Linktipps zum Wochenstart (33)

Jarvis

Top-Tipp:

Die Zukunft der Medien. Oder: Jeff Jarvis, kritisch gelesen

Björn Sievers interpretiert die Rezeption von Jeff Jarvis per Skype-Video-Zuschaltung auf den Münchner Medientagen. Dabei hat Jarvis im Grunde kaum etwas gesagt, was er nicht auch schon in seinem Buch “Was würde Google tun?” geschrieben hat oder worüber er nicht andauernd bloggt. Sievers:” Wenn also das geneigte Netzpublikum – wieder einmal – applaudiert, was heißt das dann? Denkbar ist, dass Jarvis zwar gehört, aber nicht verstanden wird. Da er jedes Mal brillant klingt, kann man immer erneut begeistert sein. Deshalb die Frage: Was sagt er denn eigentlich?” Das Video von Jarvis Auftritt ist bei Carta verlinkt, zusätzlich gibt es eine Abschrift der Keynote.

Weitere Tipps:

Nehmen Sie sich bitte alle 30 Minuten Zeit für Professor Peter Kruse

Auf Einladung der hessischen Landesmedienanstalt LPR hat der Psychologe und Netzwerkexperte Prof. Peter Kruse einen sehr interessanten Vortrag gehalten: “Wie die Netzwerkkultur die Gesellschaft verändert”. 30 Minuten, die vor allem Skeptiker investieren sollten, die glauben,  Twitter, Facebook und Co. seien erstens überflüssig und zweitens eine vorübergehende Modeerscheinung. Das Video mit den dazugehörigen Folien wurde von mehreren Blogs verlinkt. Ich verlinke die Verlinkung von Djure Meinen, weil er gute persönliche Beobachtungen dazu geschrieben hat.

Social Media Outreach

Das Knight Digital Media Center der UC Berkeley hat bei Slideshare eine gute Präsentation eingestellt: Wie können Journalisten und Medien Social Media Plattformen möglichst sinnvoll nutzen?

How a blog, a camera, and a court are feeding journalism’s long tail

Gerichtsreporter Ron Sylvester schreibt für die US-Zeitung The Wichita Eagle und filmt für sein Videoblog What the Judge ate for Breakfast, das die Zeitung als eines von 22 (!) Blogs ihrer Redakteure hostet. Nieman Journalism Lab analysiert, wie gut sich sachliche Berichte und das persönlich gefärbte Blog ergänzen. In Deutschland ermutigen erst wenige Zeitungen ihre Journalisten zu bloggen. Ausdrücklich erwünscht sind subjektive Webtagebücher bei der Rheinzeitung mit ihren mittlerweile 13 Blogs. Und Chefredakteur Christian Lindner geht mit dieser wunderbaren Ich-Reportage über seine heiße Nacht als junger Alleinredakteur am 9. November 1989 mit gutem Beispiel voran.

Paid Content – Rettung oder letzter Sargnagel einer sterbenden Print-Branche?

In der Isarrunde diskutieren Social-Web-Experte Benedikt Köhler (ethority), Antenne Bayern Moderator Michael Prätorius und Journalist Anatol Locker ebenso beschwingt wie fundiert über das Thema Verlage und Paid Content. Aufgenommen in einem Münchner Café. Eine sehenswertes Video! (die laute Espressomaschine im Hintergund stört zwischendurch).

Das Ende der Netzeitung ist hausgemacht

Thomas Gigold wundert sich nicht über das Ende der netzeitung: “Insbesondere seit die Web 2.0-/Social Media-Welle durch das Internet rollt offenbar die Netzeitung ihr grundlegendes Fehlverständnis gegenüber ihrer digitalen Heimat. Denn wo Welt kompakt, Zeit Online oder das von der WAZ-Gruppe geleitete derWesten durch Einbeziehungen von Facebook, twitter und Co. versuchen an den Leser zu rücken wirkte die Netzeitung immer eher wie ein Geist der eigenen Idee.”

“Allgemeinplätze und Floskeln”

Von allen kritischen Rezensionen der Münchner Medientage fand ich diesen Gastbeitrag für kress von Jens Nagel-Palomino, Chief Innovation Officer der Agentur VivaKi am überzeugendsten: “Den Online-Gipfel auf den letzten Veranstaltungstag zu legen, kommt einer eklatanten Fehleinschätzung gleich. Ebenso wie die Annahme, “Gipfel” könnten Neues zu Tage fördern. Denn Neues entsteht nicht durch Abspulen bekannter Statements zur eigenen Positionierung.”

Die Geheimnisse der Präsentationen von Steve Jobs

Christoph Dernbach, Chefredakteur von dpa-infocom, enthüllt als Mr. Gadget, warum jede Keynote von Steve Jobs ein Lehrbuchbeispiel für eine mitreißende Vortragstechnik ist. In Wahrheit gründet natürlich der Erfolg einer jeden Jobs-Keynote auf einem ausgeklügelten Sicherheitssystem.