Linktipps zum Wochenstart: GuttenPlag als kognitiver Überschuss

Top-Tipp:

GuttenPlag: ‘Cognitive Surplus’ bei der Arbeit

Robin Meyer-Lucht vergleicht bei Carta die kollaborative Suche nach plagiierten Stellen in Guttenbergs Dissertation mit dem Prinzip des kognitiven Wissensüberschuss, den Clay Shirky in seinem Buch “Cognitive Surplus” beschreibt: “Kognitive Kapazitäten, die früher beim passiven Medienkonsum ungenutzt blieben, so würde es Shirky interpretieren, können nun sinnvoll ins Netz zurückgespielt werden. Dabei ersetzt GuttenPlag keinesfalls Recherche-Journalismus. Entsprechende Mechanismen verändern aber dessen Rolle und Funktion.”

weitere Tipps:

What Is President Obama Asking Tech Leaders?

New York Times Tech-Kolumnist David Pogue twittert in der vergangenen Woche eher beläufig, was denn wohl Barack Obama, Mark Zuckerberg und Steve Jobs bei ihrem Treffen besprechen würden und erhält eine Flut von intelligenten und fantasievollen Reaktionen. (Überschriftenlink). Diesen Effekt bemerkt Pogue nicht zum ersten Mal: “I discovered, along the way, that Twitter followers are an entirely different slice of the Internet. This is not the sophomoric rabble that leaves comments on YouTube (usually averaging one misspelling per line and favoring the suffix “-tard”). These are funny, clever, very intelligent people.” Ganz anders kommentiert die dagegen die NYT-Kolumnistin Maureen Dowd zwei Tage später anlässlich der sexuellen Übergriffe auf die CBS-Reporterin Lara Logan in Ägypten. Sie zitiert den Internet-Kritiker Evgeny Morozov: “Twitter creates a false intimacy and can “bring out the worst in people. You’re straining after eyeballs, not big thoughts. So you go for the shallow, funny, contrarian or cynical.” Die unterschiedlichen Einschätzungen zu Rolle von Twitter mögen auch daher rühren, dass Pogue die Möglichkeiten von Twitter ausreizt, während Dowd zumindest 2009 eine bekennende Twitter-Hasserin war (noch ist?) und ihr mittlerweile von der NYT angelegtes Twitter-Konto ein unkommunikativer RSS-Feed ist (oder zumindest so wirkt).

Visualizing the Influence of Egyptian Bloggers

ReadWriteWeb mit einer ungewöhnlichen Twitter-Visualisierung: rot steht für arabische Tweets, blau für englische, die Größe der Kreise entspricht ihrer Relevanz, Google spielt eine Außenseiterrolle. Die Grafik (s. Illustration) kann bei RRW als Riesen-pdf heruntergeladen werden.

Vom Buh-Mann zum Verlagsretter: Der seltsame Fall der Google-Anbetung

André Vatter glaubt zu wissen, warum die Verleger jetzt viel besser auf Google zu sprechen sind als beim Verfassen der Hamburger Erklärung und warum Apple, dessen Chef Steve Jobs Springer-Chef Döpfner im vergangenen Jahr noch auf Knien für die Erfindung des iPad danken wollte, hingegen in Ungnade gefallen ist: “Das System funktioniert ziemlich einfach und ist uns allen aus dem Alltag (oder der historischen Kriegsführung) bestens bekannt: der Feind meines Feindes ist mein Freund.” Das, so Vatter, sei allerding nur eine Verschleppung des Problems: “Die Verlage werden so immer Spielball der Unternehmen bleiben, der eigene Handlungsspielraum wird auf kartellrechtliche Klagen, Appelle an die Politik und offene Briefe zurechtgestutzt. Eine aktive Marktgestaltung sieht anders aus.

Die wichtigste strategische Frage der Medienbranche

Unternehmensberater Thomas Knüwer argumentiert in seinem Blog Indiskretion Ehrensache, dass weder Apple noch Google, weder 30 Prozent Eintrittgebühr für iPad-Apps noch das Abgreifen von Snippets durch Google News die entscheidende Aspekt ist , an denen sich die Zukunft der Printverlage entscheiden wird. Die Frage laute vielmehr: “Woher und wie kommen künftig die Links aus dem Social Web auf meine Seiten? […] Viele Menschen erfahren heute bereits zuerst über das Social Web von für sie interessanten Nachrichten. Redaktionen, die im Rahmen dieser Informationsweitergabe mitarbeiten, haben eine reelle Chance, mehr Leser zu erreichen.

Das Wissenschaftsplagiat

Thomas Stadler, IT-Fachanwalt, analysiert in seinem Blog Internet-Law, warum die Universität Bayreuth seiner Ansicht nach nicht umhin kommt, Karl-Theodor zu Guttenberg den Doktortitel abzuerkennen, denn sonst bestätige sie “den bereits im Raum stehenden Verdacht, dass Dissertationen dort auch nach politischen Kriterien bewertet werden. Dass zwei renommierte Hochschullehrer eine Arbeit, die in ganz erheblichen Teilen aus verschiedensten Texten Dritter zusammengesetzt wurde, mit der Bestnote bewerten, ist ohnehin mehr als erstaunlich. Denn eine solche Dissertation sollte bereits in sprachlicher Hinsicht einen inkonsistenten Eindruck hinterlassen.” Zettels Meckerecke argumentiert anhand von Original/Kopie-Vergleichen: “Zu gelegentlichen Schummeleien verhält sich das wie die Niagara-Fälle zu einem sprudelnden Bächlein. Man muß nach dem jetzigen Stand der Überprüfung zu dem Schluß kommen, daß diese Dissertation in die deutsche Akademische Geschichte eingehen wird: Als ein Fall von ausgemachter Dreistigkeit, was das Ausmaß des Plagiierens angeht.

Ein Buch – das Update (37): Hier spricht Marion Schwehr

Universalcode 1: Marion Schwehr von der Buchplattform euryclia, in dem im Frühjahr 2011 das Journalismus-Ausbildungsbuch “Universalcode” erscheinen wird, beschreibt im JakBlog von Herausgeber Christian Jakubetz das besondere Veröffentlichungsmodell dieser Plattform: “euryclia ist eine Plattform, die über das Modell der Vorbestellungen, Autoren in die Lage versetzt, ein Buchprojekt wie den Universalcode risikolos selbst auf die Beine zu stellen. Die Rechte an den Texten bleiben dabei bei den Autoren. […] euryclia ist kein Verlag im klassischen Sinne! Der Begriff “Verlag” ist sogar, wie ich finde, sehr irreführend. euryclia ist Enabler, nicht Rechteverwerter. Gedanklich ist euryclia aus der Beobachtung entstanden, dass die Buchbranche derzeit (und in den nächsten Jahren noch mehr) ein Experimentierfeld für neue Konzepte und Denkansätze ist.” Das Buch kann man übrigens zum Subskriptionspreis mit Klick auf das Widget in der rechten Randspalte dieses Blogs vorbestellen. (Disclaimer: Ich bin Co-Herausgeberin und Co-Autorin.)

Mobile Reporting 2011

Universalcode 2: Marcus Bösch hat bei lab umfassend Quellen, Trends und Tools zum Thema Mobile Reporting zusammengestellt. In den Beitrag eingebettet ist auch eine unlektorierte Vorabversion seines Kapitels über Mobile Reporting für das Journalismusbuch “Universalcode” (s. auch Linktipp Universalcode 1)

Medien zum #19Februar: Übersicht über die lokale Medienberichterstattung

Der Flurfunk Dresden hat die Berichterstattung über die Neonazi-Demonstration und die Gegendemonstrationen auf den Webseiten und Social Media Kanälen etablierter und alternativer Medien verglichen und eine große Spannbreite bemerkt. Totalausfall beim regionalen Fernsehsender Dresden eins: “Keine Live-Berichterstattung, nirgends. Über den Tag verweist auf der Webseite ein Hinweis auf den Bericht um 18 Uhr. Der kommt dann auch. Das war’s.” Lob gibt es für “SZ-Online” (damit ist die Sächsische, nicht die Süddeutsche Zeitung gemeint): “… auch hier gibt es einen richtig gut gemachten Online-Ticker, der permanent aktualisiert wird […] Schade auch, dass man nicht zwischendurch Bilder verlinkt oder den Mut aufbringt, auf andere zu verweisen. Trotzdem: in der Summe richtig gut gemachtes Nachrichtenangebot.” Ein kuratiertes Angebot, z.B, mit Storify, hätte sicherlich den größten Informations- und Nutzwert gehabt.

Wissenschaftsblog-Auslese 2010: Die Preisträger

Fischblogger Lars Fischer (Wissenlogs) listet die Gewinner des Wettbewerbs “Wissenschaftsblogs Auslese 10″ auf verlinkt eine Liste mit allen nominierten Blogposts.

Awesome tech company office designs

Geekig, aber stilvoll: In solchen Büros lässt es sich arbeiten… (Royal Pingdom)