Serie Multimedia-Tutorial RGMP (8): Fotos bearbeiten und optimieren

journalism-wordleDies ist die achte von mir übersetzte Folge von Mindy McAdams’ “Reporter’s Guide to Multimedia Proficiency”. Diese Folge heißt im Original RGMP 8: Learn how to crop, tone and optimize photos.

Diesmal geht es um grundlegende Bildbearbeitungstechniken. Die sind für Print und Online unterschiedlich.

Vorweg: Photoshop ist DER Industriestandard für Bildbearbeitung. Wenn Sie noch in der Journalistenausbildung sind, sollten Sie unbedingt Photoshop lernen. Sie müssen es nicht besitzen (selbst mit Ermäßigung für Studenten und Lehrer ist es richtig teuer), aber dann sollten Sie einen Kurs belegen, wo sie es lernen können. Die gute Nachricht ist: Sie müssen NICHT  die ganzen Abermillionen Funktionen von Photoshop lernen. Pressefotografen und Bildredakteure kennen sich weitaus besser mit Photoshop aus, als es Journalisten je tun werden – weil es es ihre Haupt-Software ist.

Grundlegende Bildbearbeitungsfunktionen kann man auch mit anderen Programmen ausführen, z.B. mit Picasa von Google ( deutsche Information hier), das es für Windows, Mac, and Linux gibt. Eine andere gute Option is Gimpshop, das Photoshop sehr ähnlich und kostenlos ist. Es läuft ebenfalls unter Windows, Mac, and Linux.

Was Sie können sollten

(1) Fotos beschneiden: Den guten Teil des Fotos herausschneiden und den Rest löschen. In den meisten Bildbearbeitungprogrammen gibt es dafür ein Tool, mit dem man ein Rechteck innerhalb des Fotos ziehen kann. Dann wird per Doppelklick der äußere Teil eliminiert. Profis beschneiden längst nicht jedes Bild – bei ihnen ist meistens schon das Originalfoto genau der Bildausschnitt, den sie haben wollen.

Hier ist ein gutes  Tutorial über Bildbeschneidung mit Photoshop (engl.)

(2) Farbanpassung: Manchmal wirkt das Motiv zu grün, zu rot, zu hell oder zu dunkel. Zwar sollen wir als Journalisten die Wirklichkeit abbilden, aber wir wissen ja, dass die Farben in Wirklichkeit anders waren. Sie sind durch die Aufnahme verfälscht worden. Bei den meisten Bildbearbeitungsprogrammen kann man Farbgebung und Helligkeit nachträglich korrigieren. Ein Tool mit feinerer Justierung ist “levels” bei Photoshop.

Hier ist ein Tutorial zur Farbanpassung (engl.) Es ist ziemlich detaillieri, hilft aber, die Einstellung “levels” in Photoshop zu benutzen.

Dieses (engl.) Tutorial erklärt die Tools dodge and burn, (Aufhellen und Abdunkeln) – eine weitere Technik, um Bilder zu bearbeiten. Bei Pressefotos dürfen diese Mittel nur mit großer Vorsicht eingesetzt werden, um das Originalbild nicht zu verfälschen.

(3) Größenanpassung: Ein Foto aus einer 7-Megapixel Kamera hat vielleicht die Maße 15 mal 12 Zentimeter. Aber die Größenangabe bedeutet für Online gar nichts. Was Sie wissen müssen, sind die Maßangaben in Pixeln. Die Zahl der Pixel legt fest, ob ein Bild gut auf eine Webseite passt. Im allgemeinen ist eine Breite von 1000 Pixeln das Maximum – wenn man von der Bildschirmgröße und -auflösung der meisten Webuser ausgeht. Bevor Sie die Zahl der Pixel verkleinern, müssen Sie die Auflösung verringern. Eine Printauflösung beträgt meistens 180, 300, oder 600 dpi. Die Auflösung für den Bildschirm ist 72 dpi (dot/pixel per inch).

Nachdem Sie die korrekte Auflösung ausgewählt haben (72 Pixel/inch), ändern Sie die Breite (bei querformatigen Bildern) oder Höhe (bei hochformatigen Bildern). Maximale Breite: 1000 Pixel. Maximale Höhe: 550 Pixel.

Hier ist ein gutes Tutorial zum Thema  Größenanpassung mit Photoshop (engl.).

(4) Schärfe verbessern: Nachdem Sie die Größe eines Fotos angepasst haben, bemerken Sie vielleicht, dass die Konturen etwas unschärfer geworden sind. Die meisten Bildbearbeitungsprogramme haben einen Filter oder eine Dialogbox, mit der Sie die Schärfe nachträglich wieder korrigieren können. Eine Fehlbenutzung kann leicht dazu führen, dass das Foto unnatürlich aussieht. Aber richtig benutzt, kann diese Funktion die Qualität des Bildes sehr verbessern.

Hier ist ein gutes Tutorial zum Thema Bildschärfe verbessern mit Photoshop (engl.) (Beachten Sie auch die beiden anderen Photoshop-Funktionen “Unsharp Mask” und “Smart Sharpen”.)

(5) Im optimimierten Format sichern: Das Dateiformat für Webfotos ist  JPG (Dateiendung .jpg). Aber es reicht nicht, eine Bilddatei als JPG zu speichern. JPG-Dateien können in maximaler, hoher oder mittlerer Qualität gespeichert werden. Je höher die Qualität, desto größer die Datei. Der normale Webnutzer merkt in der Regel nichts von den Qualitätseinbußen bei der Einstellung “mittel”, aber die Einsparungen an Speicherplatz und Ladezeit können erheblich sein.

Normalerweise (aber nicht immer) wählt man die Photoshop-Option “für das Internet sichern”. (Die Ausnahme ist, wenn man auch die Datei-Informationen zu Bildunterschrift, Urheber und Copyright erhalten will, die in die Datei eingebettet sind. Diese Funktion findet sich bei Photoshop im Menü “Datei”.) Die Option “Für das Internet sichern” speichert nur die reine Bilddatei ab. Das reicht auch meistens.

Wenn sie Ihre Fotos in einem Slideshow Programm nutzen wollen, z.B. Soundslides, müssen Sie die zusätzlichen Textinformationen behalten. Allerdings werden Ihre Bilddateien dann bis zu dreimal so groß – z.B. 120 KB statt 40 KB (bei gleicher Pixelgröße). Bei einer Webseite mit beispielsweise 20 Vorschaubildern kann das unnötig lange Wartezeiten verursachen.

Hier sind Infos von Adobe zu  “Für das Internet sichern” mit Photoshop (engl.)

Picasa

Picasa bietet nur einfache Tools zur Bildbearbeitung an, aber die reichen meistens und sind sehr simpel in der Anwendung. Außerdem bietet Picasa Ihnen ein System zur Abspeicherung Ihrer Bilddateien UND VIDEOS an, bei dem Sie die Original-Dateinamen und -orte nicht ändern müssen. Ich (Mindy McAdams) habe über 3000 Fotos auf meinem Macbook und Picasa kann sie alle innerhalb von 15 Minuten katalogisieren.

Sie können Picasa von dieser Website herunterladen. Es gibt ein gutes Einführungsvideo für Windows User (5:02) und eins  für Mac User (2:29). Das Mac Video erläutert, was Picasa besser macht als als iPhoto.

Fotos verwalten

Stellen Sie auf jeden Fall sicher, dass Sie niemals Ihre Originaldatei bearbeiten. Eine für das Web bearbeitete Datei hat eine geringere Auflösung und der Qualitätsverlust lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Was weg ist, ist weg.Sie können dieses Foto dann später für Print nicht mehr gebrauchen. Speichern Sie deshalb eine zu bearbeitende Datei vorher als Kopie unter einem neuen Namen ab (“Sichern unter”), damit das Original erhalten bleibt. (Picasa hat einen “Export” Button, damit kann man die Größe des Bildes verändern. Die Kopie wird dann in einem eigenen Ordner abgespeichert und Ihr Original bleibt erhalten.)

Außerdem sollten Sie ein System zur Aufbewahrung Ihrer Fotos auf Ihrer Festplatte anlegen. Selbst wenn Sie Picasa benutzen, ist das ein guter Tipp, falls Sie Monate später nochmal auf Ihre Bilder zurückgreifen wollen. Je spezifischer die Ordner-Bezeichnungen, desto besser. Dann können Sie auf Namen der einzelnen Fotos in den Ordnern verzichten.

Und zu guter Letzt: Löschen Sie Fotos – aber mit Bedacht. Profi-Fotografen löschen den größten Teil ihrer Bilder schon auf der Kamera, bevor sie den Rest auf ihren Computer laden. Das wird bei Ihnen nicht nötig sein, wenn Sie nicht jeden Tag hunderte von Bildern aufnehmen. Aber die absoluten Loser-Aufnahmen sollten Sie regelmäßig vernichten.

Zusätzliche Links zu deutschen Tutorials:

PhotoshopTutorials.de – Das deutsche Photoshop Hilfecenter

Photoshop Tutorials FXencore