Linktipps zum Wochenstart (30)

Home_taping_is_killing_music

Top-Tipp:

100 years of Big Content fearing technology—in its own words

Nate Anderson zieht bei ars technica Parallelen von den heutigen Debatten über Urheberrecht im Netz über Musiktauschbörsen wie Napster, der Erfindung der CD und des Videorekorders bis zurück zu den Diskussionen bei der Erfindung des Grammophons. Ob heute oder vor 100 Jahren: Stets es geht es darum, dass die amtierenden Profiteure bestehender Rechteverhältnisse ihre komfortable Situation gegenüber neuen Wettbewerbern auf durch technologischen Wandel veränderten Märkten mit Zähnen und Klauen verteidigen.

Weitere Tipps:

“Zukunft des Journalismus: Die Selbermacher”

Teil 2 des Elektrischer Reporter-Zweiteilers über die Zukunft des Journalismus, diesmal über das Verhältnis von klassischen zu Bürgermedien und Rezipienten zu Nutzern, ist ebenso sehenswert wie der erste Teil (“Wer soll das bezahlen?”)

Was ist Social Media? – Interview

Social Media Berater Thomas Pfeiffer von den Webevangelisten wird vom freien Journalisten und BR-Moderator Richard Gutjahr in diesem sehenswerten 4-Minuten-Videointerview zu den Auswirkungen von Social Media auf Unternehmen, Journalismus und Gesellschaft befragt.

Medien-Praktika: Blogs sind im Journalismus immer noch nicht anerkannt

Jonas Schaible hat die Einstellungsvoraussetzungen für Redaktions-Praktikanten bei überregionalen Zeitungen untersucht und stößt auf erstaunliche Anachronismen im Jahr 2009. Die größten Chancen bei der Bewerbung haben Praktikanten, die schon journalistische Praxiserfahrung vorweisen können – zum Beispiel als Praktikant. So weit, so erwartbar. Aber als Praxiserfahrung für das  journalistische Arbeiten zählt angeleitetes Arbeiten in einer Printredaktion viel, selbständiges Führen eines Blogs nach journalistischen Kriterien hingegen nichts.

Hyperlocal Boston

Jeff Jarvis enthüllt, dass der hypothetische Fünf-Millionen-Einwohner-Ballungsraum ohne Tageszeitung, der seinem CUNY-Projekt  New Business Models for News als Grundlage für neue hyperlokale Geschäftsmodelle dient, eine reale Stadt zum Vorbild hat: Boston. Kaum verwunderlich, dass Jarvis der New York Times Company, die den Boston Globe doch nicht mehr verkaufen will, rät, die Zeitung in ein schlankes hyperlokales Journalismus-Projekt mit Bürgerbeteiligung umzuwandeln. Matthew Wurtzel von TheDeal.com argumentiert ähnlich – zumal die NYT mit The Local bereits ein vergleichbares Projekt gestartet habe.

Readers must perceive ‘real value’ to pay

Kevin Anderson begründet eine simple Grundregel als zwingende Voraussetzung für den möglichen Erfolg von Paid Content: Nutzer müssen in kostenpflichtigen Angeboten einen echten Mehrwert erkennen. Der Versuch, die Nutzer “umzuerziehen”, damit sie künftig für etwas bezahlen, das sie bisher (und anderswo wahrscheinlich auch weiterhin) kostenlos bekommen, sei dagegen zum Scheitern verurteilt.

Tief im Westen

Christian Jakubetz glaubt, dass das bislang nur mäßig erfolgreiche WAZ-Portal Der Westen (gemessen an den vollmundigen Ankündigungen) mit dem Abgang von Katharina Borchert und Markus Hündgen seine besten Tage schon hinter sich hat. Ihre Nachfolger werden es schwerer habe angesichts weniger Geld, abebbender Euphorie und einer schwierig zu überwindenden Verständniskluft: “Man hat einen relativ kleinen Kreis von Digitalern, die aber mit den Analogen nicht wirklich kommunizieren können; ein weit verbreitetes Phänomen übrigens. Man bemerkt irgendwann, dass Theorie und Praxis ellenweit auseinanderklaffen und ergibt sich dem Frust.”

Dick, doof und arm

Gerhard Westrich schildert in einem ernüchternden Feature für Die Zeit, wie wenig die Qualität eines Manuskripts damit zu tun hat, ob ein Buch ein Bestseller wird.

Bild: Wikimedia Foundation

Share