Blogger und Journalisten – das ewige Feindbild

30. Oktober 2009 | Von Ulrike Langer | Kategorie: Blogs, Neu


Blogger und Journalisten verhalten sich zueinander wie Radfahrer und Autofahrer. Die Argumente, warum sich die jeweils andere Seite total bescheuert benimmt und sich nicht einmal an die simpelsten Regeln des Zusammenlebens hält, sind zur Genüge ausgetauscht: Signalieren beim Abbiegen! Nicht die Vorfahrt nehmen! Korrekt zitieren! Miteinander reden statt gleich Anwälte loszuschicken!

Doch es ist eben noch nicht alles von allen gesagt. Auch von mir nicht. Was mir fehlt in dem heutigen “Blogosphäre gegen Journalistin”-Aufreger sind mäßigende Stimmen von Wanderern zwischen den Welten. Von Menschen, die aus beiden Positionen Stellung beziehen könnten. Radfahrende Autofahrer. Bloggende Journalisten. Von denen es ja so wenige nicht gibt. An prominentester Stelle natürlich Stefan Niggemeier, der aber für eine ausgleichende Rolle in der Sache Eva C. Schweitzer gegen nom nom nom Blogger Philip leider ausfällt, da er sich frühzeitig entschied, die Journalistin an den Pranger zu stellen:

Frau Schweitzers Antwort ist ein Manifest der Arroganz und als solches womöglich nicht untypisch und unbedingt lesenswert. Offenbar hat sie tiefsitzende Probleme mit Männern, Deutschen, Bloggern (und Apple).

Ich teile Stefan Niggemeiers Eindruck, dass Eva Schweitzers Verhalten in dieser Sache arrogant und unsympathisch ist. Ob sie darüber hinaus die oben zitierten Probleme hat, weiß ich nicht. Ich vermute, dass Stefan Niggemeier sie ebensowenig persönlich kennt wie ich. Ich lese allerdings ihre Texte ab und zu im Kölner Stadt-Anzeiger. Die sind oft etwas oberflächlich.

Das alles nur vorweg, damit klar ist, dass ich hier keinen Eva-C.-Schweitzer-Fanclub gründen will. Ich finde allerdings, was sich heute in den Kommentaren bei Spreeblick, bei Niggemeier und bei Twitter abgespielt hat, einfach kindisch und zum Teil auch widerlich. Hier wird so getan, als reihe sich die freie Journalistin Schweitzer nahtlos in die jüngste kaltschnäuzige und sture Abmahneritis von Jako und Jack Wolfskin ein. Doch während die Konzerne nur eingeknickt sind, weil der öffentliche Druck zu groß wurde, hatte die Journalistin wohl nicht vor, den Blogger abzumahnen. Jedenfalls hat sie das umgehend mitgeteilt, nachdem ihr offenbar jemand gesteckt hat, dasss ihr Fall bei Spreeblick breit und nicht zu ihrem Vorteil disktutiert wird. Vorher wusste sie nach eigener Darstellung nichts davon, weil der Blogger nach der Abmahnung nicht sie, sondern Spreeblick kontaktierte.

Nochmal: Ich finde es falsch, wenn Journalisten zur Wahrung ihrer Urheberrechte mit Kanonen auf Spatzen schießen. Wenn Frau Schweitzer vor allem Verlage und Reiseportale als Contentklauer im Visier hat, dann sollte sie sich die Mühe machen, die Fälle vorher selbst zu beurteilen, anstatt einem Abmahnanwalt einen Freibrief zu erteilen. Dennoch hat sie in der ursprünglichen Sache Recht: Blogger Philipp hat sie nicht bloß zitiert, sondern ein Drittel ihres Textes kopiert, notdürftig garniert mit zwei dürren eigenen Sätzen. Wahrlich kein Glanzstück des Bloggens. Allerdings sieht man dem dürren Posting auch sofort an, dass sich damit niemand ungerechtfertigt bereichern wollte. Abmahnung zurückgezogen. (Die Bemerkung, dass Blogger Philipp im Gegenzug ihren Mac reparieren solle, habe ich als einen nicht wirklichen lustigen Scherz aufgefasst, andere offenbar eher als Erpressung). Doch damit war die Sache eigentlich gegessen. So hätte es zumindest sein sollen.

Stattdessen baut sich den ganzen Tag lang bei Niggemeier, Spreeblick und bei Twitter eine kollektive Mobbing-Stimmung gegen Frau Schweitzer auf. Johnny Häusler wenigstens hat am frühen Nachmittag die Reissleine gezogen und die Kommentare dichtgemacht. Bei Stefan Niggemeier aber geht es weiter. Zum Beispiel mit einer kaum verhohlenen Aufforderung, die Bewertung ihres Buches bei Amazon kollektiv zu “korrigieren” (sie bewertete ihr eigenes Buch  in einer Videorezension mit fünf Sternen):

niggemeier

Solange dieser Kindergarten-Stellungskrieg zwischen Bloggern und Journalisten (wobei Eva Schweitzer auch selbst bloggt), beim geringsten Anlass immer wieder aufs Neue ausgefochten wird, solange braucht die deutsche Blogosphäre sich nicht zu wundern, dass sie außerhalb ihrer eigenen Kreise kaum wahrgenommen wird. Und dass in diesem Umfeld bisher auch mit Werbeeinnahmen kein Staat zu machen ist. Und weil es schön zum Thema passt, verlinke ich noch diese Studie, auf die ich vorhin über einen Tweet von @10000words aufmerksam wurde.

Nachtrag vom 1. November:

Bei Stefan Niggemeier hat jetzt der Journalist Ulf J. Froitzheim zwei bemerkenswerte Kommentare hinterlassen (#213 und #223).

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  • http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/fischblog Fischer

    Entschuldige mal. Sie hat sich kaltschnäuzig in die Abmahneritis eingereiht. Ganz schlicht und einfach. Offenbar ist dir (und ihr) nicht klar, dass eine Rechnung über 2000 Euro für die meisten Leute nicht einfach ein Stück Papier ist, sondern gerne mal eine existenzbedrohende Dimension annimmt. Im Grunde hat sie eine Anwaltskanzlei losgeschickt, um Leute wegen eines 80-Euro-Artikels persönlich zu vernichten. Das sollte man nicht kleinreden, auch wenn sie’s vielleicht nicht so gemeint hat.

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  • http://www.digitalpublic.de Wittkewitz

    Naja, zur Ehrenneutralisierung muss man gestehen, dass es kein besonderes Regulativ ist, wenn man die Bildzeitung jahrelang en detail auseinandernimmt. Das ist mal ganz nett und ich habe es genossen, wie Niggemeier den Focus-Technologie-Katalog aus Microsofts Gnaden auf seinen qualitätsjournalistischen Gehalt untersucht hat. Aber man sollte doch die Bloggerwelt, wie sie in anderen Ländern sich gestaltet hat und diese seltsame Berliner Welt auseinander halten. Wenn sich die Problogger in den USA und die emanzipativen Blogs in den asiatischen und muslimischen Kulturen anieht, dann steht doch eines außer Frage. Entweder man hat geschäftlichen Erfolg als Blogger mit einem Thema, das im zweifel auch als Buch vermarktet wird, was einfach der postmoderne Publizist wäre oder man erschreibt sich Freiheiten, die lokale Gesellschaft oder Kultur eigentlich nicht erlauben. Der Spreeblick greift bestehende Trends auf und verwertet sie für seine Leserschaft. Die Dimension der Spreeblick-Orginalität ist dort am besten an dem Song “und alle so yeah” abzulesen. Das bedient eine gewisse Klientel. Und auch die Bildkritisierei, die mit Grimme-Plakette gedaelt wurde, kopiert sich beständig selbst und hat doch ohne die Vierbuchstabenzeitung gar keine Existenzberechtigung – es ist ja noch nicht einmal eine taugliche Medienkritik, weil sie keine Reflexionsebene darlegt sondern nur dem Mantra des Faktische huldigt.

    Es ist also nur konsequent, wenn von dort jeder Anlaß benutzt wird, um das schwammig, nebelige Gebiet zwischen Leser und Autor beim Übergang vom Papier zum Monitor als Revierförster zu betreten. Genau das ist die dringende Aufgabe einer Bloggerszene, wenn es sie den gäbe. Warum ist denn das Wiki des Internet Manifests nach kurzer Zeit geschlossen worden?
    Bei Frau Schweitzer ist noch alles offen. Wer damit Ruhm und Ehre verdient, anderes anzuprangern, der ist doch auf Dauer nicht für Menschen attraktiv, die Intelligenz mit Differenz zusammen denken. Dort ist die Intelligenz anders definiert: Aufdecken von Mißständen. Leider kommt das Verhältnis zwischen Selbstbild und Fremdbild dabei unter die Räder.

  • Ulrike Langer

    @Fischer
    Das sehe ich anders. Sie geht mit der harten Nummer gegen gewerbliche Content-Klauer vor (Verlage und Reiseportale, die ungefragt und ohne Honorar zu zahlen einfach Texte von ihr übernehmen). Mit der offenbar versehentlichen Abnahmung gegen den Blogger ist sie weit über das Ziel hinausgeschossen. Offenbar hat sie ihrem Abmahnanwalt einen zu weitgehenden Freibrief erteilt. Allerdings ist sie doch sofort zurückgerudert, als sie gemerkt hat, dass sich da ein kleiner Fisch in ihren großen Schleppnetzen verfangen hat.
    Wir sind uns völlig einig: Das macht man nicht. Aber mit der schnellen Rücknahme der Abmahnung hätte es doch auch gut sein können. Ich verstehe nicht, wieviele Leute heute einen Heidenspaß daran haben, diese Frau fertig zu machen, als wäre sie ein Großkonzern gegen den man gemeinsam anstürmen müsste. Die teilweise lächerlichen Kommentare von ihr auf ihrem Blog bei taz.de zeigen mir allerdings, das sie allmählich die Nerven verliert.

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  • Jürgen

    @Fischer: Selbst wenn das so wäre, rechtfertigt es noch nicht den Mob, der seit heute Mittag durch Blogs und Twitter zieht – genauso wenig übrigens wie die damals die Lynchstimmung bei Jako und Jack Wolfskin. Daher sehe ich in dem aktuellen Fall gar nicht so sehr eine Auseinandersetzung zwischen Blogger und Journalisten. Es ist vielmehr die reflexhafte, unreflexierte Reaktion der deutschen Blogosphäre gegen jeden, der versucht sein Recht durchzusetzen.

  • http://www.digitalpublic.de Wittkewitz

    @Jürgen
    Es sind einige sehr laute Blogger, die immer genug Claquere haben. Es ist nicht die Blogosphäre. Ich möchte uns alle ermahnen, die fünf bis acht Figuren, die die Elefanten aus der Holzmedienwelt als “die Blogosphäre” bezeichnen als pars pro toto zu nehmen. Sie kokettieren damit und haben sicher viele Leser und Adepten. Aber die Blogosphäre ist doch weitaus größer und bedeutend differenzierter als diese Klassensprecher.

  • http://www.50hz.de 50hz

    Dass in den Kommentaren von Blogs viel gequirlte Kinderkacke verzapft ist leider wahr. Aber was hat das mit der Qualität von Blogs und der Frage ihrer Ernsthaftigkeit zu tun? Warum verhaftest Du dafür Spreeblick, Niggemeier und Co. für die Kommentare dort? Online-Medien werden doch auch ernst genommen, obwohl der Mob dort in den Kommentaren fröhlich feiert.
    Die in Rede stehende Autorin hat mit der Beauftragung dieses Dienstes ganz offenbar einen Fehler gemacht, was sie ja im Grunde inzwischen eingesteht. Alles wäre in bester Butter, wenn sie sich entschuldigt und ansonsten geschwiegen hätte. Statt dessen mosert sie noch ein wenig zurück in einem Stil, der Niggis Anyalyse durchaus nahelegt. Dafür bekommt sie beim Spreeblick die passende Antwort und macht sich mit einer weiteren Replik vollends lächerlich.
    Irgendwie ist mein Verständnis für heute aufgebraucht. Echt jetzt. Aber heute war ja sowieso der Tag der Mimosen: http://s.50hz.de/1t

  • Ulrike Langer

    @50hz
    Es ja zu einem großen Teil Blogger, die sich in den Kommentaren anderer Blogs austoben. Zumindest bei den Kommentaren, die heute gelesen habe. Und Stefan Niggemeier und Johnny Häusler verhafte ich insofern, als sie ohnehin aufgeheizte Stimmung weiter aufgeheizt haben. Wobei Häusler zumindest heute nachmittag die Lage erkannt und seine Kommentare geschlossen hat.

  • Jan

    Zum wiederholten Male ist da jemand, der darauf pocht “im Recht” zu sein und vor jeder Kommunikation gleich Anwälte einsetzt.
    Wieder einmal wird die Einschätzung, ob ein “Verstoß” vorliegt, ausschließlich in die Kategorien “Null” oder “Eins” unterteilt, und da “Eins” vorliegt, wird dieser Verstoß mit voller Härte und absolut unverhältnismäßigen Mitteln durchgeführt.
    Wieder einmal holt jemand deshalb die Abmahn-/Verklag-Keule raus bei Fällen, die nichtig sind im Vergleich zum angewendeten Mittel.
    Wieder einmal tritt die abmahnende Partei mit einer Attitüde auf, die nicht nur Fingespitzengefühl vermissen lässt, sondern nur noch mit Arroganz beschrieben werden kann.

    Zum x-ten Male. Und ja, allmählich macht sowas wütend, sauer und aggressiv. Weil es den Eindruck des Rechtsmissbrauchs erweckt.
    Ich lehne die Mobbing-Stimmung in den genannten Blog-Kommentaren ausadrücklich ab, aber ich kann die Fassungslosigkeit darüber, dass _schon_wieder_ jemand mit dieser absolut überzogenen Masche und dann auch noch mit dieser Arroganz auftritt, nachvollziehen.

  • Jan

    “….wird dieser Verstoß… geahndet” muss es im zweiten Satz natürlich heißen.

  • http://floriansteglich.com Florian

    Die Mob-Kommentare sind übel, das Zitat ist keines, und Johnny hätte Kontakt mit Eva Schweitzer aufnehmen sollen – sehe ich alles genauso. Aber für automatisiertes Abmahnen – offenbar hat sie sich ja die einzelnen Fälle nicht angesehen, will die Abmahnung nun doch nicht mehr zurückziehen und bezeichnet sie als »gerechtfertigt« – habe ich kein Verständnis, und für ihren Ton im taz-Blog und den dortigen Kommentaren auch nicht. Journalisten sollten differenzieren können.

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  • http://qrios.de Rene Meissner

    Ich habe ganz und gar nicht den Eindruck, dass die Blogger, oder auch nur die Mehrheit der Blogger ein Problem mit Journalisten haben. Blogs liefern inzwischen einen signifikanten Teil des Traffics für Verlagspublikationen. Es gibt allerdings einen naturgegebenen Unterschied zwischen Bloggern und Journalisten. Der eine bezahlt dafür, schreiben zu können und der andere wird dafür bezahlt. Dem Journalisten muss daher der Blogger als seltsames Wesen erscheinen. Nicht anders ist zu erklären, dass so wenige Journalisten eigene Blogs betreiben.

    Wenn in diesem konkreten Fall der ‘Mob’ tobt, hat sich das Frau Schweitzer zu 95% selbst zuzuschreiben. Ihre erste Reaktion war vollkommen korrekt und sogar bewundernswert. Die Rücknahme der Abmahnung innerhalb weniger Stunden hätte zu einer Sternstunde im Netz werden können und sie wäre als strahlende Siegerin aus der Sache rausgekommen. Leider fühlte sie sich offensichtlich durch die Kommentare im Spreeblick in ihrer Ehre beschnitten und begann ein Wortgefecht. Dieses war im Stil nicht mehr zu unterbieten. Sie wollte es dem Kindergarten Internet zeigen und hat sich dabei in Bezug auf die Rücknahme der Abmahnung zunehmend undeutlich ausgedrückt. In dieser Atmosphäre lustige Ideen zur Wiedergutmachung zu präsentieren erinnert sehr an Arztwitze, die für die meisten Patienten nur begrenzt lustig sind. Sie hat sich und ihren Auftraggebern mit ihrem Verhalten massiv geschadet.

  • le D

    “hatte die Journalistin wohl nicht vor, den Blogger abzumahnen.”

    Und warum hat sie dann ihren Anwalt mit der Abmahnung beauftragt? Ein Anwalt (ich bin selber einer) rennt nicht selbständig los und mahnt im Namen der Mandanten Leute ab, ohne dass der Mandant dazu grünes Licht gegeben hat.

  • Ulrike Langer

    @Florian @ Rene Meissner

    Ich sehe das genauso. Nach der schnellen Rücknahme der Abmahnung hätte sie sich einfach aus dem anschwellenden Bashing heraushalten sollen. Sich mit missglückten Witzen und Stellungnahmen immer wieder einzuschalten, konnte nur schiefgehen. Das sollte ihr mal jemand aus ihrem persönlichen Umfeld sagen.
    Aber ich kann mich nur wiederholen: Ich finde Schweitzer Verhalten unsympathisch und unangemssen. Aber auch eine Unsympathin muss sich keinen Content-Klau gefallen lassen. Auch dann nicht, wenn er nicht gewerblich war. (Dass Philipp das Zitierrecht zumindest sehr großzügig ausgelegt hat, dürfte sich ja inzwischen herumgesprochen haben.) Interessant ist übrigens, dass im Freischreiber-Forum (Verband freier Journalisten) die meisten Kommentatoren auf ihrer Seite stehen:

    http://www.freischreiber.de/home/journalisten-vs-blogger-ein-kriegsbericht

  • http://www.aerar.de/2009/10/abmahnwache/ Aerar

    @Ulrike Langer: Dem und den zitierten Vorrednern kann ich mich in weiten Teilen anschließen. Das Problem ist, dass hier mittlerweile auf mehreren Ebenen diskutiert wird. Zum einen ist es das Abmahnrecht an und für sich, das Kostennoten ohne vorige Korrekturchance verursachen kann. Dass dieses ein generelles Problem ist, zeigt sich in der zweiten Ebene, nämlich in der Frage, ob die Abmahnung in dem konkreten Fall berechtigt ist. Hier scheint das Verhalten rechtlich aussichtsreich, “ethisch” aber fragwürdig, was wohl auch Frau Schweitzer nicht komplett von sich weist. Diese beiden Punkte bleiben auch nach einer eventuellen Rücknahme der konkreten Abmahnung ungeklärt und können/müssen weiter diskutiert werden, wenn auch nicht mehr auf dem Rücken von Frau Schweitzer.

    Diese eröffnet allerdings zugleich noch eine dritte und eine vierte Ebene. Die dritte ist der “Kampf zwischen Journalisten und Bloggern” und die vierte ein persönliches Wortgefecht insbesondere mit dem Spreeblick-Blog. Ihre Aussagen in diesem Fall sind in meinen Augen arrogant und zudem noch schlecht und angreifbar formuliert – ein Leckerbissen für einen literarischen Schlagabtausch. Den anzunehmen, hatte mich auch kurzzeitig gereizt, insofern kann ich verstehen, wenn die andere Seite, diesen Elfmeter verwandeln will und nicht die Größe hat, das “dargebotene” Angebot einfach zur Kenntnis zu nehmen.

    Wir befinden uns meiner Meinung nach auf der vierten Ebene, dem “intellektuellem” Kräftemessen. Dazu gibt es Grundrauschen aus der Blogosphäre. Vielleicht kommt dabei ja auch etwas sinnvolles für die anderen drei Ebenen oder für den abgemahnte Blogger heraus. Viel Hoffnung habe ich allerdings nicht mehr.

  • Ulrike Langer

    @Aerar

    Vielen Dank für Ihren/Deinen Kommentar, dem ich vollkommen zustimme. Und Entschuldigung, dass er jetzt erst freigeschaltet wurde. Er steckte seit gestern nachmittag im Spamfiter – gemeinsam mit 136 Angeboten für Porno-, Poker, und Viagra-Quatsch (das meiste davon in kyrillischer Schrift). Ich weiß auch nicht warum. Ein bis zweimal am Tag fische ich die echten Kommentare aus dem Mülleimer heraus…

    Ich bin auch der Meinung, dass das Problem Urheberrecht und Abmahnungen eine Debatte auf höherer Ebene verdient hätte, und zwar über diesen konkreten Fall hinaus. Beim Verband freier Journalisten (Freischreiber) ist eine Institutionalisierung angeregt worden (s. mein Link in einem meiner Kommentare weiter oben).