Linktipps vom Pazifik: Die Daten der Babylonier

Advance of the Data Civilization: A Timeline

Stephen Wolfram schlägt in einer interessanten Datenleiste den Bogen von den Anfängen des Datenjournalismus bei den Babyloniern bis zu seiner semantischen Suchmaschine Wolfram Alpha. Besonders interessant finde ich Tortengrafiken, die zeigen, wie im Laufe der Ereignisse immer mehr Daten aus den USA stammen (s. Infografik). Noch vor 200 Jahren passierte fast nichts, was den Zeitgenossen aufzeichnungswürdig erschien, auf dem amerikanischen Kontinent.

Newspapers need a jolt of Silicon Valley DNA

“Newsosaur” Alan D. Mutter, der beide Perspektiven aus erster Hand kennt, macht sich Gedanken daürber, was Verlagsmanager und Startup-Gründer grundlegend unterscheidet: “Newspaper folk essentially come to work every day to do their best to fully optimize a product that serves a clearly identified audience, that has a clearly defined revenue model and that, until the last few years, has been a stunningly profitable business. Tech companies – which are unencumbered by tradition, institutional inertia and frequently even a clearly defined product for the first few years – are created expressly to do something that no one else has done before. ”

How newspapers resemble the auto industry

Es gibt erstaunliche Parallelen zwischen dem Niedergang der US-Zeitungen und der US-Autoindustrie. Sehr schön Kapitel für Kapitel gegenübergegenstellt bei Common Sense Journalism. Der Beitrag erschien übrigens zuerst in einer gedruckten Zeitung namens Tennessee Press.

Fifteen Journalism-Related Panels for SXSW Interactive 2012

Die vielleicht weltweit spannendste und vielseitigste Digitalkonferenz SXSW lässt im Vorfeld Nutzer über 15 verschiedene Vorschläge zu Journalismus-Tracks abstimmen. 1000words listet sie mitsamt Beschreibungen auf. Auch, wer gar nicht plant, im März 2012 nach Austin, Texas, zu fliegen , sollte sich die Vorschläge ansehen. Sie vermitteln einen ziemlich guten Eindruck, welche Themen und Innovationen im zukunftsgewandten Teil der amerikanischen Medienszene momentan diskutiert werden. (Apropos: Ich werde da sein – wer noch?)

#Journalist 2.0

Ein guter Aufsatz von Journalismus-Professor Stephan Weichert in der NZZ über den Journalismuswandel. Weichert nimmt viel heiße Luft aus den Sprechblasen von “Web 2.0″, “Social Media” oder “User Generated Content”. Unbedingt bis zum Ende lesen, denn erst dann wird klar, worauf er eigentlich hinaus will: Nicht etwa darauf, dass Journalisten und Medienmanager die Entwicklungen und Hypes der letzten fünf Jahre getrost ignorieren könnten. Sondern darauf, dass Journalismus nicht länger zwangsläufig an etablierte Medienstrukturen gebunden sein muss.

Klarnamen befördern den gepflegten Diskurs

Ursprünglich, weil sie sich über entstellende Kürzungen ihres Beitrags zur Klarnamenpflicht ärgerte, stellte Christiane Schulzki-Haddouti den Originaltext auf ihr Blog. Jetzt sind die Kürzungen zurückgenommen worden, aber auf ihrem Blog hat sich eine interessante Debatte zu diesem Thema entsponnen (dazu auch: Transparenz vs. Anonymität – Pro und Contra Grafik).

Ich bring dich groß raus

Ein interessanter Beitrag von Kerstin Viellehner über Film-Crowdfunding in der Süddeutschen Zeitung, featuring “Hotel Desire“, ein “porneografischer” Film, der von Teamworx crowdgefunded produziert werden soll. (Fast hätte ich diesen guten Beitrag wegen der SZ-typischen dämlichen Verlinkungen, z.B. des Wortes “Euro”, hier nicht aufgenommen. Aber was kann die Autorin dafür….)

Twitter Interview Requests: #Innovative or #Epicfail?

Netiquette für Journalismus-Studenten: Wie stelle ich eine Interview-Anfrage per Twitter, ohne dass sie verpufft? Die Antwort in Kürze: Am besten gar nicht. Wenn doch, dann aber richtig. Tipps dazu gibt es bei Mediashift.

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

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  3. Vielen Dank für den sehr lesenwerten Artikel von Journalist 2.0, in dem Sie auch vorkommen. In der Tat ist es der neue Journalismus, das Datenchaos zu ordnen, zu prüfen und zu veröffentlichen. Nur den Begriff Kuratieren kannte ich so nicht.

    Für mich ist es wichtig, solche gebündelten, qualitativen Links zu bekommen, um zeitsparend mich zu informieren. Allein das ist schon eine hervorragende Qualität in dem heutigen Datenchaos, dass das Internet verursacht.

  4. @Soumla

    Danke für Ihren Kommentar! Kuratieren: Man kann auch sammeln, sortieren, filtern, einordnen sagen. Kuratieren beinhaltet das alles plus zwingend auch die Verlinkung der Originalquellen. Ich habe den Begriff nicht erfunden, sondern irgendwo gelesen. Inzwischen weiß selbst schon gar nicht mehr, wer (im anglo-amerikanischen Netz) ihn zuerst benutzt hat. Ich finde den Begriff sehr treffend – in Analogie zum Museumskurator. Mittlerweile werde ich im deutschsprachigen Netz sehr oft damit assoziiert. Vielleicht, weil ich den Begriff am häufigsten und konsequentesten benutze. Und meine Linktipps sind natürlich auch kuratieren.

  5. Interessant an dieser Stelle, es gibt noch kein Wikipedia Eintrag Frau Langer ! Unter Quellen sollte dann Ihre Webseite bzw. die von der hervorragenden NZZ sein.

    Schon mal versucht in Wikipedia Autor zu werden, dort etwas einzutragen ohne das jemand “neidvoll” den neuen Eintrag wieder löscht oder bis zur Unkenntlichkeit verändert bzw. redigiert ?

    So offen, wie es mal war, ist es nicht mehr.