Stand-up Comedian Matt Waite und seine Drohne

Matt Waite -droneWer hätte gedacht, dass ein Journalismusprofessor und Nerd auch Talent als Stand-Up-Comedian unter Beweis stellt? Matt Waite, der Journalismus an der University of Nebraska unterrichtet und dort das Drone Journalism Lab leitet, unterhielt bei der Journalismus-Konferenz ONA13 in Atlanta einen großen Saal mit seinen launigen Ausführungen. Waite wurde bei der Online Journalism Conference ONA13 in Atlanta von Amy Webb als Überraschungsgast auf die Bühne gebeten. Sie sprach über 10 Tech-Trends im Journalismus – Drohnenjournalismus sieht sie als einen davon.

Im ersten Videoclip, während die Drohne noch auflädt, warnt Waite die anwesenden Journalisten vor Drohnen-Schnäppchen im Internet. Nicht weil diese schlecht seien, im Gegenteil. “Aber ich bin hier, um Ihre Träume zu zerstören. Sie werden Sie nicht fliegen lassen dürfen.” Oft werde er von Journalisten, deren Redaktion sich eine Drohne angeschafft habe, gefragt, was sie denn nun damit machen sollen. “Egal was”, sagt Waite dann, “aber gehen Sie damit bloß nicht nach draußen.

In den USA dürfen derzeit nur Amateure (= Hobbydrohnenflieger) Drohnen fliegen lassen. Darunter fällt nicht einmal Waite, der an einer staatlichen Universität unterrichtet und deshalb als Regierungsmitarbeiter gilt: “I never thought of myself as ‘the man’, but now I am ‘the man’!” Deshalb fliegen die Drohnen des Lab derzeit nur in Innenräumen, wo sie allerdings von der GPS-Steuerung keinen Gebrauch machen können und mehr taumeln als beim Flug draußen.

Die Antragsprozedur für die 500-Dollar-Drohne im Video, eine DJI Phantom, ist laut Waite übrigens die Gleiche wie für eine Überwachungsdrohne an der mexikanischen Grenze. Wer sich dafür interessiert, findet sie bei vom Drone Journalism Lab hochgeladenen Dokumente bei Github.

Interessant: In den USA werden Drohnen wahrscheinlich ab Anfang 2015 auch zu kommerziellen und journalistischen Zwecke eingesetzt werden können. Die Gesetzesänderung dafür ist laut Waite derzeit in Vorbereitung.

Sind Drohnen nun die Zukunft des Journalismus wird Waite häufig gefragt. Nein, glaubt Waite: “Sie sind nur ein Teil einer Zukunft des Journalismus. Sie sind ein Werkzeug, um an Geschichten zu kommen, an die man sonst nicht käme.” Im vergangenen Sommer dokumentierten Waite und sein Team mittels Drohnen den ausgetrockneten Platte River in Nebraska.

Im folgenden Videoclip lässt Waite die Drohne fliegen. Das sieht imposant aus, geht aber leider auf Kosten der Tonqualität (es ist halt nur ein spontan gedrehtes iPhone-Video ohne Richtmikrofon).

Und hier noch ein Video aus der Perspektive der Drohne – Achtung, jetzt wird es richtig laut:

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