Linktipps zum Wochenstart: Reguliert die New York Times!

Top-Tipp:

The New York Times Algorithm & Why It Needs Government Regulation

Ein glänzende Satire bei searchengineland (in der Überschrift verlinkt). Sie nimmt die Unsinnigkeit (und interessengeleitete Durchsichtigkeit) des New York Times Anliegens, den Google-Suchalgorithmus unter staatliche Kontrolle zu bringen, aufs Korn, indem sie Google durch die New York Times ersetzt: “The New York Times is the number one newspaper web site. Analysts reckon it ranks first in reach among US opinion leaders. When the New York Times editorial staff tweaks its supersecret algorithm behind what to cover and exactly how to cover a story — as it does hundreds of times a day — it can break a business that is pushed down in coverage or not covered at all.” Auch Business Insider bringt gute Argumente gegen eine staatliche Regulierung. Einer der wichtigsten: Regulators wouldn’t be qualified to evaluate Google’s algorithm. Search is really hard.

weitere Tipps:

Was die Internet-Weltmacht Facebook antreibt

Umfassendes und informatives Facebook-Unternehmensportrait von Matthias Hohensee und Michael Kroker online in der Wirtschaftswoche. Macht Spaß zu lesen.

Content ‘Farms': Killing Journalism — While Making a Killing

The Wrap mit einem guten Überblick zum Thema Contentfarmen à la Demand Media. Dieser Beitrag ist nicht mit Empörung geschrieben, sondern trägt sachlich-distanziert die Ansichten namhafter Experten zusammen, zum Beispiel die von Journalismusprofessor Jay Rosen: “Editorial companies can learn from how Demand Media determines what people are interested in now. […] They can then mix that knowledge with editorial judgment and use the results to help shape decision-making in a hybrid way that may be better than a mere algorithm on the one hand or ‘we know best’ editing on the other.”

Things I’d like to see — a repository of news ingredients

Der Arzt und Bad Science Blogger Ben Goldacre trägt in seinem Posterous-Blog Dinge zusammen, die er im Journalismus gerne ändern würde. Sein Hauptanliegen: Journalisten sollten Quellen und Originaldokumente verlinken, wann immer möglich.

Industrie vs. Wissenschaft: Die “Pepsi-Affäre” bei ScienceBlogs.com

Der deutsche ScienceBlogger Florian Freistetter (Astrodicticum Simplex) kann die Aufregung um ein Blog des Pepsi-Konzerns beim US-Netzwerk ScienceBlog.com nicht nachvollziehen: “Klar, PepsiCo ist ein ‘böser’ Riesenkonzern – aber nicht die amerikanische Gesellschaft für Astrologie oder sonst irgendeine Organisation bei der man sofort davon ausgehen kann, dass Unsinn gebloggt werden wird. Ich denke, dass Wissenschaftler in der Industrie genauso interessante Forschung betreiben können wie die Wissenschaftler an den Universitäten. Und Industrie-Forscher sollten meiner Meinung auch bei ScienceBlogs die Möglichkeit haben, über ihre Forschung zu bloggen. Natürlich nur, solange in den Texten kein wissenschaftlicher PRUnsinn verbreitet wird.” (Beitrag s. Überschriftenlink). Don Alphonso fragt sich, warum angesichts der mickrigen Bezahlung, zu denen die Science Blogger zu bloggen bereit sind, “niemand auf die Idee kommt, Burda einfach in den Wissenschaftssack zu greifen und die besseren Scienceblogger rauszukaufen“. Einen Überblick über die verschiedenen Diskussionsstränge zur Bezahlung wissenschaftlicher Blogbeiträge gibt es bei between drafts.

Kachingle Hopes ‘Social Payments’ Can Help Fund Content

Mark Glaser von Mediashift hat die Gründerin der Social Payment Plattform Kachingle, Cynthia Typaldos,  interviewt (Leider funktionieren zumindest auf meinem Browser die eingebetteten Videoausschnitte nicht, aber vom größten Teil des Interviews gibt es eine Abschrift). Nach dem Interview im hippen Axis Café in San Francisco hat Glaser auch mich zu meinen Ansichten zum Thema Kachingle und Social Payment befragt (ich war dort mit Typaldos verabredet): “So far, there are less than 300 sites that take Kachingle payments, but there’s been a huge uptake in Germany. Ulrike Langer, who runs the German new media blog Medial Digital, told me that she was impressed by the new social payment services. ‘I think it’s a great opportunity for bloggers like me who would never make that much in advertising,’ she told me. […]”

Opendata und Journalismus

Gute Folien von Matthias Spielkamp und Lorenz Matzat zu einem Vortrag, den die beiden Datenjournalismusexperten beim Jahrestreffen des Netzwerk Recherche gehalten haben (bei Slideshare eingestellt).

Journalism Online in Lancaster: Dead on Arrival?

Paywall aus Absurdistan 1: Die Paid Content Initiative Journalism Online, ein Zusammenschluss mehrerer amerikanischer Zeitungen macht jetzt ernst mit ihrer ersten Paywall. Aufgestellt wird die Bezahlmauer ausgerechnet vor den Todesanzeigen bei LancasterOnline in Pennsylvania (das ist die Website des Blattes mit dem umständlichen Namen Intelligencer Journal – Lancaster New Era). Wer mehr als sieben “obituaries” lesen will, soll künftig 1,99$ im Monat oder 19,99$ pro Jahr bezahlen. “Are they serious? Are there really that many people people visiting the Lancaster site to read obits? Really?” Das fragt sich Mark Potts bei Recovering Journalist.

Newspaper Wants You To Pay To Comment

Paywall aus Absurdistan 2: Um beim Sun Chronicle zu kommentieren, muss man sich künftig erst für 99 Cent per Kreditkarte einmalig registrieren. Alle Kommentare erscheinen mit dem Klarnamen auf der Kreditkarte und der Ortsangabe. Die Zeitung will damit die Qualität der Kommentare verbessern. “I can’t see how that’s all that appealing to most people. The newspaper says this is a necessary step,’ but I’m not sure how many people in the community will agree. Instead, they might just go elsewhere”, schreibt Techdirt (Überschriftenlink). Readwriteweb zieht den Vergleich zum Computerspielehersteller Blizzard und meedia schreibt ohne Quellenangabe ab.

The new freelance lexicon: 12 words you need to know

Kleines Kompendium der wichtigsten anglo-amerikanischen Buzzwords zum Medienwandel für freie Journalisten mit einer schönen Mischung aus Ernst und Zynismus (bei Wordcount).

Foto: Mark Knol/Flickr CC 2.0