Web 2.0 trifft Unternehmenskultur 1.0
7. September 2010 | Von Ulrike Langer | Kategorie: Neu, Vorträge und PräsentationenGestern habe ich in Erfurt ein Social Media Seminar beim Jahresworkshop der Journalistenvereinigung der Handwerkspresse gegeben. Dort sind überwiegend die Redakteure der Pressestellen der Handwerkskammer organisiert, aber auch Journalisten, die für kammerunabhängige Fachzeitschriften der Handwerksbranchen arbeiten. Die Folien aus diesem Seminar habe ich bei Slideshare eingestellt und hier eingebettet.
Im Laufe des Seminars wurde deutlich, dass nicht überall der Übergang vom Web 1.0 zum Web 2.0 so selbstverständlich, logisch und unausweichlich ist, wie wir Social Media Apologeten uns das manchmal vorstellen. Ich denke, ich konnte einiges zu Werkzeugen, Technik, Statistiken und lobenswerten Beispielen vermitteln, zur Linkökonomie, zur Offenlegung von Quellen, zur Bedeutung der Entscheidungsautonomie für Mitarbeiter, die sich in Betrieben und Behörden mit Social Media befassen und zur Notwendigkeit einer Social Media Strategie.
Umgekehrt bekam ich einen Einblick in die traditionellen Strukturen von Verbänden, die es den Mitarbeitern ungleich schwerer machen als Freiberuflern, Startups oder allgemein webaffinen Unternehmen, zu twittern und zu bloggen, junge Leute per Facebook und YouTube anzusprechen, auf fremde Webseiten zu verlinken und Inhalte, wenn möglich und sinnvoll, vorab ins Netz zu stellen anstatt den Erscheinungstermin der Verbandszeitschrift in vier Wochen abzuwarten. Mit diesen Geboten der Netzkultur haben ja selbst klassische Medienhäuser Probleme. Respekt vor Arbeitnehmern, die mit Geduld und guten Argumenten versuchen, ihre Vorgesetzten von einer Öffnung in Richtung Social Media zu überzeugen. Und die einfach schon mal inoffiziell Erfahrungen sammeln, falls dabei dicke Bretter zu bohren sind.








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