Syndication Weekend

22. November 2009 | Von Ulrike Langer | Kategorie: Zeitungszukunft


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Die Notwendigkeit von Sparmaßnahmen beim Kölner Verlag M. Dumont Schauberg ist wohl größer als vermutet. Allein mit Abfindungsangeboten an die Mitarbeiter wird die Krise nicht abzuwenden sein. In dieser schwierigen Situation ist es natürlich zu begrüßen, wenn Verleger Alfred Neven DuMont selbst mit gutem Beispiel vorangeht und zeigt, wo weiter gespart werden kann. Zum Beispiel mit seinem Interview mit dem Bensberger Spitzenkoch Joachim Wissler, das in gleich vier DuMont-Titeln in nahezu identischer doppelseitiger Aufmachung erschienen ist: Im Kölner Stadt-Anzeiger, in der Berliner Zeitung, in der Mitteldeutschen Zeitung und in der Frankfurter Rundschau. Im Tabloidformat der FR nimmt das Interview sogar drei ganze Seiten ein. Syndication in Formvollendung.

Da Alfred Neven DuMont gerne und häufig selbst schreibt, und das schon seit Jahrzehnten (wenn auch selten so raumgreifend), weiß man beim Stammblatt Kölner Stadt-Anzeiger natürlich auch, wie mit einem Verlegerwerk redaktionell und gestalterisch angemessen umzugehen ist. In dem man zum Beispiel – sozusagen in Umkehrung des medialen Scheinwerferlichts – nicht etwa eine besonders interessante Antwort, sondern eine Frage des Interviewers mit Zitat und Bild optisch hervorhebt:

KSTA2-IntIch habe beobachtet, dass es auch Köche nicht ewig am Herd aushalten. Es gibt ja Beispiele von Köchen, die Mitte 50 sind, auf die 60 zugehen, dann den ersten Stern verlieren, aber trotzdem wacker weitermachen. Ist das so anstrengend? Kann man diese Spitzenleistungen jenseits der 50, 60 Jahre nur noch schwer stemmen?

Auch der FR muss man drei Jahre nach der Übernahme durch DuMont zugestehen, dass die Findung einer formidablen Titel-Unterzeile bei diesem Text aus der Kölner Chefetage schon gut gelungen ist: “Der Verleger und der Sterne-Koch – ein Gipfeltreffen”.

Allerdings müssen die Kollegen beim DuMont-Neuzugang Berliner Zeitung noch üben. Dort ist man zumindest online ein wenig lieblos mit dem Werk umgangen, was sich sowohl beim Einstieg bemerkbar macht…

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…als auch beim Ausstieg…

ausstieg…denn mit dieser Frage ohne eine Antwort bricht das Interview unvermittelt ab.

Dafür wissen langjährige Leser des Kölner Stadt-Anzeiger, was nun unweigerlich folgen wird: Viele, viele Leserbriefe mit Lob und Dank und Anerkennung für das schöne Interview, in dem man ja auch so viel von der Persönlichkeit des Verlegers erfährt.

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