Linktipps zum Wochenstart: Zukunft vorgespult

Top-Tipp:

Fast Forward News

18 junge Journalisten, die in Kürze ihr Studium an der Columbia Journalism School in New York abschließen werden, haben eine gemeinsame Webseite gestartet: Fast Forward News beschäftigt sich in mehreren sehr sehenswerten Videos mit den unterschiedlichen Facetten des journalistischen Zukunft, z.B.:

• “Crowdfunding”: Why journalists are learning to say please
• Turning Numbers into Stories: From Wikileaks to investigative stories, the rise of computer-assisted reporting
• Churnalism: What it’s like to work on a farm, a so-called “content farm”
• Eyes into the Arab World: Are U.S. cable companies now ready for Al Jazeera English?
• Paying Strategies: Is The New York Times’ pay-wall a promising beginning or an ill-fated end?
• One Man Band-ism: A close-up look at the world of today’s multi-media journalist

Ohne bereits alle Videos gesehen zu haben: Dieses hier über Datenjournalismus gefällt mir besonders gut: From Numbers to Stories

weitere Tipps:

Mogelpackung im WWW?

Das European Journalism Observatory untersucht in einer international vergleichenden Studie für 12 west- und osteuropäische Länder, ob und wie Redaktionen ihre Leser, Hörer, Zuschauer und User an redaktionellen Prozessen teilhaben lassen. Werden Quellen offen gelegt und Fehler korrigiert? Leisten sich Redaktionen einen Ombudsmann, der als Beschwerdeinstanz fungiert und systematisch Fehlern nachspürt? Gibt es Blogs, Twitter-Feeds und soziale Netzwerke, in denen Journalisten mit Nutzern über redaktionelle Entscheidungen diskutieren? Einige der Ergebnisse: Polnische Medien sind beim Crowdsourcing (Einbinden der Nutzer bei der Recherche) sehr aktiv. Europaweit betreiben nur sehr wenige Medien den Aufwand eines Blogs, in welchem sie Nutzer an redaktionellen Entscheidungen teilhaben lassen. Und: “Die russische Wochenzeitung Argumentij i faktij weist, sobald der Nutzer den Fehlerbutton anklickt, darauf hin, dass sie es nicht ausschließe, aufgrund der Beschwerde den zuständigen Redakteur zu entlassen.” Mit interaktiver Karte und Link zum Herunterladen der Studie.

The Filter Bubble: Algorithm vs. Curator & the Value of Serendipity

Maria Popova über Eli Parisers Buch “The Filter Bubble” (es beschreibt die Gefahren durch das wenig bekannte Phänomen, dass durch immer augefeiltere Filtermechanismen jeder von uns im Netz etwas anderes zu sehen bekommt): “Most of us are aware that our web experience is somewhat customized by our browsing history, social graph and other factors. But this sort of information-tailoring takes place on a much more sophisticated, deeper and far-reaching level than we dare suspect. Did you know that Google takes into account 57 individual data points before serving you the results you searched for?

Vadim Lavrusik: How journalists can make use of Facebook Pages

Gastautor Vadim Lavrusik plädiert bei Nieman Journalism Lab dafür, dass Journalisten eigene Seiten bei Facebook aufsetzen sollten. Um professionelle Inhalte zu transportieren seien Seiten geeigneter als eingestreute beruflich orientierte Beiträge in privaten Profilen. Daniel Fiene schwankt bei ähnlichen Überlegungen noch zwischen Für und Wider. Lavrusik rät Journalisten außerdem, sich per Facebook einen personalisierten Nachrichtenstrom aufzubauen (der dann Twitter ähnelt).

Folge #46 – Geek-Week-Podcast: Skype, Google i/o, Konstantin Neven DuMont

Im Geek-Week Podcast von Marcus Schuler und Frederic Lardinois geht es unter anderem um den sechs Milliarden Euro teuren Kauf von Skype durch Microsoft. Gast im virtuellen Skype-Studio ist Konstantin Neven DuMont mit seinen Plänen für ein medienkritisches Videoblog. Mit der Zukunft von Skype – und ob der netzbasierte Telefoniedienst bei Microsoft überhaupt eine hat beschäftigt sich auch David Pogue in seiner Kolumne bei der New York Times.

Die Zeitung wird hyperlokal

DRadio Wissen spricht mit der Kölner Medienjournalistin Brigitte Baetz über hyperlokale Berichterstattung als neues Geschäftsfeld, über Leserreporter und Stadtteilbeilagen (Podcast).

Warum der Wirbel um den Nannen-Preis auch etwas mit Social Media zu tun hat

Thomas Knüwer sieht eine Verbindung zwischen dem Henri-Nannen-Preis, bzw. dem Skandal um die Rückgabe seines Unterpreises Egon-Erwin-Kisch-Preis, und den veränderten Nachrichten-Nutzungsgewohnheiten durch soziale Medien. Der “Spiegel” und Pfister mögen kein journalistisches Fehlverhalten erkennen und eingestehen. “Es ist normal im deutschen Journalismus, sich Szenen vorzustellen. Sie dann so schön und bunt zu schildern, als sei journalist tatsächlich vor Ort gewesen. Genau das hat auch Pfister gemacht”, so Knüwer. Und gesteht: “Bis vor einigen Jahren habe ich das mehrfach auch so gehalten. Auch dieses Blog und die Reaktionen einiger Kommentatoren hier haben mich umdenken lassen. Vergeben sich Journalisten tatsächlich etwas, wenn sie nach einem solchen Einstieg hinzfügen: “So berichten es Menschen, die dabei waren?” Und fügt hinzu: “This is South Africa wurde in dieser Woche für den Grimme Online Award nominiert. Dafür gab es weit weniger Raum in der Berichterstattung als für die Modelleisenbahn-Fantasie aus dem Hause Spiegel.”

Was ist f-commerce?

Jörg Wittkewitz lotet bei den Netzpiloten die Möglichkeiten des Facebook Commerce aus: “Händler könnten die Nähe zu den potenziellen oder realen Kunden eigentlich direkt nutzen, um neue Produkte anzupreisen, Rabatte einzuräumen oder einfach per großem Katalog direkt Kasse zu machen. Mobile Payment wird dann sicher keine besondere Bremse werden. Facebook könnte auf diese Weise eine Art virtuelle Mall werden in Konkurrenz zu Amazon. “

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