Linktipps zum Wochenstart: Projekt Offene Daten zu Parteispenden

Kooptech-Worldle

Top-Tipp:

Banken sind die größten Parteifinanziers

Christiane Schulzki-Haddouti hat gemeinsam mit dem Managementberater Frank Behrend, die vom Bundestag veröffentlichten Daten zu Partei-Großspenden ausgewertet und veröffentlicht sie nun in einer dreiteiligen Serie bei Zeit Online (Teil 1 verlinkt in der Überschrift, hier ist der Link zu Teil 2, Teil 3 ist noch nicht erschienen). Auf ihrem Blog Kooptech erläutert die Autorin das Verfahren. Außerdem:  Zum Thema “Open Data und Open Government” hat Matthias Spielkamp bei immateriblog einige nützliche Links gesammelt.

weitere Tipps:

Mindmap zum Leistungsschutzrecht

Matthias Spielkamp hat seine Mindmap zur re:publica Veranstaltung online gestellt und bittet um gemeinsame Weiterentwicklung der Übersicht.

Alte, jämmerliche, erfolglose Säcke

Die gut verlinkten Präsentationen und Interviews zur re:publica sind wahrscheinlich inzwischen durchgereicht worden. Deshalb möchte ich hier nur noch zwei gute Reaktionen verlinken. Gunnar Geller hat eine treffende Replik zu Markus Jauers dreiseitigem Abgesang auf “Deutsche Blogger” geschrieben (Überschriftenlink): “Alle Gesprächspartner scheinen sehr offen gewesen zu sein und Jauer hat das ausgenutzt und sich nur das rausgepickt, was ins beabsichtigte Bild der ‘Deutschen Blogger’ als alte, jämmerliche, erfolglose Säcke passt.Alexander Gajic nimmt sich Winterbauers Jeff Jarvis Bashing vor: “Erstens schießt die Kritik am Ziel vorbei: Jarvis hätte überhaupt nichts dagegen, wenn die meisten Medienhäuser von heute auf morgen dichtmachen. Seiner Ansicht nach liegt die Zukunft des Journalismus eben nicht in großen Häusern, sondern in kleinen Zellen. Zweitens stört es mich, dass hier wie schon an hundert Orten radikale Ideen einer Neuordnung des Mediensystems damit abgetan werden, man könne damit kein Geld verdienen.” Nachtrag: Auch die glänzende Replik von Thomas Knüwer auf einen Text von Harald Staun in der FAS (und weiteren Zeitungsberichten über die re:publica) ist absolut lesenswert und hat jetzt schon eine Menge interessante Kommentare.

Geld verdienen ist kein Recht, sondern eine Möglichkeit

Maike Laaf hat für die Blogpiloten ein Interview geführt mit Peter Sunde, dem Gründer des Micro-Payment-Systems flattr. Das Grundprinzip von flattr laut Sunde: ”Wir nehmen einfach die Idee des Preisschildes weg. Der Preis ist, was auch immer Du entscheidest, monatlich dafür auszugeben – geteilt durch die Dinge, die Du magst. So bekommen mehr Leute Geld, dass sie sonst niemals zu Gesicht bekommen hätten!”

Spot Us in Seattle

Das spendenfinanzierte Journalismusprojekt Spot Us hat nach San Francisco und Los Angeles sein drittes Büro an der Westküste eröffnet, und zwar in Seattle. Warum Seattle? Das erläutert Spot Us Gründer David Cohn in einem Blogpost: “Aside from being the next major city on the West coast, Seattle is a hub of hyperlocal media experiments and projects. If my hunch is correct these local media projects need as many revenue sources, platforms and tools as possible. There are a ton of organizations and sites we hope to partner with like Investigate West, West Seattle Blog, Seattle Post Globe, Capital Hill Blog, Next Door Media, Seattle PI, CrossCut, Wallywood – and that’s literally off the top of my head.”

“Intensely engaged followers”: Joel Kramer on MinnPost’s focused audience-building strategy

“What we’re trying to do is build a community of intensely engaged followers.” So begründet Joel Kramer, Chefredakteur der Minneapolis Post, warum Leserkommentare mit vollen Namen bei der US-Zeitung neuerdings eine höhere Priorität bekommen als anonyme Kommentare. Die MinnPost ist teils werbe-, teils spendenfinanziert und will weg von einem rein quantitivativen Leser und Seitenaufrufe zählen, hin zu einer Engagement-Währung. Ein Kalkül dahinter: Nutzer, die sich intensiver mit dem Blatt (und dem Online-Auftritt) befassen und sich stärker damit identifizieren, sind auch für Werbekunden wertvoller.

Bad PR Forces Apple to Reconsider Banning Prize-Winning Satirist

Apple sorgt sich offenbar doch ab und zu um sein Image. In der Affäre Mark Fiore (die bissigen politischen Cartoons des US-Zeichner waren Pulitzer Preis-würdig, aber nicht würdig genug für den iPhone App-Store) legt der Konzern offenbar eine Kehrtwende ein. Wired (Link in der Überschrift) zitiert Steve Jobs mit einer seiner typischen lapidaren Emails: “That was a mistake that’s being fixed.” John Batelle befasst sich grundsätzlicher mit der Kommunikationskultur bei Apple: “Despite the gorgeous products and services you’ve created, we worry that you’re headed down a road that may lead to your own demise.  [...] We believe Apple is far too important to continue its role as the Howard Hughes of our industry.”

Was ist Creative Commons?

Marcus Bösch erklärt bei lab, wie das das alternative Urheberrechtssystem Creative Commons (cc) funktioniert und auch, wie es nicht funktioniert: “Creative Commons ist kein Selbstbedienungsladen für gestresste Journalisten. Creative Commons ist eine gemeinnützige Organisation. Die Idee: Das Internet ist ein Medium für den freien Austausch von Inhalten.” Mit einem Erklärvideo, einer Präsentation des cc-Mitgründes Lawrence Lessig und vielen guten Links.

Screenshot: Kooptech (Wordle mit den Namen der Parteien-Großspender)


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