Ibrahim Evsan über den “Fixierungscode” und das digitale Leben

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Der Kölner Web-Unternehmer Ibrahim “Ibo” Evsan (34) ist ein umtriebiger Mann. Gründer der Videoplattform Sevenload (aus deren Vorstand er sich inzwischen zurückgezogen hat), Blogger, Webevangelist, NRW-Medienbeauftragter und Gründer des brandneuen Unternehmens United Prototyp gemeinsam mit Ex-Sevenload-Partner Thomas Bachem. Geschäftszweck: Den Social Gaming Markt aufmischen. (Dieses Blog evsan-Ausschnitt begleitet die Firmengründung.) Zwischendurch hat Evsan auch mal eben in drei Tagen einen personalisierbaren Nachrichtenaggregator programmiert und gestartet (In seinem Blogeintrag “3 Days to Market” beschreibt er das Projekt).  Außerdem hat er sein erstes Buch geschrieben: “Der Fixierungscode”. Es ist seit heute auf dem Markt.

Ich habe Ibo in seiner Wohnung in Köln-Ehrenfeld besucht und ihn zu seinem Buch und seinem digitalen Leben interviewt. Natürlich kommt darin auch “Payback”, die Neuerscheinung des FAZ-Herausgebers Frank Schirrmacher zur Sprache. “Hast Du’s gelesen?”, frage ich Ibo, bevor die Flip-Kamera läuft – woraufhin er aufsteht und mir sein Exemplar zeigt. Er hat “Payback” nicht bloß gelesen, sondern geradezu seziert, soviele kritische Randbemerkungen zieren das Buch. Evsan und Schirrmacher mögen zwar sich an dem gleichen Thema abgearbeitet haben – die digitale Durchdringung unserer Gesellschaft und unseres Alltags – aber sie nehmen grundverschiedene Haltungen ein.

Für knapp elf Minuten Interview mit Ibrahim Evsan bitte auf das Video klicken:

Ibrahim Evsan über den “Fixierungscode” und das digitale Leben from Ulrike Langer on Vimeo.

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  2. Wieder was gelernt. Weil er Gründer von sevenload ist, hatte ich Ibrahim Evsan immer für so einen normalen Unternehmer gehalten, aber er ist deutlich symphatischer in diesem Interview. Insgesamt finde ich es etwas kurz, ich hätte gerne noch länger zugehört, zumal es ein guter Ausgleich zu dem Sascha Lobo-Interview war, dass ich zuvor bei Philip Banse angeschaut hatte ;) Der hat auch von einem neuen Buch da erzählt. Wie es aussieht scheinen Bücher übers Netz gerade der Hit zu sein.

    Angesichts des “Versuchs” mit dem Nachrichtenaggregator in 3 Tagen oder dem im Interview erwähnten Selbstversuch 3 Monate World of Warcraft zu spielen und jetzt dem Buch, scheint mir Evsan obwohl er Kölner und nicht Berliner ist, eindeutig zur Digitalen Boheme zu gehören ;)

  3. Tolle Atmospähre, tolles Licht. Gutes Interview. Ibo ist ja richtig sympathisch.
    Werde mir das Buch bestellen müssen. In vielem was er sagt, erkenne ich mich wieder.

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  5. @Thomas
    Das Originalinterview war um die Hälfte länger. Ich habe es bewusst gekürzt, um die besten Passagen mehr zur Geltung zu bringen. Meine Erfahrung ist, dass die meisten Nutzer längere Interviews entweder nicht zu Ende schauen oder gar nicht erst beginnen. 10 bis höchstens 12 Minuten ist so eine pyschologische Schwelle. Ich wollte verhindern, dass viele früh abbrechen, denn Ibo hat auch in der zweiten Hälfte sehr interessante Dinge gesagt. Außerdem habe ich diesmal erstmals mit schriftlich eingeblendeten Fragen experimentiert. Auch das strukturiert und verkürzt das interview.
    @Michaela Na klar! Ibo ist ein sehr netter und blitzgescheiter Mensch. Und ein echter Autodidakt.

  6. Ich fand Ibo im Interview auch sehr sympathisch und auch die Länge des Videos genau richtig. Für seinen Mut zur Veränderung / neuen Projekten hat er meine Bewunderung. Auch die Selbstversuche empfinde ich als spannenden Ansatz. Wer macht das heutzutage von denjenigen, die sonst in der Branche arbeiten oder aber darüber zu urteilen wagen?

    Das Buch “Der Fixierungscode” werde ich mir aber sehr wahrscheinlich doch nicht kaufen, obwohl ich es schon im Amazon Warenkorb drin hatte. Nicht dass ich der Argumentation gegenüber den Internet-Ausdrucken /-Verweigerern nicht abgeneigt wäre, aber ich vermute dass man als “Power-user” dabei Dinge erfährt, die eh schon bekannt und gelebt werden – und die eigentliche Zielgruppe des Buches die uninformierten Massen sind, die das Thema Internet in seiner Komplexittät und Dominanz noch gar nicht so auf dem Schirm haben. Als Gegenstück zu Schirrmachers Paypack, und Begleitbuch zu Lobos Gegenrede dieser Tage im SPON ist es sicherlich ein sehr empfehlenswertes Buch.

  7. @Ulrike:

    Ich hab mir schon gedacht, welche Gründe es dafür gibt, dass Interview in genau der Länge zu präsentieren ;) Wenn man möglichst viele Leute dazu bringen will, es sich anzuschauen, dann sind diese “psychologischen Schwellen” sicher wichtig. Zumal die die es zu kurz finden, wie ich, von der Kürze nicht abgehalten werden.

    “Außerdem habe ich diesmal erstmals mit schriftlich eingeblendeten Fragen experimentiert.”

    Sieht gut aus und macht das Interview irgendwie temporeicher, aber man muss sie halt auch lesen (wollen). Ich glaub bei mindestens einer hatte ich gar nicht so schnell gelesen, da war sie schon wieder weg.

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