Ein Blog-Twitterst


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Es gibt Relikte aus der alten Blogosphäre, die mit der Massenphänomenisierung von Twitter und Facebook allmählich aussterben:

  • Minimalposts: In einem Blogeintrag mal eben mit ein, zwei Sätzen auf einen fremden Blogpost hinweisen. Und zwar nur auf einen Blogpost, höchstens zwei. (Ab drei over vier wird aus den Hinweisen nämlich eine kuratierte Liste mit Linktipps und davon gibt es in der Blogosphäre mehr denn je – siehe auch meine Linktipps vom Pazifik. Übernimmt ein Algorithmus das unkommentierte Zusammenstellen von Listen, dann nennt man es Aggregieren, und das war vor dem Inkrafttreten des Leistungsschutzrechts ebenfalls eine sehr beliebte Dienstleistung. Jetzt weniger, weil zu riskant.)
  • Blogrolls: Die hat kaum noch jemand (ich auch nicht). In neueren WordPress-Versionen müsste man sie mühsam erstellen, denn das bequeme Widget dafür gibt es nicht mehr.
  • Blogstöckchen: Für diejenigen, die gar nicht mehr wissen, was das ist: Eine Methode, sich Backlinks (Verlinkungen von anderen Blogs) zu verschaffen. Man denkt sich paar Fragen aus, beantwortet die Fragen selbst und reicht das Stöckchen mit den Fragen dann an andere Blogger weiter. Nach dem Kettenbriefsystem bekommt der erste Blogger dann ganz viele Backlinks, weil alle auf ihn verweisen. Soweit die Theorie. Hat in der Praxis aber auch nur dann funktioniert, wenn das Ganze ein sinnvolles Thema hatte und das Linkbaiting nicht allzu offensichtlich betrieben wurde.

So wie hier. Diese Stöckchenfragen von Ralph Scholze (Webpixelkonsum), die mir die Illustrantin Christiane Strauss zugeworfen hat, beantworte ich gerne.  

Wer bist Du auf Twitter? Seit wann bist Du auf Twitter? Nutzt Du Twitter vorwiegend privat oder beruflich?

 Auf Twitter bin ich @ulrikelanger und ich twittere seit November 2008. Bis vor kurzem hieß ich allerdings @mauisurfer25, weil ich zu damals zu kurzsichtig war, mir meinen eigenen Namen als Profil zu sichern. Außerdem habe ich noch ein rein englischsprachiges Twitterprofil @ulrikelangerEN, das ich aber nur sehr gelegentlich nutze.

Wäre es mit einer Trennlinie zwischen interessant und uninteressant, denn persönliche und berufliche Nutzung kann ich nicht sinnvoll voneinander trennen. In meiner Timeline mischt sich alles, und meine eigenen Tweets sind ebenfalls gemischt, wenn auch meistens mit meinen persönlichen/beruflichen Interessen verknüpft. Wirklich Privates twittere ich nicht.

Zu welchen Themen veröffentlichst Du Deine Tweets?

Medienwandel, digitale Medieninnovationen, neue Chancen für Journalisten, Nerdiges, USA, Seattle.

 Wie viel Zeit pro Woche nimmst Du Dir für Twitter?

Schwer zu sagen. Es gibt bei mir zwei typische Arten von Arbeitstagen. Entweder ich arbeite daheim in meiner umgebauten Garage. Dann ist Twitter den ganzen Tag lang offen und ich tauche von frühmorgens bis spätabends immer wieder mehr oder weniger intensiv in den Nachrichten-Echtzeitstrom ein. Oder ich bin unterwegs, womöglich sogar in der WLAN-Wüste Deutschland oder ich gebe ganztägige Workshops, dann habe ich – selbst wenn der Workshop Twitter zum Thema hat –  am Tag vielleicht nur 30 Minuten für meine eigene Twitternutzung. An solchen Tagen nutze ich dann besonders gerne Social-Media-Filter-Dienste wie paper.li, um wenigstens das Wichtigste aus meinem Netzwerk mitzubekommen. Ich lese übrigens die Ausgabe für Vera Bunse fast noch lieber als meine eigene. Das gibt noch mal eine andere Perspektive.

Wieviel Zeit also pro Woche für Twitter? Wenn ich aus den beiden Nutzungsextremen einen Mittelwert bilden müsste, würde ich schätzen: 20 Stunden pro Woche.

Auf welchen Social Media-Kanälen bist Du aktiv?

Twitter, Facebook, Google+ (vor allem wegen der Hangout Funktion, ab und zu in der Gruppe Digitaler Journalismus), ab und zu YouTube, Storify, zunehmend LinkedIn, als reines Adressenbuch nutze ich ab und zu auch noch Xing. Bei Torial und Rebelmouse habe ich auch Profile angelegt, aber mehr, um die Plattformen auszuprobieren.

Welche Position nimmt Twitter für Deine Kommunikation in all Deinen Social Media-Kanälen ein?

Ich verbringe eindeutig die meiste Zeit dort und ziehe den größten Nutzen aus dieser Plattform. Twitter ist für mich meine persönliche Nachrichtenagentur, eine Marketingplattform für meine eigenen Aktivitäten, Unterhaltungsmedium, Flurfunk (wichtig für Solo-Heimarbeiter!) und ein tägliches Überraschungsei. Das ist Serendipity par excellence. Ich halte gar nichts von der These, dass man im Netz nur findet, was man sucht, während Zeitungen angeblich ein Bündel voller Überraschungen sind. Allerdings folge ich auch rund 1000 Leuten mit teilweise sehr verschiedenen Themen. Wenn das eine Filterblase ist, dann ist sie jedenfalls riesig.

Organisierst Du Tweetups bzw. nimmst Du daran teil?

Ich bin auf vielen Veranstaltungen, aber auf einem Tweetup bin ich noch nie gewesen.

Wofür verwendest Du Twitter vorwiegend?

Siehe Antwort auf Frage 5.

Welche Gesamtnote von 1 – 6 würdest Du Twitter geben und wieso?

Twitter bekommt eine 1, weil ich kaum noch weiß, wie ich die meiste Zeit meines Lebens ohne Twitter ausgekommen bin.

Welche Tools nutzt Du mit welcher Hardware für Deine Aktivitäten auf Twitter?

Hier kommt der Wermutstropfen: Bis vor kurzem habe ich auf dem PC Tweetdeck 28.2 und auf dem Laptop Tweetdeck 38.1 genutzt. Das sind zwei alte Client-Versionen aus der Zeit, bevor Twitter Tweetdeck übernommen hat. Jetzt funktionieren sie nicht mehr. Notgedrungen benutze ich jetzt die Chrome-App Tweetdeck, die längst nicht so komfortabel ist wie das alte Tweetdeck, aber mir immer noch besser gefällt als etwa Hootsuite oder Janetter. Auf meinem iPhone benutze ich die Twitter App.

Und jetzt reiche ich das Blogstöckchen weiter an Vera Bunse, Carolin Neumann und Carline Mohr. Der Twitter-Hashtag für die Aktion lautet übrigens BTStöckchen.

Illustration: Twitter

 

9 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: #BTStöckchen: Wie nutzt du Twitter? | vera bunse

  2. Pingback: #BTStöckchen: Wie nutzt du Twitter? | ... Kaffee bei mir?

  3. Bis vor kurzem hieß ich allerdings @mauisurfer25

    Ja, das hatte ich irgendwann abonniert… Kann man denn die Twitter-Adresse einfach so ändern? Oder sind wir Follower alle umgezogen und ich erinnere mich nicht?

  4. Pingback: Das Blog-Twitter-Stöckchen #BTStöckchen | Hol das Stöckchen!

  5. Hallo Irene, seinen Twitter-Namen kann man nur ändern, wenn der Wunschname frei ist. Dann geht es allerdings mittlerweile ganz einfach, die Follower folgen dann automatisch dem neuen Profil.

  6. Pingback: Wie ich Twitter nutze | Carolin Neumann - Journalistin

  7. Ah, danke. Vielleicht komme ich auch irgendwann aus der Halbanomymität. Noch schreckt mich das gute Googleranking der Twitter-Accounts :-)

  8. Pingback: This is how I tweet -