Digitales Quartett #63: Lokaljournalismus – Königsdisziplin oder Abgesang?

Tote-KuhMit seinem köstlich-satirischen Buch “Die tote Kuh kommt morgen rein” (2013, Scherz-Verlag) spießte Lokalreporter Ralf Heimann Schmonzetten, Stilblüten und alltägliche Kleinkorruption bei der Lokalpostille im fiktiven Kaff Borkendorf im Münsterland auf. Doch Borkendorf ist überall, wie Heimanns mit externen Zuschriften prall gefülltes Tumblr-Blog Wir schicken wen beweist. Und Borkendorf wird wohl auch immer so bleiben, wie es ist, auch wenn sich die digitale Medienwelt rundherum im Aufbruch befindet, fürchtet Heimann. Deshalb will er jetzt  nach zehn Jahren als Lokaljournalist, davon die letzten sieben bei der “Münsterschen Zeitung”, etwas ganz anderes machen. Den Weg dahin hält er in seinem neuen Blog Operation Harakiri fest.

Isabella David hingegen steht nicht am Ende, sondern ganz am Anfang – am Anfang dessen, was eine neue Form des Lokaljournalismus sein kann. Mit Berichten von mittendrin unter den Hamburgern  beweist Hamburg Mittendrin, dass Lokaljournalismus bedeutet, auch denen eine Stimme zu geben, die weder dem Stadtrat noch dem Schützenverein angehören. Mit der App Call-A-Journalist, die von Nutzern eingesetzt werden kann, um Reporter für die Berichterstattung herbeizurufen, erntete das Lokalblog Verblüffung. “Ihr kommt ja tatsächlich!”

Mit Ralf Heimann und Isabella David wollen Daniel Fiene, Franziska Bluhm und ich heute im Digitalen Quartett über den real-existierenden und die Utopie (?) eines besseren Lokaljournalismus reden. Live im Hangout. Ihr könnt wie immer den Stream verfolgen, Euch mit dem Hashtag #Quartett bei Twitter einschalten oder anschließend den Talk in unserem YouTube-Kanal verfolgen.

Nachtrag: Mit Isabella David gab es leider technische Problem, aber Christian de Vries, neuer Onlinechef der oberpfäzischen Lokalzeitung Der Tag, hat kurzfristig mitdiskutiert. Danke!


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