web die Rede. Das Web genauso ein Paralleluniversum wie für viele meiner Freunde deren Hobbyumgebungen, mit eigenen Regeln und Befindlichkeiten. Niemand würde denen unterstellen, in einem Paralleluniversum zu leben.</p>
<p>Natürlich gehört dazu auch die Auseinandersetzung mit den AGB, wobei ich noch nicht einmal mit dem Datenschutz beginnen würde, sondern mit Nutzungsrechten von Inhalten auf globaler Ebene. Und dazu gehört auch daß wir uns in einer Welt befinden die international ist &#8211; auch wenn die Gesetze noch lange nicht darauf vorbereitet sind und die normalen Teilnehmer im Netz gerne auf kritische Berichte dieser Art anspringen, nur um als nächstes wieder ihre Paybackkarten rauszuholen und für mehr Daten für die Werbeverwertung sorgen als Twitter es jemals bekommen wird.</p>
<p>Nachdem also die medial Aufmerksamkeitskarawane weitergezogen ist zum nächsten Thema wird sich zeigen, wie nachhaltig der momentane Trend ist. Und aus meiner Erfahrung der letzten fast 20 Jahre im Onlineumfeld sage ich: das bleibt. Es wird sich verändern und anpassen, aber es bleibt. Dem kann man trauen oder auch nicht, nur im Grunde befinden wir uns vergleichbar im Jahre 2002 mit der Aussage &#8220;das Internet geht nicht weg, beschäftige Dich damit als Medienprofi!&#8221;.</p>
<p>Kritische Distanz? Ja bitte. Inhaltliche Auseinandersetzung? Unbedingt. In der Vergangenheit verharren und auf die Rückkehr der guten alten Zeit hoffen und bauen? Leider naiv, aber wem es Spaß macht.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Ulf J. Froitzheim</title>
		<link>http://medialdigital.de/2009/01/15/dos-and-donts-fur-twitternde-redaktionen-%e2%80%93-interview-mit-nicole-simon/comment-page-1/#comment-72</link>
		<dc:creator>Ulf J. Froitzheim</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 12:58:41 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://medialdigital.wordpress.com/?p=184#comment-72</guid>
		<description>Jetzt hat die Branche ihren nächsten Glaubenskrieg - energisch vorangetrieben von den Missionaren (oder im Silicon-Valley-Techspeak gesagt: Evangelists) der Firma Twitter, die nicht mal ihr eigenes Geschäftsmodell plausibel zu erklären vermag. Wer sich als Medienmensch weigert, die angeblichen Segenswirkungen des neuen Heilands zu preisen, hat eben noch nicht die neue Bewusstseinsebene erreicht und ist von der Gemeinde entsprechend zu bemitleiden. Die überhebliche Art, in der gläubige Twitterer oft über unwissende Nichttwitterer herziehen, erinnert mich auf sehr unangenehme Weise an die PR-Strategien von Sekten und Ideologen. Und, ja: Es ist ein Abziehbild der Kampagne zur Einführung von SL.

Für mich ist Twitter erst mal nur die neue Sau, die durchs Mediendorf getrieben wird. Unkritisch lobpreisen Journalisten, die vermutlich nicht einmal dafür bezahlt werden, diese Firma, statt kritisch über sie zu berichten. Täten sie letzteres, käme zum Beispiel an den Tag, dass die Twitterer und ihre Jünger (= Follower) einem kommerziellen Unternehmen bei der Anmeldung einen Persilschein für den Handel mit ihren personenbezogenen Daten ausstellen - und zwar außerhalb des Geltungsbereichs des eh schon schwachen Bundesdatenschutzgesetzes:

&quot;We engage certain trusted third parties to perform functions and provide services to us, including, without limitation ... direct marketing campaigns.&quot;

&quot;...we may use your contact information to market to you, and provide you with information about, our products and services, including but not limited to our Service.&quot;

&quot;Twitter may sell, transfer or otherwise share some or all of its assets, including your personally identifiable information, in connection with a merger, acquisition, reorganization or sale of assets or in the event of bankruptcy. You will have the opportunity to opt out of any such transfer if the new entity&#039;s planned processing of your information differs materially from that set forth in this Privacy Policy.&quot;

Im Klartext: Die haben einen Freibrief, die persönlichen Daten für personalisierte Werbung im Auftrag Dritter auszuwerten. Sie hoffen, dass ihr Laden durch die Anmeldungen vieler User so wertvoll wird, dass sie ihn teuer verscherbeln können. Und falls sie Pleite machen, sind Eure Daten Teil der Konkursmasse. Das Versprechen, dass man unter bestimmten Umständen ggfs. nachträglich der Weitergabe der Daten widersprechen könne, dürfte von Europa aus kaum einklagbar sein, zumal sie ausgesprochen schwammig formuliert ist.

Zu der Diskussion über Two-Step Flow of Communication und Opinion Leaders: Wir haben ja längst Kommunikationsketten höchst unterschiedlicher Länge, wobei sich mancher vermeintliche Meinungsführer bei näherem Hinsehen als Follower, sprich: Nachplapperer, erweist. In der Hierarchie der Multiplikatoren, der sie kommunikationswissenschaftlich betrachtet zweifelsohne angehören, sind Twitterer ziemlich  weit unten angesiedelt: Microblogger äußern sich systembedingt zu oft, zu kurz und zu knapp, als dass gesellschaftlich wichtige Zielgruppen von ihnen relevante Äußerungen erwarten könnten.
Von daher kann man Twitter bestenfalls als weiteren Beitrag zur Zersplitterung des gesellschaftlichen Diskurses in immer kleinere Subsysteme sehen. Und als Teil des Trends weg von den klassischen Massenmedien, die immer weniger ihre Aufgabe erfüllen, eine breite gemeinsame Basis für die Meinungsbildung der Bürger zu schaffen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt hat die Branche ihren nächsten Glaubenskrieg &#8211; energisch vorangetrieben von den Missionaren (oder im Silicon-Valley-Techspeak gesagt: Evangelists) der Firma Twitter, die nicht mal ihr eigenes Geschäftsmodell plausibel zu erklären vermag. Wer sich als Medienmensch weigert, die angeblichen Segenswirkungen des neuen Heilands zu preisen, hat eben noch nicht die neue Bewusstseinsebene erreicht und ist von der Gemeinde entsprechend zu bemitleiden. Die überhebliche Art, in der gläubige Twitterer oft über unwissende Nichttwitterer herziehen, erinnert mich auf sehr unangenehme Weise an die PR-Strategien von Sekten und Ideologen. Und, ja: Es ist ein Abziehbild der Kampagne zur Einführung von SL.</p>
<p>Für mich ist Twitter erst mal nur die neue Sau, die durchs Mediendorf getrieben wird. Unkritisch lobpreisen Journalisten, die vermutlich nicht einmal dafür bezahlt werden, diese Firma, statt kritisch über sie zu berichten. Täten sie letzteres, käme zum Beispiel an den Tag, dass die Twitterer und ihre Jünger (= Follower) einem kommerziellen Unternehmen bei der Anmeldung einen Persilschein für den Handel mit ihren personenbezogenen Daten ausstellen &#8211; und zwar außerhalb des Geltungsbereichs des eh schon schwachen Bundesdatenschutzgesetzes:</p>
<p>&#8220;We engage certain trusted third parties to perform functions and provide services to us, including, without limitation &#8230; direct marketing campaigns.&#8221;</p>
<p>&#8220;&#8230;we may use your contact information to market to you, and provide you with information about, our products and services, including but not limited to our Service.&#8221;</p>
<p>&#8220;Twitter may sell, transfer or otherwise share some or all of its assets, including your personally identifiable information, in connection with a merger, acquisition, reorganization or sale of assets or in the event of bankruptcy. You will have the opportunity to opt out of any such transfer if the new entity&#8217;s planned processing of your information differs materially from that set forth in this Privacy Policy.&#8221;</p>
<p>Im Klartext: Die haben einen Freibrief, die persönlichen Daten für personalisierte Werbung im Auftrag Dritter auszuwerten. Sie hoffen, dass ihr Laden durch die Anmeldungen vieler User so wertvoll wird, dass sie ihn teuer verscherbeln können. Und falls sie Pleite machen, sind Eure Daten Teil der Konkursmasse. Das Versprechen, dass man unter bestimmten Umständen ggfs. nachträglich der Weitergabe der Daten widersprechen könne, dürfte von Europa aus kaum einklagbar sein, zumal sie ausgesprochen schwammig formuliert ist.</p>
<p>Zu der Diskussion über Two-Step Flow of Communication und Opinion Leaders: Wir haben ja längst Kommunikationsketten höchst unterschiedlicher Länge, wobei sich mancher vermeintliche Meinungsführer bei näherem Hinsehen als Follower, sprich: Nachplapperer, erweist. In der Hierarchie der Multiplikatoren, der sie kommunikationswissenschaftlich betrachtet zweifelsohne angehören, sind Twitterer ziemlich  weit unten angesiedelt: Microblogger äußern sich systembedingt zu oft, zu kurz und zu knapp, als dass gesellschaftlich wichtige Zielgruppen von ihnen relevante Äußerungen erwarten könnten.<br />
Von daher kann man Twitter bestenfalls als weiteren Beitrag zur Zersplitterung des gesellschaftlichen Diskurses in immer kleinere Subsysteme sehen. Und als Teil des Trends weg von den klassischen Massenmedien, die immer weniger ihre Aufgabe erfüllen, eine breite gemeinsame Basis für die Meinungsbildung der Bürger zu schaffen.</p>
]]></content:encoded>
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