Das Digitale Quartett #49 : Digitale Nomaden – Life in the Cloud

Life_in_theCloud

Noch sind sie die Exoten in der Arbeitwelt – digitale Nomaden. Dieser  Spezies, denen die Begriffe “9 to 5″ und “Anwesenheitspflicht” ebenso fremd sind wie freie Wochenenden oder verlässliche Vereinbarungen in der Freizeit, widmete die Multimedia-Produktionsfirma 2470media schon 2010 einen sehenswerten Beitrag. Die modernen Wissensarbeiter mit Kreativ- und Tech-Jobs können ihren Arbeitsplatz überall dort einrichten, wo sie gerade sein wollen. Hauptsache, es gibt stabiles WLAN, guten Cappuccino und gute Verkehrsverbindungen. Als eine der Hauptzentralen des digitalen Nomadentums gilt das Café St. Oberholz in Berlin-Mitte. Doch die digitalen Nomaden leben weniger an physischen Orten als in der Datenwolke. Ihre Twitter-Location ist häufig eine GPS-Kennziffer oder auch nur “Airport” oder “Internet”.

Doch wie sieht der Alltag von Digitalen Nomaden wirklich aus? Wie jettet man durch die Welt, ohne sein Bankkonto und seine Gesundheit zu ruinieren? Welche Gadgets braucht man unterwegs wirklich? Wie ändern sich Beziehungen zu Familie und Freunden, bei denen man ständig nur auf Stippvisite vorbeischaut? Und wie wird sich unsere Gesellschaft verändern, wenn vielleicht das klassische Normalarbeitsverhältnis und der heute schon eher seltene “Eckrentner” zur Ausnahme und das Digitale Nomadentum zum Normalfall wird?

Darüber wollen wir heute, 28. Oktober, 21 Uhr im Digitalen Quartett sprechen mit:

Romy_MlinskRomy Mlinzk (@snoopsmaus). Sie lebt und arbeitet als Social Media Expertin (noch) in Hamburg und bald im Ruhrgebiet. Als Reisebloggerin ist sie aber auch viel auf anderen Kontinenten unterwegs und lässt uns mit minimaler oder keiner Verzögerung an ihren Erlebnissen teilhaben.

Nicole_SimonNicole Simon (@nicolesimon) , bei Xing bekannt als “Taktikerin, Umsetzerin und Gründerin”. Wir vom Digitalen Quartett kennen sie als Social Media Beraterin und Vernetzerin und trafen sie schon an vielen Orten dieser Welt. Ihre geerdete Basis war Lübeck, mittlerweile wohnt sie in Berlin.

Simon_HarlinghausenSimon Harlinghausen (@harlinghausen). Er ist Geschäftsführer Strategie und Konzeption der Technologie-Beratungsfirma Akom360. Er lebt nominell in München, tatsächlich aber in den Flugzeugen und Airport Lounges dieser Welt. Ohne Jetlag!

 

Wie immer kann und soll bei Twitter unter dem Hashtag #Quartett rege mitdiskutiert werden. Denn ein bisschen digitales Nomadentum steckt doch in uns allen, oder?

Symbolbild: Shutterstock

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich habe, ehrlich gesagt, stellenweise mit offenem Mund zugeschaut. Ich halte mich durchaus für gut organisiert, aber offensichtlich schleicht sich bei mir unterdessen britisches Laissez-faire ein. Ich kenne den Verbrauch meiner Apps nicht und ich habe bislang auch weltweit immer WLAN gefunden, wenn ich WLAN wollte (außer auf der Re:publica) ohne bei McDonald’s meine Zeit verbringen zu müssen. Zu viel Planerei ist auch anstrengend und manchmal auch Zeitverschwendung. Man verpasst manchmal tolle Dinge, wenn man alles immer plant.

  2. Ich kenne den Verbrauch meiner Apps auch nicht, jedenfalls nicht ständig und von allen ;-) Nicole Simon ist extrem durchorganisiert und man kann eine Menge von ihr lernen. Aber ich plane auch nur das, was sich in der Vergangenheit als wichtig herausgestellt hat. Einige Erfahrungen, die ich immer wieder gemacht habe:

    1. Wenn ich in einer fremden Stadt unbedingt WLAN brauche und nur wenig Zeit habe: Ab in den nächsten Starbucks. Es ist mir schon oft passiert, dass mein WLAN-Finder mir ein Cafe oder Restaurant mir freiem WLAN anzeigt, ich bestelle mir einen Kaffee, aber das Personal kann sich partout nicht an das richtige Passwort erinnern und zuckt nur mit den Schultern. Bis ich dann woanders hingezogen bin, ist die Hälfte der Zeit schon vorbei.

    2. Keine deutschen Prepaid-Karten mehr. Ich zahle lieber etwas mehr für AT&T-Datenroaming, habe dafür aber einen verlässlichen, freundlichen und kulanten Service. Und eine Website, auf der die Abbestellung von Diensten nicht hinter 20.000 Klicks und Zusatz-Sicherheitsfragen und Formularen per Post versteckt ist.

    3. Ich zahle lieber etwas mehr für einen Flug, wenn ich dafür Meilen bei United Airlines innerhalb der Star Alliance sammeln kann. Die haben zwar nicht die besten Flüge, aber dafür das beste Meilenprogramm mit den wenigsten Blackout-Dates. Ich sitze seit zwei Jahren auf 90.000 Lufthansa-Meilen, die ich nicht einlösen kann, weil es keine Meilenflüge an meinen Wunschdaten gibt.

    4. Innerhalb von DACH fliege ich so gut wie nie. Die Bahn ist fast immer praktischer und preiswerter.

    5. Ein minimales Aufnahmeset für Audio und Video nehme ich zu jedem Termin mit. Man weiß nie, wem man plötzlich gegenübersteht.

    6. Einreise in die USA mit Journalistenvisum am besten über Newark, Washington D.C., Chicago oder San Francisco (das sind zufällig oder nicht auch die United-Hubs). Die Beamten an den Kontrollstellen an diesen Flughäfen haben die meiste Erfahrung mit Journalistenvisa. An anderen Flughäfen, wo solch ein Visum seltener vorgezeigt wird, kann einem mitunter eine mehrstündige Befragung blühen. Und der Anschlussflug, der dann eventuell weg ist, interessiert die überhaupt nicht.