Linktipps zum Wochenstart: Peter Kruse und das soziale Netz

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Top-Tipp:

Revolution 2.0: Zukunftsforscher Peter Kruse über den Boom von sozialen Netzwerken

Der Zukunftsforscher und Organisationspsychologe Prof. Peter Kruse beweist, dass Informationsbewältigung und persönliche Filterstrategien im Netz keine Frage des Alters sind (Kruse ist 55 und somit fünf Jahre älter als Frank Schirrmacher). “Die ununterbrochen dahinströmende Informationsflut des Real Time Web erzwingt eine radikale Änderung der Strategie der Informationsverarbeitung. […] Es geht nicht mehr darum, jedes Detail in der Lawine vorbei purzelnder einzelner Steinchen wahrzunehmen, sondern darum, die Steinchen schnell und sinnvoll in einen übergeordneten und wenn möglich sinnvollen Zusammenhang einzufügen“. Dies und noch viel mehr Bemerkenswertes sagt Kruse in einem sehr lesenswerten Interview mit Doris Raßhofer bei Horizont.net. (Durchklicken lohnt sich, auch wenn das Interview auf 10 Seiten verteilt wurde).

Nachtrag: Das gleiche Interview steht auch bei Carta, auf EINER lesefreundlichen Seite.

Weitere Tipps:

Bayern müssen die Katze im Dorf lassen

FAZnet rühmt sich “guter Verbindungen ins Online-Geschäft” und probiert anhand des 28. Spieltages der Fußball-Bundesliga als Beta-Tester eine Software zur automatischen Generierung von Sportberichterstattung schon Monate vor dem Start (und fünf Tage vor dem 1. April) aus. Okay, im satirischen Erstlingswerk müssen die Bayern die Katze im Dorf lassen, Bremen ließ sich die Butter nicht vom Boot ziehen, Tosic und Novakovic trugen offene Türen nach Athen, etc. Das ist im Detail ein bisschen zu dick aufgetragen, denn einem solchen Algorithmus wird man das wohldosierte Einstreuen von Stilblüten und Phrasen sicherlich beibringen können. Einer der Kommentatoren hatte jedenfalls nur einen Einwand gegen den Text: “Das heißt die Kirche im Dorf lassen.” Einen guten Hintergrundtext zum gewöhnlichen Sportjournalismus ohne Journalisten (StatSheet) gibt es bei ReadWriteWeb.

For the media biz, iPad 2010 = CDROM 1994

Für Scott Rosenberg zeigt der Hype um das iPad als Verlagsretter bemerkenswerte Parallelen zum CD-ROM-Hype der frühen und mittleren 90er Jahre: “The Web triumphed over CD-ROM for a slew of reasons, not least its openness. But the central lesson of this most central media transition of our era, one whose implications we’re still digesting, is this: People like to interact with one another more than they like to engage with static information. Every step in the Web’s evolution demonstrates that connecting people with other people trumps giving them flashy, showy interfaces to flat data.

FairWarning: A beat-focused model for a nonprofit investigative startup

Nieman Journalism Lab stellt FairWarning vor, eine nicht-kommerzielle investigative Journalismus-Plattform, die anders als Politico (nationale politische Themen), Spot.Us (breites Themenspektrum) oder Voice of San Diego (lokal) eine thematisch fokussierte Watchsite sein will, die Behörden und Unternehmen beim Gesundheitschutz auf die Finger schaut.

New Syllabus: Social Media Theory and Practice

Es sind nicht mehr nur die Top-Institute, die angehende Journalisten in den USA auf einen revolutionär veränderten Berufsalltag vorbereiten. Auszüge aus den Anforderungen des neuen Kurses “Social Media Theory and Practice” an der University of Memphis:

Books: Shirky, Clay. Here Comes Everybody: The Power of Organizing Without Organizations (2008). Briggs, Mark. Journalism Next. (2009) CQ Press.

Objective of Course: This course will combine theory and practice to help you develop your understanding of the many changes rocking the media landscape and build the skills you will need to join the fray. Social media is altering how journalists and public relations professionals do their jobs and how we communicate in a Web 2.0 world.  You will read research and theory by some of the most formative thinkers in our field examining the impact of social and new media and applying these core concepts to your real-world use of digital tools. We will be actively using blogs, RSS feeds, Twitter, widgets, social bookmarking, mapping, and other Web 2.0 tools to produce and curate content and interact with other professionals in our field and reflecting critically on this experience.

Blog: You will be maintaining a blog throughout the semester in which you reflect on critically on readings and your experiences using social media and how they apply to your current or future professional life.

Verhütungsregeln

Der Journalistenverband Freischreiber hat das Faksimile eines Antwortschreibens von Johann Pirthauer, Chefredakteur der Frankenpost, veröffentlicht. Der Inhalt: “Haben Sie Dank für Ihr großzügiges Angebot, auf das wir leider nicht zurückgreifen können. Ich wünsche Ihnen für Ihre berufliche Zukunft alles Gute.” Bei dem “großzügigen Angebot” handelt es sich um den Wunsch zweier freier Mitarbeiter, nach den am 1. Februar in Kraft getretenen neuen Vergütungsregeln honoriert zu werden. Die Frankenpost ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, der die neuen Regeln mit verdi und dem DJV ausgehandelt hat. Die beiden Freien haben sich an Tipp 2 aus dem freienblog des DJV gehalten.

Hilfreiche Facebook-Seiten für Autoren

epublizisten, das Autorenportal der Self-Publishing-Plattform epubli hat eine Fülle von Vernetzungs-Initiativen (Facebook-Seiten und -Gruppen) von und für Autoren zusammengetragen.

FINALLY: The Difference between Nerd, Dork, and Geek Explained by a Venn Diagram

Endlich in einem Schaubild erklärt: Warum man ein Code-Genie nicht “Dork” nennen sollte (es sei denn, das Genie läuft mit fettigen Haaren herum und ernährt sich von kalter Pizza).