quu.fm – Musik als verbindendes Element im sozialen Netz

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Das Webradio quu.fm ist vermutlich die deutsche Audioplattform, die sich am weitesten vom Konzept eines klassischen linearen Radiosenders entfernt hat. Der 24/7 Audio-Webstream hat sich mit Twitter, MySpace, Facebook und andere sozialen Netzwerken komplett verwoben. Auch ich bin auf quu.fm erstmals aufmerksam geworden, weil ich  Einträge mit Links in meinem Facebook-Nachrichtenstrom fand, neugierig wurde und auf die Plattform klickte. Das ist nicht untypisch. “28 Prozent unseres Traffics holen wir direkt bei Facebook ab”, sagt quu.fm Gründer Maik Nöcker (s. Video-Interview, 7:30 Minuten, unten eingebettet).

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Am heutigen Mittwoch wird besonders deutlich, wie Social Web Radio funktioniert. Jeden Abend um 21 Uhr spielt quu.fm in seiner Sendung “Shuffle” 15 Songs,  die Nutzer auf einer Playlist einreichen können. Die Nutzer werden in der Sendung auch kurz portraitiert. Man kann sich um die Teilnahme bewerben, doch quu.fm geht auch selbst auf interessante Persönlichkeiten im Netz zu. So wurde auch der Leipziger Verlagsberater Leander Wattig gefragt, ob er eine Folge gestalten will. Doch der fand es viel spannender, seinen eigenen Schwarm mit einzubeziehen und ließ die Mitglieder der von ihm gestarteten Initiative “Ich mach was mit Büchern” bei Facebook die Playlist gemeinsam per Abstimmung füllen. So werden heute abend 15 Songs gespielt, von denen eine Menge Leute finden, dass sie was mit Büchern zu tun haben. “Der ganze Ansatz von ‘Ich mach was mit Büchern’ ist grenzüberschreitend”, sagt Leander Wattig. “Die Plattform will Leute untereinander vernetzen, die in der Buchbranche arbeiten, aber auch mit anderen Menschen, die einen Bezug zu Büchern haben.” Mit etwas Glück werden heute abend neue Buchinteressenten per quu.fm auf Wattigs Initiative aufmerksam und neue Bücherfreunde auf das Webradio.

Mittlerweile hat quu.fm auch schon deutliche Spuren in der Bloglandschaft hinterlassen:

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…um nur einige Beispiele zu zeigen.

Über weitere Besonderheiten von quu.fm habe ich mit Maik Nöcker beim Hamburger Social Media Forum ein Interview geführt. Nöcker erklärt darin unter anderem:

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  • den Unterschied zwischen der eindimensionalen Studiosituation des linearen Radios und dem dialogorientierten, nicht an einen Studio-Ort gebundenen Konzept von quu.fm auf vielen vernetzten Plattformen
  • warum sich Audio im sozialen Netz an spitz definierte Zielgruppen wenden sollte
  • warum es -  ganz ähnlich wie Michael Praetorius glaubt – für Radio gar nicht so wichtig ist, eine eigene Community zu haben, sondern viel wichtiger, in bestehenden Communities wie Facebook, Twitter, YouTube verankert zu sein.
  • wie sich quu.fm finanziert (derzeit vor allem über eine Kooperation mit dem Elektronikkonzern Philips), Sponsoring und Branded Entertainment soll auch der Vorzug vor klassischer Werbung gegeben werden.

Interview mit quu.fm Chef Maik Nöcker from Ulrike Langer on Vimeo.

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5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Das klingt ganz nach Abschied vom herkömmlichen Radio, dem Mainstream-Gedudel und der eindimensionalen Berieselung.
    Endlich!

  2. Super Qualität und Usability, leider Dudelfunkähnliche Ansagen, Musikteaser und diese ganze nervige Leier. Nein, danke. Nicht für mich.

  3. Pingback: Link-Tipps der letzten Woche | Leander Wattig