Linktipps zum Wochenstart: Deutsch-britischer Digitalgipfel

Zeit Online Debatte mit Alan Rusbridger

Wer bei dem am 20. Oktober in Berlin aufgezeichneten Zeit Online Talk  “Journalismus der Zukunft: Die Chancen einer neuen Ära” mit Zeit Online-Chefredakteur Wolfgang Blau und Alan Rusbridger Chefredakteur von Guardian und der Guardian Webseite, nicht live dabei sein konnte (einen Livestream gab es nicht), der kann sich bei Zeit Online drei Videoausschnitte (zwischen 5 und 7 Min. Länge) ansehen. Es geht darin um den Medien- und Journalismuswandel, das neue Miteinander von Medien und ihren Lesern und um die Frage nach der künftigen Finanzierbarkeit von Journalismus. Ein interessantes Gespräch zwischen den beiden Chefredakteuren, die sich mit ihren Medien auf ihren jeweiligen Märkten an die Spitze des digitalen Wandels gesetzt haben. Einen 90minütigen Audiomitschnitt gibt es bei World Wide Wagner.

Irak-Protokolle: Zähmung einer Datenflut

Lorenz Matzat vergleicht im Open Data Blog von Zeit Online wie Spiegel, Guardian, New York Times und Al Jazeera mit den 400.000 neuen Dokumenten der Irak-Protokolle (Wikileaks) umgehen. Während Spiegel Online diesmal einen “interaktiven Atlas” erstellte, haben Guardian und New York Times ansgesichts der Datenflut nur besonders auffällige Zeitschnitte ausgewählt und auf eine umfassende Darstellung verzichtet.

Move over, LiLo! Public-interest news can be more valuable to publishers than traffic bait

Nieman Journalism Lab analysiert eine Studie, die Seitenaufrufe und Online-Anzeigeneinnahmen bei 21 US-Zeitungen zueinander in Beziehung setzt: “It found that, while the [Lindsey] Lohan sentencing and other celebrity coverage drove significant online traffic, articles about public-interest topics — unemployment benefits, the Gulf oil spill, mortgage rates, etc. — were the top-earning news topics of the summer.” Beiträge über Sozialversicherungen generierten laut Studie durchschnittlich 129 Dollar Anzeigenumsatz pro 1000 Seitenaufrufe, Berichte über Lindsey Lohan dagegen nur 2,50 Dollar (Überschriftenlink). Matthew Ingram hält dagegen, dass Webportale dennoch den mit Klatsch und Klickgalerien erzielten Traffic brauchen, um bei Werbeschaltungen überhaupt in attraktive Preisregionen vorzudringen: “This isn’t surprising: not only are readers of articles about social security more likely to have incomes that appeal to advertisers, but advertisers almost always want to be on pages that are about “serious” topics. That said, however, they mostly want to be on pages that are about serious topics at websites that are racking up millions of pageviews and unique visitors — and one of the ways to boost those numbers, unfortunately, is to write about Lindsay Lohan (and other similar topics that almost everyone clicks on, even if they don’t want to admit it).” Deutschsprachige Zusammenfassung bei kress.de.

Wenn die Kasse chingelt

Crowdfunding I: Leander Wattig im Interview mit dem Magazin Change X über freiwilliges Bezahlen und Anerkennungssysteme im Internet: “Die entscheidende Frage ist: Was passiert, wenn aufgrund der viel behaupteten “Gratiskultur” im Internet die First Copy Costs von Inhalten nicht mehr refinanzierbar sind? Kann es dann nicht passieren, dass viele Inhalte nicht mehr erstellt und uns dann fehlen werden? Einfache Antwort: ja. Interessant finde ich nun, dass die Internet-Nutzer als angebliche Anhänger einer “Gratiskultur” diese Problematik auch zu erkennen scheinen. Schließlich sehen wir im Netz immer mehr Plattformen, die sich der Sache annehmen, indem sie Paid-Content-Modelle auf freiwilliger Basis erproben – Modelle also, die etwas anders aussehen, als wir das gewohnt sind.” Auf seinem Blog führt Leander Wattig seine Gedanke hier und hier weiter aus.

Online-Bezahlsysteme – Kreative Ansätze bereichern die Szene

Crowdfunding II: Yvonne Ortmann stellt in einem Überblicksbeitrag für Deutsche Startups diverse Crowdfunding- und Online-Payment-Plattformen vor (Überschriftenlink). Noch mehr Crowdfunding-Plattformen gibt es in einer Liste bei Leander Wattig.

Mobiles Kamera-Einsatzkommando: Die “Volksreporter” von Stuttgart 21

Lars Wienand berichtet im Webportal der Rheinzeitung wie @tilman36, der mit seiner Webcam die Demonstrationen gegen das Projekt Stuttgart 21 filmt, zum Vorzeige-Bürgerreporter wurde. Und wie seine neue Rolle sein Selbstverständnis verändert. Ein schönes Portrait, das ich auch deswegen gerne verlinke, weil es seinerseits auf Originalquellen verlinkt.

Privates wird öffentlich: mediale Identitäten

Dirk von Gehlen wundert sich, dass die gleichen Leute, die sich über vermeintliche oder tatsächliche digitale Selbstdarsteller und Selbstentblößer mokieren, analog andere Maßstäbe anlegen: “Wer außerhalb des Netzes Wert darauf legt, wie er wahrgenommen wird, gilt als gepflegt oder sogar modebewusst. Im Netz ist der genau gleiche Antrieb jedoch plötzlich Beweis für eine narzistische Selbstbezogenheit.

10 ways journalists can use Storify

Storify ist ein neues Werkzeug, mit dem Onlinejournalisten Tweets, Statusmeldungen, Videos etc. aus verschiedenen Quellen im sozialen Netz aggregieren können, um eine Geschichte aus verschiedenen Perspektiven zusammenzutragen. Zombie Journalism beschreibt mögliche Einsatzszenarien für Storify – von “Reaktionen sammeln” bis “eine nichtlineare Diskussion abbilden”.

Evolution of the Geek

Vom Zirkus-Freak zum Trendsetter: Flowtown erläutert in einer Grafik wie sich das Ansehen des “Geek” (formerly also known as “nerd”) über fünf Jahrhunderte (sic!) verändert hat.

The 10 basic web skills every journalist must have

Mark Luckie benennt bei 10000 words zehn Grundfähigkeiten, die jeder Journalist, der auch nur gelegentlich digital publiziert, beherrschen sollte. Einige sind wirklich sehr basic, aber im Jahr 2010 erstaunlicherweise immer noch hervorhebenswert.

How Google dominates the Web

Dass Google in immer mehr Teilmärkten des Internet ein dominierender Player ist, wissen wir alle – irgendwie. Aber wie dominant ist Google? Und auf welchen Märkten genau? Royal Pingdom hat dazu einige Tortengrafiken zusammengestellt. Sie sind der Übersichtlichkeit halber nur in “Google” und “alle anderen” unterteilt…

Infografik: Royal Pingdom


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