Serie Multimedia-Tutorial RGMP (7): Gute Fotos machen
10. November 2009 | Von Ulrike Langer | Kategorie: Neu, RGMP Multimedia Tutorial
Dies ist die siebte von mir übersetzte Folge von Mindy McAdams’ “Reporter’s Guide to Multimedia Proficiency”. Diese Folge heißt im Original RGMP 7: Learn how to shoot decent photos. Diesmal geht es darum, wie man als Reporter bessere Pressefotos macht. Vorausgesetzt natürlich, man ist nicht ohnehin ein professioneller Fotograf.
Jeder Journalist sollte in der Lage sein, bei Nachrichtenereignissen brauchbare Fotos zu machen. Vielleicht sind Sie der einzige Journalist vor Ort! Natürlich muss man heutzutage immer damit rechnen, dass 100 Leute mit Handykameras ebenfalls fotografieren – aber warum sollte es nicht IHR professionell gemachtes Bild sein, dass die Titelseiten schmückt und über Nachrichtenagenturen in der ganzen Welt verbreitet wird?
Wenn Sie in der Lage sind, gute Szenen im Bild einzufangen können, können Sie Ihre Angebotspalette erweitern.
- Sie können gute Fotos mit Audio ergänzen und Audio Slideshows produzieren. (Das ist momentan in Deutschland noch ein Alleinstellungsmerkmal. Sie können zu den Pionieren gehören.)
- Gute Fotos machen ist auch eine Übung, um gute Videoaufnahmen zu produzieren. Fotografieren lernt sich leichter als Videografieren.
- Sie bekommen einen neuen Blick für Ihre Geschichten. Wenn Sie Ihr Auge schulen, gute Bildszenen zu finden, hilft ihnen das, Apekte einer Geschichte zu berücksichtigen, die Sie sonst vielleicht übersehen hätten.
- Wenn Sie aus eigener Erfahrung wissen, worauf es beim Fotografieren ankommt, sind Sie als Reporter ein besserer Partner für Pressefotografen. Ihr Einblick in seine Arbeit wird Ihre Zusammenarbeit verbessern – und Sie können gemeinsam können eine bessere Geschichte im kompletten Paket abliefern.
Ihre Kamera
Sie brauchen keine große teure Kamera. Die meisten Pressefotografen werden Ihnen in der Tat bestätigen, dass es weniger auf eine teure Ausrüstung ankommt. Der Fotograf macht ein großartiges Bild, nicht die Kamera. Natürlich sind vollkommen verwackelte, unscharfe oder belichtete Bilder wertlos. Aber die meisten gestochen scharfen und gut belichteten Bilder sind ebenso wertlos, weil der Bildaufbau schlecht ist.
Sie werden nicht fotografieren können, wenn Sie Ihre Kamera zuhause lassen. Einer der Vorteile einer Kompaktkamera ist der Umstand, dass sie sie immer dabei haben können. Tun Sie das! Verlassen Sie niemals das Haus ohne Ihre Kamera.
RTFM (read the f…ing manual) Lesen Sie die Gebrauchsanweisung: Ja, die Automatikeinstellung macht nette Aufnahmen. Aber Sie können Ihre Chancen, in jeden Lichtverhältnissen klare und gut belichtete Aufnahmen zu machen, ungemein verbessern, wenn Sie lernen, Ihre Kamera mit den manuellen Einstellungen zu bedienen.Viele Kompaktkameras haben drei verschiedene Einstellungen, die Blende und Belichtungszeit beeinflussen:
- Standard-Konditionen wie “Beach,” “Snow,” and “Night”
- ISO (Lichtempfindlichkeit)— z.B., 100, 200, 400, 800
- Lichtverhältnisse wie Sonne, Wolken, (strahlend, abgeschirmt)
Experimentieren Sie, um sich mit diesen Einstellungen vertraut zu machen. Lesen Sie die Bedienungsanleitung, um zu verstehen, wie man die verschiedenen Einstellungen benutzt. Und dann gehen Sie hinaus und üben. Machen Sie 500 Aufnahmen vom nächsten Fußballturnier Ihres Kindes. Benutzen Sie dabei NICHT den Blitz. Sie werden eine Menge darüber lernen, was Ihre Kamera kann.
Wenn Sie eine neue Kamera kaufen: hier habe ich hier einige geeignete Modelle vorgestellt. Prüfen Sie, ob Ihr Wunschmodell diese Anforderungen erfüllt oder übertrifft:
- 7 Megapixels oder mehr
- Bildstabilisator (essenziell)
- Video mit 640 x 480 Bildpunkten und – sehr wichtig! – 30 fps (frames per second; die Videofunktion muss Audio enthalten)
- 3x Optischer Zoom or besser
- USB 2 Output
Kaufen Sie außerdem eine SD Card mit 2 GB (Gigabyte) Speicher oder mehr.
Was Sie lernen müssen
Das Motiv genau in der Mitte des Bildes platzieren – das macht jeder Amateur. Profi-Fotografen tun das fast nie. Der erste und wichtigstes Schritt, um Ihre Bilder zu verbessern, ist die Kunst der Bildkomposition:
- Introduction
- Simplicity
- Rule of Thirds (Gesetz der Drittelung)
- Lines
- Balance
- Framing (Tiefe erzeugen durch Objekte im Vordergrund)
- Avoiding Mergers (vermeiden, dass der Hintergrund das Motiv stört)
In all diesen Fällen geht es darum, wo Sie stehen, während Sie das Bild machen. Das wird Ihnen jeder Profi-Fotograf erzählen.
Was die echten Könner von den Möchtgern-Fotografen unterscheidet: Profis wissen instinktiv, wo sie sich positionieren und in welchem Moment sie auf den Auflöser drücken müssen. Das ist aber vor allem eine Frage von Übung, Übung und nochmals Übung.
Die Tutorial-Website Digital Photography School gibt Tipps für schwierige Situationen clear tutorials for shooting in specific situations, z.B. “Tips for Better Candid Photography” (Tipps , um unauffällig zu fotografieren) and “How to Photograph in Direct Sunlight.” (Aufnahmen mit direkter Sonneneinstrahlung).
Von guten Beispielen lernen
Wenn Sie sich weiterbilden, um gute Pressefotos machen zu können, wird das sicherlich eine lohnenswerte Investition in Ihre journalistische Karriere sein. Dies sind exzellente Vorbilder, von denen Sie lernen können:
- MSNBC’s The Week in Pictures — zehn neue Fotos jede Woche, ausgewählt von Bildredakteuren mit geschultem Blick.
- Magnum Photos — eine große Vielfalt von Pressefotos, Fotoreportagen und Pressefotografen, frei online zur Ansicht.
- Photojournalism: The Professionals’ Approach, 5. Ausgabe von Ken Kobré (2004). Es gibt inzwischen eine neuere Auflage, aber in der 5. Auflage sind ebenfalls fantastische Beispiele und Anleitungen. Gebrauchte Exemplare gibt es bei Amazon.
Zusätzliche deutsche Quellen:
Üben, üben, üben
In einer späteren Folge dieser Serie wird es um Video gehen, aber um gute Videoaufnahmen zu machen, hilft es sehr, wenn man vorher das Auge mit Fotografieren schult und die wesentlichen Grundtechniken beherrscht.
Machen Sie viele Fotos von allen Szenen, die Sie lohnenswert finden. Da Sie das echte Leben und keine gestellten Motive abbilden, werden sich Ihre Motive bewegen und verändern. Der Trick ist, ERHEBLICH mehr Aufnahmen von einer Szene zu machen als Sie es von Ihren Urlaubsbildern gewohnt sind. Bewegen Sie sich nach links und rechts, nach oben und unten. Stehen Sie auf einem Stuhl. Legen Sie sich auf den Fußboden. Fotografieren Sie aus mittlerer Entfernung, aus der Nähe und aus extremer Nähe. Fotografieren Sie Details extra. (Details sind wunderbar für Audio-Slideshows).
Wenn Sie zehn bis 20 Aufnahmen von einer einzigen Person, einer Handlung, einem Hund oder einem Fahrrad mitbringen, sind die Chancen, dass EINE Aufnahme davon gut ist, nicht schlecht. Außerdem: Je länger Sie irgendwo stehen und fotografieren, desto mehr werden die Leute Sie ignorieren und sich natürlich verhalten. Das ist Ihr Moment: Halten Sie drauf!




