Linktipps zum Wochenstart (50)

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Top-Tipp:

„Das Finanzierungsmodell für Journalismus ist kollabiert“

Robert Rosenthal, Leiter des Center for Investigative Reporting, beschreibt im Interview mit Leif Kramp und Stephan Weichert (Focus Online), warum Spendenfinanzierung den Qualitätsjournalismus retten könnte. Auch wenn sich Rosenthals US-Perspektive nur bedingt auf deutsche Verhältnisse übertragen lässt, ist das Interview sehr interessant.

Weitere Tipps:

Was kauft man, wenn man ein E-Book kauft?

Wie weit gehen die Verbraucherrechte an einem E-Book? Darf man es kopieren, verleihen, weiterverkaufen? Ist alles erlaubt, was technisch geht? Und kann das, was gesetzlich erlaubt ist, nach einem Klick auf den Button „Ich akzeptiere die AGB“ plötzlich verboten sein? Ilja Braun hat bei iRights info einen versierten Servicebeitrag zu digitalen Nutzungsrechten bei E-Books veröffentlicht.

Andreessen’s Advice To Old Media: “Burn The Boats”

Netscape-Gründer Marc Andreessen rät Zeitungsverlagen, sie sollten mit einem harten Schnitt von Druck auf digital umstellen, weil sie sonst immer noch in erster Linie bestrebt seien, ihre Printerlöse zu retten, anstatt sich mit ganzer Kraft auf das digitale Zukunftsgeschäft zu konzentrieren. Die Meinungen in den (sehr guten!)  Kommentaren sind geteilt: ”Burn the ships? Sure, but i wouldn’t burn them all at once. Those ships are still providing revenue in many cases.”

Europa hat in der digitalen Medienwelt den Anschluss verpasst – ein Standpunkt von Stefan Glänzer

Last.fm-Mitgründer Stephan Glänzer erklärt in einem Gastbeitrag, der zunächst in der gedruckten FAZ und dann im Netzökonom-Blog erschien, die Gründe, warum Europa (Deutschland) bei digitalen Entwicklungen weit hinter den USA zurückliegt: Glänzer: “Um in der digitalen Welt Erfolg zu haben, sind fünf Dinge nötig: Gründer, Universitäten, Investoren, große Webfirmen und die Möglichkeit, erfolgreiche Firmen zu verkaufen.”

Leistungsschutzrecht für Mathematiker?

Presseschauer Daniel Schultz sinniert über den Zusammenhang von speziellen Schutzrechten, Kostenloskultur, Kreativität, Creative Commons, den Leistungen von Mathematikern sowie über den Zusammenhang von Journalismus und Verlagen: “Nun muss man bei genauer Betrachtung scharf zwischen Journalismus und Verlagen trennen. Verlage sind in erster Linie Wirtschaftsunternehmen und dadurch den Eigentümern verpflichtet. Demzufolge ist die Boulevardisierung der Medienlandschaft betriebswirtschaftlich nur konsequent.”

Webciety: Wir sind schon länger Echtzeitjournalisten

Marcus Schwarze, Redakteur der Hannoversche Allgemeine Zeitung, kontert auf seinem HAZ-Blog ein ”fein vorbereitetes Foul” von Sascha Lobo, gedruckte Zeitungen seien ja per se die Nachrichten von gestern: “Print sei langsamer als Echtzeitjournalismus? Selbstverständlich ist das so, wenn man es vom Ende her betrachtet. Im Prozessigen des Nachrichtenflusses ist das aber irrelevant. Prozess ist ganz häufig gar nicht das, was die Leser wünschen. Sie wünschen in der Mehrzahl etwas Festgehaltenes, die Orientierung, einfach den Stand der Dinge. Das bedienen wir.”

Nur schreiben, was die Menschen suchen

Über das Geschäftsmodell der Contentfabrik Demand Media wurde im Nachhall von Burdas Digitalkonferenz DLD10 (die Demand Media Gründer Shawn Colo mit seiner Anwesenheit bereicherte) schon einiges geschrieben. Dieser Beitrag von Ina Linden bei Stern.de bringt die Zusammenhänge ohne Wertung und so einfach wie in der “Sendung mit der Maus” auf den Punkt.

Auf eine Zigarette mit Bayerns bloggendem Staatsfeind Nr. 1

Thomas Pfeiffer (Web Evangelisten) befragt den Journalisten und Betreiber des Portals Regensburg Digital, Stefan Aigner, zum Konzept der Webzeitung und zum Stand eines Rechtsstreits. Aigner wurde vor zwei Jahren bekannt, als Diehl ihm gerichtlich untersagen ließ, seine Produkte “Streubomben” zu nennen.

Karikatur: Thanks to Geek and Poke

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