Linktipps zum Wochenstart (32)

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Top-Tipp:

The Debate Zone: Will people pay for content online?

Steven Brill (Pro) und Clay Shirky (Contra) argumentieren bei McKinsey digital in zwei Streitschriften für und gegen Paid Content. Brill: Publishers will adjust payment requests and amounts based on whether the reader is in- or out-of market. Thus, a newspaper based in London with a small but highly engaged U.S. audience could charge them (and sacrifice minimal ad revenue because its advertisers are likely to be looking for a UK audience.) Shirky: “The key questions for the average publisher contemplating pay walls are: How serious will that competition be? How many users will you lose? Will banning sharing create a defensible advantage? And the answers are: crushing, most, and no.

Weitere Tipps:

Die Tinte der Mönche – über Wertschöpfung im Journalismus

Paid Content II: Medienberater Marian Semm verrät in diesem Blogpost ganz ohne Bezahlschranke seine konkreten Vorstellungen zum Thema Paid Content. Für einen Gegenwert von 15 Euro erwartet er z.B. “Musik-Szene und Kleinkunst auf 100 Kilometern Umkreis – aber bitte deutlich mehr, als ich heute in der Zeitung lesen kann” und “Mich interessiert die Meinung meiner Mitmenschen, vielleicht gibt es einen Weg, für mich die wenig fundierten Meinungen auszublenden, das kann aber meine soziale “Crowd” möglicherweise besser als Ihre Redaktion”. Grundsätzlicheres dazu in einem zweiten Beitrag von Semm (Paid Content – jetzt mal konstruktiv, bitte!): “Zeitungen sind es nun mal in jahrzehntelanger Tradition gewohnt, ein Produkt für alle zu machen und ihren Markt vom Ganzen her zu begreifen. Vielleicht müssen Ansätze für Paid Content den umgekehrten Weg beschreiten und vom Einzelnen ausgehend Wünsche adressieren und Nutzern bieten. Den Strauß Tageszeitung entbündelt, das ganze als modulares Wunschkonzert aber nicht seelenlos, einige Vordenker möchten dem Leser auch hier noch “Überraschungen” bieten.”

Krisenköpfe

Paid Content III: Christian Jakubetz sieht keinen Sinn darin, Leitartikel von Heribert Prantl kostenpflichtig auf dem iPhone zu zu lesen gibt Verlegern konstruktive Kritik mit auf den Weg: “Man meint in den Verlagshäusern gerne, dass die meisten User den größten Wert des Internets darin sehen, dass es dort alles umsonst gibt. […] Allerdings ist das auf der anderen Seite ebenso falsch wie zu kurz gedacht. Und weil das so ist, laufen aktuell die “Süddeutsche Zeitung” und der Springer-Verlag sehenden Auges in das nächste Desaster (aber vermutlich kann man das ja dann wieder auf die vielen Schnorrer im Internet schieben).”

Wer braucht Google, wenn er Social Media hat?

Olaf Kolbrück widerlegt in Off the Record Norbert Bolz (“Der Medienwissenschaftler ist offenbar nur selten in Netzwerken unterwegs. Sonst wüsste er, dass die Nachricht und die Botschaft den Nutzer künftig vor allem findet – durch die Vernetzung mit ähnlich Gesinnten: „If the news is that important, it will find me.”) und erklärt das Prinzip hinter Googles geplanter sozialer Suche (mit Google-CEO Eric Schmidt im eingebundenen Video). Auch Marcus Bösch erläutert in lab die soziale Suche – anhand persönlicher Erfahrungen.

Warum das Web Tante Emma zurückbringt

Thomas Knüwers schöner Abschiedsbeitrag für das Handelsblatt darüber, wie das soziale Netz alle, die etwas zu verkaufen haben, zwingt, zu alten Gesprächstugenden zurückzukehren.

Charting US newspapers’ decline

Das super-hochformatige Chart zum rasanten Verfall der US-Zeitungsauflagen taucht seit circa einer Woche immer wieder im Netz auf, aber der Guardian bietet die besten Erläuterungen dazu.

David Greising Goes Future Hunting

Bevor ich diesen Beitrag in Chicago Reader las, hatte ich von David Greising, Ex-Kolumnist der Chicago Tribune noch nie gehört. Aber es spielt auch keine Rolle, dass Greising in Chicago offenbar eine Koryphäe ist und ihn hierzulande wohl kaum jemand kennt. Ich verlinke den Beitrag, weil es eine schöne Geschichte darüber ist, wie jemand seinen sicheren Job bei einer renommierten Zeitung aufgibt, um sich in ein Experiment mit ungewissem Ausgang zu stürzen – die neue non-profit  Chicago News Cooperative . Doch Greising sieht das genau umgekehrt: Lieber als Pionier bei einem innovativen Projekt dabei sein, als der eigenen gedruckten Zeitung als Printredakteur beim Sterben zuzusehen. Eine sehr amerikanische Geschichte.

Bild der Bezahlschranke: Sevenload

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