Linktipps zum Wochenstart (27)

Das Wetter war die reine Freude, das gesamte deutsche Netz analysiert die Wahlergebnisse, deshalb machen wir’s heute kurz:

Top-Tipp:

Clay Shirky: Let a thousand flowers bloom to replace newspapers; don’t build a paywall around a public good

Web-Vordenker Clay Shirky glaubt, dass die Zeitspanne, in der Anzeigen verantwortungsvollen Journalismus finanzierten, nur dem Mangel an Alternativen geschuldet und somit ein vorübergehender Moment der Mediengeschichte war: “Best Buy was not willing to support the Baghdad bureau because Best Buy cared about news from Baghdad. They just didn’t have any other good choices.” Doch nicht nur die Werbekunden, sondern auch die Nutzer, stellen zunehmend die Bündelung von nicht zusammen gehörenden Inhalten zu einem Gesamtpaket Zeitung in Frage. Interessantes dazu auch bei digitalpublic und Ethan Zuckerman.

Weitere Tipps:

Nur 5 Prozent der Leser wollen für Nachrichten im Internet zahlen

Nichts verdeutlicht das Paid-Content-Dilemma der Verlage besser als die Kluft zwischen der Aussage in der Überschrift (laut Umfrage von Paidcontent.org und Harris Interactive) und dieser Aussage aus einer Studie des American Press Institute: ”In einer Umfrage haben 51 Prozent der befragten amerikanischen Verleger die Hoffnung geäußert, dass die Internetnutzer für ihre Inhalte zahlen werden.” Beim Netzökonom.

Five innovations in news journalism, thanks to the web

Die britische Website journalism benennt fünf Innovationen im Journalismus, die das Web hervorgebracht hat.

Kerners künstliche Aufregung über Twitter

Peter Hogenkamp lässt zu Recht kein gutes Haar an jenen 20 Sekunden, in denen sich Johannes B. Kerner auf seinem Laptop mit Twitter auseinandersetzt und zum Ergebnis kommt: ”Das braucht kein Mensch”. Entlarvend fand ich vor allem, wie einig sich die versammelte Journalistenrunde in dieser Ansicht war (trotz Steffen Seiberts Einschränkung “außer im Iran”). Leander Wattig: “Bevor er über hochqualitativen Journalismus redet, sollte [Johannes B. Kerner] zumindest recherchiert haben, wie man Twitter technisch bedienen kann. Nicht mal das konnte er in der Sendung.

7 amazing Twitter visualizations

Just Landed – 36 Hours from blprnt on Vimeo.

So sieht es aus, wenn Twitterer tweeten, dass sie ”gerade gelandet” sind, und jemand ein Mashup aus den Start- und Zielortdaten aller Tweets mit diesem Inhalt aus 36 Stunden erstellt. Diese und sechs weitere hervorragende Twitter-Visualisierungen listet 10.000 words auf.

Oktoberfest 2009

In 31 Bildern schafft es das Fotoblog The Big Picture des Boston Globe, das diesjährige Münchner Oktoberfest so stimmungsvoll festzuhalten, dass sich die Kommentatoren reihenweise entweder wünschen, dabei zu sein, oder in Erinnerungen schwelgen, wie es war, als sie mal dabei waren. Wo sind eigentlich vergleichbar hochwertige Angebote der Süddeutschen Zeitung oder der Abendzeitung, die sich diesen visuellen Augenschmaus vor ihrer Haustür von einer Zeitung aus Boston vorführen lassen?