Linktipps zum Wochenstart: Südafrika ohne Disneylandtouch

Die WM – ein Wintermärchen?

Nur noch zwei WM-Spiele bis zum totalen Schland  – da wird es höchste Zeit, nochmal die Aufmerksamkeit auf dieses tolle WM-Blog von Christian Frey und Kai Schächtele zu lenken. Die beiden freien Journalisten bereisen seit einem Monat als Unternehmerjournalisten auf eigene Faust (ohne Auftraggeber) Südafrika. Sie schreiben, fotografieren und filmen und vermitteln ein anderes, farbenfroheres und weniger disneyfiziertes Bild von Südafrika. Meistens von außerhalb der Stadien. Unbedingt anschauen, bevor die WM vorbei ist.

USA: Fotos von ölverschmierten Vögeln sind verboten!

40.000 US-Dollar Strafe droht jetzt Journalisten und Fotografen, die unmittelbar von der Ölkatastrophe im und am Golf von Mexiko berichten wollen. Wer näher als rund 20 Meter ans Geschehen will, braucht nun eine ausdrückliche Erlaubnis. Mehr bei Gulli.

Independence day for newspapers

Jeff Jarvis gratuliert in seiner Buzzmachine den Machern der Zeitungskette Journal Register (18 Tageszeitungen) zu ihrem – wohl aus finanzieller Not geborenen  Schritt, sich von traditionellen Recherche-, Schreib-, und Produktionsmethoden zu trennen und stattdessen Prozessjournalismus zu wagen. Jarvis zitiert den “Vice President Content” (stellvertretenden Chefredakteur?) wie folgt: “The people who are usually last in line were moved to the front of the process. Rather than just being able to read the finished product, the audience – through town hall meetings, social networking sites, direct requests via email and in person and more – was asked to help determine what the editorial staffs should cover.”

The Times vs. Guardian strategies: uber-dumb & smart

Times-Paywall 1: Steve Outing fällt ein vernichtendes Urteil über die neue Paywall bei Rupert Murdochs “Times” (London). Sie kenne nur schwarz, anstatt den Nutzern in Grauschattierungen die Wahl zu lassen: “What times.co.uk has done is ensure that virtually no one will link to its content, and no one can sample its content without at least buying a day pass ($2 or £1) or paying that same amount for a one-month trial subscription (with the price rising after the trial). Since The Times has plenty of strong competitors offering free-model websites, I don’t see this having a snowball’s chance in hell of working.

Announcement: partnering with The Guardian

Times-Paywall 2: Mit Tim Kevan (Baby Barista) hat der erste Blogger, der nicht hinter Rupert Murdoch Times-Paywall versteckt werden wollte, Asyl beim Guardian gefunden: “Well, there I was. One minute I was writing for The Times. Then along came a massive great paywall and having managed to escape in the nick of time, I then found myself headhunted by those kindly souls at Guardian Law. I mean, what luck!”

Verlinken tut weh

Martin Weigert fragt sich bei netzwertig, warum sich immer noch soviele Medien schwer damit tun, Links zu setzen, oder – schlimmer noch – teilweise sogar vorhandene Links aus Agenturtexten (ohnehin eine Seltenheit) wieder entfernen. Mit interessanten Kommentaren.

Was mit Medien – Folge 218

Daniel Fiene hat mich auf dem Medienforum NRW abgefangen und für Was mit Medien zu den wahrscheinlichen Auswirkungen des geplanten Leistungsschutzrechts für Journalisten befragt. Da ich es in der vorigen Woche nicht geschafft habe, selbst einen Beitrag dazu zu schreiben, empfehle ich natürlich wärmstens WMM 218. Weitere Themen: Stimmen von Fernsehmachern auf dem Medienforum, die Zukunft der Tageszeitung, und DuMont Schauberg-Verleger Konstantin Neven DuMont über Paid Content im Lokalen.

Flattr bringt uns 988,50 Euro im Juni

Sebastian Heiser analysiert im taz-Blog, wieviele Leser wofür bei taz.de im letzten Monat per Flattr gespendet haben und erklärt, “dass Leser nicht etwa die aufwändigsten Recherchen am stärksten honorieren, nicht die besten Reportagen und auch nicht die Artikel mit den besten Hintergrundinformationen unserer Fachredakteure. Am stärksten honoriert werden die Texte, in denen es gegen die Lieblingsfeinde unserer Leser geht: Neonazis, der Hochadel, die Bild-Zeitung, die schwarz-gelbe Bundesregierung.

Collaboration instead of the crowd

Nieman Journalism Lab mit einem Video zum Thema Crowdsourcing und Kollaboration von der Future of News and Civic Media Conference am MIT. Mit  Gabriella Coleman, NYU Professorin, die sich mit Kollaboration in der Linux Comunity beschäftigt, Karim Lakhani, Harvard Business School Professor, der Innovationssysteme erforscht, und Moderator Chris Csikszentmihályi, Director des MIT Center for Future Civic Media. “They know the “crowd” can do amazing things, but they also know it’s really, really hard to optimize systems to ensure amazement happens. Give them a listen.”

Digital Journalist Survival Guide: A Glossary of Tech Terms You Should Know

Poynter Online mit einem tollen Glossar der wichtigsten Begriffe im Daten- und Multimediajournalismus von API bis Yahoo! Pipes. Ausdrucken und an die Wand hängen passt hier thematisch gar nicht, deshalb: Bei delicious ablegen, im Wiki verbreiten und vor allem: Lesen.

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