Meine Social Media Policy
10. März 2010 | Von Ulrike Langer | Kategorie: Digitales Leben, Neu, Social WebWer in mehreren sozialen Netzwerken intensiv unterwegs ist, wird das Phänomen wahrscheinlich kennen: Jeden Tag hat man Anlass, sich bei vielen Twitter-Nutzern zu bedanken. Oder man bekommt Anfragen von Leuten, von denen man noch nie oder nur flüchtig gehört hat, sich doch bitte bei Facebook oder Foursquare zu vernetzen. Man wird von anderen Bloggern gebeten, einen gegenseitigen Linktausch vorzunehmen oder sich gegenseitig in die Blogroll aufzunehmen. Wie geht man damit um als halbwegs öffentliche Person? So, dass man sich noch in seinen eigenen Nachrichtenströmen und Netzwerken zuhause fühlen kann? Aber auch so, dass es nachvollziehbar ist und möglichst niemanden vor den Kopf stößt? Ich habe das jetzt mal aufgeschrieben. Dies sind meine persönlichen Profile (s. auch Buttons in der rechten Randspalte) und Vernetzungskriterien – sozusagen meine Social Media Policy.
Twitter
Da ich mittlerweile über 800 Nutzern folge, bin ich ziemlich restriktiv geworden, wem ich zurückfolge. Ich schaue mir fast immer die Timeline an und folge in der Regel zurück, wenn:
- ich den Nutzer persönlich kenne und schätze
- aus der Kurzbio und aus der verlinkten Webseite hervorgeht, dass diese Person für mich fachlich relevant ist
- die Tweets für mich interessant und fachlich relevant sind
- die Tweets relevante Links enthalten, die ich nicht schon seit einer Woche kenne
Ich folge in der Regel nicht zurück, wenn:
- das Profilbild fehlt
- kein Klarname auf der Profilseite steht
- kein Link zu einer Webseite führt (kann auch ein Xing-Profil etc. sein)
- zu viel Privates getwittert wird
- das Twitter-Account nur oder überwiegend Marketingzwecken dient
- derjenige weit mehr Nutzern folgt als ihm zurückfolgen
- derjenige mehr als 2000 Nutzern folgt (wie kann er/sie dann ernsthaft an meinen Tweets interessiert sein?)
- derjenige nur sporadisch twittert
- derjenige sich zwar “Social Media Expert” nennt, aber erst seit kurzem twittert und/oder kaum Follower hat
Da ich mich ernsthaft bemühe, meine Timeline möglichst unter 800 Friends zu halten (momentan bin ich wieder drüber), entfollowe ich auch Nutzern wieder. Bitte nicht persönlich nehmen: Das bedeutet nur, dass derjenige auf Dauer doch nicht zu meinem persönlichen Nutzungsverhalten passt.
- Was ich bei Twitter immer und zuverlässig tue: Ich reagiere auf DMs, die wirklich an mich persönlich gerichtet sind (es gibt ja auch die neue Unsitte der Massen-DMs…)
- Ich bemühe mich, Fragen zu beantworten, sofern ich das kann (auch zeitlich).
Was ich künftig bei Twitter nicht mehr tun werde:
- Ich schätze wirklich jeden Retweet, jede Erwähnung und jede Followfriday-Nennung, aber werde mich nur noch in Ausnahmefällen dafür öffentlich bedanken. Ich habe das ohnehin nie konsequent getan, und es geht auch nicht mehr, weil es einfach zuviel wird. So nett diese öffentlichen Danksagungen auch sind – für diejenigen, denen gedankt wird – so langweilig sind sie bestimmt für alle anderen, die meine Timeline mitlesen.
Blogs
Ganz einfach: Ich verlinke nur Texte, die inhaltlich zum Thema passen. In meiner Blogroll stehen nur Blogs, die ich empfehle und die außerdem inhaltlich zu diesem Blog passen. (Das ist nicht unbedingt ein Qualitätsurteil, ich lese regelmäßig noch ca. 200 weitere Blogs zumindest diagonal). Ich mache keine Linktausche und verkaufe auch keine Links.
Xing
Hier gehe ich recht locker mit Kontakten um. Wer sich aus rein beruflichen Gründen mit mir vernetzen möchte, auch wenn wir uns nicht kennen – dies ist die Plattform dafür. Allerdings bin ich seit einiger Zeit kein Premium-Mitglied mehr, kann also über Xing keine Nachrichten schreiben und verlagere den Nachrichtenaustausch immer gleich auf Email.
LinkedIn
Hier gilt das Gleiche wie bei Xing, außer dass ich bei LinkedIn noch nie zahlendes Mitglied war.
Facebook
Etwas schwieriger, weil hierhin alle Kontakte zu migrieren scheinen. Das ist einerseits schön, weil ich Facebook im Gegensatz zu Xing und LinkedIn wirklich aktiv nutze und dort auch nennenswert Zeit verbringe. Andererseits habe ich Facebook früher nur dazu genutzt, um mit meinen internationalen Freunden (echten Freunden, nicht unbedingt aus der Medienszene) in Kontakt zu bleiben. Diese Trennung lässt sich nicht mehr aufrecht erhalten. Ich vernetze mich inzwischen bei Facebook nach ähnlichen Kriterien wie bei Twitter, allerdings restriktiver. Meine beruflichen Facebook-Freunde sind nur Leute, die ich persönlich kenne – wir haben uns schon mal auf einem Kongress längere Zeit unterhalten, wir pflegen einen intensiven Austausch per Twitter, wir haben ohnehin beruflich miteinander zu tun, etc. Wen ich nicht kenne: über neue Fans meiner Facebook-Seite (s. rechte Randspalte) freue ich mich natürlich immer…
Foursquare
Damit experimentiere ich noch. Interessiert bin ich vor allem an Kontakten in Köln, aus meinem engeren beruflich-privaten Netzwerk und in Städten, in denen ich häufiger bin: Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Frankfurt, München. Bisher nutze ich es noch kaum, aber das soll sich ändern. Hier der Link.
Posterous
Das nutze ich weniger als anfangs gedacht. Es gibt halt doch eher wenig Themen, die zu lang sind für einen Tweet, aber auch keinen eigenen Blogbeitrag rechtfertigen. Dennoch soll ein Hinweis auf Ulrike’s Posterous nicht fehlen.
Ich will ehrlich sein: Bei Friendfeed läuft mein Twitterfeed ein, das bringt auch ein bisschen Traffic auf diese Seite. Ab und zu klicke ich dort auch auf eine Nachricht, wenn ich sie zufällig sehe (Friendfeed ist ein Widget auf meiner iGoogle-Startseite und dort werden immer die drei neuesten Nachrichten angezeigt) aber darüber hinaus erschließt sich mir der Zusatznutzen von Friendfeed gegenüber Twitter und Facebook nicht wirklich.
Vimeo
Dort habe ich inzwischen einen Kanal und stelle vor allem Interviews mit Medienmachern und Medieninnovatoren ein (nichts Privates!). Wer vor allem an diesen Interviews interessiert ist: hier entlang.
Slideshare
Dort stehen meine Präsentationen (dummerweiser auf zwei verschiedenen Profilen hier und hier, ich muss noch herausfinden, wie man die Profile evtl. zusammenlegen kann).
Titelbild: Webdesignledger
Icons: Paul Robert Lloyd
Was ist Ihre / Eure Meinung? Wer hat sich auch Gedanken gemacht über eine Social Media Policy?







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