Linktipps vom Pazifik* aus dem personalisierten Nachrichtenstrom**

Top-Tipp:

The orthodoxy of the article, part II

Jeff Jarvis hat seinen programmatischen Beitrag präzisiert, in welchem er ausführt, dass der lineare Beitrag künftig nicht mehr die Standardform journalistischer Veröffentlichungen sein werde. Der Artikel werde zum Luxus, er fasse den Kenntnisstand zusammen, werde magaziniger, analytischer und letztlich dadurch auch wertvoller. Doch diesen Luxus benötige man nicht unbedingt jedesmal, um einen Sachverhalt zu vermitteln. Mit sehr interessanter Debatte in den Kommentaren. Hier ein weiterer lesenswerter Beitrag zu diesem Thema von Steve Buttry: Why should storytelling stop evolving now?

weitere Tipps:

Guardian News & Media to be a digital-first organisation

Der Guardian sieht die gedruckte Tageszeitung als zwar graduelles aber unweigerliches Auslaufmodell, künftig gilt ihr Focus den Digitalkanälen. “”By becoming a digital-first organisation we’re taking the next natural step, one which we believe all newspapers will eventually have to take”, betont Chefredakteur Alan Rusbridger.

Facebook – Was tun wir hier?

Hennig Noske legt in einer schönen Glosse (oder ist eher ein Essay?) sein Seelenleben in puncto Bloggen und Facebooken bloß und entdeckt in sich eine neue Form von journalistischer Autonomie: “Wir haben viel Spaß, aber wir geben auch viel Wertvolles – unsere Zeit und unser Privates. Wir öffnen uns – mehr als Menschen sich vermutlich jemals in der Weltgeschichte geöffnet und offenbart haben. In diesem Experiment liegt viel Vertrauen. Es ist eine globale Obsession, die Regime stürzen kann, Dummköpfe und Diktaturen verdorren lässt. Die Belastungsprobe der neuen Freiheit aber steht noch aus. Nutzen wir sie, so lange es uns noch richtig Spaß macht. Publish …”

Was der neue semantische Web-Standard der Suchmaschinen für Onlinejournalismus bedeutet

Lorenz Matzat glaubt, dass der neue semantische Suchmaschinenstandard schema.org für Nachrichtenanbieter im Netz vor allem viel Arbeit, aber wenig Gutes bedeutet. Künftig würden inhaltsleere Doubletten noch stärker  noch stärker auffallen: “Das bloße Reinpumpen von Content, das einfache Wiedergeben von Beiträgen der Nachrichtenagenturen, mit dem das eigene Angebot aufgebläht werden soll, wird nichts mehr bringen. [...] Das kommende Webseitensterben kann also zum Verschwinden der Dinosaurier des Internets führen. Schlimm für manches Geschäftsmodell. Der User aber kann dadurch gewinnen.”

Blogger leitet deutsche Ausgabe von “Wired”. Das ist toll, das wird gut, das ist – mutlos

Jürgen Vielmeier zweifelt bei Basic Thinking zwar nicht daran, das Thomas Knüwer der richtige Mann für die Konzeption der deutschen Wired Ausgabe ist, findet aber, es entbehre nicht einer gewissen Ironie, dass einer der schärfsten Verlags- und Printkritiker, nun selbst eine gedruckte Zeitschrift entwickelt: “Wäre es nicht besser, es endlich einmal richtig anzupacken mit einem großen deutschen Technikmagazin im Web?”

BBC developing new iPhone app for field reporters

Die  BBC entwickelt derzeit eine App, die es ihren Reportern ermöglichen soll, vom iphone oder iPad aus Beiträge direkt ins BBC Redaktionssystem einzuspeisen, berichtet journalism.co.uk. Ein weiterer Schritt in Richtung mobiler Journalismus mit minimal invasiver Technik für die Echtzeitberichterstattung.

Excited About the Cloud? Get Ready for Capped Data Plans

New York Times Kolumnist David Pogue macht darauf aufmerksam, was passieren wird, wenn wir alle unsere Daten in die Cloud hochladen und dann natürlich ständig mit der Datenwolke verbunden sind: “All of that uploading and downloading, all of that syncing, all of that cloud computing assumes you have a fast, capacious pipe to the Internet. But your cellphone company doesn’t want you to have a fast, capacious pipe. There’s not a single cellphone carrier anymore that offers an unlimited data plan at full speed.”

Crowdfunding-Studie 2011

Das Institut für Kommunikation in sozialen Medien (Ikosom) hat eine Crowdfunding-Studie des deutschen Markts veröffentlicht. Einige der wichtigsten Ergebnisse der Vollerhebung:

  • Insgesamt wurden bislang 208.000 € über Crowdfunding eingeworben, wobei ca. 11.000 € entsprechend des Alles-oder-Nichts-Prinzip bei nicht erfolgter Finanzierung zurückgezahlt wurden.
  • Jedes zweite Crowdfunding-Projekt wird erfolgreich finanziert (53%). Von den bis zum 15. April 2010 durchgeführten 125 Projekte waren 67 erfolgreich.
  • Die Projekte haben sehr unterschiedliche Schwerpunkte – Filme, Aktionen und Veranstaltungen sind die meistverwendeten Kategorien.
  • Die Zielsumme reicht von 1 € bis 25.000 €. Die tatsächlich erreichten Summen reichen von 0 bis 26.9991 €.

Noch mehr Eckdaten bietet die Zusammenfassung bei Ikosom, die komplette Studie kann über einen Link auf der Webseite bezogen werden.

* Im Vorgriff der Tatsache, dass die Linktipps ab Ende Juli tatsächlich vom Pazifik kommen werden (hier der exakte Ort), werde ich sie ab sofort schon mal so nennen. Außerdem erscheinen die Linktipps jetzt nur noch noch hier, da sich Carta in die Sommerpause verabschiedet hat.

**Ein Experiment: Die ersten Linktipps, für die ich aus Zeitmangel nicht ein einziges Mal den RSS-Reader geöffnet habe (seit mehreren Wochen) und keine Newsletter ausgewertet habe. Alle Links stammen nur aus guten Hinweisen in meinem personalisierten Nachrichtenstrom (Twitter und Facebook Links). Geht auch, oder?

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