Sind Aggregatoren Parasiten? Twitter-Debatte in den USA

Digiday_vs_BI

Der Vorteil, Gruppen oder Listen bei Twitter anzulegen, zeigt sich immer wieder an Tagen, an denen es zu interessanten Debatten zu einem Thema ohne Stichwort (Hashtag) kommt. Solche Schlagabtausche lassen sich nämlich über die Twittersuche nur unvollständig finden. Am Dienstag war so ein Tag: Henry Blodget (@hblodget), Redakteur beim US-Portal Business Insider stritt sich mit Brian Morrissey (@bmorrissey), Betreiber der Website Digiday, über den Wert von Aggregatoren. Anlass war ein Beitrag von Morrissey, der dem Business Insider vorwarf, beim Verlinken und Exzerpieren weniger einen Service als einen Selbstbedienungsladen zu betreiben: “Surviving the Media Aggragation Economy”

Die Debatte, die sich bei Twitter über zwei Stunden hinzog, fand ich auch deshalb interessant, weil die Parallele zur deutschen Leistungsschutzrechtsdiskussion auf der Hand liegt. In Deutschland gilt “Google News” – zumindest der Verlegerseite – als Paradebeispiel für vermeintlich unfaire Aggregationspraktiken. In den USA stand lange Zeit die Huffingon Post am Pranger, neuerdings aber auch der Business Insider. Interessant auch, dass in beiden Debatten auf Seiten der Urheber/Verwerter kein bezifferbarer Schaden, sondern das Argument “unfair” vorgebracht wird. Ist es “unfair”, wenn ein Aggregator mehr Besucher bekommt als eine Seite mit Originalinhalten? Schaffen Sie einen Mehrwert auch für den Urheber (und Erstverwerter) oder greifen sie vorrangig parasitär so viel von fremden Inhalten ab, dass  viele Nutzer keinen Anlass mehr haben, zur Originalseite zu klicken? Und ist das ein Schaden für den Urheber, wenn er vom Aggregator zusätzliche Besucher bekommt – auch wenn beim Aggregator viele Besucher hängenbleiben, welche den Originalbeitrag sonst ohnehin nicht lesen würden?Lest selbst. Ich habe die Debatte mit Storify erfasst und an einigen Stellen in der Diskussion mit meinen Anmerkungen versehen: