Digitales Quartett 24: Der Google Reader stirbt

Google Reader

Eine halbe Million Nutzer mindestens sind enttäuscht von Google, weil der Konzern seinen Reader entstellt. Denn soviele Neuzugänge zählte der alternative Dienst Feedly innerhalb von zwei Tagen nachdem Google am 13. März 2013 ankündigte, bei einem digitalen Frühjahrsputz einige seiner randständigeren Tools einzustellen. (Für Nicht-Nutzer: Ein Reader ist ein Programm, das neue Einträge auf Blogs und Webseiten automatisch ausliest und als sogenannte RSS-Feeds auf einer Seite darstellt. Auf diese Weise können viele neue Einträge zeitsparend gelesen werden, ohne dass man die einzelnen URLs aufrufen muss.)

Doch ist ein automatisierter Dienst, der nur Quellen anzeigt, die ich vorher aktiv abonniert habe, überhaupt noch das Tool der Wahl für Newsjunkies? Liefern nicht Twitter, Facebook, Rivva und Co. viel mehr Relevanz, gesucht und gefiltert von meinen Freunden? Mehr Überraschungen? Weniger Filterblase? Selbst die namhaftesten Onliner sind da ganz unterschiedlicher Meinung. Wolfgang Blau möchte auf den Reader nur ungern verzichten:

 

 

Der Zeit Online-Chefredakteur (ab. 1 April Chef-Digitalstratege beim Guardian) würde für den Reader sogar bezahlen, wenn er denn nur erhalten bliebe:

Dagegen verwies Tech-Blogger Robert Scoble auf seinen schon 2009 (!) verfassten, socially-powered news from Twitter and other services like Prismatic has not only taken the place of my feed reader but improved on it.”

feedlyZum Thema Google Reader  wollen wir heute um 21 Uhr MEZ auch beim Digitalen Quartett diskutieren. Hat sich der Dienst überlebt, oder hat Google mit dem angekündigten Ende sich selbst und seinen einflussreichsten Nutzern (Newsjunkies und Influencer) einen Bärendienst erwiesen? Was sind die Alternativen? Profitieren von der Zäsur Drittanbieter? Feedly hat bereits angekündigt, seine Plattform zu verstärken, um einen nahtlosen Transfer aller Daten aller wechselwilligen Nutzer zu ermöglichen.

Heute abend also beim Digitalen Quartett das Thema Google Reader. Ich freue mich auf meine Gäste, die Spezialistin für Digitale Kommunikation Romy Mlinz (@snoopsmaus), den Rennsportblogger  Mike Frison (aka @renntv) und den Informatiker Joachim Schlosser (@schlosi). Joachim Schlosser hat zum Thema bereits gebloggt: Warum es gut für die Diversität ist, dass der Google Reader eingestellt wird. Außerdem lesenswert: Googles Schlag gegen das freie Web (Günter hack vom FM4) und Das Ende des Google Reader ist traurig, aber zu begrüßen (Martin Weigert bei netzwertig), Google-Reader oder das Verschwinden der Kindheit (Walter Schloendorf).

Der Link zum Hangout wird rechtzeitig auf Twitter unter dem Hashtag #quartett und bei Google+ gepostet, der Live-Stream wird außerdem an dieser Stelle  in diesem Blog eingebettet.

Übrigens: Wer sich als Gast aktiv am Hangout beteiligen möchte: Nur zu! Herzlich gerne! Wir suchen noch Informationen, Meinungen, Stimmungen. Und Ihr habt doch eine Meinung zum Thema, oder? Dazu bitte Das Digitale Quartett bei Google+ in Eure Kreise aufnehmen (das lohnt sich ohnehin!) und bei per Twitter eine kurze Nachricht an @mauisurfer25 schicken. Ich versende dann per G+ Benachrichtigung und Twitter DM die Einaldung zum Hangout.