Wie man eine Paywall besser nicht errichten sollte

“‘Readers should pay’ is not a business model” lautet eines der Mantren von Jeff Jarvis. Das wird aber nicht überall beherzigt. Rupert Murdoch und Matthias Döpfner sind bekanntlich vehement anderer Meinung. Und in der tiefsten Provinz des amerikanischen Online-Journalismus, bei der “North Country Gazette” im ländlichen Teil des Bundesstaates New York hat man sich eine besonders moralinsaure Variante des Modells “readers should pay” ausgedacht.

Beim erstmaligen Aufruf eines Onlinebeitrags erscheint dieser knallrote Zusatz unter dem Text:

Man beachte die Share-Funktionen. Wahrscheinlich wird von den Lesern auch erwartet, dass sie wissen, an wen sie den Artikel überhaupt weiterleiten dürfen. Es könnte ja sein, dass einer der Empfänger schon einen anderen Text online gelesen hat, also gar nicht moralisch berechtigt wäre noch einen Beitrag zu lesen.

Wahlweise erscheint auch dieser Text unter einem Artikel:

Trotz mindestens 30 Klicks auf weitere Artikel (was wirklich mühsam war, da die “North Country Gazette” heute schwer zu ereichen ist) ist es mir allerdings nicht gelungen, diese grandiose Warnmeldung hervorzuzauben, mit der das Blog Boing Boing konfrontiert wurde:

Mal abgesehen von der rechtlich äußerst fragwürdigen Drohung: Diebstahl durch bloßes Aufrufen frei zugänglicher Webseiten – irgendwie erinnert mich das an die Argumentation der Verleger pro Leistungsschutzrecht.

via Boing Boing

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