Reporterstipendium: Mit Arthur-F.-Burns in die USA
13. November 2009 | Von Ulrike Langer | Kategorie: Journalismus, Neu
Bis zum 1. Februar 2010 können sich junge Journalisten für ein mit 4000 Euro dotiertes Arthur-F.-Burns Arbeitsstipendium der IJP (Inititative Journalisten Programme) bewerben. (Hier die Auschreibung als pdf) Das Programm lohnt sich: Eine Woche hochkarätige Einführung in Washington D.C., anschließend 2 bis 3 Monate bei einem US-Medium nach eigener Wahl. Einblicke in eine anders tickende Medienwelt und, wahrscheinlich bleibende persönliche Kontakte in die amerikanische Medienszene und Zugehörigkeit zu einem ständig wachsenden Alumni-Netzwerk. Das Höchstalter für Bewerber ist 37 Jahre.
Ich war 1994 drei Monate lang als Arthur-F.-Burns Fellow bei der Tageszeitung The Oregonian in Portland/Oregon und betrachte diese Zeit beruflich und persönlich noch immer als eine der besten meines Lebens. Ob ich heute allerdings noch mal zum Oregonian gehen würde? Eher nicht. Die Zeitung hat ihre Blütezeit der späten 90er Jahre längst hinter sich und legt sich seit geraumer Zeit mit mehreren Buy-Out-Runden einen rigiden Sparkurs auf. Vor wenigen Tagen erst ist ein Ultimatum abgelaufen, jetzt gibt es Entlassungen, weil sich nicht genügend Kollegen für einen freiwilligen Abgang gemeldet haben. Viele Redakteure, die ich noch von früher kenne, haben sich allerdings längst abfinden lassen. Falls die Zeitung überhaupt noch einen Gastreporter aus Deutschland aufnehmen würde – wer hätte bei den immens verdichteten Arbeitsabläufen überhaupt noch Zeit, sich um den Gast zu kümmern? (Das war auch 1994 eher nicht der Fall, hatte aber einen spannenden Grund, über den ich damals für das mediummagazin und Die Zeit berichtete: Vor 15 Jahren strukturierte sich der Oregonian gerade um und schuf eines der weltweit ersten Newsroom-Modelle).
Heute würde ich mich eher um einem Stipendium bei einem Online-Medium bewerben. Das geht natürlich längst, obwohl es in der Ausschreibung immer noch heißt: “Medienzweig Zeitung, Hörfunk, TV, Zeitschrift”. Sogar um eine Reportertätigkeit bei einem der alternativen und teilweise spendenfinanzierten Journalismusprojekte wie ProPublica, Spot.Us oder Everyblock kann man sich bemühen. Vorausgesetzt, man kann begründen, warum man ein experimentelles Projekt einem klassischen Medium vorzieht. Und vorausgesetzt natürlich, man besteht das Auswahlverfahren und das Wunschprojekt hat Verwendung für einen Journalisten oder eine Journalistin aus Deutschland. Aber da dem Gastmedium keine Kosten entstehen, kann man es ja zumindest mal versuchen.








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