Linktipps zum Wochenstart: Publizieren ohne Orchester

Musiker

Viel stärker mit den Lesern kommunizieren

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der die einzige Möglichkeit, zu musizieren, darin besteht, sich einem Orchester anzuschließen. Das war Journalismus vor zehn Jahren“, zitiert der Standard (in einer APA Agenturmeldung) den Zeit Online Chefredakteur Wolfgang Blau, in einem Bericht  von der internationalen Fachkonferenz “Journalism 2020“. Auch Guardian Chef Alan Rusbridger saß auf dem Podium. Außer dem Resümmee der Diskussion verlinkt der Standard auch die sehenswerten Videos dazu und sein lesenswertes Interview mit Rusbridger: “Angebot an Leser muss sich radikal verändern”

Warum das Dilemma der Nachrichtenagenturen in die Zukunft der Medien weist

Björn Sievers analysiert die prekäre Position von Nachrichtenagenturen zwischen zahlenden (Print-)Kunden und Aggregatoren: “Das ganze System funktioniert so lange wie Zeitungen noch funktionieren (und die Onlineportale von den meisten lokalen und regionalen Medien eher Feigenblätter als erst gemeinte Versuche mit Onlinejournalismus sind).”

Google führt Echtzeitsuche in Deutschland ein

Am 19. März hat Google die Echtzeitsuche in seinem deutschsprachigen Dienst gestartet. Im englischsprachigen Google können Nutzer schon länger Status-Updates von Twitter, Facebook, Friendfeed und anderen Echtzeitnetzwerken optional in den Suchergebnissen anzeigen lassen. Netzökonom Holger Schmidt (Überschriftenlink): “Spannend wird nun sein, ob das Auftauchen in Google neuen Schub für Twitter bedeutet. Auf jeden Fall werden die Tweets damit für ein größeres Publikum sichtbar. Zusammen mit Twitters Plattformdienst @anywhere könnte die Präsenz des Kurznachrichtendienstes im Netz damit kräftig steigen.” Spiegel Online berichtet ebenfalls.

Mehr Werbung wagen: Paid Content wird Online-Medien nicht helfen

Paid Content, Apps und das Leistungsschutzrecht werden es nicht richten“, behauptet Unternehmensberater Matthias Schwenk in einem Beitrag für Carta. Der Unternehmensberater plädiert für “mehr Innovation in Sachen Online-Werbung“. Denn: “Warum auch soll ein Werbekunde für eine wenige Quadratzentimeter große Fläche ähnlich viel bezahlen wie für eine ganz- oder doppelseitige Anzeige in einer Zeitung bzw. Zeitschrift?”

Interview: Nicolas Kayser-Bril, head of datajournalism at Owni.fr

Owni.fr ist ein neues französisches Nachrichtenportal, das sich selbst als “offener Think-Tank” bezeichnet. Das Portal nutzt die ganze Bandbreite computergestützter Berichterstattungsmöglichkeiten:  Audio-Slideshows, Datenbankjournalismus, Widgets, Facebook-Apps und mehr. Ein Interview mit dem Datenbank-Journalismus-Chef bei Online Journalism Blog darüber, was heute möglich ist aber noch selten genutzt wird.

What 15 Journalists Took Home from South by Southwest

15 lesenswerte Fazits, was amerikanische Journalisten und Medienmacher an Erkenntnissen von der Digitalkonferenz SXSW mitgenommen haben. Bei Poynter Online.

How the Backchannel Has Changed the Game for Conference Panelists

Seit es Twitterwalls auf Konferenzen gibt, haben sich die Spielregeln für Redner und Panelisten auf Konferenzen geändert, glaubt Jay Rosen, Journalismusprofessor an der New York University. Gute Redner bekommen unmittelbares Lob aus der Twittersphäre, langweilige Sprecher aber auch den geballten Unmut der Masse zu spüren, noch während sie vortragen. Doch “crowdsourcing” (den Schwarm einbeziehen) kann Redner schon im Vorfeld vor groben Fehlern bewahren. Rosen beschreibt, wie er vor seiner Rede auf der Digitalkonferenz SXSW in Austin die Grobfassung seines Vortrags auf seinem Blog veröffentlichte und Feedback aus dem Rückkanal in die endgültige Fassung einbezog.

Studie: Große Mehrheit der Deutschen ist nicht Teil der digitalen Gesellschaft

Da Sie diese Linktipps hier in einem Blog lesen, gehören Sie wahrscheinlich zu den “Trendnutzern“, den “digitalen Profis” oder zur “digitalen Avantgarde“, aber auf jeden Fall zu einer Minderheit. (Hinter dem Überschriftenlink verbergen sich Meldung und Download-Link zum pdf der Studie „Digitale Gesellschaft in Deutschland – Sechs Nutzertypen im Vergleich“).

Kachingle: A route to revenue through community crowd-funding

Der freie Londoner Journalist Patrick Smith, beschreibt den Finanzierungsbeitrag, den Kachingle und ähnliche Dienste für Blogs und Websites leisten können: “This isn’t a silver bullet or a solution to the very many problems of supporting semi/professional online content. That will take a long list of different revenue sources and practices – Google ads is one answer, self-managed display ad platforms like Addiply are another and direct payments will play a role too. It’s all part of the move from not-for-profit to not-for-loss” Hierzulande befindet sich Kachingle im geschlossenen Betatest mit Carta.

Der elektrische Reporter macht ein Päuschen

Mario Sixtus erläutert, warum die Folge 208 des Elektrischer Reporter über Augmented Reality die vorerst letzte ist: “Nach dreieinhalb Jahren ging mir die Kunstfigur “Elektrischer Reporter”, also dieser Typ, der hölzern verschwurbeltes Fernsehsprech von sich gibt, zunehmend auf den Senkel.” Und: “Für ein winziges Team wie das unsere hieß das: permanenter Ausnahmezustand, Leben im Hamsterrad seit über einem Jahr.” Wer in verschwurbeltem Fernsehsprech (aber ohne überflüssigen Fachjargon) sehen und hören möchte, was angereicherte Realität eigentlich ist, klickt hier.

Vielleicht doch ein Missverständnis. Nachgedanken zum Politcamp 2010.

Das Fazit vom Nikolaus Huss bei Kooptech zum ersten Tag des Berliner PolitCamp: “Politik trifft Web 2.0. Schön, dass wir geredet haben. Und schade, dass wir nichts verstanden haben. Aber das kann ja noch anders werden. Wenn die Selbstreferentialität der Web2.0-Gemeinde endlich mal ein Ende findet.”

The 20 Hot New York City Startups You Need To Watch

Der Business Insider stellt 20 interessante Startups aus der New Yorker Tech-Szene vor. “You won’t see the richest, most established startups here — companies like Associated Content and Gilt have already “graduated” for our purposes. But each of the following 20 companies is doing something which has the people we spoke to excited, wondering if they could be the next big name in tech.”

Gary Vaynerchuk: Erfolg und Social Media Erfolg

Matthias Schwenk rückt den Mythos um den wohl weltbekanntesten Online-Weinhändler aus New Jersey gerade: “Gerne wird er als Beispiel angeführt, wenn es darum geht, den Erfolg von Social Media zu belegen. Leider nimmt man es dabei mit der Wahrheit nicht immer so ganz genau, so dass gerne mal der Eindruck vermittelt wird, Gary sei erst mit seinem Video-Blog (Wine Library TV) so richtig reich und berühmt geworden. Das aber stimmt nicht ganz.”

Foto: circulating / Flickr

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