Linktipps zum Wochenstart: On the internet no one knows you’re a newspaper!

Top-Tipp:

No, I’m not ‘against’ people paying for online news

Paywall 1: Steve Outing sieht sich von einer Kommentatorin seines Blogposts über die Times-Paywall gründlich missverstanden und nutzt die Gelegenheit, seine Ausführungen zu präzisieren. Hier ist eins seiner Argumente: “On the Internet, no one knows you’re a newspaper! (Historical reference: that old New Yorker cartoon with two dogs at a computer, “On the Internet, no one knows you’re a dog!”) By that I mean, with a news website, there’s often not much difference between a broadcaster’s news site (say, BBC.co.uk) and a newspaper site (like TheTimes.co.uk). All the major news providers now trade in text, audio, multimedia, and video. I don’t for a second believe that the TV news folks, steeped in models that don’t charge subscription fees, will follow Murdoch into paywall-land, even if the UK newspapers do (again, unlikely). A Murdochian walling off of all newspaper content online would just boost broadcast news entities while sinking the newspapers.” Analog kann man auch für deutsche Verlags-Paywalls versus frei zugängliche ARD/ZDF-Websites argumentieren.

weitere Tipps:

Clay Shirky: ‘Paywall will underperform – the numbers don’t add up’

Paywall 2: Decca Aitkenhead lässt Clay Shirky in einem Portrait im Guardian begründen, warum die Times-Paywall seiner Ansicht nach scheitern wird (nicht weil sie existiert, sondern sie die Times im Netz vollkommen isoliert). Guter Einblick in die Gedankenwelt des Webvisionärs Shirky.

Publishers Need Popcorn, Not Paywalls

Paywall 3: Marktanalyst Nick Thomas von Forrester Research betont in einem Gastbeitrag für Paid Content: “Are paywalls the answer? They may be an answer — but to the wrong question. Instead of asking how much more money they can get for the content, companies should be focusing on how that content can help create new revenue streams. [...] Focusing on the sale of content is missing a trick: Media companies are not actually in the content business; they are in the audience business. Thomas vergleicht Zeitungs- und Zeitschriftenverlage mit Kinos, die heute den traditionellen Verkauf von Eintrittskarten mit 3D-Versionen, Dolby Surround und nicht zuletzt Popcorn ergänzen. Analog rät er Verlagen zu Produkterweitungen – zum Beispiel mit Bucheditionen.

Paywall schützt Urheberrecht gleich doppelt?

Paywall 4: Der Informationsdienst intern.de wirft die Frage auf, ob Paywalls nicht nur die eigenen Inhalte von Zeitungen vor der “Kostenloskultur” schützen, sondern auch unautorisierte Übernahmen aus fremden Webseiten (vulgo: “Contentklau”) vor der Entdeckung bewahren: “Womit sich die Frage stellt, ob denn die Paywall für die Zeitungen vielleicht noch einen weiteren Vorteil bietet: Da aufgrund der Zugangsbeschränkung auch die Gefahr abnimmt, dass automatisierte ‘Copyright Guards’ Zugriff erhalten, fällt das ungenehmigte “Entleihen” wesentlich leichter.

Hyperlokaler Journalismus in Hamburg

Der Journalist Mark Heywinkel wundert sich bei mediatopia, warum die etablierten Hamburger Medien Blogs und hyperlokale Webportale nicht als Verlängerung ihres eigenen Angebots und deren Aggregation nicht als Service für ihre Leser begreifen: “In Hamburg gibt es [...] ein großes Potential für den erfolgreichen Aufbau eines hyperlokalen – oder in Deutschland auch: sublokalen – Journalismus. Die Zeitungen aber nutzen dieses Potential bislang nicht. Das Hamburger Abendblatt gibt nicht einmal Auskunft darüber, welche Blogs aus und für Hamburg berichten – deshalb macht es die Website Hamburg-Web.de der Internetagentur KCS.” An dieser Stelle möchte ich auch generell mediatopia als interessantes neues Blog “für die Medienwelt von morgen” (Eigenbeschreibung) empfehlen.

11+ Ideen für mobile Apps von Tageszeitungen

Thomas Wanhoff hat sich für Kooptech angeschaut, welche Ideen Tageszeitungen in puncto mobile Apps entwickeln, welche sie entwickeln sollten und welche Dienstleister wie AFP oer iSites dabei helfen (wobei er dpa-infocom nicht erwähnt). Er stellt außerdem diese Frage und beantwortet sie gleich selbst: “Müssen Regionalzeitungen denn jeden digitalen Mist mitmachen?

Ja. Weil es Teil des Marktes ist. Wie weit sie mitmachen ist eine andere Frage. Man muss keine iPhone-Redaktion aufbauen, aber man muss sich Gedanken darüber machen, wie man seine Inhalte profitabel distribuiert. Und mobile Geräte sind ein großer Markt. [...] Wichtig ist, bevor man sich mit Kosten und Ideen beschäftigt, wie oben erwähnt, eine Strategie zu entwickeln oder zu schauen, inwieweit das Bestehende in diese Strategie passt.”

How Immersive Journalism, Games Can Increase Engagement

“As a journalist, I’m not satisfied when people just scan my headline and then move on”, klagt Roland LeGrand in einem Gastbeitrag für Mediashift. Er entwickelt Thesen, benennt Herausforderungen und und bringt Beispiele, wie Journalisten Anleihen bei Computerspieleentwicklern nehmen können, um Nutzer stärker  in journalistische Inhalte hineinzuziehen. Solche Konzepte werden neuerdings unter dem Stichwort  “Newsgames” oder “Immersive Journalism” disktutiert, entwickelt und mit Preisgeldern gefördert, siehe z.B.  The Cartoonist.

Online-Gebühren (II): über den Wert von Qualitätsjournalismus

Jens Weinreich macht sich umfassend und wegweisend Gedanken über Unternehmerjournalismus, Journalismusfinanzierung und Mikrospenden.

Mein Hut, der hat drei Cents

Ronnie Grob findet freiwillige Mikrospendensysteme wie Flattr und Kachingle gut, hat aber einen wichtigen Einwand:

“Wer einen Beitrag flattrt, also konkret einen kleineren oder grösseren Betrag überweist, sollte das nicht leichtfertig tun. Wie nun aber die Realität zeigt, geschieht das.

So erhalten Beiträge Zuwendungen …

  • die fremde Inhalte eingebunden haben und dazu selbst kaum etwas hinzugefügt haben
  • die sich relativ substanzlos für oder gegen etwas einsetzen
  • die kaum mehr als einen Link beinhalten
  • die sich gegen gemeinhin verhasste Personen oder Organisationen wenden
  • die die Zukunft von Mikrozahlungen behandeln

Das ist aber ein Problem der Flattr-Nutzer, nicht von Flattr.”

Illustration: mediatopia

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