Saufprobleme im Westen
13. Februar 2010 | Von Ulrike Langer | Kategorie: Journalismus, NeuEigentlich sieht der seriöse Herr mit Brille ja nicht so aus, als ob er Saufprobleme hätte. Und wenn ich schon gefragt werde: Die Position des Pfeils in der Karte ist o.k. Ob es sich bei diesem “Beitrag” im Online-Portal von Der Westen um Kunst handelt, würde ich genauso gerne wissen wie Vera. Aber die wartet ja auch schon seit neun Stunden vergeblich auf Antwort.
Immer mehr Verlage streichen Arbeitsplätze, immer weniger Redakteure müssen mehr Seiten füllen. Wie kann der Lokaljournalist da noch für die Wurzeln der lebendigen Demokratie sorgen?
Hombach: Qualität ist nicht gleich Quantität. Ich wundere mich über Aussagen, dass nur viele Menschen gemeinsam journalistisch hochwertig arbeiten können. Dabei sehe ich den Beruf des Journalisten als einen sehr kreativen Beruf an, etwa wie ein Opernsänger oder ein Maler. Wird die Oper besser, nur weil fünf Geiger mehr auf der Bühne sitzen? Wird das Bild des Malers besser, wenn zwei weitere mitmischen? Ich denke nicht. Tolles Schreiben ist das, womit der Journalismus punktet. Und durch Recherche, Themen und Präsenz.
Auszug aus einem Interview mit Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe, erschienen in Der Westen am 27.01.12010.
Nachtrag vom 14.2., 13:30 Uhr: Habe die Redaktion vor einer Stunde per Twitter öffentlich auf ihr Problem aufmerksam gemacht. Es war offenbar technisch bedingt, was niemand gemerkt hatte – inzwischen ist es gelöst. Was lernen wir daraus? Die Redaktion liest zwar – zumindest an Karneval – nicht unbedingt die Kommentare unter ihren Beiträgen, reagiert aber sofort, wenn @DerWesten in einer Twittermeldung auftaucht. Twitter wird für Journalisten immer wichtiger…









