Linktipps zum Wochenstart: Netzlese zum Freischreiber-Kongress und mehr

Toptipp:

Erste Eindrücke vom Zukunftskongress, aktualisiert

Der erste Zukunftskongress des Journalistenverbandes Freischreiber fand am Samstag in Hamburg statt. Mein Vor-Resümée in weniger als 140 Zeichen: Dieser Kongress hat ganz bestimmt etwas in Gang gesetzt. (Mehr dazu morgen, ich bin vorhin erst aus Hamburg zurückgekommen und muss ja jetzt die Linktipps schreiben…Nachtrag: hier ist mein Resümée.) Die Links zu den ersten anderen Rezensionen sind hier im Vor-Resümmé auf der Freischreiber-Seite verlinkt, dazu gibt es schon einige Fotos und viele Zitate der Teilnehmer (einfach auf die Überschrift klicken). Am Vortag gab bereits der Freischreiber-Vorsitzende Kai Schächtele meedia ein Interview.

weitere Tipps:

How a nonprofit consortium of investigative journalists collaborates across the globe on important stories

Investigativer Journalismus verträgt keine Zusammenarbeit auf Wikis oder Google Docs? Nieman Journalism Lab stellt die Highlights aus einem Berichtsband seiner Schwesterplattform Nieman Reports vor. Mit Link zum Download des eBooks.

Best Practice bei Zeit Online: Recherchefleiß meets Datenvisualisierung

Als Wikileaks die 90.000 Dokumente zu den Afghanistan Warlogs exklusiv der New York Times, dem Guardian und dem Spiegel zur Aufbereitung und Veröffentlichung zur Verfügung stellte, gab der Spiegel vor allem im Vergleich zum Guardian ein eher schwaches Bild ab. Für Bernd Oswald hat Zeit Online nun beim Datenjournalismus Maßstäbe gesetzt mit der eigenen Dokumentation und Veröffentlichung einer interaktiven Karte zu Todesopfern rechter Gewalt.

Social Media Helps Drive Traffic, Engagement at NewsHour

Kate Gardiner beschreibt bei Mediashift wie Twitter, Facebook und Co. die Trafficzahlen und das Nutzerengagement bei den PBS Nachrichten “Newshour” fundamental verändert haben.

Unsere Zeitung ist so mies – Warum nur?

Tja, warum nur? Der Lokaljournalist Volker Thies benennt in seinem Blog dafür unter anderem diesen Grund: “Berichterstattung von Kirmesfesten, Jahreshauptversammlungen, aus Schrebergärten, Kindergärten und Grundschulen, flächendeckende Ankündigungen auch der kleinsten Vereinstermine: Noch vor 20 Jahren gab es so etwas schlicht nicht. […] Eines hat diese Berichtsinflation aber bewirkt: Die Leute bestehen nun darauf und fordern immer mehr. Wenn der Kindergarten den Bäcker besucht, wenn der Verein einen Ausflug macht, wenn die Kürbisse im Garten besonders gut gelungen sind – immer soll die Lokalzeitung berichten. Tut sie es nicht, wird fröhlich mit der Abbestellung gedroht. Nebeneffekt dieser Entwicklung: Auch die intellektuell Anspruchsvollen sind genervt, weil dieser für sie irrelevante Kram die Zeitung verstopft.” Für Thies wäre eine Bürgerplattform statt redaktioneller Vereinsmeierei eine Lösung.

Alles über Augmented Reality fürs digitale Publizieren

Eine schöne Beispielsammlung von Jan Tißler im Upload-Magazin zu den publizistischen Möglichkeiten der angereicherten Realität auf (mobilen) digitalen Endgeräten. Mit einem Ausblick, wozu diverse Anwendungen noch taugen könnten.

Der kleine Unterschied: „Fehlerkultur“ und die Privatsphäre in Deutschland und den USA

Grün Digital analysiert ebenso knapp wie klug, warum sich neulich Jeff Jarvis und Thilo Weichert bei der “Netzpolitischen Soirée” der Grünen Bundestagsfraktion mit wechselseitiger völliger Verständnislosigkeit begegnet sind: “Die Menschen in Deutschland wollen keine Fehler machen, schon gar nicht in der Öffentlichkeit. […] In der Auseinandersetzung um Datenschutz und Privatsphäre darf man diesen Unterschied meiner Meinung nach nicht unterschätzen. Denn solche kulturellen Differenzen sind im Netz weniger offensichtlich, aber auch nicht einfach aufzuheben. Die globalen Menschen sind nun mal doch durch „ihre“ Kultur und „ihren“ gesellschaftlichen Werterahmen geprägt, dies sollte man in der Debatte berücksichtigen.

Ein Buch, eine Idee – und Ihre Hilfe

Christian Jakubetz ist “ganz furchtbar genervt, dass Lektüre für den journalistischen Nachwuchs immer noch weitgehend von älteren Herren im Tonfall des erhobenen Zeigefingers gemacht wird. Und ja, ganz ehrlich (Sie dürfen mich prügeln): Ich bin mir nicht sicher, ob die Herren Schneider und Raue und wie sie alle heißen die Richtigen sind, um das Monopol für Journalisten-Ausbildung im digitalen Zeitalter für sich zu beanspruchen.” Sein Buch über und zur Journalistenausbildung soll anders aussehen und anders entstehen. Und dafür braucht er Hilfe.

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

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  2. Highlight: ‘Unsere Zeitung ist so mies’, danke dafür. Auf die Berichte vom Kongress bin ich sehr gespannt.

  3. Einige Tageszeitungen sind wirklich ein Greuel geworden! Ich freue mich auch auf Infos, da ich nicht zum Kongress konnte!

  4. Pingback: Warum es großartig ist, im Internetzeitalter zu leben « Real Virtuality