Linktipps zum Wochenstart: Wenn Daten aus bunten Kacheln sprechen

Open Data bringt Bundeshaushalt in neue Relationen

Datenjournalismus 1: Christiane Schulzki-Haddouti stellt bei Kooptech ein gelungenes deutsches Open Data Projekt vor: “Die Berliner Firma Tactical Tools hat mit dem offenen Haushalt nun ein deutsches Pendant zu der britischen Website Where does my money go?” auf die Beine gestellt. Die grafische Umsetzung ist anders und einfacher – ist jedoch wesentlich einprägsamer als beim britischen Vorbild. Allein etwa dass die Bundesregierung derartig hohe Summen in die soziale Befriedung der deutschen Gesellschaft investiert, wird erst im direkten Vergleich mit anderen Haushaltsposten deutlich.”

Let the Data Flow

Datenjournalismus 2: Im Zeit Online Talk von DRadio Wissen sprechen der Journalist Matthias Spielkamp, der Managing Director von Uberblic Labs Georgi Kobilarov und der Zeit-Entwicklungsredakteur Sascha Venohr mit Moderator Markus Heidmeier darüber, was sich genau hinter dem Begriff Datenjournalismus verbirgt, welche Ergebnisse Data Driven Journalism (DDJ) bis jetzt hervorgebracht hat und ob sich durch  (DDJ) der Journalismus verändert.

New Journalism Degree to Emphasize Start-Ups

Die New York Times stellt den neuen Studiengang Unternehmerjournalismus an der City University of New York (CUNY) vor. Er wird mit 10 Millionen Dollar unter anderem von der Tow Foundation und der Knight Foundation finanziert und von Jeff Jarvis geleitet, der auch bisher schon an der CUNY Kurse zu unternehmerischem Journalismus gegeben hat. Die neuen Kurse haben begonnen, die ersten Absolventen werden in zwei Jahren erwartet. Mehr dazu bei Buzzmachine. Und wann wird an deutschen Journalistenschulen gezielt darauf vorbereitet, wie man eigene journalistische Startups gründet und finanziert?

‘Liquid Newsroom’ Project Developed with Radical Openness

Kuration 1: Roland Legrad stellt bei Mediashift ein Projekt des deutschen Web- und Marketingexperten  Steffen Konrath vor: Liquid Newsroom. Auf seinem eigenem Blog News 3.0 beschreibt Konrath die kurative Idee hinter dem Liquid Newsroom: “the 1st place people will go to get a quick overview about the explosion of information after news break. It will provide with summarized information linking to the original sources and therefore giving credit to those who were first or those who added something substantial new to help people to gain a clearer picture of something of interest.” Im Interview mit Legrad (Überschriftenlink) ergänzt er: “Even though traditional media will not disappear overnight, they will no longer play such a big role anymore. There is a lot of information and expert opinions on individual media such as blogs. The liquid newsroom could help to gather all that dispersed information.”

NewsTrust: Das Social News Network, dem die Leser vertrauen

Kuration 2: Andre Vatter zu einem neuen soziales Nachrichtennetzwerk: “Bei NewsTrust handelt es sich um ein Social News Network, eine Bewertungsplattform, bei der private Nutzer und professionelle Journalisten ein ganz eigenes Ranking der Nachrichtenlage anstellen: News werden nach journalistischer Qualität bewertet – nicht nach Popularität. Die Fragen, die dabei im Vordergund stehen, sind unter anderem Fairness, Plausibilität, Kontext und vorhandene Thesenbeweise.” Das ist ein anderer Ansatz als bei Digg oder dem deutschen Pendant Yigg, die Beitraäge allein nach Popularität gewichten.

Online vs. Print reloaded

Frank Miener fasst bei Onlinejournalismus.de den Stand der unsäglichen Debatte zusammen, ob Online Print in puncto journalistische Qualität ebenbürtig ist und jemals sein kann und resümmiert: “Was also bleibt, ist eine neue Debatte Online versus Print, Journalismus versus Vertriebswegsdenken und Lobbyarbeit der Verleger, damit sie Leistungsschutzrechte und ähnliche Forderungen durchsetzen können, um die verpassten Geschäftsmodelle im Medium Internet irgendwie aufzuholen.” (s. Überschriftenlink). Ergänzen möchte ich noch einen Hinweis auf den Beitrag von Robin Meyer-Lucht bei Carta, der die “Nationale Initiative Printmedien” für staatlich gefördertes Gattungsmarketing hält, und den großartigen Kommentar #84 eines gewissen Paul auf Stefan Niggemeiers “Falsche Freunde” Blogpost: “Also Stefan, ich hab mir Deinen Beitrag auf 4 Seiten ausgedruckt und zwischen Seite 2 und 3 eine Mercedes-Werbung reingeklebt. Wenn ich mir den Text jetzt durchlese, finde ich ihn wesentlich besser recherchiert, lesbarer und allgemein plausibler. Vielleicht wäre das ein zukünftiges Tätigkeitsfeld für Praktikanten in Kultusministerien?”

Wikipedia geht es gut

Bernhard Schmidt hat für Medien Mittweida ein schönes Video-Interview mit Jimmy Wales geführt und dem Wikipedia-Gründer (der gerne alte Keynotes recycelt) tatsächlich noch Neues entlocken können. Auch die Machart ist interessant: Die vollständige deutsche Übersetzung des Interviews (oder das englische Original) läuft als Text mit, während der O-Ton in Englisch zu hören ist. Aber ist es überhaupt ein Video (das sagt der Trailer) ? Es ist eher eine angereicherte Audiovariante, um aus fremdsprachlichen Interviews das meiste herauszuholen.

Has the Times paywall killed its blogs?

Gordon McMillan von The Wall beobachtet, dass der Murdoch-Zeitung The Times seit dem Errichten der völlig undurchlässigen Bezahlmauer die Blogger abhanden kommen. Sie flüchten, weil ihre Reichweite rapide gesunken sei. Murdochs Strategie sei um so unverständlicher, als seine andere Zeitung von Rang, das Wall Street Journal, mit Bedacht die Paywall erst hinter den Blogs errichtet hat.

Modern Journalists Technology Toolkit To Cover Live Events

Der mobile Journalist Neerva Bhatt erläutert in seinem Rambling Thoughts Blog, was man wirklich braucht, um verlässlich und in ausreichender Qualität live von unterwegs zu berichten.

50 Social Media Stats from #Commentz (Part 2)

Die wichtigsten Fakten und Statistiken rund um Social Media mit Quellenangaben.

Grafik: Offener Haushalt

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