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	<title>Medial Digital &#187; Interviews mit Innovatoren</title>
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	<description>Das Blog zur Zukunft der Medien und des Journalismus</description>
	<lastBuildDate>Mon, 20 May 2013 03:38:47 +0000</lastBuildDate>
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		<item>
		<title>&#8220;Eine Crowd um sich versammeln&#8221; &#8211; Interview mit Sebastian Esser zum Start der Plattform Krautreporter</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jan 2013 03:54:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews mit Innovatoren]]></category>
		<category><![CDATA[Medienvisionen]]></category>
		<category><![CDATA[Neu]]></category>
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		<category><![CDATA[Sebastian Esser]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit über vier Jahren können amerikanische Journalisten bei Spot.us finanzielle Unterstützer für eigene Projekte suchen. In Deutschland sind erste journalistische Projekte wie berlinfolgen und Eine neue Version ist verfügbar über Startnext erfolgreich finanziert worden. Aber eine eigene Plattform für Journalismus-Crowdfunding &#8230; <a href="http://medialdigital.de/2013/01/29/eine-crowd-um-sich-versammeln-interview-mit-sebastian-esser-zum-start-der-plattform-krautreporter/">Weiterlesen &#8594;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img alt="" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/badad1687dd94b7db65643cb71bfee7b" width="1" height="1" /></p>
<p><strong><a href="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/krautreporter.png?resize=593%2C459"><img class="alignleft size-full wp-image-5550" title="krautreporter" alt="" src="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/krautreporter.png?resize=593%2C459" data-recalc-dims="1" /></a></strong></p>
<p>Seit über vier Jahren können amerikanische Journalisten bei <a href="http://spot.us">Spot.us</a> finanzielle Unterstützer für eigene Projekte suchen. In Deutschland sind erste journalistische Projekte wie <a href="http://www.startnext.de/berlinfolgen">berlinfolgen</a> und <a href="http://www.startnext.de/berlinfolgen">Eine neue Version ist verfügbar</a> über Startnext erfolgreich finanziert worden. Aber eine eigene Plattform für Journalismus-Crowdfunding gab es nicht. Bis jetzt. Gemeinsam mit Wendelin Hübner startet der Berliner Journalist Sebastian Esser am heutigen Dienstag die neue Plattform <a href="http://krautreporter.de">Krautreporter</a>. Zur Intention von Krautreporter und wie man als Journalist Crowdfunding einsetzen kann, hat mir Sebastian ein Interview gegeben.*<span id="more-5522"></span></p>
<p><strong>Sebastian, was hat Dich bewogen, Krautreporter zu starten?<br />
</strong><br />
Ich hatte als Medienjournalist keine Lust mehr auf die immer gleichen, trübsinnig machenden Diskussionen über die Zukunft des Journalismus und wollte lieber etwas unternehmen. Die Idee des Journalismus-Crowdfunding gibt es ja schon länger, siehe Spot.us.</p>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Sebastian_Esser.jpg"><img class="size-medium wp-image-5524  alignleft" title="Sebastian_Esser" alt="Sebastian Esser" src="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/Sebastian_Esser.jpg?resize=225%2C269" data-recalc-dims="1" /></a></p>
<p>Crowdfunding ist etwas anderes als Spenden. Es ist eine Form von Vorfinanzierung, in diesem Fall für ein journalistisches Produkt, welches man beim Crowdfunding auch sehr bewusst als Produkt vermarkten muss. Es ist wichtig für das Selbstverständnis , dass man Journalismus als Geschäft wahrnimmt und nicht als Almosen. Es ist kein Verkaufen im klassischen Sinn, sondern eher ein Eintrittspreis zu einer Community, die sich nach einem Pitch um ein Thema, ein Projekt und einen Reporter spontan bildet.</p>
<p><strong>Wie wichtig ist es, wenn bekannte Kollegen wie Dirk von Gehlen mit ihren Projekten erfolgreich sind, um Journalismus-Crowdfunding in Deutschland zu etablieren? </strong></p>
<p>Ich glaube, es ist sehr wichtig, um zu verstehen, was Crowdfunding ist. Aber man bekommt dann natürlich als Einwand zu hören: &#8220;Ich habe aber keine Tausende von Twitter-Followern, ich kann die Community-Power nicht aufbringen.&#8221; Dirk von Gehlen gilt ja in bestimmten Kreisen als Promi. Mit ihm können sich viele Journalisten nicht unbedingt so identifizieren wie mit jemandem, der nur 200 Follower hat.</p>
<p><strong>Ist das die Zukunft des Journalismus?<br />
</strong><br />
Krautreporter ist ganz bestimmt nicht die Zukunft des Journalismus, aber es könnte ein kleiner Teil davon sein. Es könnte ein Ermöglicher sein. Journalisten können über Crowdfunding Projekte ausprobieren, die sich anders nicht finanzieren lassen. Wir hoffen auf abgefahrene Ideen und darauf, dass Projekte entstehen, aus denen sich Journalisten künftig ihr persönliches Geschäftmodell zusammenbasteln können.</p>
<p><strong>Was ist die Spannbreite der Projekte bei Krautreporter? Was ist zum Start dabei?</strong></p>
<p>Wir werden am Anfang mit sechs bis zehn Projekten starten. Wir haben einen 22jährigen Kollegen aus der Nähe von Darmstadt, Julian Heck, der sein hyperlokales Blog <a href="http://www.weiterstadtnetz.de/"><strong>Weiterstadtnetz</strong></a> mit Hilfe der Crowd als Printmagazin drucken will. Eine andere Kollegin, Carmen Eckhardt, ist eine renommierte Dokumentarfilmerin. Sie schlägt ein Projekt vor namens <a href="http://www.seemorefilm.de/pages/projekte/filme-in-vorbereitung/viktors-kopf.php"><strong>Viktors Kopf</strong></a>, wobei Viktor ihr Urgroßvater ist, der in der Nazizeit als Widerstandskämpfer enthauptet wurde. Krasse Geschichte, super Thema. Dann haben wir noch einen Fotografen in Spanien, der eine Multimedia-Dokumentation über Auswirkungen der Proteste in Spanien machen will. Klaus Bardenhagen, freier Korrespondent in Taiwan, möchte 2000 Euro für sein<strong> <a href="http://krautreporter.de/taiwanbuch">neues Taiwan-Buch</a></strong>. Leute, die ihn mit einem Mindestbetrag unterstützen, bekommen das Buch. Das ist Vorfinanzierung in reinster Form und funktioniert wie bei Kickstarter als Shop. Wenn die 2000 Euro nicht zusammen kommen, dann macht er sich erst gar nicht die Arbeit, das Buch zu schreiben. Das finde ich legitim und clever.</p>
<p><strong>Wozu sind spezielle Journalismus-Finanzierungs-Plattformen nötig, wenn es doch große Plattformen wie Kickstarter in den USA und Großbritannien und Startnext in Deutschland gibt? </strong></p>
<p>Man kann die Finanzierung auch über die eigene Webseite laufen lassen, so technisch anspruchsvoll ist das nicht. Die Frage ist, was der Mehrwert einer Plattform ist. Bei Kickstarter ist es das positive Image und der Netzwerkeffekt der großen Community. Ich glaube aber, dass Journalismus zwischen den Gadgets bei Kickstarter etwas untergeht.  Bei journalistischen Projekten ist die Motivation der Unterstützer, Teil eines Projekts zu sein, das auch einen ideellen Wert hat. Unsere Rechtfertigung dafür, eine eigene Platfform zu starten, ist , dass wir eine Community um das Journalismus-Crowdfunding herum aufbauen wollen. Das bedeutet auch, dass wir auswählen und uns vorbehalten, Projekte abzulehnen, weil sie nicht unserer Vorstellung von unabhängigem transparentem Journalismus entsprechen. Projekte profitieren davon, dass Nutzer die unsere Site besuchen, gezielt nach  journalistischen Projekten suchen.</p>
<p><strong>Wie sind die bisherigen Reaktionen, seit Ihr das Projekt im Herbst angekündigt habt?<br />
</strong><br />
Die Reaktionen sind sehr positiv und mutmachend. Das macht mich fast ein bisschen nervös, weil ich hoffe, dass wir technisch alles hinbekommen, wenn dann am Dienstag hoffentlich der große Ansturm kommt. Genauso wichtig ist es, dass der Enthusiasmus der Reporter auch bei den Unterstützern ankommt. Ich glaube, wenn es am Anfang ein paar erfolgreiche Projekte gibt, dann hat das ganze Prinzip Journalismus-Crowdfunding in Deutschland eine sehr gute Chance. Ich möchte wirklich an die Leute appellieren, auf die Seite zu gehen und zu schauen, ob man eines der Projekte überzeugend findet und mit zehn oder 50 Euro unterstützen möchte. Vielleicht profiert man persönlich davon, Teil des Unterstützerteams dieses Reporters zu werden.</p>
<p><strong>Wie finanziert Ihr die Plattform? </strong></p>
<p>Ursprünglich hatten wir einen eingetragenen Verein gegründet und sogar schon drei Stiftungen (Augstein-Stiftung, BMW-Stiftung, und Hamburger Stiftung für Wirtschaftsethik) gefunden, die die Entwicklung finanzieren wollten. Dann stellte sich aber heraus, dass man Crowdfunding zumindest in Deutschland nicht gemeinnützig betreiben kann. Das hängt damit zusammen, dass man als Plattform einen Vertrag zwischen den Unterstützern und den Reporten vermittelt und der Reporter muss dann auf jeden Fall gemeinnützige Arbeit leisten. Unser Risiko wäre gewesen, bei kommerziellen Projekten, die wir auch ermöglichen möchten, am Ende für die Steuern verantwortlich zu sein. Deshalb haben wir die Stiftungsgelder zurückgezahlt und machen es jetzt lieber alleine. Ich finde, dass es Journalismus gut ansteht, nach marktwirtschaftlichen Kriterien zu funktionieren, um die Unabhängigkeit zu sichern. Jetzt haben wir selbst zwar kein Geld mehr, aber es funktioniert.</p>
<p><strong>Soll Krautreporter auch für Euch ein Geschäftsmodell werden? </strong></p>
<p>Das soll und kann es nicht werden. Wir behalten fünf Prozent der erzielten Summe ein, sobald ein Projekt gelingt. Um uns 1000 Euro Gewinn &#8211; nicht Umsatz &#8211; auszuzahlen, bräuchten wir eine halbe Million Euro an Projektgeldern. Aber journalistische Projekte brauchten ja oft nicht viel Geld. Da geht es um Flugkosten oder ein paar Hotelübenachtungen. Ich hoffe, dass wir irgendwann mal unsere Betriebkosten decken können, aber das ist nicht sicher und das ist auch nicht unsere Motivation. Es ist ein einfach ein Projekt, dass uns wichtig ist und uns ganz bestimmt auch auf andere Weise weiterbringen wird.</p>
<p><strong>Hast Du ein paar Tipps für eine erfolgreiche Kampagne? </strong></p>
<p>Der wichtigste Punkt ist wohl, genau zu überlegen, wer die Zielgruppe des eigenen Projekts ist. Beim Crowdfunding muss man sich nicht an ein Massenpublikum wenden. Man kann Geschichten machen, die in der Zeitung oder im Fernehen keine Chance hätten, weil das Publikum zu speziell ist. Man kann ein Dorf zum Thema machen, jeden in diesem Dorf interviewen und die Bewohner um 3000 Euro für das Projekt bitten. Klaus Bardenhagen richtet sich mit seinem Taiwan-Buch bestimmt auch nur an ein kleines Publikum: Deutsch-Taiwanesen oder Deutsche in Taipeh oder das Goethe-Institut. Es kann sich aber trotzdem lohnen, auf diesem Weg ein Buch für diese Leute zu schreiben. Wenn man sein Publikum richtig einschätzt und die Leute richtig kontaktiert und aktiviert, dann hat man super Chancen. Der zweite Tipp: Man muss sich überwinden. Die Amerikaner sagen immer: Go beyond your comfort zone. Man muss auch Dinge machen, die einem vielleicht unangenehm sind.</p>
<p><strong>Zum Beispiel sich als Journalist  aktiv vermarkten? </strong></p>
<p>Allein, sich hinzustellen, und in einem Video seine Idee vorzustellen, kostet Überwindung. Viele Menschen denken von sich, dass Sie vor der Kamera nicht gut wirken. Aber wir machen ja kein Fernsehen, sondern wir reden im Internet auf Augenhöhe mit anderen Menschen. Man muss die Leute auf einer emotionalen, persönlichen Ebene erreichen und mit ihnen in einen wirklichen Austausch treten. Sie unterstützen ja nicht nur die Idee, sondern auch die Person dahinter. Es ist eine Chance, ein neues Verhältnis zwischen Reporter und Leser/Hörer/Zuschauer zu schaffen und eine eigene Crowd um sich zu herum zu versammeln. Diese Chance muss man abwägen gegen das Risiko, dass es eventuell auch schief gehen kann.</p>
<p>*Mit diesem Beitrag möchte ich mein Blog nach einer langen (aber <a href="http://medialdigital.de/wp-content/Umbau1.jpg"><strong>nötigen</strong></a>) Pause wiederbeleben und freue mich auf hoffentlich neue spannende Diskussionen.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fmedialdigital.de%2F2013%2F01%2F29%2Feine-crowd-um-sich-versammeln-interview-mit-sebastian-esser-zum-start-der-plattform-krautreporter%2F&amp;title=%E2%80%9CEine%20Crowd%20um%20sich%20versammeln%E2%80%9D%20%E2%80%93%20Interview%20mit%20Sebastian%20Esser%20zum%20Start%20der%20Plattform%20Krautreporter" id="wpa2a_2"><img src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png?resize=171%2C16" alt="Share" data-recalc-dims="1"/></a></p> <p><a href="http://medialdigital.de/?flattrss_redirect&amp;id=5522&amp;md5=34cd642f13b0693a8607a8b539d5025f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Was Crowdfunding für die Musikkultur leisten kann &#8211; Interview mit SellaBand-Chef Michael Bogatzki</title>
		<link>http://medialdigital.de/2011/04/14/was-crowdfunding-fur-die-musikkultur-leisten-kann-interview-mit-sellaband-chef-michael-bogatzki/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 10:11:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews mit Innovatoren]]></category>
		<category><![CDATA[Neu]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[SellaBand]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Vorfeld der re:publica Subkonferenz co:funding am 15. April, bei der ich auf dem Podium mitdiskutiere, habe ich mit dem CEO der Musik-Crowdfunding-Plattform SellaBand, Michael Bogatzki, ein telefonisches Interview geführt. Bei Sellaband können Fans in Musiker investieren und bekommen im &#8230; <a href="http://medialdigital.de/2011/04/14/was-crowdfunding-fur-die-musikkultur-leisten-kann-interview-mit-sellaband-chef-michael-bogatzki/">Weiterlesen &#8594;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/d041ec3de9c7458593b20305a61a8290" alt="" width="1" height="1" /></p>
<h4><a href="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/cofunding.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-4883" title="cofunding" src="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/cofunding.png?resize=225%2C87" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>Im Vorfeld der re:publica Subkonferenz <a href="http://www.cofunding.de/Referenten.html">co:funding</a> am 15. April, bei der ich auf dem Podium mitdiskutiere, habe ich mit dem CEO der Musik-Crowdfunding-Plattform <a href="http://www.sellaband.de">SellaBand</a>, Michael Bogatzki, ein telefonisches Interview geführt. Bei Sellaband können Fans in Musiker investieren und bekommen im Gegenzug exklusives CD-Material, Backstagepässe oder sogar Gewinnbeteiligungen oder mehr. Bands können dafür ihre Projekte (Studioaufnahmen, Konzerttouren o.ä.) unabhängig von einem Label realisieren.</h4>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Michael-Bogatzki.jpg"><img class="size-medium wp-image-4874 alignleft" title="Michael Bogatzki" src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/Michael-Bogatzki.jpg?resize=225%2C337" alt="" data-recalc-dims="1" /></a><strong>Herr Bogatzki, wie funktioniert SellaBand? </strong></p>
<p><strong> </strong>SellaBand ist ein Marktplatz, der sich mit Crowdfunding beschäftigt. Das bedeutet, viele Menschen können mit kleinen Beträgen größere Summen zusammentragen, damit Künstler in der Lage sind, ihre Projekte zu realisieren. Das können CD- oder Videoproduktionen sein, Promotion, Marketing, Tourfundings, etc. Das steht den Künstlern völlig frei. Wir sind ein öffentlicher Marktplatz für verschiedene Interessen. Wir führen Künstler und Believer zusammen.</p>
<p><strong>Was sind Believer?</strong></p>
<p>Das sind die Menschen, die Musikprojekte unterstützen.</p>
<p><strong>Für welche Genres von Musik und für welche Art von Projekte funktioniert dieser Marktplatz am besten?</strong></p>
<p>Generell sind wir für alle Genres offen. Besonders gut funktionierte es aber in der Vergangenheit für Pop, Rock, Alternative, Singer-Songwriter. Dreiviertel der abgeschlossenen Fundings kommen aus diesen vier Genres.</p>
<p><strong>Nun sind ja Pop und Rock auf dem Musikmarkt nicht gerade unterrepräsentiert&#8230;</strong></p>
<p>Überhaupt nicht. Mit SellaBand erfüllen wir aber andersartige Mechaniken. Bei uns handelt es sich um eine demokratische Entscheidung, welche Musik gefördert wird und nicht mehr um eine Einzelentscheidung einer Person in einer Plattenfirma, welche Musik ist es wert ist, gefördert zu werden oder nicht.</p>
<p><strong>Seit wann gibt es die Plattform, wieviele Projekte wurden abgeschlossen, und wieviele Unterstützer gibt es?</strong></p>
<p>Startschuss von SellaBand war im Sommer 2006. Bis die Plattform dann mit dem ersten Konzept online ging, war es Anfang 2007. Dann sind auch die ersten Fundings relativ zügig durchgelaufen. Das Konzept war früher so, dass man immer mindestens 50.000 Dollar einsammeln musste, das war eine Bedingung.</p>
<p><strong>Das war aber eine hohe Hürde&#8230;</strong></p>
<p><a href="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/SellaBand_Logo1.png"><img class="alignleft size-large wp-image-4876" title="SellaBand_Logo" src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/SellaBand_Logo1.png?resize=240%2C58" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>Ja, das ist viel Geld für unbekannte Künstler. Das Konzept wurde aber über die Jahre öfter mal angepasst. Mittlerweile sind wir sehr flexibel. Wir haben jetzt 63 Fundings abgeschossen, darunter sind 47 Album-Produktionen. Der Rest sind beispielsweise Promotions oder Five-Track-Produktionen. Weitere Projekte sind jetzt gerade im Kreativprozess oder produzieren gerade im Studio.</p>
<p><strong>Wieviele Believer gibt es insgesamt?</strong></p>
<p>80.000 aus 138 Ländern.</p>
<p><strong>Believer müssen mindestens zehn Euro einzahlen. Wenn man das mit dem monatlichen Mindestbetrag bei Flattr vergleicht, verteilt auf beliebig viele Webseiten, ist es ein recht hoher Betrag. Wirkt das nicht abschreckend?</strong></p>
<p>Das Gros der Künstler auf unserer Plattform will ein Album produzieren. Im klassischen Handel oder online ist dafür zehn Euro ein gelernter Wert.</p>
<p><strong>Bekommen die Unterstützer für ihr Geld ein Album?</strong></p>
<p>Ja. Es steht den Künstlern aber total frei, einen Incentivierungsplan aufzustellen, für alle, die zahlen. Das kann ein Dowload oder eine CD sein oder eine sogenannte limited edition. Es kann Pakete geben aus T-Shirts, Autokgrammkarten, privaten Konzerten, Meet and Greets, da gibt es ganz unterschiedliche Stufen. Jonathan Davis, der Frontmann von Korn, hat ein exklusives Live-Konzert gegeben und finanziert jetzt bei SellaBand eine DVD nur für Fans. Es geht also nicht darum, dass man zehn Euro gibt und ein Album bekommt, sondern darum, dass der Künstler in seiner Freiheit überhaupt nicht eingeschränkt ist.<a href="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/SellaBand_Incentives.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-4877" title="SellaBand_Incentives" src="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/SellaBand_Incentives.png?resize=225%2C431" alt="" data-recalc-dims="1" /></a></p>
<p><strong>Die meisten Künstler bieten also ein abgestuftes Modell von Leistungen je nach bezahltem Betrag?</strong></p>
<p>Ja, das fängt bei zehn Euro an und geht dann meistens mit 20 Euro und 50 Euro usw. weiter.</p>
<p><strong>Was passiert, wenn sich ein Projekt finanziert hat? Werden die Believer an den Gewinnen beteiligt?</strong></p>
<p>Das ist ganz unterschiedlich. Wir bieten technisch die Möglichkeit an, dass ein Künstler seine Believer an seinen persönlichen Einkünften beteiligen kann. Es gibt dann einen sogenannten Revenue Share. Wenn ein Künstler seine Alben verkauft und zum Beispiel die Hälfte seiner Einnahmen an seiene Believer ausschüttet, dann gibt es darüber Mitteilungen an uns und wir verteilen die Einnahmeanteile prozentual. Das machen viele. Einige geben sogar ihre gesamten Gewinne ab, die wollen einfach nur ein Album produzieren.</p>
<p><strong>Wieviele handeln so uneigennützig?</strong></p>
<p>Ich würde mal sagen, einer von 20. Das macht natürlich wirtschaftlich keinen Sinn. Aber es geht halt nicht darum, den nächsten Superstar zu finden, sondern darum, dass Musik überhaupt stattfinden kann. Die Musikindustrie wehrt sich immer mehr dagegen, deutsche Acts aufzubauen. Wir haben hier einen Anteil von 30 oder 35 Prozent nationaler Musik, der Rest ist international. In Frankreich gibt es Quoten, wieviel nationale Musik im Radio gespielt werden muss. In Japan sind das sogar 80 Prozent. In den USA ist fast alles einheimisch, aber der Musikmarkt ist riesig und beliefert den Rest der Welt. Auf der Plattform merken wir das auch. Es gibt Künstler, die kommen aus Neuseeland und sind dort bekannt, aber im Rest der Welt kennt sie niemand.</p>
<p><strong>Und sie werden im Radio auch nicht gespielt?</strong></p>
<p>Richtig. Man braucht Geld, um ein Album aufzunehmen, aber auch, um es zu promoten. Nur eine Verfügbarkeit im Handel reicht nicht, deshalb machen viele Künstler mehrstufige Pläne. Erst ein Album funden, dann Promotion, Marketing und so weiter.</p>
<p><strong>Was ist der Vorteil für Künstler, SellaBand als Plattform zu wählen? MySpace ist trotz starker Verluste immer noch größer&#8230;</strong></p>
<p>Auf den social networks wird in aller Regel kein Geld eingesammelt. Zu uns kommen die Leute, um Musik zu unterstützen, und sie sind bereit, Geld dafür auszugeben. Auch wenn es eine Umsatzbeteiligung gibt, die Hauptantriebsfeder für die meisten Leute ist die Nähe zum Künstler. Wenn ich als Unterstützer zehn Euro einzahle, schreibt mir der Künstler in den meisten Fällen eine Email, bedankt sich sogar öffentlich im Forum, schickt vieleicht im voraus schon mal einen Song. Da gibt es Interaktion, keine plumpe Geldabgabe am Eingang.</p>
<p><strong>Berichten die Musiker zwischendurch von ihren Fortschritten? </strong></p>
<p>Ja. Sie schreiben zum Beispiel: &#8220;War gestern im Studio, hab die Baseline aufgenommen, heute den Gesang eingespielt, XY kam auch vorbei.&#8221; Die Nähe macht es aus.</p>
<p><strong>Wer hält die Rechte an den Songs?</strong></p>
<p>Die Künstler behalten alle Rechte. Das ist eine liberale Entscheidung, die wir 2009 getroffen haben. Es gibt viele große Publisher, die sehr viele Rechte haben. Das war bei uns früher auch so. Die Rechte braucht man aber nicht, wenn man sich nicht um die Vermarktung dieser Rechte kümmert. Das hilft niemandem und schränkt die Künstler nur unnötig ein.</p>
<p><strong>Vermarkten Sie keine Bands?</strong></p>
<p>Wir suchen uns vereinzelt Künstler aus, mit denen wir intensiver zusammenarbeiten und schauen zum Beispiel, ob wir die Musik in Werbespots unterbringen können. 2010 haben wir für &#8220;Popstars&#8221; Songs auf der Plattform für das Album der Gewinner angeboten. Wir setzen das sehr zielgerichtet ein, das ist sinnvoller als Generalaussagen zu treffen, nach dem Motto: Wir vertreiben und vermarkten jeden, wir machen jeden zum Star. Die Künster sollen frei sein. Wir geben ihnen eine Starthife. Mit einem fertigen Produkt, zum Beispiel einem Album, können sie, wenn sie mögen, mit einem Musiklabel in Verhandlungen treten. Die Investitionshürde wird dadurch für ein Label auch niedriger.</p>
<p style="text-align: left;"><strong><a href="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/SellaBand_Store.png?resize=592%2C377"><img class="aligncenter size-full wp-image-4878" title="SellaBand_Store" src="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/SellaBand_Store.png?resize=592%2C377" alt="" data-recalc-dims="1" /></a></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Und die Verhandlungsposition für die Künstler ist stärker, weil sie schon etwas vorzuweisen haben?</strong></p>
<p>Das sind heutzutage Dinge, die ein Künstler mitbringen muss. Ein Label fragt einen neuen Künstler als erstes: Hast Du eine Fanbasis? Hast Du ein Produkt? Hast du schon mal gespielt? Was bringt Du uns mit, was Dich für uns attraktiv macht? Da geht es nicht nur um die Musik, sondern um das gesamte Paket.</p>
<p><strong>In welcher Beziehung steht der SellaBand Shop zur Plattform? Ist es für Künstler verpflichtend, ihre Produkte darüber zu verkaufen?</strong></p>
<p>Nein, das ist Teil unserer Diversifikationsstrategie. Wir haben einen weltweiten Digitalvertrieb über iTunes und andere Kanäle.<br />
<strong>Was sind die Konditionen auf der Plattform?</strong></p>
<p>Wenn ein Believer einen Part kauft, dann gehört ihm dieser Part sozusagen auf Lebenszeit. Für die Administrierung dieses Parts berechnen wir zehn Prozent Provision, für einen zehn Euro Part muss man also elf Euro einzahlen.</p>
<p><strong>Wie wird abgerechnet?</strong></p>
<p>Über Paypal, Sofortüberweisung, Kreditkarten. Man kann ein höheres Guthaben hochladen und es gestückelt auf der Plattform ausgeben. Man kann Parts auch hin- und herschieben. Man kann sie nicht mehr herausholen, denn wir sind keine Bank und dürfen Einlagen nicht auszahlen. Es gibt allerdings mit über 4000 Projekten und über 25.000 Tracks auf der Plattform genügend Auswahl, um Parts zu platzieren.</p>
<p><strong>Gibt es einen Zeitrahmen innerhalb dessen Projekte finanziert sein müssen?<br />
</strong><br />
Seit September 2010 schon. Wir haben eine Limitierung von zwölf Monaten eingeführt. In dieser Zeit muss man an seinem Ziel arbeiten. Das hat mehrerere Gründe. Wir wollen keine toten Fundings haben, die nach vier Jahren auf der Platform immer noch da sind, aber die Band hat sich längst aufgelöst. Vielleicht haben sie auch eine Plattenfirma gefunden und brauchen das Funding gar nicht mehr. Wir leben ja von der Aktivität auf der Plattform. Die Believer wollen, das etwas passiert. Wenn das nicht mehr geschieht, dann ist es für alle Beteiligen beser, wenn die Fundings beendet werden. Wir schaffen damit auch Anreize für die Künstler, aktiv zu werden. Wenn jemand nicht aktiv ist, schafft er es auch nicht.</p>
<p><strong>Gibt es Länder, wo das Konzept SellaBand gut funktioniert und andere, wo es eher schleppend läuft?</strong></p>
<p>Die Frage würde ich anders beantworten. In aller Regel kommen zwei Drittel der Einzahlungen in ein Projekt nicht aus dem Land, wo das Projekt herkommt. Das gilt  für jedes Land. Da ist das Seltsame am Phänomen Crowdfunding. Wir haben superstarke Believer in Südamerika oder Neuseeland. Dort haben Leute 100.000 oder 150.000 Euro auf nahezu jedes Projekt auf der Plattform verteilt. Die möchten jede Band entdecken. Das sind Trophäensammler. Es gibt immer den ersten Believer einer Band, der steht bei uns benannt für alle Zeiten. Man kann aber nicht sagen, dass es in einzelnen Ländern schlechter funktioniert. Es funktioniert nur anders und es gibt teilweise sprachliche Hürden. In Japan haben wir deshalb ein anderes Setup und auch ein etwas anderes Modell.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/SellaBand-PublicEnemy.png?resize=574%2C347"><img class="aligncenter size-full wp-image-4881" title="SellaBand-PublicEnemy" src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/SellaBand-PublicEnemy.png?resize=574%2C347" alt="" data-recalc-dims="1" /></a></p>
<p><strong>Man kann ja zum Beispiel auch Journalismus gemeinschaftlich vorfinanzieren wie bei der amerikanischen Plattform Spot.Us. Wollen Sie auch in andere Crowdfunding-Bereiche vordringen?</strong></p>
<p>Ja, unbedingt. Wenn wir mal von dem Oberbegriff Crowdfunding ausgehen, kann man uns als Technologieanbieter sehen mit momentan einer Ausprägung, nämlich SellaBand. Natürlich ist aber unser Ziel das Crowdfunding in ganz anderen Bereichen fortzuführen. Die Idee des Crowdfunding ist ja &#8211; und das zeigt Spot.Us par excellence &#8211; die Leute wollen involviert sein. Sie wollen Dinge unterstützen. Wir sind ja in Deutschland eine Spendennation. Die Leute wollen aber wissen, was mit ihrem Geld geschieht. Spot.Us bildet das toll ab für den Journalismus, das kann man mit vielen Bereichen machen. Viele Leute wollen etwas unterstützen und mit ihrem Geld nicht unbedingt einen Profit erwirtschaften. Es reicht ihnen vielleicht, eine Urkunde oder ein Bild zu bekommen, ein Buchandruck, einen kopierten Strip von einem Jungfilmer &#8211; irgendetwas, das man ihnen für ihren Einsatz zurückgibt. Ich glaube, dass sich Crowdfunding ganz hervorragend für kulturelle Projekte eignet.</p>
<p><strong>Zum Beispiel Filme?</strong></p>
<p>In diesen Bereich wollen wir unbedingt. Wir haben auch bereits Gespräche geführt, aber bisher hat uns das noch nicht wirklich überzeugt. Wir wollen ja nicht den Filmförderfonds ersetzen &#8211; ebenso wenig wie die Musikindustrie. Aber wir wollen ein Teil davon werden. Für verschiedene Bereiche wie Buch, Film, Journalismus oder auch Malerei kann das durchaus funktionieren. Mit 2000 Euro kann ein Maler schon viel leisten, da ist Crowdfunding eine Riesenchance. Aber in diesem Jahr wollen wir unsere Technologie, die bisher auf den Bereich Musik ausgerichtet ist, erstmal perfekt vorbereiten.</p>
<p><strong>Kann Crowdfunding ein demokratischerer und zielgerichterer Weg sein, Kultur zu unterstützen als das immer mal wieder ins Spiel gebrachte Modell Kulturflatrate?</strong></p>
<p>Damit machen wir natürlich ein großes Fass auf. Aber die Diskussion um die Rundfunkgebühr zeigt: Viele Leute finden die Öffentlich-Rechtlichen gut und wollen sie auch erhalten, aber man zahlt letztlich immer auch für Programme, bei denen man nicht wirklich weiß, warum. Eine Kulturflatrate würde zwar Kultur unterstützen, aber unsere Medien- und Kulturwelt ist inzwischen so fragmental, dass die Leute sich gezielt ihren Konsum aussuchen. Mit Crowdfunding kann man Kultur zielgerichtet fördern. Die Bereitschaft dazu sieht man an vielen Stellen. Das kann eine echte Alternative sein. Ich finde es sehr wichtig, ein gewisses kulturelles Niveau hochzuhalten. Es darf nicht sein, dass nur wenige darüber entscheiden, welche Dinge stattfinden dürfen. Wir wollen nicht nur Superstars, sondern auch kulturelle Randgruppen. Letztens hat sich bei SellaBand ein Jazz-Saxophonist aus Norwegen angemeldet. Der hätte sonst niemals die Chance, Geld für sein Projekt zu bekommen. Das ist doch eine tolle Sache.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fmedialdigital.de%2F2011%2F04%2F14%2Fwas-crowdfunding-fur-die-musikkultur-leisten-kann-interview-mit-sellaband-chef-michael-bogatzki%2F&amp;title=Was%20Crowdfunding%20f%C3%BCr%20die%20Musikkultur%20leisten%20kann%20%E2%80%93%20Interview%20mit%20SellaBand-Chef%20Michael%20Bogatzki" id="wpa2a_6"><img src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png?resize=171%2C16" alt="Share" data-recalc-dims="1"/></a></p> <p><a href="http://medialdigital.de/?flattrss_redirect&amp;id=4870&amp;md5=96b347661b36c07b9380bba421b8e6fd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Facebook hat einen neuen Mechanismus der Nachrichtenverteilung hervorgebracht&#8221;</title>
		<link>http://medialdigital.de/2010/10/18/facebook-hat-einen-neuen-mechanismus-der-nachrichtenverteilung-hervorgebracht/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Oct 2010 09:02:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[digitale Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews mit Innovatoren]]></category>
		<category><![CDATA[Neu]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungszukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Hernandez Gallardo]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[personalisierter Nachrichtenstrom]]></category>
		<category><![CDATA[Social Plug-Ins]]></category>

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		<description><![CDATA[Christian Hernandez Gallardo, Head of International Business Development bei Facebook in London, spricht über Empfehlungsmechanismen im sozialen Netz und wie Medien davon profitieren können, über Trafficsteigerungen durch Widgets, die Qualität der Nutzerkommentare, Facebook und Medienpräsenzen und das iPad sowie die &#8230; <a href="http://medialdigital.de/2010/10/18/facebook-hat-einen-neuen-mechanismus-der-nachrichtenverteilung-hervorgebracht/">Weiterlesen &#8594;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/367f95d8cd1a4790a511306b69c2f906" alt="" width="1" height="1" /></p>
<h4><a href="http://www.dld-conference.com/2010/01/christian-hernandez-gallardo.php">Christian Hernandez Gallardo</a>, Head of International Business Development bei Facebook in London, spricht über Empfehlungsmechanismen im sozialen Netz und wie Medien davon profitieren können, über Trafficsteigerungen durch Widgets, die Qualität der Nutzerkommentare, Facebook und Medienpräsenzen und das iPad sowie die Zukunft des Nachrichtenkonsums. Dies ist die übersetzte und redigierte Version eines auf englisch per Skype geführten Interviews.</h4>
<p><strong><a href="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/Hernandez.jpg?resize=192%2C269"><img class="alignleft size-full wp-image-3951" title="Hernandez" src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/Hernandez.jpg?resize=192%2C269" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>Warum richten Verlage und Sender Facebookseiten ein? Bislang war ihr Bestreben doch immer, Klicks möglichst auf den eigenen Portalen zu erzeugen.</strong></p>
<p>Facebookseiten sind eines der Werkzeuge, die wir Medienunternehmen zur Verfügung stellen. Wenn Nutzer Beiträge lesen, die sie interessant finden, dann nehmen sie ohnehin die URL, setzen sie bei Facebook in ihre Statusmeldung ein und kommentieren dort. Es gibt also schon eine organische Verteilung von Nachrichteninhalten bei Facebook. Was aber bei Facebook gepostet wird &#8211; auf einer Seite oder über einen &#8220;shared link&#8221; ist nur ein kleiner Ausschnitt des Beitrags. Um den ganzen Beitrag zu lesen muss man immer noch auf die ursprüngliche Webseite klicken. Wir vergrößern durch Facebook also die Reichweite. Wir sprechen hier von 500 Millionen Nutzern weltweit und von über zehn Millionen in Deutschland. Und das in einem emotionalisierten Umfeld, denn es sind ja meine Freunde und Kontakte, die mir mir bei Facebook empfehlen, etwas Bestimmtes zu lesen. Die Evolution von Print zu Online zu Facebook hat also einen neuen Mechanismus der Nachrichtenverteilung hervorgebracht. Facebook-Seiten erlauben  Nachrichtenprodzuzenten, eine direkte Beziehung zu Facebook-Nutzern aufzubauen. Mit den Social Plug-Ins bieten wir außerdem wir einen ganz neuen Weg Inhalte zu entdecken. Das hat mittlerweile einen sehr messbaren Effekt für den Traffic, den Facebook vor allem in den USA für Nachrichtenseiten generiert, aber auch schon in Großbritannien und ansatzweise in anderen europäischen Ländern.</p>
<p><strong>Was sind Social Plug-Ins?<a href="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/HuffingtonPost-Facebook-Widget.png?resize=222%2C338"><img class="alignright size-full wp-image-3953" title="HuffingtonPost-Facebook-Widget" src="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/HuffingtonPost-Facebook-Widget.png?resize=222%2C338" alt="" data-recalc-dims="1" /></a></strong></p>
<p>Das sind die Widgets, die wir im April dieses Jahres gelauncht haben. Sie ermöglichen ein Login über Facebook Connect mit der Facebook-Identität, Es gibt den &#8220;Like&#8221;-Button, das &#8220;Empfehlen&#8221; Feature und eine Kommentarbox. Es sind iFrame oder Javascript-Widgets, die man per Drag and Drop auf einer Webseite installieren kann. Facebook-Nutzer können dann auf Nachrichtenseiten sehr leicht mit einem hinzugefügten Kommentar Inhalte per Link zu Facebook übertragen. Diesen Link bekommen die Facebook-Freunde des Nutzers zu sehen. Das ist der Verteilmechanismus. Wichtiger aber noch: Der Inhalt einer Nachrichtenseite steht nun in einem sozialen Kontext. Die Nutzer haben eine Beziehung zu anderen Nutzern, zu Facebookseiten und über die Plug-Ins auch mit Seiten im offenen Internet. Einige Medien haben sehr fortgeschrittene Integrationen umgesetzt, z.B. die &#8220;Huffington Post&#8221;, die BBC oder der Musikdienst Spotify in Schweden.</p>
<p><strong>Wie groß sind denn die Effekte?</strong></p>
<p>Nicht alle Medienhäuser geben die Zahlen heraus, <a href="http://www.poynter.org/column.asp?id=31&amp;aid=187793"><strong>aber es gibt einige Case Studies</strong></a>. Ein Beispiel sind die US-Fernsehnachrichten ABC News. Sie haben durch den Einsatz des Facebook Widgets 190 Prozent mehr Traffic auf ihrer Webseite.</p>
<p><strong>Warum sind Diskussionen auf Facebookseiten von Verlagen oft konstruktiver als in den Kommentarspalten der verlagseigenen Portale? Ein deutsches Magazin, der &#8220;Stern&#8221;, hat sogar die Kommentare auf seiner Webseite ganz abgeschafft und verweist auf seine Facebookseite.</strong></p>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/stern-facebook.png"><img class="alignleft size-large wp-image-3954" title="stern-facebook" src="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/stern-facebook.png?resize=300%2C227" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>Wirklich? Das ist interessant. Die Qualität der Kommentare wird in der Tat gesteigert, wenn Nutzer auf Nachrichtenseiten mit ihrem Facebookprofil kommentieren. Erstens schreiben die Leute auf Facebook unter ihren richtigen Namen. Das hat einen mäßigenden Effekt auf das, was sie sagen. Eine Menge Kommentarspalten werden durch Spammer und Trolle verunstaltet, die sich hinter der Anonymität verstecken. Der zweite Aspekt ist die Community, mit der man kommuniziert. Weil man bei Facebook mit seinen Freunden verbunden ist, spricht man dort über Beiträge mit Leuten, die in etwa die gleichen Überzeugungen haben. Bei Facebookseiten wiederum bekennt man sich als Fan einers bestimmten Mediums. Das bedeutet wahrscheinlich, dass jemand an den Inhalten interessiert genug ist, um sie jeden Tag auf seiner Facebook-Wall zu sehen und das steigert wahrscheinlich auch auch die Beteiligung. Es bedeutet mehr Kommentare, mehr Weiterleitungen, mehr &#8220;Likes&#8221;.</p>
<p><strong>Wie entgegnen Sie Sorgen von Medienanbietern, Facebook könnte eines Tages das Kleingedruckte in seinen Geschäftsbedingungen ändern, und <a href="http://netzwertig.com/2010/09/17/fragwuerdiger-trend-facebook-praesenz-als-website-ersatz/">sie würden dadurch die Kontrolle über ihre Inhalte verlieren</a>?</strong></p>
<p>Diese Sorge ist mir bisher noch nicht zu Ohren gekommen.</p>
<p><strong>Vielleicht ist sie typisch deutsch.</strong></p>
<p>Ich verbringe viel Zeit damit, mit Medienorganisationen in verschiedenen Ländern zu sprechen. Für uns ist es wichtig, das zu hören und das Problem zu adressieren. Ich habe es mir notiert. Inhalte erscheinen bei Facebook auf zwei möglichen Wegen. Erstens auf einer Seite, auf der ein Medienunternehmen Links und Inhalte selbst einträgt. Und wenn ihnen eines Tages mit ihrer Präsenz bei uns unwohl ist, können sie die Seite ja wieder abschalten. Der zweite Weg ist, wenn die Nutzer Links in ihre Updates einsetzen. Das sind aber nur der Name des Beitrags, ein winziger Ausschnitt, und die URL mit Link zurück auf die originäre Webseite. Uns gehören die Inhalte nicht. Wenn jemand etwas bei Facebook einträgt, gehören die Inhalte immer noch dem Urheber bzw. dem Rechteinhaber. Das ist ein großer Unterschied. Wir sind ein menschlicher Inhalte-Entdeckungs- und Verteilmechanismus, wir wenden keinen Algorithmus an, um Nachrichten aus dem Internet zu aggregieren.</p>
<p><strong>Eine Änderung, die für Medien entscheidend sein könnte, ist der neue Filter, mit dem Nutzer viel leichter als früher entscheiden können, welche von ihren Freunden welche Einträge sehen können, weil man seine Freunde jetzt in Gruppen einteilen kann. Spiegel Online wird es sicher nicht gefallen, dass ich mich als Nutzer nun entscheiden kann, nur noch für einen Bruchteil meiner Freunde Links zu Beiträgen in Spiegel Online zu posten&#8230;</strong></p>
<p>Da bin ich anderer Meinung. Wenn Sie einen Link auf Ihrer Wall posten, wird dieser Link schon bald aus dem sichtbaren Bereich verschwinden. Im Durchschnitt werden nur fünf Prozent aller Links, die auf Facebook gepostet werden, überhaupt wahrgenommen. Bis die Mehrheit der Nutzer wieder auf ihre Wand schaut, ist ein Link meistens schon durchgerauscht. Entscheidend ist aber das Engagement, wenn ein Link beachtet wird. Wenn Sie einen Teil ihrer Freunde in eine Gruppe &#8220;Leute, die an internationalen Beziehungen interessiert sind&#8221;, sortieren und für diese Gruppe Links zu interessanten Beiträgen zum Thema internationale Beziehungen posten, werden für diese Gruppe die Inhalte relevant sein. Sie werden sie wahrscheinlich kommentieren und weiterverbreiten. Es kommt also weniger darauf an möglichst viele, sondern die richtigen Leute mit seinen Inhalten zu erreichen. Das gilt für Nachrichteninhalte ebenso wie für Haustiere bei Farmville. Die eine Hälfte von uns spielt Farmville, die andere nicht. Und wer nicht Farmville spielt, will von Ihren neuen Schafen nichts wissen.</p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-3955   aligncenter" title="Facebook-mentions" src="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/Facebook-mentions.png?resize=535%2C316" alt="" data-recalc-dims="1" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Die &#8220;New York Times&#8221; generierte zur Fußball-WM aus Spielernennungen bei Facebook eine <a href="http://www.nytimes.com/interactive/2010/07/02/sports/soccer/facebook-worldcup.html"><strong>interaktive Grafik</strong></a>.</em></p>
<p><strong>Stellt Facebook Metriken bereit, mit denen Medienhäuser messen können, wie wertvoll ein Fan ist? Weil er zum Beispiel fünfmal länger auf der Seite bleibt als ein Besucher, der über die Google-Suche kommt, oder weil er dreimal mehr Kommentare schreibt?<br />
</strong><br />
Wir haben Analysetools und die Nachrichtenseiten haben natürlich auch eigene Messmethoden. Sie wissen welcher Teil ihres Traffics von Facebook.com kommt. Sie können analysieren, was dann mit diesem Traffic auf ihrer Seite passiert. Der allgemeine Trend ist: Weil Facebook-Nutzer aufgrund von persönlichen Empfehlungen auf Medienseiten kommen, ist ihr Engagement auf der Seite größer. Sie beschäftigen sich länger mit den Inhalten und sie klicken mit höherer Wahrscheinlichkeit weitere Artikel an. Sie erzeugen also mehr Seitenaufrufe, was natürlich kommerziell in Bezug auf die Werbevermarktung bedeutsam ist. Unser Analysetool Facebook Insights informiert sehr detailliert, welche Inhalte am meisten weiterverbreitet, &#8220;geliked&#8221; und kommentiert werden und wie diese Mechanismen wiederum Traffic auf die Seite lenken. Wir geben außerdem anonymisierte Informationen darüber heraus, in welcher geographischen und soziodemoographischen Gruppe das geschieht. Diese Information ist aus Marketing- und redaktioneller Perspektive sehr wertvoll. Wer sind die Influencer in meiner Community? Wer interessiert sich so sehr für meine Inhalte, dass er oder sie tägliche Updates meiner Seite abonniert? Medienhäuser sollten die Daten sehr genau analysieren.</p>
<p><strong>Wie können Medienhäuser diese Erkenntnisse monetarisieren?</strong></p>
<p>Wir stellen die Daten bereit: Wer verteilt welchen Link wie? Wir wissen nicht, welche Inhalte hinter den Links stecken, aber das wissen wiederum die Inhalteanbieter. Es könnte sich herausstellen, dass nicht wie geglaubt 18jährige männliche Nutzer die engagiertesten sind, sondern 35jährige Frauen. Dann sollten Medienhäuser ein anderes Anzeigeninventar auf ihre Seite lenken und höhere Anzeigenpreise verlangen, wenn sie spitzere Zielgruppen nachweisen können.</p>
<p><strong>Wie kann Facebook den Medien dabei helfen, Inhalte genauer auf Zielgruppen zuzuschneidern?<br />
</strong><br />
<a href="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/Farmville-Facebook.png?resize=319%2C259"><img class="alignleft size-full wp-image-3959" title="Farmville-Facebook" src="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/Farmville-Facebook.png?resize=319%2C259" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>Bis vor kurzem hatte wir eine generische Funktion &#8211; das Plug-In mit Like-Button, Log-In per Facebook, etc. Ob Medienhaus, Spieleentwickler oder Videoplattform: Wir haben alle gleich behandelt, damit das Social Plugin möglichst einfach und von jedem Webseitenbetreiber zu integrieren war. Wir haben aber gemerkt, dass verschiedene Anbieter verschiedene Bedürfnisse haben. Spieleentickler wie Zynga oder Playfish setzen ganze Geschäftsmodelle auf Facebook auf. Medienorganisationen nutzern uns eher als Verteilmechanismus um ihre Reichweite zu steigern. Vor drei Monaten haben wir deshalb eine Medienabteilung innerhalb von Facebook gegründet, um mehr Produkte zu entwickeln, die an den Bedürfnissen der Medien orientiert sind. Das Social Plug-In ist mittlerweile in über zwei Millionen Webseiten integriert. Wir wollen wissen: Was brauchen Medienhäuser, damit dieses Plugin für sie noch effektiver ist? Die zweite Änderung ist unser Glaube, dass das Nutzerengagement rund um Content eine neue Evolutionsstufe des Web hervorbringen wird. Aus dem statischen Netz der Verlinkungen wird eine dynamisches Netz der sozialen Empfehlungen. Wir arbeiten mit Medien wie &#8220;New York Times&#8221;, &#8220;Washington Post&#8221;, &#8220;The Independent&#8221;, &#8220;Daily Mail&#8221; und &#8220;Bild&#8221;, um die Empfehlungen noch zu verbessern.  Wir bauen Werkzeuge, die noch relevanter auf den jeweiligen Content der Seite ausgerichtet sind.</p>
<p><strong>Können Sie dafür ein Beispiel nennen?</strong></p>
<p>Nehmen wir zum Beispiel eine Sportzeitung. Wenn ich als Facebook-Fan auf solch einer Seite mich vorher als Fan von Bayern München bekannt habe, dann könnte die Seite entsprechend personalisiert sein und mir vorwiegend Inhalte anzeigen, die Bayern München betreffen. Diese Geschichten interessieren mich wahrscheinlich mehr. Nutzer können also ihre Interessenprofile über Facebook Medienseiten mitteilen und entsprechend auf ihre Interessen zugeschnittene Inhalte bekommen.</p>
<p><strong>Es gibt zwei verschiedene Denkansätze, wie Nachrichten zu den Nutzern gelangen. Einmal der neue Ansatz des personalisierten Nachrichtenstroms, der auf Algorithmen und Empfehlungen basiert. Dafür steht das berühmte Zitat des amerikanischen Studenten: &#8220;Wenn die Nachricht wichtig ist, dann wird sie mich finden.&#8221; Der andere ist das alte Konzept der Tageszeitung oder Nachrichtensendung als Wundertüte, wo für jeden etwas drin ist, auch das, womit man nicht gerechnet hat.<br />
</strong><br />
Für diese Art von Qualitätsjournalismus sollen Journalisten und Verlage auch weiterhin sorgen. Die Vorstellung eines an festen Sendezeiten und Erscheinungsterminen ausgerichteten Mediennutzungsverhaltens geht zwar zu Ende und wird immer mehr vom Häppchenkonsum (&#8220;Snippets&#8221;) abgelöst. Ich lese bestimmte Medien in der U-Bahn in kleinen Häppchen offline auf einer App, weil ich dort keinen Internetzugang habe. Dieser Konsum von Snippets wird fortschreiten, aber die Genugtuung, die ich empfinde, wenn ich den ganzen &#8220;Economist&#8221; gelesen habe, wird auch bleiben. Ich liebe es immer noch, an einem freien Wochenende auf dem Sofa das Magazin von vorne bis hinten durchzulesen. Auch die Artikel, auf die ich durch Empfehlungen im Netz wohl nie gestoßen wäre. Aber ich glaube, dass soziale Empfehlungen zu mehr Entdeckungen führen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/spotify-facebook.png?resize=534%2C130"><img class="aligncenter size-full wp-image-3957" title="spotify facebook" src="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/spotify-facebook.png?resize=534%2C130" alt="" data-recalc-dims="1" /></a></p>
<p><strong>Haben Sie auch dafür ein Beispiel parat?</strong></p>
<p>Ja, eins aus der Musik: Spotify integriert Facebook. Man baut seine Playlist mit seinen Lieblingsliedern und teilt sie mit seinen Facebookfreunden. Ich weiß, was ich mag, aber meine Freunde haben vielleicht ganz andere Musikgeschmäcker. Ich fange jetzt an, auf ihren Profilen zu schauen, welche Songs sie entdeckt und empfohlen haben. Das sind  Songs, die ich mir nie angehört hätte, wenn es nicht Empfehlungen meiner Freunde wären. Da ist genug Vielfalt drin, dass Überraschungsfunde möglich sind. Das passiert aber auch bei Medieninhalten: Den Artikel xy bei CNN.com hätte ich wahrscheinlich übersehen oder ignoriert, wenn ihn nicht ein Freund empfohlen hätte. Als Nachrichtennutzer entdecke auf diese Weise täglich Inhalte, die ich nicht selbst aktiv angesteuert hätte. Wenn man dieses Verhalten mit dem professionellen Journalismus kombiniert, gibt es die Chance, dass gute Inhalte von viel mehr Nutzern gefunden werden.</p>
<p><strong>Welche Chancen sehen Sie für Facebook-Präsenzen von Medien auf dem iPad? </strong></p>
<p>Das iPad läutet eine neue Ära von Geräten für eine neue Form des Medienkonsums ein. Tablets sind für Facebook eine Konsumplattform. Wenn ein Medienhaus einen Nutzer von Facebook aus per Link zu seiner iPad-App leiten möchte, kann es das heute schon tun. Wir unterstützen Verlage darin, Nutzer dorthin zu lenken, wohin sie möchten, ob App oder Website. Wir haben das Mikrofinanzierungsystem Facebook Credits gestartet. Heute wird es noch hauptsächlich für virtuelle Güter genutzt, zum Besipiel, um neue Schafe für Farmville zu kaufen. Aber wenn die Nutzer sich an eine virtuelle  Währung gewöhnen, kann sie genausogut dafür eingesetzt werden, um Video-Downloads oder den Zugang zu Nachrichten zu kaufen.</p>
<p><em>Christian Hernandez Gallardo ist Head of International Business Development bei Facebook in London. Er ist dafür zuständig, Facebook-Partnerschaften mit Medien- und Technologieunternehmen zu entwickeln.<br />
</em></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fmedialdigital.de%2F2010%2F10%2F18%2Ffacebook-hat-einen-neuen-mechanismus-der-nachrichtenverteilung-hervorgebracht%2F&amp;title=%E2%80%9CFacebook%20hat%20einen%20neuen%20Mechanismus%20der%20Nachrichtenverteilung%20hervorgebracht%E2%80%9D" id="wpa2a_10"><img src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png?resize=171%2C16" alt="Share" data-recalc-dims="1"/></a></p> <p><a href="http://medialdigital.de/?flattrss_redirect&amp;id=3950&amp;md5=e9959a99b7aeaaad1ff138abc70fefc1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Auf lokaler Ebene können wir am meisten bewirken&#8221; &#8211; Spot.Us-Gründer David Cohn im Interview (2)</title>
		<link>http://medialdigital.de/2010/08/26/auf-lokaler-ebene-konnen-wir-am-meisten-bewirken-spot-us-grunder-david-cohn-im-interview-2/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 19:58:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews mit Innovatoren]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Neu]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmer-Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[David Cohn]]></category>
		<category><![CDATA[spendenfinanzierter Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Spot.Us]]></category>

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		<description><![CDATA[In Teil 2 meines Interviews mit David Cohn, dem Gründer von Spot.Us, einer Plattform für spendenfinanzierte lokaljournalistische Recherchen, geht es es darum, warum Spot.Us nicht wie Craigslist, sondern eher wie eBay wachsen muss. Außerdem geht es um die Fragen: Warum &#8230; <a href="http://medialdigital.de/2010/08/26/auf-lokaler-ebene-konnen-wir-am-meisten-bewirken-spot-us-grunder-david-cohn-im-interview-2/">Weiterlesen &#8594;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/7c7748f393354d89983c66d30516dfa2" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><strong><a href="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/David-cohn-portrait.png"><img class="size-large wp-image-3475 aligncenter" title="David-cohn-portrait" src="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/David-cohn-portrait.png?resize=300%2C209" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>In Teil 2 meines Interviews mit David Cohn, dem Gründer von Spot.Us, einer Plattform für spendenfinanzierte lokaljournalistische Recherchen, geht es es darum, warum Spot.Us nicht wie Craigslist, sondern eher wie eBay wachsen muss. Außerdem geht es um die Fragen: Warum hat die Kooperation von Spot.Us mit der &#8220;New York Times&#8221; so gut funktioniert, mit anderen journalistischen Institutionen aber nicht? Warum klauen Verlage nicht einfach die grundlegende Spot.Us-Idee (Reporter schlagen ihren Lesern Themen vor und sammeln Spenden direkt für konkrete Beiträge)? Und: Wird es ein Spot.US auch auf nationaler oder internationaler Ebene geben?</strong> Am Ende dieser ins Deutsche übersetzten Abschrift ist das Video des Original-Interviews (engl.) eingebettet. Und hier geht es zum Interview Teil 1 (ebenfalls mit engl. Video): <a href="http://medialdigital.de/2010/08/20/community-focused-sponsorship-david-cohn-uber-neue-entwicklungen-bei-spot-us/"><strong>“Community-focused sponsorship” – David Cohn über neue Entwicklungen bei Spot.Us</strong></a>).</p>
<p><strong>Inwiefern unterscheiden sich die Spot.Us Ableger in Los Angeles und Seattle von San Francisco? </strong></p>
<p><strong>David Cohn:</strong> Wir dachten anfangs, dass wir <a href="http://blog.digidave.org/2010/07/missteps-success-and-pivoting-at-spot-us"><strong>wie Craigslist expandieren</strong></a> und weitere lokale Netzwerke gründen würden. Spot.Us Los Angeles und Spot.Us Seattle unterscheiden sich schon deshalb von San Francisco, weil ich Spot.Us von San Francisco aus leite. In Los Angeles kooperieren wir mit der der University of Southern California School of Journalism. Aber mittlerweile weiß ich, dass wir nicht wie Craigslist wachsen werden. Wir haben uns von der Idee der Netzwerke komplett verabschiedet. WIr haben jetzt einen Themenvorschlag (= Pitch) aus Champaign-Urbana in Illinois und einen aus Texas. Als ich den Pitch aus Champaign-Urbana sah, habe ich mich riesig gefreut. Ich wollte nicht noch drei weitere Pitches aus der gleichen Region suchen müssen, um ein Netzwerk aufbauen, nur weil ich dort diesen einen richtig guten Pitch hatte. So eine Denkweise ist sinnlos, so sollte Spot.Us nicht funktionieren. Deshalb nehmen wir jetzt von überall in den USA Pitches an. Die Themenvorschläge müssen aber immer noch einen lokalen oder regionalen Bezug haben. Wir kümmern uns nicht um nationale Themen.</p>
<p><strong>Was ist so schwierig an einer Verankerung in Seattle? Es gab wohl einen recht kühlen Empfang? </strong></p>
<p>In Seattle haben wir drei wirklich gute Themenvorschläge bekommen. <strong><a href="http://spot.us/pitches/402-how-green-are-cruise-ship-tourism-dollars">Zwei</a> <a href="http://spot.us/stories/458-post-secondary-education-after-foster-care-how-washington-state-is-affecting-change">davon</a></strong><a href="http://spot.us/stories/458-post-secondary-education-after-foster-care-how-washington-state-is-affecting-change"> </a>sind schon finanziert und veröffentlicht, <a href="http://spot.us/pitches/405-a-series-on-the-port-of-seattle-its-colorful-history-political-uniqueness-and-security-status"><strong>einer</strong></a> läuft noch. Also habe ich meine Fühler ausgestreckt und versucht, weitere lokale Reporter dazu zu bewegen, Themenideen einzureichen. Das hat mich eine Menge Zeit gekostet und letztlich nichts gebracht. Währenddessen habe ich aber jede Menge guter Pitches aus anderen Regionen bekommen, von Leuten, die sich aktiv darum bemüht haben, bei Spot.Us vertreten zu seien. Denen musste ich sagen: Sorry, Ihr könnt leider nicht mitmachen, weil ihr nicht in Seattle seid. Das erschien mir immer unsinniger. Ich würde furchtbar gerne mit Kollegen in Seattle arbeiten, dort gibt es fantastische hyperlokale Projekte, aber unter zeitökonomischen Aspekten ist es besser, sich auf Journalisten einzulassen, die wirklich mitmachen wollen, egal, in welcher Stadt oder Region sie sind. Wir haben einen neuen <a href="http://spot.us/pitches/508-indian-wars-in-minnesota"><strong>Pitch aus Minnesota</strong></a> von &#8220;<a href="http://www.tcdailyplanet.net/"><strong>Twin Cities Daily Planet</strong></a>&#8220;. Sie können jetzt natürlich die Plattform benutzen, weil wir den Netzwerkgedanken aufgehoben haben.</p>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/spot.us-logo.png"><img class="aligncenter size-large wp-image-3472" title="spot.us-logo" src="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/spot.us-logo.png?resize=300%2C79" alt="" data-recalc-dims="1" /></a></p>
<p><strong>Wird Spot.Us in Seattle als Konkurrenz angesehen? </strong></p>
<p>Nicht so sehr als Konkurrenz, aber als als Außenseiter. Das ist auch verständlich. Seattle hat eine sehr sehr robuste und ausgereifte hyperlokale Blogszene. Es gibt das <a href="http://westseattleblog.com/"><strong>West Seattle Blog</strong></a>, <a href="http://www.neighborlogs.com/"><strong>Neighborlogs</strong></a>, <strong><a href="http://www.capitolhillseattle.com/">Capitol Hill Blog</a></strong> und jede Menge weitere fantastische lokale Blogs. Ich dagegen kam aus dem Nirgendwo. Ich war wie der Neue in der Schule, und die anderen wollten erstmal sehen, zu welcher Clique ich gehören würde. Aber wir sind keine redaktionelle Organisation, sondern eine offene Plattform für jeden. Ich gehöre zu keiner Clique.</p>
<p><strong>Wenn Spot.Us nicht wie Craigslist expandieren kann, dann vielleicht wie eBay? Bei eBay ist es für die Nutzer völlig egal, ob es auch andere interessante Angebote in der Region gibt, wenn sie an genau diesem einem Angebot interessiert sind. </strong></p>
<p>Ja. Der großartige Pitch aus Champaign-Urbana zeigt genau das. Es wäre Zeitverschwendung auf andere gute Pitches aus der gleichen Region zu warten &#8211; Angebote, die viellleicht mittelmäßig wären &#8211; nur, um das eine gute Angebot auf die Plattform zu hieven. Aber so ist das ja oft: Wenn man etwas anfängt, hat man eine bestimmte Vision. Natürlich findet man seine Ursprungsidee ganz toll, und man glaubt, dass der Präsident einem dafür die Hand schütteln wird. Aber so hat Spot.Us in der Realität nie funktioniert. Es war unsere Aufgabe, eine andere Strategie für das Wachstum  zu entwickeln.</p>
<p><strong>Wahrscheinlich sind die einzigen Leute, die sich für den Pitch in Champaign-Urbana interessieren, die Leute, die dort wohnen. Wie erfahren sie davon?</strong></p>
<p>Weil wir kein Illinois-Netzwerk haben, kommen die Leute nicht zu Spot.Us, um zu schauen, was es Neues aus Illinois gibt. Und der Pitch ist wirklich nur interessant, für diejenigen, die dort wohnen. Es ist die Aufgabe des jeweiligen Reporters, für Traffic und Aufmerksamkeit zu sorgen. In diesen Fall ist es das Onlinemagazin &#8220;<a href="http://www.smilepolitely.com/"><strong>Smile Politely</strong></a>&#8220;, das die Geschichte über<a href="http://spot.us/pitches/492-is-your-champaign-urbana-recycling-being-dumped-in-a-landfill"><strong> Recycling in Champaign-Urbana</strong></a> vorsgeschlagen hat. Wir stellen aber die Werkzeuge bereit für eine Spendenfinanzierung durch die Nutzer oder für unser <a href="http://medialdigital.de/2010/08/20/community-focused-sponsorship-david-cohn-uber-neue-entwicklungen-bei-spot-us/"><strong>neues Finanzierungstool &#8220;community-focused sponsorship&#8221; (David Cohn erklärt im ersten Teil des Interviews, wie das funktioniert)</strong></a>. Wir hoffen, dass &#8220;Smile Politely&#8221; aus diesem Programm Anzeigenerlöse zugute kämen.</p>
<p><strong>Was können andere Crowdfunding Plattformen von Spot.Us lernen?</strong></p>
<p>Da gibt es einiges zu lernen, und auch wir haben von anderen gelernt. Das Prinzip, dass die Nutzer sich aussuchen können, wohin ihr Geld fließen soll, zum Beispiel von <a href="http://www.donorschoose.org"><strong>donors choose</strong></a>. Ich glaube, dass sich andere crowdfunding Organisationen vor allem an unseren neuen community-focused sponsorships orientieren können. Das ist momentan soweit ich weiß noch ziemlich einzigartig. Wenn man sich das Engagement der Nutzer wie ein Stufenmodell vorstellt, dann haben wir damit eine neue unterste Stufe eingezogen, die das Erklimmen der Leiter erleichtert. Wer erst einmal auf der untersten Stufe steht, engagiert sich später vielleicht mehr. Dieses Modell sollten sich aber nicht nur andere spendenfinanzierte Plattformen anschauen, sondern auch traditionelle Nachrichtenorganisationen. Vielleicht finden sie darin Elemente, die sie übernehmen können.</p>
<p><strong>Wird sich Spot.Us noch finanzieren können, wenn die Anschubfinanzierung der Knight Stiftung ausläuft?</strong></p>
<p>Ich glaube ja. Spot.Us ist eine gemeinnützige Einrichtung und auf einen gewissen Betrag aus öffentlichen Mitteln oder institutionellen Spenden werden wir wohl immer angewiesen sein, aber ich will Spot.Us so weit wie möglich auf finanziell eigene Beine stellen. Die Community-focussed Sponsorships sind ein potentenziell sehr lukrativer Einnnahmestrom. Unsere Fixkosten sind im Vergleich mit anderen Nachrichtenorgsanisationen sehr niedrig, weil wir keine Redaktion sind. Wenn man die Kosten für Entwicklung und mein Gehalt abzieht, bleiben eigentlich nur die Serverkosten. Wenn ich nicht mehr bezahlt würde, müsste ich mir natürlich einen anderen Job suchen, aber die Plattform würde immer noch funktionieren. Spot.Us rechnet sich also im Grunde jetzt schon. Die Frage ist nur, ob wir uns auch in Zukunft noch weiterentwickeln können.</p>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/spotus-logo2.png"><img class="aligncenter size-large wp-image-3480" title="spotus-logo2" src="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/spotus-logo2.png?resize=300%2C66" alt="" data-recalc-dims="1" /></a></p>
<p><strong>Wie gut kooperiert Spot.Us mit traditionellen Medien?<br />
</strong><br />
Die Kooperation funktioniert meisten sehr gut. Dafür hatten wir schon einige Beispiele. Die Zusammenarbeit mit der &#8220;New York Times&#8221;, die 10.000 Dollar für eine <a href="http://spot.us/stories/252-dissecting-the-great-pacific-garbage-patch"><strong>Geschichte über den pazifischen Müllteppich</strong></a> bezahlt hat, ist eine der reibungslosesten überhaupt gewesen. Das hat mich sehr beeindruckt. Manchmal klappt es aber auch nicht, weil es Missverständnisse gibt und falsche Erwartungen. Es ist ein Glücksspiel und hängt sehr stark davon ab, ob die Redaktionen herausfinden, wie sie Spot.Us in ihre Arbeitsstrukturen integrieren können. Wir sind nun mal anders.</p>
<p><strong>Warum übernehmen Verlage die Grundidee von Spot.US nicht einfach selbst? Reporter schlagen ihren Lesern Themen vor und sammeln Spenden direkt für konkrete Beiträge?</strong></p>
<p>Ich sage immer, dass das Konzept von Spot.US viel größer als die Plattform ist. Wir sind Pioniere des gemeinschafltich finanzierten Journalismus. Aber es ist nur ein Konzept, jeder kann es übernehmen. Ich evangelisiere die Idee genauso wie die Plattform. Ich bin sehr dafür, dass andere Organisationen das Prinzip ebenfalls ausprobieren, selbst wenn es am Anfang kleine Schritte sind. Meiner Meinung nach liegen große Chancen und nur wenige Risiken darin, die Community per Abstimmung &#8211; auch mit dem Geldbeutel &#8211; entscheiden zu lassen, welche Themen recherchiert werden sollten. Ich glaube, dass jede Nachrichtenorgansiation das zu einem gewissen Grad ausprobieren kann.</p>
<p><strong>Wird Sich Spot.Us künftig auch um nationale oder internationale Themen kümmern? </strong></p>
<p>Das werden wir oft gefragt. Zur Zeit lehne ich das ab, und zwar aus zwei Gründen. Zum einen glaube ich, dass Demokratie vor allem auf lokaler und regionaler Ebene stattfindet und gerade da sind die Zeitungen am meisten bedroht. Deshalb agieren wir dort, wo wir am meisten bewirken können. Außerdem glaube ich persönlich, dass spendenfinanzierter Lokaljournalismus eine größere Herausforderung ist. Wenn wir versuchen würden, Themen wie eine Recherche über das Gesundheitssystem der Vereinigten Staaten zu finanzieren, wäre das zwar sicher informativ, würde aber nicht den gleichen emotionalen Bezug herstellen. Den schafft vor allem räumliche Nähe. Aber jemand sollte unseren Code nehmen und es einfach ausprobieren. Vielleicht ändere ich ja auch in einem oder zwei Jahren meine Meinung. Aber momentan lautet das Ziel von Spot.Us spendenfinanzierten Lokaljournalismus überall in den USA zu unterstützen.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=14251621&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=14251621&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/14251621">Spot.Us founder David Cohn &#8211; interview part 2</a> from <a href="http://vimeo.com/user2771590">Ulrike Langer</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fmedialdigital.de%2F2010%2F08%2F26%2Fauf-lokaler-ebene-konnen-wir-am-meisten-bewirken-spot-us-grunder-david-cohn-im-interview-2%2F&amp;title=%E2%80%9CAuf%20lokaler%20Ebene%20k%C3%B6nnen%20wir%20am%20meisten%20bewirken%E2%80%9D%20%E2%80%93%20Spot.Us-Gr%C3%BCnder%20David%20Cohn%20im%20Interview%20%282%29" id="wpa2a_14"><img src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png?resize=171%2C16" alt="Share" data-recalc-dims="1"/></a></p> <p><a href="http://medialdigital.de/?flattrss_redirect&amp;id=3505&amp;md5=5659010753740cbd37f664b2dcb141fa" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Community-focused sponsorship&#8221; &#8211; David Cohn über neue Entwicklungen bei Spot.Us</title>
		<link>http://medialdigital.de/2010/08/20/community-focused-sponsorship-david-cohn-uber-neue-entwicklungen-bei-spot-us/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 05:35:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews mit Innovatoren]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Neu]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmer-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[community-centered advertising]]></category>
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		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[David Cohn]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismusfinanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Spot.Us]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Journalismus-Spendenfinanzierungsplattform Spot.Us in San Francisco gibt es seit fast zwei Jahren. Zeit, um zurück zu blicken: Wofür wird gespendet? Was für Geschichten erzeugen die meiste Aufmerksamkeit? Und wohin wird sich die Plattform entwickeln? Neu bei Spot.Us ist beispielsweise eine &#8230; <a href="http://medialdigital.de/2010/08/20/community-focused-sponsorship-david-cohn-uber-neue-entwicklungen-bei-spot-us/">Weiterlesen &#8594;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b4051559dcd44ef99e1ed50e381a9b1f" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><a href="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/David-cohn-portrait.png?resize=493%2C345"><img class="aligncenter size-full wp-image-3475" title="David-cohn-portrait" src="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/David-cohn-portrait.png?resize=493%2C345" alt="" data-recalc-dims="1" /></a></p>
<p><strong>Die Journalismus-Spendenfinanzierungsplattform <a href="http://spot.us/">Spot.Us</a> in San Francisco gibt es seit fast zwei Jahren. Zeit, um zurück zu blicken: Wofür wird gespendet? Was für Geschichten erzeugen die meiste Aufmerksamkeit? Und wohin wird sich die Plattform entwickeln? Neu bei Spot.Us ist beispielsweise eine neue Form von Sponsorenfinanzierung: Die Nutzer entscheiden dabei, in welche Recherchen die Einahmen fließen sollen. Ein der ersten Sponsoren ist der New Yorker Journalismusprofessor Clay Shirky, der auf diesem Weg sein neues Buch &#8220;Cognitive Surplus&#8221; promotet.<br />
</strong></p>
<p><strong>Dies ist Teil 1 meines Interviews mit Spot.Us-Gründer David Cohn, mit dem mich Ende Juli in Oakland bei San Francisco getroffen habe. Cohn lebt dort und betreibt Spot.Us in seinem Apartment. Das Original-Videointerview (engl.) ist am Ende dieses Blogbeitrags eingebettet. (Hier geht es zu <a href="http://medialdigital.de/2010/08/26/auf-lokaler-ebene-konnen-wir-am-meisten-bewirken-spot-us-grunder-david-cohn-im-interview-2/">Teil 2 des Interviews</a> mit den Aspekten: Wodurch unterscheiden sich die neuen Spot.Us Ableger in Los Angeles und Seattle von der Originalplattform für San Francisco und die Bay Area? Was wird aus dem geplanten Spot.Us Netzwerk? Werden künftig auch nationale und internationale Beiträge gefördert?) </strong></p>
<p><strong>Wo steht Spot.Us heute &#8211; fast zwei Jahre nach dem Start?</strong></p>
<p><strong>David Cohn:</strong> Wir sind im November 2008 gestartet und fast zwei Jahre später haben wir rund 80 Beiträge verwirklicht. Weitere 15 bis 20 Projekte sind unterschiedlich weit vorfinanziert. Projekte sind dabei völlig unterschiedlich definiert. Manche sind kleinere Beiträge, die nur einen Tag zur Umsetzung benötigen, andere sind große Recherchen, die über drei oder vier Monate mit Zwischenstandsberichten laufen. Wieviel für die Beiträge gespendet wird, ist schwer zu sagen, weil die Beträge so stark schwanken. Der kleinste Betrag war bisher 100 Dollar, der größte über 10.000 Dollar. Der Durchschnitt dürfte bei ungefährt 1.500 Dollar pro Beitrag liegen und die Gesamtsumme in fast zwei Jahren bei rund 150.000 Dollar.</p>
<p><strong>Für welche Art von Beiträgen spenden die Nutzer am liebsten?</strong></p>
<p>Generell wird für Recherchen zu Umweltthemen wurde bisher am meisten gespendet. Vor allem aber kann ich mittlerweile sagen, was gar  nicht gut ankommt: Erstens Themen, die zu lokal sind. Ein Beispiel dafür <a href="http://medialdigital.de/wp-content/spot.us-logo.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-3472" title="spot.us-logo" src="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/spot.us-logo.png?resize=225%2C59" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>war ein Themenvorschlag, die Parksituation am Kaiser Hospital in Oakland zu untersuchen. Das interessiert niemanden, der nicht dort parken will. Zweitens laufen Themen, die zu allgemein sind, auch nicht gut. Einmal schlug jemand eine Recherche vor, die sich mit den psychologischen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit bschäftigen sollte. Das führte nirgendwo hin. Denn wir wissen ja, wie es ist, arbeitslos zu sein: Es ist Mist. Wir brauchen dafür keinen Pyschologen, der uns das bestätigt.</p>
<p><strong>Ein Reporter hat neulich eine <a href="http://spot.us/pitches/506-would-someone-please-fix-n-new-braunfels-st">Recherche zu Schlaglöchern in einer bestimmten Straße in San Antonio, Texas</a>, vorgeschlagen. Wie stehen denn da die Chancen auf Verwirklichung?</strong></p>
<p>Wir sagen immer, dass wir keine Stiftung sind. Wir verteilen keine Gelder für Recherchen. Wir sind eine Organisation, die Spenden sammelt und wir können keine bestimmten Summen für bestimmte Projekte garantieren. In diesem Fall habe ich dem Reporter zu bedenken gegegeben, dass der Blick auf eine Straße zu speziell sein könnte. Aber er wollte das unbedingt machen. Dann soll er es auch tun, es kann ja nicht schaden. Nur zu. Aber es wird natürlich schwer 100 oder auch nur 50 Leute dazu zu bewegen, für eine Geschichte über Schlaglöcher in einer Straße in San Antonio zu spenden.</p>
<p><strong>Sind Reporter, die ihre Themenvorschläge in aller Öffentlichkeit ausbreiten (&#8220;pitching in public“), anders gestrickt? Braucht es dazu eine bestimmte Denkweise?</strong></p>
<p>„Pitching in public“ ist für mich einer der interessanteren Aspekte beim Spot.Us Modell. Es braucht tatsächlich einen anderen Denkansatz. Tanja Aitamurto hat dazu eine <a href="http://www.slideshare.net/TanjaAitamurto/impact-of-crowdfunding-in-journalism-case-study-of-spotus"><strong>interessante Studie</strong></a> veröffentlicht (<em><a href="http://medialdigital.de/2010/07/22/eine-ara-fur-experimente-und-kollaboration-interview-mit-tanja-aitamurto/"><strong>s. dazu auch medialdigital Interview mit T. Aitamurto</strong></a></em>). Einige Journalisten fühlen sich stärker für ihre Recherchen verantwortlich und sagen, sie seien engagierter, als wenn sie einen Themenvorschlag nur einem Redakteur oder einer Redakteurin unterbreiten. Den oder die kennt man vielleicht ganz gut, man hat schon häufiger zusammengearbeitet und schneidert sein Angebot auf dessen Bedürfnisse zurecht. Das ist der positive Aspekt, dieses stärkere Sich-verantwortlich-fühlen im Sinne der Öffentlichkeit. Als möglichen Nachteil nennen manche Journalisten die Gefahr, dass Themenvorschläge geklaut werden können. Das ist aber bisher noch nicht ein einziges Mal passiert. Es kann eigentlich auch nicht passieren, denn in dem Moment, wo ein Journalist seinen Themenvorschlag veröffentlicht, hat er damit seinen Claim abgesteckt und alle anderen ausgestochen. Aber die Angst vor dem Themenklau ist natürlich da, dafür habe ich Verständnis.</p>
<p><strong>Einige Spender scheinen nicht so sehr am Fortgang und Ausgang bestimmter Beiträge interessiert zu sein, für die sie gespendet haben, als daran Spot.Us als Idee zu unterstützen. Das ist seltsam, oder?</strong></p>
<p>Es ist interessant die Beweggründe von Spendern zu untersuchen. Tanja Aitamurto ist wohl auf diese spezielle Gruppe der Idealisten und Förderer gestoßen, der ich auch begegnet bin. Daneben gibt es aber auch Spender, die sich sehr für den Fortgang bestimmter Recherchen interessieren und welche, die sagen, dass sie sich durch das Verfahren  bei Spot.Us als Nutzer stärker ermächtigt fühlen. Am Ende eint aber alle Spender das gleiche Motiv, egal, ob sie viel oder wenig partizipieren: Sie wollen mithelfen, etwas zu verbessern.</p>
<p><strong>Widerlegt Spot.Us Zyniker, die behaupten, die Leuten erwarten vom Onlinejournalismus ja doch nur Sex, Crime und Promiklatsch?</strong></p>
<p>Das höre immer wieder wieder: Die Leute wollen nur Sex und Celebrities. Ich würde aber nicht sagen, dass Spot.Us der Gegenbeweis für diese These ist, denn die Internutzer beweisen täglich, dass diese These stimmt. Ich glaube aber, dass man von den Leuten nur das bekommt, was man ihnen gibt. Das gilt für Inhalte genauso wie für Respekt. Es ist keine Einbahnstraße: Wenn sich die Nutzer nur für Sex, Drugs und Rock &amp; Roll entscheiden, dann deshalb, weil wir ihnen nur das anbieten. Je mehr Auswahl wir anbieten, um so mehr werden wir Menschen sehen, die intelligente Entscheidungen treffen.</p>
<p><strong>Ist eine Zusammenarbeit zwischen den am Gemeinwohl orientierten Journalismus-Organisationen wichtig?</strong></p>
<p>Auf jeden Fall. Es gibt ein paar Kernpunkte, die integral wichtig sind für das Modell Spot.Us. Einer davon ist die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Spot.US ist keine Redaktion, schon deshalb sind wir in vielerlei Hinsicht auf journalistische Kooperation angewiesen. Wir sind eine Spendenfinanzierungs-Plattform. Wir stellen die Werkzeuge bereit, mit denen Journalisten ihre Recherchen über Spenden finanzieren können. Darauf haben wir uns spezialisiert. Wir kooperieren mit anderen Organisationen, die inhaltlich richtig gut sind. Ein Beispiel dafür: Wir haben gerade ein <a href="http://spot.us/pitches/364-independent-coverage-of-the-johannes-mehserle-trial/posts/496"><strong>Projekt über das Oscar Grant Gerichtsverfahren</strong></a> abgeschlossen. Oscar Grant war ein junger Mann, der hier in Oakland von einem Polizisten erschossen wurde, aber der Prozess fand in Los Angeles statt. Es gab viele Journalismus-<a href="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/spotus-logo2.png?resize=280%2C62"><img class="alignleft size-full wp-image-3480" title="spotus-logo2" src="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/spotus-logo2.png?resize=280%2C62" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>Plattformen hier in der Bay Area, die über das Verfahren berichten wollten. Anstatt jeder einen eigenen Reporter hinzuschicken, haben sie sich zusammengeschlossen und über Spot.Us gemeinsam einen Reporter finanziert, der über den gesamten Prozess berichtete. Durch die Kooperation haben sie alle mehr gehabt, als wenn sie jeder für sich nur eine kleine Geschichte gehabt hätten. Auch klassische Medienorganisatione können daraus eine Menge lernen: Tue, was Du am besten kannst und such Dir Partner für den Rest.</p>
<p><strong>Im Mai 2010 hat Spot.Us auf seiner Plattform  „community-centered advertising“ eingeführt. Wie funktioniert das?</strong></p>
<p>Wir nennen das jetzt <a href="http://www.slideshare.net/Digidave/communityfocused-sponsorship-4739739"><strong>„community-focused sponsorship“</strong></a>. Es funktioniert ähnlich wie eine finanzielle Risikoübernahme für eine Nonprofit-Nachrichtenorganisation. Ein Unternehmen oder eine Stiftung oder eine <a href="http://spot.us/cca/5-questions-on-media"><strong>Person</strong></a> gibt Spot.Us Geld. Aber nicht ich entscheide, wohin dieses Geld fließt. Wir verzichten auf die Kontrolle über das Budget und lassen die Öffentlichkeit entscheiden. Die Nutzer können Entscheidungsmacht erhalten, indem sie sich mit der Botschaft des Sponsors auseinandersetzen, zum Beispiel mit seinem Fragebogen oder Quiz. Dafür erhalten die Nutzer Belohnungen im Wert von zum Beispiel fünf oder sieben Dollar. Die Nutzer können dann darüber entscheiden, in welche Recherchen diese Beträge fließen sollen. Wir haben also eine Werbefinanzierung, aber die Kontrolle über Einnahmen liegt bei den Nutzern.</p>
<p><strong>Wie gut läuft das bisher? </strong></p>
<p>Sehr gut. Vor der Einführung dachte ich, dass sich dadurch vor allem die Zahl der Spender bei Spot.Us erhöht, und das hat sich auch bewahrheitet. Normalerweise ist es schon ein guter Wert, wenn von 100 Besuchern der Plattform ein oder zwei für eine Recherche spenden. Die Kreditkarte zu zücken ist eine hohe mentale Hürde. Mit dem neuen Prinzip beantwortet man einfach ein paar Fragen und hat sofort Geld zur Verfügung, das man spenden kann. Dadurch hat sich die Spenderquote auf zehn bis 15 Prozent erhöht, worüber ich mich sehr freue.</p>
<p><strong>Aber was, wenn die Nutzer nur noch über dieses System spenden und kein eigenes Geld mehr einfließen lassen?<br />
</strong><br />
Genau diese Befürchtung hatte ich zuerst auch: Jegliche Spendenzuflüsse von Nutzern würden sofort versiegen. Ich hatte wirklich die Sorge Pandoras Büchse zu öffnen. Aber das komplette Gegenteil ist passiert. Die Leute spenden jetzt mehr als vorher. Die Credits wirken wie eine Einstiegsdroge in das System Spot.Us. Sie machen es einfach sich erstmals zu engagieren. Später kommen die Leute dann wieder und spenden nochmal zehn Dollar oder sie legen von vorherein noch eigenes Geld darauf, weil sie finden, dass 20 Dollar angemessener sind als fünf.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=14243959&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=14243959&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/14243959">Spot.Us founder David Cohn &#8211; interview part 1</a> from <a href="http://vimeo.com/user2771590">Ulrike Langer</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p><strong>Lesetipp:</strong> In diesem <a href="http://www.pbs.org/idealab/2010/07/spotus-goes-national-gets-clay-shirky-as-sponsor207.html"><strong>Blogpost für Mediashift </strong></a>fasst David Cohn die Entwicklungen bei Spot.Us zusammen.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fmedialdigital.de%2F2010%2F08%2F20%2Fcommunity-focused-sponsorship-david-cohn-uber-neue-entwicklungen-bei-spot-us%2F&amp;title=%E2%80%9CCommunity-focused%20sponsorship%E2%80%9D%20%E2%80%93%20David%20Cohn%20%C3%BCber%20neue%20Entwicklungen%20bei%20Spot.Us" id="wpa2a_18"><img src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png?resize=171%2C16" alt="Share" data-recalc-dims="1"/></a></p> <p><a href="http://medialdigital.de/?flattrss_redirect&amp;id=3471&amp;md5=2d325d6cc9f6cf55b8370bb3fb77686a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Digitalspezialist &#8211; Multimediajournalist Mark Luckie</title>
		<link>http://medialdigital.de/2010/08/05/der-digitalspezialist-multimediajournalist-mark-luckie/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 17:31:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews mit Innovatoren]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Neu]]></category>
		<category><![CDATA[10000 words]]></category>
		<category><![CDATA[California Watch]]></category>
		<category><![CDATA[Center for Investigative Reporting]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Luckie]]></category>

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		<description><![CDATA[Mark Luckie ist amerikanischer Multimediajournalist. Er war bis vor wenigen Tagen Multimedia Producer der spenden- und stiftungsfinanzierten unabhängigen Journalismus-Organisation California Watch (ein Ableger des Center for Investigative Reporting) mit 27 Mitarbeitern und Sitz in Berkeley. Mark Luckie wird Ende August &#8230; <a href="http://medialdigital.de/2010/08/05/der-digitalspezialist-multimediajournalist-mark-luckie/">Weiterlesen &#8594;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mark Luckie ist amerikanischer Multimediajournalist. Er war bis vor wenigen Tagen Multimedia Producer der spenden- und stiftungsfinanzierten unabhängigen Journalismus-Organisation <a href="http://californiawatch.org/"><strong>California Watch</strong></a> (ein Ableger des <a href="http://www.centerforinvestigativereporting.org/"><strong>Center for Investigative Reporting</strong></a>) mit 27 Mitarbeitern und <a href="http://medialdigital.de/wp-content/Mark-Luckie.png"><img class="size-large wp-image-3398 alignleft" title="Mark Luckie" src="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/Mark-Luckie.png?resize=240%2C297" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>Sitz in Berkeley. Mark Luckie wird Ende August <a href="http://www.niemanlab.org/2010/07/luckie-them-meet-wapos-new-national-innovations-editor/"><strong>den neugeschaffenen Posten des National Innovations Editor bei der Washington Post übernehmen</strong></a> &#8211; ein Job, für den ihn vor allem seine vielseitigen Multimedia-Kenntnisse und seine Erfahrung als Online-Journalist qualifizieren.</p>
<p>Mark Luckie war allerdings auch schon ein hochqualifizierter und dennoch arbeitsloser Multimediajournalist. Er nutzte diese mehrmonatige Phase im vergangenen Jahr um intensiver zu bloggen &#8211; sein Blog <a href="http://10000words.net"><strong>10000words</strong> </a> ist eine Fundgrabe für Multimedia-Ressourcen  <a href="http://medialdigital.de/?s=Mark+Luckie"><strong>und taucht regelmäßig in meinen Linktipps auf</strong></a>. Außerdem schrieb er in dieser Zeit seinen Ratgeber <a href="http://www.amazon.com/Digital-Journalists-Handbook-Mark-Luckie/dp/1450565603"><strong>&#8220;The Digital Journalist&#8217;s Handbook&#8221;</strong></a> . Beides machte ihn auch ohne festen Arbeit- oder Auftraggeber an den journalistischen Schaltstellen im Netz sehr sichtbar und half ihm dabei, seine Attraktivität für künftige Arbeitgeber zu steigern.</p>
<p>Mit Mark Luckie habe ich vor einigen Tagen in Berkeley gesprochen. Einige seiner Originalaussagen sind als kurze Videoexzerpte in diesen Beitrag eingebettet. (Zum Zeitpunkt des Gesprächs wusste Luckie noch nicht, dass er von &#8220;California Watch&#8221; zur &#8220;Washington Post&#8221; wechseln würde.)</p>
<h4><strong>Was zeichnet California Watch aus?</strong></h4>
<p>Einer der bemerkenswertesten Beiträge, den California Watch bisher veröffentlicht hat, ist die <a href="http://californiawatch.org/higher-ed/state-universities-slow-address-seismic-hazards"><strong>&#8220;Seismic Story&#8221;</strong></a> aus dem Frühjahr 2010, eine detaillierte multimediale Dokumentation über die Erdbebensicherheit, bzw. -gefährung aller kalifornischen Hochschulen. Der Ansatz ist konsequent vom <a href="http://medialdigital.de/wp-content/California-Watch.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-3408" title="California Watch" src="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/California-Watch.png?resize=225%2C79" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>Nutzer her gedacht. &#8220;Wir fragten uns, was würden die Nutzer sehen wollen? Und wir entwickelten dann eine interaktive Karte mit den besonders gefährdeten Gebäuden&#8221;, sagt Mark Luckie, der den Beitrag produzierte. (Er beschreibt <a href="http://californiawatch.org/watchblog/how-i-did-it-seismic-story"><strong>hier</strong></a> in einem Blogpost, wie die Geschichte entstand und wie die einzelnen Komponenten ineinander greifen). Die Online-Komponenten standen als erstes fest, noch bevor der Bericht geschrieben wurde. Und &#8211; ein wesentlicher Unterschied zu traditionellen journalistischen Gepflogenheiten &#8211; sämtliche Originaldokumente wurden nicht nur als Rohmaterial für die Recherche verwendet, sondern den Lesern zugänglich gemacht.</p>
<p>Investigativer Journalismus beruhe in hohem Maße auf Daten und  Dokumenten. Aber im Internet gehe es vor allem um Transparenz, glaubt  Luckie. &#8220;Die Leute wollen die Originaldokumente lesen.&#8221; Die Aufgabe von  Journalisten sei es deshalb , den Nutzern einen Zugang zu diesen  Informationen in organisierter Form zu verschaffen, zum Beispiel über Datenbanken. &#8220;Wenn Journalisten das schaffen,  erbringen sie einen besseren Dienst für ihre Leser&#8221;, so der Datenjournalist. (Konsequentes Offenlegen von Quellen ist natürlich auch für deutsche Verlage noch etwas Ungewöhnliches: <a href="http://medialdigital.de/2010/01/22/sollen-wir-dieses-geheime-gutachten-ins-netz-stellen/"><strong>Sollen wir dieses geheime Gutachten ins Netz stellen?</strong></a>)</p>
<p>Der aufwändigste Aspekt beim &#8220;Seismic&#8221;-Beitrag sei allerdings nicht der Aufbau der Datenbank gewesen, sondern das Füttern mit Informationen. Denn alle Daten sollten auf dem neusten Stand sein und mussten zum großen Teil aufwändig besorgt und eingegeben werden. Dazu durchforstete California Watch zigtausende von Dokumentenseiten.</p>
<p>Ungewöhnlich ist auch die Methode, mit der California Watch in Berkeley auf den multimedialen Beitrag aufmerksam machte &#8211; mit verteilten Handzetteln auf dem Campus. Dazu muss man wissen, dass UC Berkeley die erbebengefährdetste Universität in ganz Kalifornien ist &#8211; sie liegt genau auf der Hayward-Spalte (aktiver als die San Andreas Spalte). Mark Luckie:</p>
<blockquote><p>Die Reaktionen waren ausgesprochen positiv. Die Leute nahmen die Handzettel und waren schockiert. Das waren Leute, die nicht unbedingt unsere Geschichte im Internet gelesen hatten. &#8220;California Watch ist ja als Nachrichtenorganisation noch sehr neu und viele kennen uns gar nicht. Aber indem wir auf sie zugegangen sind und ihnen gesagt haben: Hier ist eine Geschichte, die Euch betrifft, die zeigt, was in Eurer Stadt schiefläuft &#8211; das ist auf großes Interesse gestoßen.</p></blockquote>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/0csEyFOlqyc&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/0csEyFOlqyc&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Typischerweise versucht California Watch seine Reichweite zu erhöhen, indem die Organisation ihre Beiträge klassischen Medien zur Übernahme anbietet, teilweise mit regionalen Varianten, oder indem sie von vornherein mit Verlagen, Sendern oder weiteren unabhängigen Nachrichtenorganisationen kooperiert. Für die Seismic Story erläutert Robert Rosenthal, Executive Director des Center for Investigative Reporting, die Kooperationen in einem <a href="http://californiawatch.org/watchblog/california-watch-reaches-new-partners-seismic-story"><strong>Blogpost</strong></a>.</p>
<p>Wie eine Kooperation ablaufen kann,  beschreibt auch Mark Katches, Editorial Director von California Watch, <a href="http://californiawatch.org/watchblog/california-watch-distribution-model-case-study-123"><strong>am Beispiel des Beitrags über die geringe Zahl von Schultagen in Kalifornien beschrieben</strong></a>.</p>
<h4>Werden unabhängige Organisationen wie California Watch, Spot.Us oder Voice of San Diego künftig die Watchdog-Aufgaben übernehmen, die traditionelle Medien nicht leisten?</h4>
<p>Mark Luckie glaubt, dass unabhängige Nachrichtenorganisationen traditionelle Medien ergänzen werden:</p>
<blockquote><p>Die Ressourcen von Verlagen schwinden zusehends. Sie können nicht mehr alle wichtigen Themen bearbeiten und die nötigen Recherchen leisten. Unabhängige Organisationen &#8211; vor allem im Lokalen &#8211; können Lücken füllen. Das ist ihre Stärke: Über Themen berichten, über die in traditionellen Medien nicht mehr berichtet wird. Ob sich dieser Trend fortsetzen wird, bleibt abzuwarten, aber im Moment hängt der Aufstieg der unabhängigen Medien mit der Schwäche der Verlage zusammen.</p></blockquote>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/wuM1lqu6DnU&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/wuM1lqu6DnU&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<h4>Sollten Journalisten programmieren können?</h4>
<p>Mark Luckie konnte die &#8220;Seismic Story&#8221; multimedial verzahnt und mit einer öffentlich zugänglichen Datenbank im Mittelpunkt konzipieren und umsetzen, weil er nicht nur recherchieren und schreiben kann, sondern auch folgende Programme und Fähigkeiten beherrscht: Flash, Photoshop, HTML, CSS, Javascript, Dreamweaver, Quark, Map mashups, Video- und Audiobearbeitung. Doch das ist nicht der Normalfall für Journalisten und müsse es auch nicht unbedingt sein, sagt Luckie:</p>
<blockquote><p>Ich glaube nicht, dass die meisten Journalisten Datenbanken programmieren können müssen. Programmieren ist eine sehr technische Angelegenheit, und selbst wenn Journalisten die Grundlagen beherrschen, dann wäre das noch lange nicht ausreichend um redaktionelle Angebote zu programmieren. Es ist aber nützlich, wenn Journalisten wissen, was man mit Programmieren erreichen kann und was nicht. Und es auf jeden Fall nützlich, wenn sie in Grundzügen Webseiten mit HTML und CSS programmieren können. Viele andere Programmiersprachen bauen darauf auf und man bekommt dadurch einen Einblick ins Programmieren.</p></blockquote>
<p>Bei California Watch gibt es Spezialisten für Datenbank-Programme und Journalisten, die zwar keine Webseiten oder Datenbanken programmieren können, aber zumindest wissen, was möglich ist. Mark Luckie:</p>
<blockquote><p>Als Journalist muss man nicht unbedingt alles von Grund auf selbst machen können, aber Journalisten sollten wissen, wie ihre Storys und ihre Webseiten im Ergebnis aussehen sollen. Sie sollten wissen, wen sie kontaktaktieren müssen, damit Programmierer das umsetzen, was ihnen als Idee vorschwebt.</p></blockquote>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/PRKs-GntKgg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/PRKs-GntKgg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<h4>Können freie Journalisten mit multimedialen Kenntnissen und einer guten Onlnepräsenz ihre Selbstvermarktung verbessern?</h4>
<p>Welche Kenntnisse sich vor allem Freiberufler zulegen sollten, hänge davon ab, auf welchem Gebiet sie arbeiten (wollen): &#8220;Webdesigner müssen HTML und CSS beherrschen, sich mit Dreamweaver auskennen. Designer müssen Photoshop und Illustrator können. Aber einen grundlegenden Überblick darüber, was diese Programme können, wozu man sie braucht und wie Kenntnisse davon ins eigene Portfolio passen könnten, sollte jeder haben&#8221;, so Luckie.</p>
<p>Freiberufler müssen auf sich und ihre einzigartigen Fähigkeiten aufmerksam machen. Sie brauchen ein Online-Portfolio, das zeigt, was sie besonders gut können und sie einzigartig macht, so Luckie. Deshalb sollten sie eine Webpräsenz haben, die Besuchern signalisiert: „Wow, das ist etwas Besonderes, das ich so noch nicht gesehen habe.“</p>
<p>Sein Blog 10000 words gestaltete Luckie bewusst auffällig und anders als die meisten Blogs &#8211; mit einer bunten Ringbuchoptik.  Auch inhaltlich ist 10000 words kein typisches Medien- oder Journalistenblog, <a href="http://medialdigital.de/wp-content/10000words.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-3409" title="10000words" src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/10000words.png?resize=225%2C63" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>sondern eher eine Sammlung von Ressourcen, Tipps und &#8220;How to&#8221;-Anleitungen. &#8220;Es gibt schon sehr viele Blogs, die analysieren, wie es um den Journalismus steht und wo er sich hinbewegt. Ich wollte nicht darüber reden, sondern lieber zeigen, wie man etwas macht&#8221;, so Luckie. Durchschnittlich erreicht der Journalist mit seinem Blog pro Monat rund 60.000 Nutzer.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/aGajoTrX5-c&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="340" src="http://www.youtube.com/v/aGajoTrX5-c&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<h4>An wen richtet sich Mark Luckies Buch &#8220;The Digital Journalist‘s Handbook“? Und warum ist es kein E-Book?</h4>
<p><a href="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/digital-journalists-handbook.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-3410" title="digital-journalists-handbook" src="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/digital-journalists-handbook.png?resize=225%2C269" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>Zielgruppe sind vor allem die digalen Einsteiger unter den Journalisten: erfahrene Journalisten, die versuchen, den Übergang zum Onlinejournalismus und zu digitalen Medien zu meistern und Journalismusstudenten.</p>
<p>Zum Parodoxon, dass man von einem Multimedia-Handbuch eigentlich eine digitale Version mit vielen Links und fortlaufenden Aktualisierungen erwarten würde, sagt Luckie:</p>
<blockquote><p>Ich habe absichtlich keine E-Book-Version veröffentlicht, denn was fehlt, ist genau der Übergang von Analogen zum Digitalen. Bücher werden gerne gelesen. Wennn ich jemandem ein Buch gebe, und sage: „Hier das hilft Dir beim Übergang in die digitale Medienwelt“, dann ist das Buch selbst eine Brücke. Außerdem gibt es viele Hindernisse, wenn man ein E-Book veröffentlichen will, nicht zuletzt die verschiedenen Formate. Aber der Hauptgrund ist wirklich, dass Bücher großartige Ressourcen sind. Ich glaube, meine Leser mögen den Inhalt, egal ob er gedruckt oder elektronisch veröffentlicht wird.</p>
<p><strong><br />
</strong></p></blockquote>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/_dzmPjBfzeM&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="340" src="http://www.youtube.com/v/_dzmPjBfzeM&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?color1=0x5d1719&amp;color2=0xcd311b" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fmedialdigital.de%2F2010%2F08%2F05%2Fder-digitalspezialist-multimediajournalist-mark-luckie%2F&amp;title=Der%20Digitalspezialist%20%E2%80%93%20Multimediajournalist%20Mark%20Luckie" id="wpa2a_22"><img src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png?resize=171%2C16" alt="Share" data-recalc-dims="1"/></a></p> <p><a href="http://medialdigital.de/?flattrss_redirect&amp;id=3396&amp;md5=a5caf7c00ffb38dba3a9a549e98db5e9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Eine Ära für Experimente und Kollaboration&#8221; &#8211; Interview mit Tanja Aitamurto</title>
		<link>http://medialdigital.de/2010/07/22/eine-ara-fur-experimente-und-kollaboration-interview-mit-tanja-aitamurto/</link>
		<comments>http://medialdigital.de/2010/07/22/eine-ara-fur-experimente-und-kollaboration-interview-mit-tanja-aitamurto/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 04:13:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews mit Innovatoren]]></category>
		<category><![CDATA[Neu]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungszukunft]]></category>
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		<category><![CDATA[crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[innovation journalism]]></category>
		<category><![CDATA[Kachingle]]></category>
		<category><![CDATA[San Francisco]]></category>
		<category><![CDATA[Tanja Aitamurto]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Gespräch über neue Journalismusformen und webaffine Hühnerhaltung in San Francisco. Tanja Aitamurto ist eine finnische Journalistin und Medienberaterin in San Francisco. Sie studierte Innovation Journalism an der University of Stanford im Silicon Valley, sie bloggt für die Huffington Post &#8230; <a href="http://medialdigital.de/2010/07/22/eine-ara-fur-experimente-und-kollaboration-interview-mit-tanja-aitamurto/">Weiterlesen &#8594;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/676ff79087884074a9bc02a61271e474" alt="" width="1" height="1" /><br />
<a href="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/Tanja-Aitamurto.png"><img class="aligncenter size-large wp-image-3287" title="Tanja-Aitamurto" src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/Tanja-Aitamurto.png?resize=300%2C167" alt="" data-recalc-dims="1" /></a></p>
<h4>Ein Gespräch über neue Journalismusformen und webaffine Hühnerhaltung in San Francisco.</h4>
<p><strong><strong><a href="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/Ferry-Building.jpg"><img class="alignleft size-large wp-image-3288" title="Ferry-Building" src="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/Ferry-Building.jpg?resize=300%2C225" alt="" data-recalc-dims="1" /></a></strong>Tanja Aitamurto</strong> ist eine finnische Journalistin und Medienberaterin in San Francisco. Sie studierte <a href="http://blog.innovationjournalism.org/"><strong>Innovation Journalism</strong></a> an der University of Stanford im Silicon Valley, sie <a href="http://www.huffingtonpost.com/tanja-aitamurto"><strong>bloggt für die Huffington Post</strong></a> und für die <a href="http://blogit.hs.fi/piilaakso/"><strong>führende finnische Tageszeitung.</strong></a> <strong>Sie beschäftigt sich mit neuen Finanzierungsmodellen für Journalismus und schreibt momentan ihre Doktorarbeit über Crowdfunding und Crowdscourcing-Modelle</strong>. Am Beispiel von <strong><a rel="nofollow" href="http://spot.us/" target="_blank">Spot.Us</a></strong> hat sie <a href="http://niemanstoryboard.us/2010/01/15/tanja-aitamurto-on-crowdfunding-and-the-future-of-narrative-journalism/"><strong>untersucht</strong></a>, was Journalisten und Spender motiviert, sich auf dieser Plattform zu engagieren. <strong>Nachtrag: Tanja Aitamurtos </strong><a href="http://www.slideshare.net/TanjaAitamurto/impact-of-crowdfunding-in-journalism-case-study-of-spotus"><strong>Präsentationsfolien bei Slideshare</strong></a> und ihre Zusammenfassung der Studienergebnisse in zwei Beiträgen für Mediashift <a href="http://www.pbs.org/mediashift/2010/06/spotus-lessons-journalists-work-in-and-for-the-public181.html"><strong>hier</strong></a> und <a href="http://www.pbs.org/mediashift/2010/06/spotus-case-study-shows-impact-of-crowdfunding-on-journalism168.html"><strong>hier</strong></a>.Über Crowdfunding (freiwillige Bezahlung von journalistischen Angeboten durch die Nutzer) und Crowdsourcing (freiwilliges Engagement von Nutzern auf journalistischen Plattformen, Einbeziehung von Nutzern) habe ich mich mit Tanja Aitamurto am Pier von San Franciscos renoviertem historischem Ferry Building (Foto) unterhalten. Das leicht gekürzte Videointerview (knapp 20 Minuten) ist unten eingebettet.</p>
<p><strong>Die wichtigsten Aspekte aus dem Interview:</strong></p>
<ul>
<li>Tanja Aitamurto sieht <strong>Crowdfunding und Crowdsourcing als Formen kollektiver Intelligenz</strong>. Schwarmintelligenz kann im Journalismus genutzt werden, um Angebote gemeinsam zu finanzieren, aber auch, um Themen zu finden, die von Nutzern herangetragen werden.</li>
<li>Erstaunlich: Nutzer, die sich freiwillig finanziell für gesellschaftlich relevanten Qualitätsjournalismus engagieren, sind eher wenig daran interesiert, was im Detail mit ihren Geldbeträgen geschieht. <strong>Bei Aitamurtos Untersuchung der Plattform Spot.Us, auf der Nutzer bestimmte Recherchen vorschlagen und gemeinsam finanzieren, zeigt sich, dass viele Nutzer die Plattform insgesamt unterstützenswert finden.</strong> Die freiwilligen Spender sind weniger an einzelnen Themen und den Ergebnissen einzelner Recherchen interessiert und hinterlassen ungern Kommentare. Sie fürchten, sich nicht kundig und konstruktiv genug äußern zu können. (d.h. sie sind das komplette Gegenteil der berüchtigten Forentrolle).</li>
<li><strong>Motivation der Spender: Sie möchten vor allem erreichen, dass von den von ihnen finanzierten journalistischen Beiträge und der Plattform Spot.Us insgesamt ein gesellschaftlicher Wandel ausgeht. </strong>Die Stücke sollen nicht nur gelesen werden, sondern auch etwas im gesellschaftlichen Interesse bewirken.</li>
<li><strong>Journalisten könnten das Interesse der Bürger, sich sich zu engagieren, sehr viel stärker nutzen, indem sie interessierten Bürger dafür Plattformen bieten. </strong>Damit sind keine Kommentarghettos gemeint, in denen wertvolle Kommentare zwischen abgesondertem verbalem Unrat versickern, sondern einfach zu bedienende Werkzeuge, mit den Bürger z.B. Missstände melden können, wie z.B. bei der Plattform <a href="http://www.seeclickfix.com/citizens"><strong>seeclickfix.com</strong></a>. Das müssen nicht unbedingt Skandale, sondern können auch Schlaglöcher in den Straßen sein.</li>
<li><strong>Die Rolle der Journalisten in einem spendenfinanzierten, am Gemeinwohl interessierten Journalismus, ist nicht nur zu berichten, sondern auch gesellschaftlichen Wandel zu ermöglichen. </strong>Die Erwartungshaltung der Nutzer ist in diesem Fall keine journalistische Distanz, sondern gemeinsames Engagement für eine Sache.</li>
<li><strong>Wer spendet bei Spot.Us?</strong> Noch ist der Anteil von Journalisten und Early Adoptern aus dem Silicon Valley überdurchschnittlich hoch. Es sind aber auch &#8220;ganz normale&#8221; Leute.</li>
<li><strong>Die spendenfinanzierten Geschichten bei Spot.US haben in der Regel einen lokalen Bezug</strong> &#8211; im Gegensatz zu den Beiträgen von ProPublica oder Center for Investigative Reporting, die überwiegend von Stiftungen und großen Einzelspenden finanziert werden  und nationale Themen aufgreifen.</li>
<li><strong>Freiwillige Mikrofinanzierungs-Plattformen wie Kachingle und Flattr </strong>(&#8220;social payment plattforms&#8221;) geben Nutzern größtmögliche Freiheit, selbst zu entscheiden, welche Themen sie besonders unterstützenswert finden.</li>
<li><strong>Journalisten können die Integrität Ihres Berufsstands erhalten, wenn sie sich um Recherchen, investigative Recherche und Aufklärung gesellschaftsrelevanter Themen bemühen.</strong> Solche Geschichten sind nicht unbedingt rekord-klickverdächtig und sie sind oft ein Minusgeschäft für Medienunternehmen. Sie lassen nicht durch klassische Anzeigenwerbung refinanzieren. Medienunternehmen sollten sich bei gesellschaftsrelevanten Themen verstärkt um Nutzerfinanzierung bemühen. Das ist ein ganz anderer Ansatz als eine Paywall vor dem Gesamtangebot.</li>
<li><strong>Crowdfunding nach dem Spot.Us Modell nicht nur hat Einfluss auf den Journalismus, sondern auch auf journalistische Abläufe und das Selbstverständnis von Journalisten. </strong>Wer als Reporter bei Spot.Us ein Thema vorschlägt, tut das nicht als Redakteur vor Kollegen in der Redaktionskonferenz, bzw. (als freier Journalist) nicht als Themenanbieter für einen Redakteur, sondern wendet sich direkt an die interessierte Öffentlichkeit. Ob ein Thema recherchiert wird oder nicht, entscheiden die Nutzer mit ihren Schecks und Überweisungen. Manchen Journalisten fällt diese Art des öffentlichen &#8220;Themenpitchings&#8221; leichter als anderen.</li>
<li><strong>Die Zukunft des &#8220;Crowdfunding&#8221; liegt im Plattformgedanken.</strong> Journalistische Webangebote sollten Widgets oder Buttons integrieren, mit denen man ganze Angebote oder einzelne Beiträge unterstützen kann. Kachingle und Flattr sind solche Modelle.</li>
<li><strong>Crowdfunding à la Spot.Us geht einher mit Prozessjournalismus. </strong>Journalisten müssen sich für den gesamten Zyklus eines Themenangebots verantwortlich fühlen: Vom Themenpitching über Berichte zum Fortschritt der Recherche, Einbeziehung von Anregungen Dritter bis zum eigentlichen Bericht und dem Kuratieren der Kommentare, aus denen gegebenenfalls neue Themenanregungen hervorgehen.</li>
<li><strong>Freie Journalisten können per Crowdfunding neue Finanzierungsformen für ihre Angebote entwickeln.</strong> Noch kann davon niemand seinen Lebensunterhalt bestreiten, aber die Modelle stehen ja auch erst am Anfang. Nutzer können per Crowdfunding einzelne Journalisten und ihre Beiträge &#8220;abonnieren&#8221;.</li>
<li><strong>Crowdfunding-Angebote und klassische Medienangebote stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern sie können sich ergänzen.</strong> Immer mehr Verlagsportale übernehmen auch bereits Beiträge, die spendenfinanziert umgesetzt wurden. &#8220;Dies ist eine Ära für Experimente und Kollaboration&#8221;, sagt Tanja Aitamurto.</li>
</ul>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/MissionChicken.png"><img class="alignleft size-large wp-image-3293" title="MissionChicken" src="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/MissionChicken.png?resize=300%2C256" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>Nicht uninteressant: Tanja Aitamurto lebt im Mission-Bezirk, mitten in San Francisco und hält gemeinsam mit Mitbewohnerin vier Hühner. Sie stammen aus dem  Tierheim. <strong>Über das Abenteuer der Hühnerhaltung mitten in der Stadt gibt ein eigenes Blog mit dem doppeldeutigen Namen  &#8211; </strong><a href="http://missionchicken.com/"><strong>Mission Chicken </strong></a>. Das Gefieder ist längst Star im sozialen Netz: Die Hühner wurden interviewt, Blogleser schicken Fotos und Geschichten mit eigenen Hühnererlebnissen, die Namen der Hühner wurden  per Crowdsourcing gefunden (durch Vorschläge von Bloglesern), Nutzer schicken eigene Hühner-Bilder und Geschichten von ihren Erlebnissen mit Hühnern. (Das ist erstaunlich, weil es längst nicht so viele Hühner- wie Hunde oder Katzenhalter gibt). Wahrscheinlich entwickelt sich gerade ein  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Meme"><strong>Hühner-Mem</strong></a>. Und übermorgen steigt im Mission eine <strong>Namegiving-Party for Chickens</strong>. Aber das wird ein anderer Blogpost.</p>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Namegiving-Party.png"><img class="alignleft size-large wp-image-3294" title="Namegiving-Party" src="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/Namegiving-Party.png?resize=300%2C215" alt="" data-recalc-dims="1" /></a></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="300" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13462433&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="300" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13462433&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/13462433">Interview with crowdfunding expert Tanja Aitamurto</a> from <a href="http://vimeo.com/user1937124">Ulrike Langer</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p>N.B. Seltsamerweise zeigt Vimeo meine älteren Video-Interviews nur an, wenn man <a href="http://vimeo.com/user2771590/videos"><strong>hier klickt.</strong></a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fmedialdigital.de%2F2010%2F07%2F22%2Feine-ara-fur-experimente-und-kollaboration-interview-mit-tanja-aitamurto%2F&amp;title=%E2%80%9CEine%20%C3%84ra%20f%C3%BCr%20Experimente%20und%20Kollaboration%E2%80%9D%20%E2%80%93%20Interview%20mit%20Tanja%20Aitamurto" id="wpa2a_26"><img src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png?resize=171%2C16" alt="Share" data-recalc-dims="1"/></a></p> <p><a href="http://medialdigital.de/?flattrss_redirect&amp;id=3286&amp;md5=b577d465c14c43cab958823ade920cb6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>&#8220;Labor für innovativen Journalismus&#8221; &#8211; Interview mit OWNI-Datenchef Nicolas Kayser-Bril</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 19:19:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews mit Innovatoren]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Neu]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmer-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Linkjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Nicolas Kayser-Bril]]></category>
		<category><![CDATA[OWNI]]></category>
		<category><![CDATA[Owni.fr]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicolas Kayser-Bril (24) ist Onlinejournalist und seit Februar 2010 &#8220;Head of Data&#8221; beim französischen Journalismus-Startup OWNI. Das Nonprofit-Projekt verbindet investigativen, kollaborativen und datenbankbasierten Journalismus auf innovative Art. Wie funktioniert das Projekt? Was kann Datenjournalismus? Was haben die Journalisten und Community-Manager &#8230; <a href="http://medialdigital.de/2010/05/27/labor-fur-innovativen-journalismus-interview-mit-owni-datenchef-nicolas-kayser-bril/">Weiterlesen &#8594;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/2f1a1565a4614f859651a9d187b8649a" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><strong><a href="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/nicolas_kayser_bril_nb.jpg?resize=200%2C200"><img class="alignleft size-full wp-image-2942" title="nicolas_kayser_bril_nb" src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/nicolas_kayser_bril_nb.jpg?resize=200%2C200" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>Nicolas Kayser-Bril (24) ist Onlinejournalist und seit Februar 2010 &#8220;Head of Data&#8221; beim französischen Journalismus-Startup <a href="http://owni.fr">OWNI</a>. Das Nonprofit-Projekt verbindet investigativen, kollaborativen und datenbankbasierten Journalismus auf innovative Art. Wie funktioniert das Projekt? Was kann Datenjournalismus? Was haben die Journalisten und Community-Manager bei OWNI für Ziele? Plant OWNI ein Netzwerk auf europäischer Ebene? Dazu habe ich Nicolas Kayser-Bril per Skype interviewt. </strong></p>
<p><strong>Was bedeutet &#8220;OWNI&#8221;?</strong></p>
<p>Das ist auf französisch ein Wortspiel. &#8220;OVNI&#8221; mit einem &#8220;V&#8221; heißt UFO. &#8220;OWNI&#8221; mit einem &#8220;W&#8221; ist ein Unidentifiziertes Web Objekt.</p>
<p><strong>Was ist OWNI und was wollt Ihr erreichen?</strong></p>
<p>OWNI ist ein offener Think Tank, der zu den besten Beiträgen im Netz zu den Themen digitaler Kult, digitale Macht und digitales Lebensgefühl verlinkt. Wir wollen OWNI auch als Labor für innovativen Journalismus benutzen, wir machen Linkjournalismus angereichert mit Datenjournalismus. Wir wollen die Beiträge, zu denen wir verlinken, mit Mehrwert anreichern.</p>
<p><strong>Was sind die Vorteile von Linkjournalismus und Datenjournalismus gegenüber traditioneller journalistischer Berichterstattung?</strong></p>
<p>Es ist ein ganz anderes Konzept. Linkjournalismus lässt sich wahrscheinlich am leichtesten erklären. Jeff Jarvis sagt immer: &#8220;Verlinke zum Besten und kümmere Dich um den Rest.&#8221; Genau das tun wir.</p>
<p><strong>Das klingt aber radikaler als bei Jarvis. Er sagt nämlich: &#8220;Tue, was Du am besten kannst, und verlinke zum Rest.&#8221;</strong></p>
<p>Ja, wir machen es anders herum. Wenn wir zum Beispiel über die Wahlen in Großbritannien sprechen, denn gehen wir zuerst durch unser Bloggernetzwerk, suchen einige Beiträge aus, die wir nicht haben und übersetzen einiges aus der englischsprachigen Blogosphäre. Neulich brauchten wir einen Beitrag, um unsere Themendossier zu vervollständigen, also haben einen in Auftrag gegeben. Machmal wollen wir das mit Datenjournalismus vertiefen. Das ist ein weiterer Schwerpunkt. Wir wollen dem Nutzer alle Daten geben, zu denen wir Zugang haben und sie in einer Weise präsentieren, dass der Nutzer so tief einsteigen kann wie er will. Wenn wir z.B. über lokalisierte Daten reden, können die Nutzer ganz nahe kommen. Wir haben im April einen Bericht über Sekundarschulen gebracht. Der Nutzer konnte die Geschichte anhand seiner eigenen Oberschule nachvollziehen und nicht bloß anhand von Durchschnittsdaten für ganz Frankreich oder seiner Region.</p>
<p><strong><a href="http://medialdigital.de/wp-content/owni-groß.png"><img class="alignleft size-large wp-image-2943" title="owni-groß" src="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/owni-groß.png?resize=300%2C345" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>Was war der Anlass für diese Geschichte?</strong></p>
<p>Es gab in Frankreich eine große staatlich organisierte Konferenz über Gewalt in Schulen. Wir wollten dokumentieren, wieviele Videokameras es in französischen Schulen gibt und wie effektiv sie sind. Also haben wir eine interaktive Karte ins Netz gestellt und unsere Nutzer die Daten eintragen lassen.</p>
<p><strong>Viele Journalisten glauben, dass Datenaufbereitung kein Journalismus ist. Sie sagen, Daten sind Rohmaterial, aus denen erst ein Journalist eine Geschichte macht. Deshalb nochmal meine Frage: Was kann Datenjournalismus, was traditioneller Journalismus nicht kann?</strong></p>
<p>Ich verstehe ich die Skepsis. Datenjournalismus ist aber nicht bloß Datenbereitstellung. Er kann Daten auch in Kontext stellen und analysieren. Nehmen wir das Beispiel Agrarpolitik. Wir haben dazu alle Daten über alle Subventionen, die jede noch so kleine Region in Europa erhält. Diese Zahl haben wir zum Bruttoinlandsprodukt der jeweiligen Region in Relation gesetzt. Wir haben also ein Ranking der Einnahmeanteile einer Region aus Subventionen erstellt. Damit konnten wir präzise sehen, welche europäische Kommune sich mit ihren Einnahmen fast ausschließlich auf Subventionen stützen. Das ist Journalismus. Wir haben eine journalistische Fragestellung, und wir vertiefen die vorliegenden Daten, auch wenn sie in binärer Form in einer Datenbank liegen. Ich würde Datenjournalismus eher definieren als Journalismus von Journalisten, die programmieren können. Damit kann man eine Menge machen.</p>
<p><strong>Wie stellt Ihr sicher, dass die Dateneingaben der Nutzer korrekt und qualifiziert sind?</strong></p>
<p>Im Fall der Agrarsubventionen stammen die Daten von der EU-Kommission. Das ist nicht perfekt, aber auch nicht schlecht. In anderen Fällen haben wir Prozeduren, um die Glaubwürdigkeit von Nutzereingaben zu überprüfen. Wir können IP-Adressen, Einlogzeiten und statistische Wahrscheinlichkeiten überprüfen. Wir haben die Email-Adressen der Nutzer und können sie für Nachfragen kontaktieren. Vor drei Monaten hatten wir ein Projekt zur örtlichen Positierung von Umfragen vor Wahlen. Wir hatten 9000 Dateneingaben und sie waren von guter Qualität. Das ist also kein zentrales Problem.</p>
<p><strong>Wie groß ist Euer Team? </strong></p>
<p>Im Moment haben wir zwei Vollzeit-Communitymanager. Das sind diejenigen, die die Einträge lesen und entscheiden, ob wir daraus eine Geschichte machen und die Blogger kontaktieren, ob wir sie republizieren oder Beiträge anreichern, z.B. mit Bildern. Sie checken auch Grammatik und Rechtschreibung. Diese Aufgaben mache ich auch und zusätzlich kümmere ich mich um Datenprojekte. In diesem Sommer werden wir 4 oder 5 Praktikanten haben, die wir dann eventuell im September als Redakteure anstellen. Dann gibt es noch das Team, das den kommerziellen Zweig unserer Holding betreibt, mit Designern und Marketingstrategen.</p>
<p><strong><a href="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/owni2.png"><img class="alignleft size-large wp-image-2946" title="owni2" src="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/owni2.png?resize=300%2C432" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>Wie groß ist die Reichweite von OWNI?</strong></p>
<p>Wir haben ungefähr 100.000 Unique User im Monat. Aber wir betrachten uns mehr als Think Tank denn als Portal. Wir werden niemals Werbung auf unserer Seite haben, deshalb ist die Reichweite egal. Aber wenn wir ein Datenprojekt angehen, stellen wir immer sicher, dass man es einbetten kann. Unser Schulprojekt wurde als Applikation auf der Webseite von <a href="http://www.lemonde.fr"><strong>„Le Monde“</strong></a> veröffentlicht. Das ist Frankreichs größte Nachrichtenwebsite, also war die Gesamtreichweite viel größer als die auf unserer Seite.</p>
<p><strong>Greift Ihr nur politische Themen auf?</strong></p>
<p>Nein, nicht nur. Die Grundlinie ist digitales Leben und digitale Mächte. Aber immer wenn wir eine Idee gut finden, setzen wir sie um. Wir sind durchfinanziert, wir haben alle Freiheiten. Wir wollen untersuchen, wie man Informationen auf neue Arten aufbereiten kann. Ob wir uns die Wahlen in Großbritannien vornehmen oder den G20 Gipfel im Juni &#8211; die Themenvielfalt ist sehr groß. Wir haben ja auch erst vor 3 Monaten mit Daten- und Linkjournalismus angefangen. Wir wollen experimentieren. Vielleicht wissen wir in einem halben Jahr genauer, was wir am besten können und dann werden wir uns darauf konzentrieren.</p>
<p><strong>Ein Think Tank bringt ja auch Experten verschiedener Fachgebiete zusammen. Gibt es Spezialisten, mit denen Ihr kooperiert?</strong></p>
<p>Ja, die haben wir. Dazu muss man die Geschichte der Webseite kennen. Sie wurde vor zwei Jahren gestartet, um gegen das Hadopi Gesetz vorzugehen, so heißt das &#8220;Three Strikes&#8221; Gesetz in Frankreich, das Urheberrechtsverstöße über den Entzug des Internetzugangs ahnden soll. Dieser Anlass brachte Kritiker aus der Zivilgesellschaft zusammen, Professoren und Business Manager. Die meisten dieser Kritiker gehören inzwischen zum engeren Kreis der Autoren. Wenn sie wollen, dass ein Thema bei OWNI veröffentlicht wird, kontaktieren sie uns. Umgekehrt tun wir das auch, wenn wir etwas von ihnen wollen. Wir haben etwa 500 regelmäßige Autoren.</p>
<p><em>Anmerkung: Dazu zählen u.a. Agnès Mailliard (Gewinnerin 2010 &#8220;Best Blog Francophone&#8221; der Deutsche Welle &#8220;Best of Blogs Awards&#8221;), Andreas Kluth vom &#8220;Economist&#8221;, Benedikt Thieulin (ehemaliger Berater von Ségolène Royal), Silvere Mercier (Webstratege des Centre Pompidou), Datenjournalistin Caroline Goulard, Jean Veronis (Linguistik-Professor und semantischer Berater für Google), Pierre Haski (Gründer von rue89.fr) <strong> <a href="http://medialdigital.de/wp-content/owni-Stammautoren-.pdf">Link zur Liste auf französisch mit circa 80 Namen (pdf)</a>.</strong></em></p>
<p><strong>Hat OWNI Vorbilder? Vielleicht das Projekt </strong><strong><a href="http://www.everyblock.com">Everyblock</a> des US-Programmierer-Journalisten Adrian Holovaty oder den &#8220;Guardian&#8221;, der eine halbe Million Dokumentenseiten mit Daten zum Spesenskandal der britischen Unterhaus-Abgeordneten in Tabellenform aufbereitete , die Daten <a href="http://spreadsheets.google.com/ccc?key=rvWgEEGK9xuUQBR1EFcxHWA">über Google Documents zur Verfügung stellte</a> und seine Nutzer fragte: <a href="http://mps-expenses.guardian.co.uk/">Can you help us?</a></strong></p>
<p>Nicht wirklich. Anfangs war OWNI nur eine Plattform, um alle Inhalte einer Webausgabe zu zentralisieren, aber jetzt wollen wir ein Vollzeit-Labor für innovativen Journalismus sein. Wir schauen uns aber andere neue Journalismusmodell daraufhin an, was in unserem Ökosystem funktionieren könnte. Auf die Liste der inspirierenden Modelle gehört auf jeden Fall auch die spendenfinanzierte investigative Plattform <a href="http://www.propublica.org/"><strong>Propublica</strong>.</a></p>
<p><strong><a href="http://medialdigital.de/wp-content/ou-je-vote.png"><img class="alignright size-large wp-image-2944" title="ou-je-vote" src="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/ou-je-vote.png?resize=300%2C290" alt="" data-recalc-dims="1" /></a>Ihr habt für die französischen Regionalwahlen im März die Facebook-App &#8220;Je vote où?&#8221; (Wo soll ich wählen?) programmiert. Was war der Zweck des Projekts?</strong></p>
<p>Das Projekt haben wir im Dezember 2009 begonnen. Wir dachten, es wäre cool eine Applikation zu haben, die Nutzern zeigt, in welchem Wahllokal sie am Wahltag wählen können. Wir suchten dann eine Liste mit allen Wahllokalen in Frankreich und stellten dabei fest, dass es eine solche Liste nicht gibt. Die mussten wir erstmal selbst erstellen. Außerdem haben uns die Behörden teilweise unbrauchbare Daten gegeben. Dabei ist unsere erstes Crowdsourcing-Experiment entstanden. Wir gaben unseren Nutzern eingescannte Dokumente, die sie abtippen mussten, so dass sie computerlesbar wurden. Am Wahltag hatten wir dann die Facebook App. Man gab dort seine Adresse ein und die App sagte, welches Wahlokal am nahesten war. Es hat allerdings nicht perfekt funktioniert, weil wir bis zum Wahltag nicht genug valide Daten hatten.</p>
<p><strong>Wie wird OWNI finanziert?</strong></p>
<p>Bis vor kurzem wurde owni auschließlich aus unserem kommerziellen Zweig 22mars querfinanziert. Wir haben ungefähr 20.000 Euro investiert. Das waren 3 Gehälter für 3 Monate.</p>
<p><strong>Und das neue Modell?</strong></p>
<p>Wir werden einen eingetragenen Verein gründen, der sich um die redaktionelle Arbeit kümmern soll. Er soll durch Spenden und durch Patronage durch den kommerziellen Arm finanziert werden. Außerdem werden uns um staatliche Subventionen bemühen. Unser kommerzieller Arm bedient zahlende Kunden wie bisher. Der Nonprofit Bereich mit OWNI wird davon völlig getrennt sein.</p>
<p><strong>Glaubst Du, dass Qualitätsjournalismus mit gesellschaftlicher Relevanz neue Finanzwege außerhalb von Anzeigen und Vetrieb finden sollte?</strong></p>
<p>Auf jeden Fall. Das ist genau das, was wir versuchen. Bisher läuft es gut. Was wir in Europa und in den USA sehen, ist dass die neuen exotischen Finanzierungsformen für neue Journalismusmodelle die erfolgreichsten sind. Unsere Gesellschaft bietet beispielsweise Social Media Services an für Klienten, wir setzen ihnen Webseiten mit Social Media Elementen auf. Die französische Website rue89.com ist ebenfalls sehr erfolgreich und mit einer Million Seitenabrufe pro Monat ebenso relevant wie viele traditionelle Webseiten. Nur 40 Prozent Einnahmen der Einnahmen von rue89.fr stammen aus der Werbung, 60 Prozent von Seminaren und Trainingskursen für andere Unternehmen. In den USA sehen wir immer mehr spendenfinanzierte Journalismusprojekte. In Frankreich ist die Patronage von Medien durch große Unternehmen eine Tradition, die es bestimmt schon seit 50 Jahren gibt, die sich aber in letzter Zeit verstärkt hat sowie ja auch in Großbritannien. In Frankreich will die Regierung außerdem in den kommenden drei Jahren 60 Millionen Euro aus einem Digitalisierungsfonds an journalistische Online-Websites auszahlen.</p>
<p><strong>Wie beurteilst Du diesen Trend?</strong></p>
<p>Das ist schwer zu beurteilen. Die Rolle der US-Medien während des Irak-Kriegs war auch ohne Subventionen unrühmlich. Unkritische Berichterstattung und Subventionen sind nicht zwingend gekoppelt.</p>
<p><strong>Soll OWNI auch außerhalb von Frankreich relevant werden?</strong></p>
<p>Ja, wir sind ein Think Tank, der auch die Vernetzung auf europäischer Ebene  anstrebt. Wir Europäer schauen bei neuen Trends oft lieber über den großen Teich als zu unseren direkten Nachbarn. Das ist nicht nur ein Sprachproblem, sondern auch eine Gewohnheit. Einige Blogger in Frankreich bloggen auch auf englisch, werden aber trotzdem kaum außerhalb von Frankreich gelesen.  Wir wollen versuchen, Inhalte aus Europa zu aggregieren. Wir wollen ein Netzwerk von Watchblogs aufbauen, die nationale Vorgänge beobachten und unsere Redakteure in Paris auf Themen aufmerksam machen, die auch für Europa relevant sind. Wir können diese Beiträge dann ins Französische übersetzen. Der zweite Schritt wird sein, Ableger von OWNI in anderen Sprachen zu starten oder unsere eigenen Webseite mehrsprachig aufzusetzen. Je nachdem, was die Nutzer bevorzugen.</p>
<p><strong>Wann könnte das passieren?</strong></p>
<p>Dass wir erst einmal auf französisch einer europäische Ausrichtung bekommen, könnte schon ab dem Sommer 2010 soweit sein. Wir übersetzen jetzt schon gelegentlich vom Deutschen und Englischen ins Französische, sowie vom Französischen ins Englische. Im Laufe des nächstes Jahres könnten dann die weiteren Sprachversionen starten. Wir hoffen dafür, mit deutschen Partnern ins Gespräch zu kommen. Daran wären wir sehr interessiert.</p>
<h4><strong>Thematisch relevante weitere Beiträge:</strong></h4>
<p><strong><a href="http://blog.kooptech.de/2010/05/verwaltung-nutzt-unsichere-webmail-adressen/">Bundesbehörden nutzen unsichere Webmail-Adressen </a></strong>(Gastbeitrag von Nicolas Kayser-Bril bei Kooptech)</p>
<p><a href="http://onlinejournalismblog.com/2010/03/19/interview-nicolas-kayser-bril-head-of-datajournalism-at-owni-fr/"><strong>Interview: Nicolas Kayser-Bril, head of datajournalism at Owni.fr </strong></a>(Online Journalism Blog)<strong> </strong></p>
<p><a href="http://medialdigital.de/2009/09/18/begeisterung-fur-daten-adrian-holovaty-beim-scoopcamp/"><strong>Begeisterung für Daten: Adrian Holovaty beim Scoopcamp</strong></a> (mein Interview mit Everyblock-Gründer Adrian Holovaty)</p>
<p><script src="http://widgets.backtype.com/tweetcount.js" type="text/javascript"></script></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fmedialdigital.de%2F2010%2F05%2F27%2Flabor-fur-innovativen-journalismus-interview-mit-owni-datenchef-nicolas-kayser-bril%2F&amp;title=%E2%80%9CLabor%20f%C3%BCr%20innovativen%20Journalismus%E2%80%9D%20%E2%80%93%20Interview%20mit%20OWNI-Datenchef%20Nicolas%20Kayser-Bril" id="wpa2a_30"><img src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png?resize=171%2C16" alt="Share" data-recalc-dims="1"/></a></p> <p><a href="http://medialdigital.de/?flattrss_redirect&amp;id=2936&amp;md5=d956ce23f7c3ea23863200c24fb0a2a3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Eine neue soziale Bewegung&#8221; &#8211; Interview mit Kachingle-Gründerin Cynthia Typaldos</title>
		<link>http://medialdigital.de/2010/05/11/eine-neue-soziale-bewegung-interview-mit-kachingle-grunder-cynthia-typaldos/</link>
		<comments>http://medialdigital.de/2010/05/11/eine-neue-soziale-bewegung-interview-mit-kachingle-grunder-cynthia-typaldos/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 11 May 2010 15:34:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[digitale Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews mit Innovatoren]]></category>
		<category><![CDATA[Neu]]></category>
		<category><![CDATA[Social Web]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Cynthia Typaldos]]></category>
		<category><![CDATA[Flattr]]></category>
		<category><![CDATA[freiwilliges Mikropayment]]></category>
		<category><![CDATA[Kachingle]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Norm]]></category>
		<category><![CDATA[Spendenfinanzierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Cynthia Typaldos aus Mountain View, Kalifornien (bekannt als Stammsitz von Google), ist die Frau hinter Kachingle. So heißt eines von zwei freiwilligen Mikrobezahlsystemen, deren Embleme man in letzter Zeit immer häufiger auf Blogs und weiteren Webseiten sieht (das andere heißt &#8230; <a href="http://medialdigital.de/2010/05/11/eine-neue-soziale-bewegung-interview-mit-kachingle-grunder-cynthia-typaldos/">Weiterlesen &#8594;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-2856  aligncenter" title="Cynthia+Bunny" src="http://i2.wp.com/medialdigital.de/wp-content/Cynthia+Bunny1.png?resize=450%2C299" alt="Cynthia+Bunny" data-recalc-dims="1" /></p>
<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/3073b1f1d6084ea5a8c9f4f9b692047c" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p style="text-align: left;">Cynthia Typaldos aus Mountain View, Kalifornien (bekannt als Stammsitz von Google), ist die Frau hinter <a href="http://www.kachingle.com"><strong>Kachingle</strong></a>. So heißt eines von zwei freiwilligen Mikrobezahlsystemen, deren Embleme man in letzter Zeit immer häufiger auf Blogs und weiteren Webseiten sieht (das andere heißt <a href="http://flattr.com"><strong>flattr</strong></a>). Mittlerweile machen fast 160 Webseiten mit, davon rund ein Drittel aus Deutschland. Auch dieses Blog hat einen Kachingle-Button. Wer darauf klickt, kann dem Kachingle-Netzwerk beitreten und über ein Paypal-Konto künftig beliebig viele teilnehmende Webseitenbetreiber unterstützen. Dabei wird ein Fixbetrag von fünf Dollar monatlich auf die Webseiten verteilt, die man unterstützen möchte. Ganz simpel also. Warum Kachingle den Nutzern lieber ganz wenige als ganz viele Wahlmöglichkeiten bietet, ob freiwillige Micropayments (Crowdfunding) auch Teil einer neuen Finanzierungsstruktur von Verlagen sein können, was Kachingle tun wird um bekannter zu werden, warum Spenden Ausdruck der Persönlichkeit sind, und ob Mikropayments für favorisierte Webinhalte eine neue soziale Bewegung werden können &#8211; darüber habe ich mit Cynthia Typaldos ein Skype-Interview geführt. Dies ist die deutsche Abschrift. <a href="http://medialdigital.de/2010/05/11/almost-a-new-world-attitude-interview-with-kachingles-founder-cynthia-typaldos/"><strong>(Click here to read the English version)</strong>.</a></p>
<p><strong>Was bedeutet das Wort Kachingle?</strong></p>
<p><strong>Cynthia Typaldos: </strong>Das habe ich erfunden. Es ist eine Kombination des Wortes &#8220;kaching&#8221; &#8211; das Geräusch der alten Registrierkassen &#8211; und &#8220;jingle&#8221; &#8211; dem Klimpern von Münzen. Ich weiß nicht, wie das Wort auf deutsch klingt, aber auf englisch klingt es sehr niedlich.</p>
<p><strong>Warum haben Sie Kachingle gestartet?</strong></p>
<p>Die Grundidee hatte ich schon 2003. Meine beste Freundin Laura in Argentinien hatte einen Gehirntumor. Ihr Englisch war nicht besonders gut, deshalb bat sie mich im Internet Fakten und Therapien zu ihrer Krankheit zu recherchieren. Ich habe überall im Netz Informationen gesammelt und ein Dossier für sie zusammengestellt. Als ich damit fertig war, wollte ich die Webseiten nochmal aufsuchen und 100 Dollar zur Belohnung auf die diversen Seiten verteilen. Aber ich konnte nicht mehr feststellen, wo ich überall gewesen war. Es war mir egal, ob es nicht-kommerzielle Organisationen waren oder Blogs oder Foren. Ich wollte nur sicherstellen, dass es diese Webseiten auch noch für die nächsten Suchenden geben würde. 2004 und 2005 habe ich dann ernsthaft an dem Projekt eines freiwilligen Mikrobezahlsystems gearbeitet, ein Konzept entworfen und mich mit diversen Leuten getroffen. Und dann habe ich es erst einmal zurückgestellt, weil ich merkte, dass die Zeit noch nicht reif war. Erst ab 2007 habe ich das Projekt weiterentwickelt (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=HXE4xjj9-1E"><strong>mehr zur Geschichte von Kachingle erzählt C. T. in diesem Video</strong></a>).</p>
<p><strong>Was hat damals noch gefehlt?</strong></p>
<p>Eine Menge. Vor allem gibt es inzwischen soziale Netzwerke. Die Macht von Netzwerken mit Menschen, die sich darüber austauschen wollen, wer sie sind und was sie tun. Kachingle ist nicht als Portal gedacht, sondern soll sich mit sozialen Netzwerken verzahnen. Wir arbeiten an einer Twitter-Applikation, über die man Statusmeldungen absetzen kann, wen man unterstützt. Und wir planen eine Facebook Schnittstelle, weil die Nutzer dort ihren Freunden mitteilen wollen, welche Webseiten sie unterstützen. Dort bauen sie ihr Image auf mit allem, was sie im Internet mögen.</p>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Bunny-w-Glasses.png"><img class="size-medium wp-image-2855 alignleft" title="Bunny-w-Glasses" src="http://i1.wp.com/medialdigital.de/wp-content/Bunny-w-Glasses.png?resize=225%2C213" alt="Bunny-w-Glasses" data-recalc-dims="1" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Bedeutet das, dass man bald auch Twitter oder Facebook Profile mit Kachingle unterstützen kann?</strong></p>
<p>Möglicherweise. Wir prüfen das. Aber wir sind vor allem nutzerzentriert. Jedes Mal, wenn wir uns für eine neue Kachingle-Option entscheiden, geschieht das aus der Nutzerperspektive, nicht aus der Anbieterperspektive. Die Nutzer sollen ihr individuelles Unterstützer-Profil entwickeln können. Das bedingt, dass die unterstützten Webseiten einen Namen haben. Es können nicht einfach nur überall im Netz verteilte Fragmente sein. Aber wir geben den Nutzern die Wahl: Sie können öffentliche Profile entwickeln oder völlig anonym bleiben.</p>
<p><strong>Wie können Unterstützer sicher sein, dass ihr Geld an den richtigen Stellen landet?</strong></p>
<p>Wir sind völlig transparent. Wir zeigen, wohin die Geldströme fließen. Weil wir Vermittler zwischen zwei Parteien sind, müssen wir den Verbleib von jedem einzelnen Cent nachweisen. Ich nenne das „crowdsourced auditing“, ein an den Schwarm ausgelagertes Controlling. Sowohl die Unterstützer als auch die Seitenanbieter können sehen, wieviel Geld fließt, und die Rechnungen von beiden Seiten müssen natürlich übereinstimmen. Es gibt überhaupt keine Möglichkeit, dass Kachingle die Gelder nicht fair verteilt. Das halten wir für sehr wichtig. Wir wollen zwar Vertrauen aufbauen, aber Sie müssen uns nicht vertrauen, Sie können die Zahlungsströme auch selbst nachprüfen.</p>
<p><strong>Überproportional viele Early Adopter bei Kachingle sind deutsche Blogger, obwohl Blogs hier gar nicht solch eine hohe Relevanz haben wie in der amerikanischen oder auch französischen Medienlandschaft. Haben Sie dafür eine Erklärung?</strong></p>
<p>Eigentlich wollte ich Sie das fragen.</p>
<p><strong>Ich weiß die Antwort auch nicht. Ich kenne aber viele der Blogger, die Kachingle bereits beigetreten sind. Sie sagen alle, dass sie die Idee eines freiwilligen Mikrobezahlsystems gut finden und die Idee unterstützen wollen. Das erklärt aber nicht, warum viel mehr deutsche als französische Blogger so denken.</strong></p>
<p>Darüber spekulieren wir ebenfalls. Unser Kernteam besteht aus sechs Leuten. Zwei sind Amerikaner, drei sind Deutsche, einer ist Franzose. Ich glaube allmählich, das ist kein Zufall. Kachingle hat irgendetwas, auf das Deutsche besonders ansprechen, so dass sie möglichst früh dabei sein wollen. Es scheint den Wunsch zu geben, etwas an die digitale Gemeinschaft zurück zu geben und eine digitale <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tragik_der_Allmende "><strong>Tragik der Allmende </strong></a>vermeiden zu wollen. Wenn jeder bloß nimmt und keiner gibt, dann werden eine Menge guter Dinge verschwinden.</p>
<p><strong>Die deutschen Zeitungsverleger argumentieren, die „Kostenloskultur“ sei ein Geburtsfehler des Internet. Sie bereuen, dass sie nicht von vornherein verpflichtende Bezahlschranken errichtet haben, weil es nun bereits zu spät dafür sein könnte.</strong></p>
<p>Die Verlage jammern und klagen. Ich aber sehr froh, <a href="http://www.vorwaerts.de/artikel/vorwaertsde-mit-kachingle-micropayment-tool"><strong>dass wir vorwaerts.de gewonnen haben</strong></a>. Es ist unsere größte Webseite und ich freue mich, dass sie die Vorreiterrolle unter den Zeitungswebseiten übernommen haben. Und außer den deutschen Bloggern haben wir jetzt auch schon mindestens drei oder vier deutsche Reiseportale. Und wir haben gerade eine Schweizer Trainspotting-Seite dazu bekommen. Blogger werden immer die Early Adopter sein, aber die Portale sind ebenfalls sehr wichtig, weil sie die Idee freiwilliger Vergütung über Kleinbeträge in den Massenmarkt hineintragen können, wo man nicht unbedingt Blogs liest.</p>
<p><strong>Wäre es nicht auch wichtig, die Unterstützung einflussreicher amerikanischer Medienblogs zu bekommen, damit Kachingle richtig abheben kann?</strong></p>
<p>Außerhalb des engen Einflussbereichs von Medienblogs müssen vor allem die ganz normalen Konsumenten von der Idee überzeugt werden. Wir konzentrieren uns momentan sehr darauf, die Zahl der teilnehmenden Inhalteanbieter zu erhöhen, weil wir glauben, dass wir vor allem so mehr Nutzer anziehen. Nutzer wollen eine große Auswahl an Webseiten sehen, die sie kachingeln können. Momentan thematisieren die Early Adopter noch sehr stark Kachingle, sie berichten über uns und ermutigen ihre Freunde und Kontakte mitzumachen. Es ist aber sehr typisch für neue Webanbieter in einer Nische zu starten. Facebook hat als reines College-Netzwerk angefangen. Wir stellen fest, dass unsere erste Nische offenbar der deutsche Markt ist. Wir nehmen das sehr ernst. <a href="http://blog.kachingle.com/2010/05/das-kachingle-medaillion-lernt-deutsch/"><strong>Ab sofort gibt es das Kachingle Medailon auch auf deutsch</strong></a> und wir werden künftig noch weitere Optionen speziell für den deutschen Markt anbieten.</p>
<p><strong>Warum kann man bei Kachingle nicht so wie bei flattr einzelne Beiträge unterstützen?</strong></p>
<p>Das hängt alleine davon ab, wo man das Medaillon platziert. Große Webseiten oder Mehrautorenblogs können beliebig viele Medaillons haben. Vorwaerts.de wird viele Kachingle-Medaillons einbauen. Das Blog Carta könnte jedem Autor sein eigenes Medaillon zuweisen. Aber ich wiederhole: Kachingle ist aus der Nutzerperspektive konzipiert. Wenn eine Webseite mit einer Stimme spricht, dann macht es auch Sinn, dass man die Webseite insgesamt unterstützt. Wenn es dort viele Stimmen und Meinungen gibt und die Nutzer sie als verschieden wahrnehmen, kann man sinnvollerweise auch mehrere Medaillons einbauen.</p>
<p><img class="size-large wp-image-2657 alignleft" title="Kachingle-mashup" src="http://medialdigital.de/wp-content/Kachingle-mashup1-300x187.png" alt="Kachingle-mashup" /></p>
<p><strong>Also kann man theoretisch auch einzelne Beiträge kachingeln, wenn der Anbieter das möchte?</strong></p>
<p>Technisch würde das funktionieren, aber das ist nicht nutzerzentrisch gedacht. Die Nutzer können so keine richtige Unterstützer-Reputation aufbauen. Ein weiterer Aspekt: Ich habe absichtlich ein System entwickelt, dass für den ganz normalen Webnutzer verständlich ist und keine komplizierten Entscheidungen voraussetzt. Deshalb ist es so einfach sich einzutragen und deshalb kann man auch nur fünf Dollar monatlich und keine alternativen Beträge bereitstellen. Wenn man den Leuten die Wahl lässt, dann fangen sie an zu grübeln, wie viel sie denn spenden sollten und fühlen sich vielleicht überfordert. Das ist das bekannte <a href="http://www.amazon.com/Paradox-Choice-Why-More-Less/dp/0060005688"><strong>„Paradox of Choice“ Phänomen</strong></a>.</p>
<p><strong>Viele Blogleser klicken gar nicht auf die Webseiten, sondern lesen die Blogfeeds in ihrem Feedleser. Wird es auch Kachingle für Feeds geben?</strong></p>
<p>Absolut. Wir sind von Bloggern schon darum gebeten worden. Bei solchen Weiterentwicklungen lassen wir uns vom Markt leiten. Das erste, was wir laut und deutlich vernommen haben, sind die erwünschten Verbesserungen für den deutschen Markt. Das betrifft nicht nur die Sprachoption, sondern auch Paypal.</p>
<p><strong>Wie wollen Sie deutsche Bedenken gegen Paypal ausräumen?</strong></p>
<p>Wir reden mit Paypal. Wir glauben, dass diese Plattform großartig für die Zukunft von Mikrobezahldiensten ist. Aber sie ist noch nicht weit genug entwickelt. Es ist zum Beispiel nicht einsichtig, dass wir sowohl für eingehende als auch auch für ausgezahlte Beträge eine Gebühr an Paypal zahlen müssen. Insgesamt sind das 11 Prozent. Das ist zuviel und Paypal sieht das auch ein. Wir werden die Gebühr bald senken können. Wir helfen Paypal auch, den deutschen Markt zu verstehen, zum Beispiel, dass die meisten Deutschen online am liebsten per Überweisung bezahlen. Deutschland ist sein zweitgrößter Markt, deshalb ist das Land für den Dienst und seinen Eigentümer Ebay so wichtig. Paypal ist sehr daran interessiert mit uns zu kooperieren, weil sie uns als Vorreiter für sehen für eine Bewegung, die wir „soziale Cents für digitale Inhalte“ nennen. Sie glauben, dass dieser Markt richtig groß wird.</p>
<p><img class="size-large wp-image-2859 alignleft" title="kachingle-system" src="http://medialdigital.de/wp-content/kachingle-system-300x172.png" alt="kachingle-system" /></p>
<p><strong>Kann Crowdfunding &#8211; Mikrobezahlströme aus dem Schwarm &#8211; dazu beitragen, sterbende Zeitungen zu retten?</strong></p>
<p>Wir hoffen, dass Crowdfunding einen bedeutenden Teil dazu beiträgt. Manche Zeitungswebseiten sind sehr groß, und das ist für uns natürlich sehr attraktiv, weil es nur einen kleinen Teil der Nutzer braucht, um nennenswerte Beträge zu generieren, sowohl für uns als auch für die Zeitungen. Der andere Aspekt aber ist: Es geht nicht nur ums Geld. Unser System ist sozial angelegt. Wenn Nutzer eine Unterstützer-Reputation aufbauen, dann denken sie darüber nach, worüber sie sich definieren. Ist die Tatsache, dass ich „Vorwärts“ lese, ein wichtiger Teil meiner Identität? Dann werde ich das Kachingle-Medaillon anklicken und das auch öffentlich machen. Noch ein Effekt &#8211; und wahrscheinlich auch ein Grund, warum sich Kachingle vor allem in Blogosphäre verbreitet &#8211; wenn Sie sehen, dass ein Bloggerkollege Ihr Blog kachingelt, dann werden Sie wahrscheinlich überlegen, ob Sie nicht auch sein Blog kachingeln sollten.</p>
<p><strong>Dann soll also „kachingeln“ eine neue soziale Norm werden?</strong></p>
<p>Wir ermutigen alle teilnehmenden Webseiten, auf ihre engagierten Nutzer zuzugehen und sie zu fragen, ob sie sich nicht bei Kachingle eintragen wollen. Viele Webseitenanbieter wissen genau, wer ihre engagierten Nutzer sind, denn die schreiben ja die ganzen Kommentare. Wenn die Nutzer sehen, dass ihresgleichen diese Webseiten unterstützt, dann werden sie das auch tun. So startet man eine soziale Norm. Das Schwierige daran ist, Leute zu finden, die den Anfang machen und eine Bewegung mitziehen können. Im Kern wissen die meisten Menschen, dass dies der richtige Weg ist, aber sie brauchen Vorbilder, denen sie folgen können. Deshalb machen wir möglichst viel öffentlich und deshalb wollen wir soziale Mechanismen wie Twitter und Facebook nutzen.</p>
<p><strong>Der Medienberater Robin Meyer-Lucht, Herausgeber von Carta, hat den Begriff „Kultur der verantwortlichen Vergütung“ geprägt, als er vor einigen Monaten <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,607889,00.html">in „Spiegel Online“ über neue Medienfinanzierungsmodelle und Kachingle berichtete</a>.</strong></p>
<p>Ich liebe diesen Begriff. Ich habe den Artikel mit Hilfe von Google Translate gelesen, habe aber die Nuancen nicht verstanden. Ich stimme absolut zu. Es wird Zeit brauchen und es müssen sich mehr Webseiten beteiligen und vielleicht brauchen wir auch Prominente, die sagen: Hier geht‘s lang. Aber wir planen langfristig. Die Early Adopters sind jetzt erst mal diejenigen, auf die es ankommt. Crowdfunding kann eine neue Bewegung werden. Es gehört zum Wesen einer Demokratie zu zeigen, welche Anliegen man unterstützt.</p>
<p><strong>Außerdem lesenswert:</strong></p>
<p><strong><a href="http://stefanmey.wordpress.com/2010/04/26/kachingle-deutscheng-charts/">Die deutschen Kachingle-Charts oder: Quo vadis, Kachingle?</a> </strong>(Medienökonomie-Blog)<strong></strong></p>
<p><a href="http://carta.info/20487/paid-content-kachingle/"><strong>Die Zukunft von Paid Content: Hier wäre ein Ansatz.</strong></a> (Carta)</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fmedialdigital.de%2F2010%2F05%2F11%2Feine-neue-soziale-bewegung-interview-mit-kachingle-grunder-cynthia-typaldos%2F&amp;title=%E2%80%9CEine%20neue%20soziale%20Bewegung%E2%80%9D%20%E2%80%93%20Interview%20mit%20Kachingle-Gr%C3%BCnderin%20Cynthia%20Typaldos" id="wpa2a_34"><img src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png?resize=171%2C16" alt="Share" data-recalc-dims="1"/></a></p> <p><a href="http://medialdigital.de/?flattrss_redirect&amp;id=2848&amp;md5=837c53cca6807c96adaca89400717a6d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Leander Wattig über die Chancen des digitalen Publizierens</title>
		<link>http://medialdigital.de/2010/04/28/leander-wattig-uber-die-chancen-des-digitalen-publizierens/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 12:53:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[digitale Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews mit Innovatoren]]></category>
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		<category><![CDATA[digitales Publizieren]]></category>
		<category><![CDATA[E-Books]]></category>
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		<category><![CDATA[Leander Wattig]]></category>
		<category><![CDATA[Verlagszukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Leander Wattig analysiert den digitalen Wandel in der Buchbranche. Der Leipziger Verlagsberater (content-press) jammert nicht wie so mancher in der Buch- und Verlagszene über das Google Bücherscan-Projekt, über angebliche Enteignung durch digitale Raubkopien oder über die Bedingungen für Inhalteanbieter bei &#8230; <a href="http://medialdigital.de/2010/04/28/leander-wattig-uber-die-chancen-des-digitalen-publizierens/">Weiterlesen &#8594;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-2701" title="leanderwattig" src="http://i0.wp.com/medialdigital.de/wp-content/leanderwattig.png?resize=130%2C188" alt="leanderwattig" data-recalc-dims="1" />Leander Wattig analysiert den digitalen Wandel in der Buchbranche. Der Leipziger Verlagsberater (<a href="http://www.content-press.de/"><strong>content-press</strong></a>) jammert nicht wie so mancher in der Buch- und Verlagszene über das Google Bücherscan-Projekt, über angebliche Enteignung durch digitale Raubkopien oder über die Bedingungen für Inhalteanbieter bei Amazon oder iTunes. Er sieht vor allem die Chancen, die sich im Netz für Autoren und Buchverlage ergeben. Er ist Initiator der Vernetzungsinitiative <a href="http://wasmitbuechern.de/"><strong>Ich mach was mit Büchern</strong></a>, bloggt bei <a href="http://leanderwattig.de"><strong>leanderwattig.de</strong></a><strong> </strong>und<strong> <a href="http://leanderwattig.de/index.php/vortrage-u-a/">hält Vorträge auf Fachkonferenzen</a></strong>. Beim <a href="http://www.webcontentforum.de"><strong>Cologne Web Content Forum </strong></a>am 22. April<strong> </strong>diskutierte Leander Wattig auf dem Podium zum Thema <strong> <a href="http://www.eco.de/verband/202_7782.htm">E-Books – wiederholt sich das Desaster der Musikindustrie?</a></strong></p>
<p>Ich habe am Rande der Konferenz die Flip-Kamera laufen lassen und Leander Wattig einige Fragen zum Thema elektronisches Publizieren gestellt. Hier die Kernaussagen:</p>
<ul>
<li>Verlage sollten nicht einfach gedruckte Bücher 1:1 digital veröffentlichen, sondern Modelle mit Mehrwert schaffen, die sich nicht so leicht <img class="alignright size-full wp-image-2663" title="eco-cwcf" src="http://medialdigital.de/wp-content/eco-cwcf.jpg" alt="eco-cwcf" />kopieren lassen.</li>
<li>Verlage sollten digitalen Mehrwert schaffen durch Bündelung von Inhalten und dadurch verbesserte Auffindbarkeit, und über exklusive Zugänge zu Datenbanken mit attraktiven Inhalten(Beispiel O&#8217;Reilly Verlag).</li>
<li>Künftig werden die Unterschiede zwischen professionellen Autoren (mit Verträgen von Verlagen) und Hobbyautoren (die auf eigene Faust auf Internetplattformen veröffentlichen) immer stärker verwischen. Es kommt für Autoren vor allem darauf an, Themen im Internet zu besetzen und Fancommunities zu bedienen. Früher wurden erfolgreiche Autoren vor allem von kleinen Verlagen abgeworben, heute suchen die großen Verlage direkt im Internet nach neuen Talenten, die schon ihre Fans mitbringen.</li>
<li>&#8220;Freemium&#8221; kann im Internet ein gutes Geschäftsmodell für Autoren sein. (Beispiel Annette Schwindt, die ein bisher über 18.000 Mal heruntergeladenes <strong><a href="http://www.schwindt-pr.com/facebook_ebook.html">kostenloses Tutorial mit Facebook-Tipps als e-Book</a> </strong>veröffentlichte und darauf einen Vertrag vom O&#8217;Reilly Verlag bekam. Ihr Facebook-Buch <strong><a href="http://www.amazon.de/Das-Facebook-Buch-Annette-Schwindt/dp/3897216159">erscheint Ende Mai</a></strong>.)</li>
</ul>
<p>Für das gesamte Interview mit Leander Wattig (5:34 Minuten) bitte ins Video klicken:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=11293810&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=11293810&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/11293810">Leander Wattig über die Chancen des digitalen Publizierens</a> from <a href="http://vimeo.com/user2771590">Ulrike Langer</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
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