Linktipps zum Wochenstart: 25 Gebote für guten Journalismus

Top-Tipp:

A manifesto for the simple scribe – my 25 commandments for journalists

Ex-Guardian-Redakteur Tim Radford schrieb diese 25 Gebote für guten Journalismus schon vor 15 Jahren, also auf der Schwelle zum digitalen Zeitalter. “I began compiling them because I had just asked myself what was the most important thing to remember about writing a story, and the answer came back loud and clear: ‘To make somebody read it.'” Die goldenen Regeln haben bis heute ihre Gültigkeit nicht verloren.

weitere Tipps:

Dampfer im digitalen Nebel

Björn Sievers und Leif Kramp porträtieren in einem Special bei Focus Online zum Auftakt von Burdas Digital-Kongress DLD in München den US-Verleger Arthur Sulzberger und seine New York Times: “Sulzberger meint, dass die ‘New York Times’ eines Tages vielleicht tatsächlich nicht mehr auf Papier erscheinen werde, nur der Zeitpunkt noch nicht feststeht. Als er im vergangenen Herbst mit dieser Aussage wiederholte, was er schon drei Jahre zuvor auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos angedeutet hatte, goss er Wasser auf die Mühlen der Untergangspropheten der gedruckten Presse. Entsprechend nervös wird jeder der raren Auftritte Sulzbergers verfolgt.

Nicht in unserem Hinterhof

“Bedrohen die Dienste von Google und Facebook wirklich die Privatsphäre der Menschen und rechtfertigen staatliche Interventionen, die von Politikern wie der CSU-Bundesministerin Ilse Aigner in steter Regelmäßigkeit gefordert werden? Woher kommen der deutsche Verpixelungs-Sonderweg, die Sehnsucht nach technologisch sinnlosen digitalen Radiergummis und die Angst vor einer harmlosen Tracking-Software wie Google Analytics?” Das fragt sich der Wirtschaftspublizist Gunnar Sohn in einem Beitrag für The European. Differenzierte Antworten gibt er auch. Sie laufen darauf hinaus: “Wir können uns diese provinzielle Rückwärtsgewandtheit einfach nicht mehr leisten.”

Why I Don’t Buy the Quora Hype

Techcrunch Gastautor Vivek Wadhwa mit einer skeptischen Einschätzung des mittelfristigen Erfolgs von Quora, dem momentan überaus gehypten Frage-Antwort Portal. “I just don’t believe that Quora will “rule” or become anything like Facebook or Twitter.  It has been a very nice private club; but it’s not for the general public”, glaubt Wadhwa. Unter anderem deshalb: “Silicon Valley is again drinking its own Kool-Aid; it is looking at the world through its own prism. This is a common problem here, where we jump from one fad to another; where venture capitalists start investing in similar technologies and drive company valuations through the roof; where TechCrunch hypes the technology du jour and causes entrepreneurs all over the world to drop what they are doing in favor of building copycat technologies.

How missing links hurt online news, part 1

Amy Gahran listet in einem Beitrag für das Knight Digital Media Center die häufigsten Ausreden auf, warum noch immer viele Webseiten von Zeitungen keine externen Links setzen. Ihrer Meinung nach schaden sich die Websites damit vor allem selbst. Und unaussprochen stecke hinter den meisten der vorgebrachten Argumente dieses: “I hate change. Don’t ask me to do anything new/different.

So zwitschern deutsche Journalisten

Tina Bettels hat für das European Journalism Observatory die wichtigsten Erkenntnisse der Studie „Twitter und Journalismus – Der Einfluss des Social Web auf die Nachrichten“ vom Institut für Kommunikationswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zusammengefasst (u.a. “Über zwei Drittel der befragten Journalisten (70%) sind der Ansicht, dass die Bedeutung von Twitter derzeit überschätzt wird.”) Die Studie gibt es als pdf zum Download.

Gastbeitrag Johnny Haeusler: Medien-Erziehung im Grundschulalter: Ein Kinderspiel?

Wieviel Computer und/oder Internet  ist nützlich oder schädlich für mein Kind? Hilfe, mein Kind verrät mir nicht alles, was es mit seinem Handy macht! Johnny Häusler plädiert für mehr Gelassenheit in der Medienerziehung. Überzeugend formulierte persönliche Erfahrungen und Einsichten des Spreeblick Gründers im Blog für digitale Spielkultur. Einige Auszüge:

  • Die digitale Welt ist diejenige, in die unsere Kinder hineingeboren wurden, und sie ist für sie so selbstverständlich und allgegenwärtig wie für uns der Fernseher und das Radio.
  • Kinder medientechnisch unterstützen zu können, bedeutet in allererster Linie zu wissen, was sie tun. Und wenn sie es nicht wissen: Lassen sie es sich erklären, nämlich von ihren Kindern. Sie werden schnell feststellen, wie viel Spaß es ihrem Nachwuchs bereitet, ihnen etwas beizubringen. Kinder lieben es, Wissen zu teilen, besonders mit Ihnen.
  • Das Handy ist ein Teil unserer Privatsphäre und so wird es digitale Bereiche geben, zu denen Ihnen (ältere) Kinder keinen Zugang geben. Und auch das ist okay.

Fluglärmkarte BBI: Making of

Datenjournalist Lorenz Matzat beschreibt wie taz online den zu erwartenden Fluglärm rund um den neuen Großflughafen BBI International interaktiv visualisiert und welche Hürden dabei zu nehmen waren. Er ist Entwickler der Anwendung.

Datenlandkarte selber erstellen – eine Anleitung

Thomas Pfeiffer von den Webevangelisten zeigt beim Open Data Network Schritt für Schritt, wie man eine Datenlandkarte baut.

7 Innovative online maps

Mark Luckie stellt bei 10.000 words sieben gelungene Beispiele für interaktive Kartenvisualisierungen vor.

Illustration: Datenjournalist (cc-Lizenz)

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Medienlinks zum Wochenstart: 25 Gebote für guten Journalismus — CARTA

  2. Ich benutze die Links als Ergänzung zum Studium und hab doch eh so wenig Zeit. Hach – (Übersetzung: Danke! Aber viel durchzuarbeiten.)

  3. Endlich mal wieder Tipps, die sich zu lesen lohnen. Und definitv eine Kampfansage gegenüber den Schnellschreibern und Laienjournalisten. 25 Punkte, die zwar selbstverständlich erscheinen, in Realität allerdings fast kaum angewendet werden. Schade, Denn genau so ist es: Der Journalist schreibt nicht für sich, sondern für den Leser!
    Und genau weil die Leser nicht mehr so einfach zu überzeugen sind, muss man auf die Bedürfnisse der Leser eingehen wie wohl nie zuvor. Oder wie Radford sagt: Der erste Satz ist der wichtigste, genauso wie der zweite und der dritte.