Linktipps zum Wochenstart: Jon Stewart selbstreflektierend

Top-Tipp:

The Rachel Maddow Show

Jon Stewart wird von der  NBC-Talkshow-Gastgeberin Rachel Maddow interviewt. Bei MSNBC gibt es die ungeschnittene einstündige Videofassung sowie mehrere kürzere Ausschnitte. Stewart tritt hier ungewohnt ernsthaft in Erscheinung, reflektiert über seine Rolle als Satiriker und seine Motivation für die gemeinsam mit seinem Kollegen Stephen Colbert organisierte “Rally to restore sanity and/or fear” in Washington. Wer mag, kann sich dazu auch Clay Shirkys 14-minütige Videorezension des TV-Interviews ansehen. Shirky findet unter anderem, Stewart habe sich nicht gut artikuliert, aber das gilt meines Erachtens eher für diesen Auftritt von Shirky. Für das MSNBC-Video (in der Überschrift verlinkt) auf der Rachel Maddox Startseite in der linken Randspalte auf “Previous” klicken, dann auf “November 11″.

weitere Tipps:

Singel-Minded: How Facebook Could Beat Google to Win the Net

Eine brillante Analyse von Ryan Singel bei Wired über die womögliche kommende Dominanz von Facebook über Google auf dem Werbemarkt. Quintessenz: Google ist lange Zeit gut damit gefahren, die Datern der Nutzer nur sparsam auszuwerten. Facebook hingegen hat sich eine solche Zurückhaltung niemals auferlegt und könnte der dominante Werbeplatzvermarkter werden. Online-Medien, die kontextuell kaum an Werbung verdienen (prototyisch z.B. der Afghanistan-Leitartikel, in dessen Umfeld niemand werben will), könnten mit Facebook kollaborieren, um an personalisierter Werbung auf Nachrichtenseiten zu verdienen.

Rusbridger: Openness, Collaboration Key to New Information Ecosystem

Eine Art Manifest des Guardian-Chefredakteurs Alan Rusbridger bei Poynter Online über Offenheit und Zusammenarbeit (Kollaboration) als notwendige Charakteristika eines zukünftigen Journalismus. Nichts wirklich Neues, aber schön pointiert , z.B. diese Passage: “We think the future is about endless experimentation, that this is a journey which has barely begun. To us it seems fairly evident there are two features of this new information ecosystem which it would be foolish to ignore, whichever camp you’re in: openness and collaboration. Openness is shorthand for the way in which the vast majority of information is, and will continue to be, part of a larger network, only a tiny proportion of which is created by journalists. Information may not want to be free, but it does want to be linked. It’s difficult to think of any information in the modern world which doesn’t acquire more meaning, power, richness, context, substance and impact by being intelligently linked to other information.”

Washington Post iPad app, as presented by Bob Woodward

Die vor wenigen Tagen veröffentlichte  iPad App der Washington Post zeigt wie man gute Inhalte und eine attraktive Aufbereitung mit der Offenheit des Netzes verbinden kann. In der App wird (ebenso wie auf der WaPo-Webseite) kuratiert und wenn angebracht, auch auf das Beste der Konkurrenz verlinkt. Fast noch besser ist allerdings der beim Guardian verlinkte Werbespot mit Ex-WaPo-Chefredakteur Ben Bradlee und Ex-WaPo-Reporter Bob Woodward in einer dreiminütigen Hommage an “All the President’s Men” (“Die Unbestechlichen”). Deutschsprachige Rezension der App bei Richard Gutjahr.

“Eben nicht die kleinen Tagebuchblogs …” – Jens Schröder über die Deutschen Blogcharts

Stefan Mey, der seine Diplomarbeit über die Ökonomie von Blogs geschrieben hat, interviewt den Blogchart-Ersteller Jens Schröder in zwei Teilen auf seinem Medien-Ökonomie-Blog. Schröder zur Frage nach der ungleichen Geschlechterverteilung bei den Blogcharts: “Meine Hauptthese ist, dass Frauen bei journalistischen oder halb-journalistischen Fachblogs sehr unterrepräsentiert sind, während sie bei den subjektiveren Tagebuchblogs überrepräsentiert sind. Aber die Fachblogs sind die, die am ehesten verlinken und verlinkt werden.” Im zweiten Teil des Interviews geht Schröder u.a. sehr ausführlich auf die Frage ein, wie es einzelnen Blogs gelingt viel verlinkt zu werden und anderen kaum.

Eine Zeitung schafft sich selbst ab

Christian Jakubetz schreibt seine Chronologie der Selbstentwertung von Tageszeitungen vom Typus Passauer Neuer Presse fort. “Vermutlich ist das [Farblosigkeit bei der Themenumsetzung, Servilität] ein mindestens genauso gewichtiger Grund (neben der fehlenden Online-Idee), warum die PNP und die anderen PNP´s dieser Welt zunehmend an Lesern und Auflage verlieren: dieser ritualisierte, vorhersehbare, uninspirierte und vollkommen unnötige Nicht-Journalismus, den niemand mehr braucht in einem Zeitalter, in dem es ein gigantisches Angebot an Medien gibt. Und man muss unwillkürlich lachen angesichts des Dauermantras, wie qualitativ hochwertig unsere Zeitungen doch seien, wie unersetzlich, wie großarzig — und wie himmelweit überlegen diesem ganzen Onliner- und Bloggergesocks.

A Life on Facebook

Ein unterhaltsames Drei-Minuten-Zeitraffer Video über ein Leben bei Facebook vom Profil-Ausfüllen bis zur Hochzeit mit einer Facebook-Freundin (und den Höhen und Tiefen dazwischen). Eingebettet bei den Netzpiloten.

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