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	<title>Medial Digital &#187; Journalismus</title>
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	<description>Das Blog zur Zukunft der Medien und des Journalismus</description>
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		<title>Mach&#8217;s Dir selbst &#8211; Anmelden zum Freischreiber-Zukunftskongress</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 06:36:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Zugegeben &#8211; wir haben im Kongress-Vorbereitungsteam des Journalistenverbandes Freischreiber lange diskutiert, ob &#8220;Mach&#8217;s Dir selbst&#8221; ein passender Titel für eine Arbeitskonferenz freier Journalisten ist. Doch dieser Titel weckt &#8211; nach durchaus gewolltem zweimal Hinschauen &#8211; genau die richtigen Assoziationen. Denn: Jammern hilft nicht. Auf bessere Zeiten hoffen wahrscheinlich auch nicht. Zupacken und seine berufliche Zukunft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Freischreiber_Kongress.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-3250" title="Freischreiber_Kongress" src="http://medialdigital.de/wp-content/Freischreiber_Kongress.jpg" alt="" width="406" height="269" /></a></p>
<p>Zugegeben &#8211; wir haben im Kongress-Vorbereitungsteam des Journalistenverbandes Freischreiber lange diskutiert, ob &#8220;Mach&#8217;s Dir selbst&#8221; ein passender Titel für eine Arbeitskonferenz freier Journalisten ist. Doch dieser Titel weckt &#8211; nach durchaus gewolltem zweimal Hinschauen &#8211; genau die richtigen Assoziationen. Denn: Jammern hilft nicht. Auf bessere Zeiten hoffen wahrscheinlich auch nicht. Zupacken und seine berufliche Zukunft selbst in die Hand nehmen schon viel eher.</p>
<p>Freie Journalisten werden künftiger immer seltener das Rundum-Sorglos-Paket buchen können: Redaktion bestellt Beitrag, freie(r) Journalist(in) schreibt, Redaktion bezahlt &#8211; und das Ganze möglichst regelmäßig wiederkehrend mit zuverlässigen und gut zahlenden Auftraggebern. Stattdessen werden freie Journalisten selbst zu Unternehmern werden und nicht nur ihre Themen im Bauchladen vermarkten, sondern auch passende Zielgruppen selbst suchen und eigene Geschäftsmodelle finden, die ein einträgliches Auskommen ermöglichen.</p>
<p>Sicher: Verlage nehmen freie Journalisten die Mühsal der Vermarktung ab, aber immer häufiger eben auch vieles andere: Die Hoffnung auf angemessene Honorare. Die freie Verfügung über das eigene Urheberrecht (über Total-Buyout-Verträge). Die Gewissheit, sich auf ausgehandelte Verträge verlassen zu können (über die teils <a href="http://freie.djv-online.de/?p=589"><strong>dreiste</strong></a> <a href="http://www.freischreiber.de/home/verh%C3%BCtungsregeln"><strong>Verweigerung</strong></a> der <a href="http://www.mediafon.net/meldung_volltext.php3?id=4b28fa432e9bd&amp;akt=news_allgemein&amp;view=&amp;si=4b6316b2d197e&amp;lang=1"><strong>neuen</strong> <strong>Tageszeitungs-Vergütungsregeln</strong>)</a>. Den freien Zugang zu frei zugänglichen Internetressourcen (über Kollateralschäden beim geplanten <a href="http://irights.info/index.php?q=node/880"><strong>Leistungsschutzrecht</strong></a>, deren Auswirkungen für freie Journalisten in ihren Ausmaßen die Total-Buyout-Misere bei weitem übertreffen dürfte).</p>
<p>Manche Freie werden eher notgedrungen als völlig freie Unternehmer arbeiten, andere werden sich mit Leib und Seele dem &#8220;entrepreneurial journalism&#8221; verschreiben. Aber für beide Gruppen wird es wichtig sein, sich frühzeitig zu vernetzen, um von den jeweiligen Erfahrungen der anderen zu profitieren.</p>
<p>Beim Freischreiber-Kongress am 18. September 2010 in der Hamburger Macromedia-Hochschule wird es deshalb neben Vorbildern zum Anfassen  &#8211; u.a. haben Stefan Niggemeier, Beate Wedekind, Jens Weinreich, Jörg Thadeusz, Henrik M. Broder, Katharina Borchert und Margaret Heckel zugesagt &#8211; auch Workshops geben, in denen in kleinerer Runde Tacheles geredet wird. Und in denen auch das Scheitern von unternehmerischen Ansätzen nicht verschwiegen wird. In insgesamt sieben Workshops geht es um hyperlokale Plattformen, Outsourcing von Logistik, wenn man lieber nur schreiben will , Selbstvermarktung und Spezialisierung, Geschäftsmodelle, eigene E-Books veröffentlichen und mehr. Ich selbst bin in zwei Workshops (in einem als Modereratorin) und diskutiere mit auf dem Abschlusspodium.</p>
<p>Abends steigt eine Party in der Prinzenbar in Sankt Pauli.</p>
<p>Der Preis für den ganztägigen Kongress ist sehr moderat für Mitglieder von Freischeiber (40 Euro) und moderat für Nicht-Mitglieder (90 Euro). Die große Spreizung ist gewollt, denn Freischreiber ist ein noch junger Verband mit erst rund 400 Mitgliedern. Der Kongress dient deshalb auch der Mitgliederwerbung. Eine Instantmitgliedschaft inklusive Kongresseintritt zum Vorzugspreis ist auch im Kongressfoyer am 18. September möglich.</p>
<p>Hier geht&#8217;s lang zu <a href="http://www.freischreiber.de/zukunftskongress"><strong>näheren Informationen, dem ausführlichen Kongressprogramm und dem Anmeldeformular</strong></a>.</p>
<p>Weitersagen, verlinken, retweeten, Blogpost kopieren (mit Link und Quellenangabe) ausdrücklich erwünscht!</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Mach%27s+Dir+selbst+--+Anmelden+zum+Freischreiber-Zukunftskongress+http://bit.ly/dA2HeG" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="[Post to Twitter]" border="0" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Mach%27s+Dir+selbst+--+Anmelden+zum+Freischreiber-Zukunftskongress+http://bit.ly/dA2HeG" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a>&nbsp; </p><script type="text/javascript">
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		<title>Journalismus unter Zugzwang &#8211; Beiträge aus &#8220;tendenz&#8221; zum Download und Umfrage</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 17:22:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Neu]]></category>
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		<category><![CDATA[kooperativer Journalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Magazin &#8220;tendenz&#8221; der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe dem Schwerpunktthema &#8220;Medien im Zeitalter des sozialen Netzes&#8220;. Ich habe dafür den Aufmacher geschrieben: &#8220;Journalismus unter Zugwang&#8221; In hyperlokalen Strukturen, Kooperationen mit Amateuren und alternativen Finanzierungsformen liegen neue Chancen für Anbieter journalistischer Inhalte im Zeitalter des sozialen Netzes. Noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/tendenz.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-3223" title="tendenz" src="http://medialdigital.de/wp-content/tendenz.png" alt="" width="198" height="270" /></a></p>
<p>Das Magazin &#8220;tendenz&#8221; der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe dem Schwerpunktthema &#8220;<strong>Medien im Zeitalter des sozialen Netzes</strong>&#8220;. Ich habe dafür den Aufmacher geschrieben:</p>
<p>&#8220;<strong>Journalismus unter Zugwang</strong>&#8221;</p>
<p>In hyperlokalen Strukturen, Kooperationen mit Amateuren und alternativen Finanzierungsformen liegen neue Chancen für Anbieter journalistischer Inhalte im Zeitalter des sozialen Netzes. Noch werden sie in Deutschland wenig genutzt.</p>
<p>Weitere Beiträge sind:</p>
<p><strong>Die Kunst der Interpretation </strong>von Volker Lilienthal<strong><br />
</strong></p>
<p>Der Bürger, der bloggt, wird in der Online-Gesellschaft mehr und mehr zu einem<br />
»Medium und Faktor« der öffentlichen Meinungsbildung, während der professionelle Redakteur immer weniger die Gatekeeper-Funktion erfüllt. Im Journalismus von morgen ist die Kunst der Interpretation gefragt.</p>
<p><strong>TV-Nachrichten – nur ein Kostenfaktor? </strong>von Sissi Pitzer<strong><br />
</strong><br />
Nachrichten im Fernsehen – eine Selbstverständlichkeit? So sehen es zumindest die Zuschauer und die private Rundfunkaufsicht. Doch dass sich der Wert der Information verändert hat, zeigt die Diskussion über die Notwendigkeit des »Zuschussgeschäfts« Nachrichten im privaten Fernsehen. <em> </em></p>
<p><strong>Dialog auf Augenhöhe </strong>von Richard Gutjahr<strong><br />
</strong></p>
<p>Online zu arbeiten, bedeutet nicht einfach, einen Text ins Internet zu stellen. »Tendenz« hat den Blogger und Fernsehjournalisten Richard Gutjahr gefragt, welche Kriterien für »guten« Online- Journalismus gelten.</p>
<p>Die hier vorgestellten und weitere Beiträge aus dem Themenheft können <a href="http://www.blm.de/de/pub/aktuelles/magazin_tendenz/print-ausgabe.cfm#a"><strong>unter diesem Link</strong></a> bei der BLM als pdf heruntergeladen werden.</p>
<p>Außerdem enthält die Online-Ausgabe der &#8220;tendenz&#8221; eine <a href="http://www.blm.de/de/pub/aktuelles/magazin_tendenz/online-artikel/internet_und_journalismus.cfm"><strong>interessante Umfrage </strong></a>zu einer These aus dem Internet-Manifest:</p>
<p><strong>„Das Internet verbessert den Journalismus.“ Richtig oder falsch?&#8221;</strong></p>
<p>Geantwortet haben folgende Medienmacher und -experten (Macherinnen und Expertinnen ließen sich offenbar nicht finden&#8230;)<strong>:</strong></p>
<ul>
<li><strong> </strong>Prof. Ernst Elitz<strong> </strong>(Gründungsintendant des Deutschlandfunk)</li>
<li>Dirk von Gehlen (Redaktionsleiter jetzt.de)</li>
<li>Dr. Kai Gniffke (Chefredaktion ARD aktuell)</li>
<li>Hans-Jürgen Jakobs (Chefredakteur sueddeutsche.de)</li>
<li>Thomas Knüwer (kpunktnull, Beratung für das digitale Zeitalter)</li>
<li>Peter Kloeppel (Chefredakteur RTL)</li>
<li>Dr. Robin Meyer-Lucht (Berlin Institute, Herausgeber des Mehrautorenblogs Carta)</li>
<li> Dr. Hajo Schumacher (Textmanufaktur Berlin)</li>
<li>Frank Thomsen (Chefredakteur stern.de)</li>
<li>Dr. Christian Stöcker<em> (</em>Spiegel Online, stellv. Ressortleiter Netzwelt)</li>
<li>Prof. Dr. Stephan Weichert (MHMK Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation).</li>
</ul>
<p><!-- ENDE HAUPTUEBERSCHRIFT --><strong><a name="i16485"></a></strong></p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Journalismus+unter+Zugzwang+--+Beitr%C3%A4ge+aus+%22tendenz%27%27+zum+Download+und+Umfrage+http://bit.ly/9x1aVE" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="[Post to Twitter]" border="0" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Journalismus+unter+Zugzwang+--+Beitr%C3%A4ge+aus+%22tendenz%27%27+zum+Download+und+Umfrage+http://bit.ly/9x1aVE" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a>&nbsp; </p><script type="text/javascript">
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		<title>Gipfeltreffen: immer teurer, immer nutzloser &#8211; interaktive Grafik von OWNI</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 11:18:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein gutes Beispiel dafür, wie Journalisten nackte Zahlen lebendig werden lassen können, ist diese Datenvisualisierung im Stil einer Schuldverschreibung der US-Notenbank, produziert von OWNI &#8211; ein französisches Startup, das innovative Ansätze im Datenjournalismus, beim Crowdsourcing und im investigativen Journalismus ausprobiert. Die Grafik setzt Kostenaufwand und Ergebnis der Gipfeltreffen der Industrieländer zueinander in Beziehung. Mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein gutes Beispiel dafür, wie Journalisten nackte Zahlen lebendig werden lassen können, ist diese Datenvisualisierung im Stil einer Schuldverschreibung der US-Notenbank, produziert von <a href="http://owni.fr/"><strong>OWNI</strong></a> &#8211; ein französisches Startup, das innovative Ansätze im Datenjournalismus, beim Crowdsourcing und im investigativen Journalismus ausprobiert. Die Grafik setzt Kostenaufwand und Ergebnis der Gipfeltreffen der Industrieländer zueinander in Beziehung. Mit dem Cursor den Reiter auf der Strichellinie am oberen Rand der App ziehen, um weitere Gipfelrechnungen zu sehen und nachzuvollziehen, wie die Kosten-Nutzen-Rechnungen von 1975 (G6) bis 2009 (G20) immer ungünstiger wird:</p>
<p><iframe src="http://data.owni.fr/histog8g20/indexDE.php" height="1200" width="450" scrolling="no" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Das Ziel dieser Visualisierung ist es, einen ironisch-informativen Gegenpunkt zu den offiziellen Erfolgsbekundungen der G20 PR-Maschinerie zu setzen &#8211; hier die  <a href="http://owni.fr/2010/06/25/g8-l-inefficacite-au-meilleur-prix/"><strong>Original-Grafik bei OWNI</strong> </a>. Einen ähnlichen Datenvisualisierungsansatz wählte OWNI kürzlich, um zu zeigen, in welche Regionen EU-Subventionen fließen und welche Regionen beinahe ihr gesamtes Wirtschaftsmodell auf diesen Subventionen aufbauen)</p>
<p>Mehr zur Arbeitsweise und den Zielen von OWNI erläutert Nicolas Kayser-Bril in diesem Interview mit mir: <a href="http://medialdigital.de/2010/05/27/labor-fur-innovativen-journalismus-interview-mit-owni-datenchef-nicolas-kayser-bril/"><strong>&#8220;Labor für innovativen Journalismus&#8221;</strong></a></p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Gipfeltreffen%3A+immer+teurer%2C+immer+nutzloser+--+interaktive+Grafik+von+OWNI+http://bit.ly/9QAngK" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="[Post to Twitter]" border="0" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Gipfeltreffen%3A+immer+teurer%2C+immer+nutzloser+--+interaktive+Grafik+von+OWNI+http://bit.ly/9QAngK" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a>&nbsp; </p><script type="text/javascript">
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		<title>Prozessjournalismus und Algorithmen: Radio Double Feature</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Jun 2010 20:03:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei dradio Wissen ging es heute morgen im &#8220;Zeit Online Talk&#8221; eine Stunde lang um Prozessjournalismus. Nicht mehr nur Journalisten produzieren Nachrichten, sondern auch die Nutzer veröffentlichen selbst im Internet. Und sie wollen und können durchaus mehr als fertige Beiträge kommentieren oder den &#8220;Gefällt mir&#8221; Button klicken. Was sind vielversprechende Ansätze für Medien, Journalismus als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/dradiowissen.png"><img class="aligncenter size-large wp-image-3140" title="dradiowissen" src="http://medialdigital.de/wp-content/dradiowissen-300x273.png" alt="" width="300" height="273" /></a></p>
<p>Bei <a href="http://wissen.dradio.de/startseite.1.de.html"><strong>dradio Wissen</strong></a> ging es heute morgen im <strong>&#8220;Zeit Online Talk&#8221;</strong> eine Stunde lang um <strong>Prozessjournalismus</strong>. Nicht mehr nur Journalisten produzieren Nachrichten, sondern auch die Nutzer veröffentlichen selbst im Internet. Und sie wollen und können durchaus mehr als fertige Beiträge kommentieren oder den &#8220;Gefällt mir&#8221; Button klicken. Was sind vielversprechende Ansätze für Medien, Journalismus als Prozess zu begreifen und Nutzer von vornherein in die Entstehung von Nachrichten, Berichten und Analysen miteinzubeziehen? Darüber hat Moderator Markus Heidmeier mit meinen Journalistenkollegen Julia Hildebrand, Sebastian Horn, Lorenz Matzat und mir diskutiert. Hier gibt es <a href="http://wissen.dradio.de/index.98.de.html?dram:article_id=3581"><strong>Details zur Sendung und den Podcast zum Nachhören</strong></a>.</p>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/breitband.png"><img class="aligncenter size-large wp-image-3141" title="breitband" src="http://medialdigital.de/wp-content/breitband-300x222.png" alt="" width="300" height="222" /></a></p>
<p>Zwei Stunden später hat Philipp Banse mit mir für heutige Ausgabe der Sendung <a href="http://breitband.dradio.de/der-neue-umgang-mit-nachrichten/"><strong>Breitband </strong></a>bei <strong>Deutschlandradio Kultur</strong> ein Interview über <strong>Algorithmen in den Nachrichten</strong> geführt: Werden Maschinen die Menschen bei der Nachrichtenproduktion und- zusammenstellung ersetzen? Wenn ja, wo und in welchem Ausmaß? Hier gibt es den  <a href="http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2010/06/19/drk_20100619_1407_d24a66c6.mp3"><strong>Podcast des Interviews</strong></a> und hier kann man sich die <strong><a href="http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2010/06/19/drk_20100619_1405_7247b576.mp3">komplette Sendung</a></strong> über Nachrichten und den Umgang mit Meldungen anhören. Darin wird unter anderem auch Urheberrechtsexperte Matthias Spielkamp zu den <a href="http://immateriblog.de/journalismus/deutschlandradio-breitband-uber-die-nachricht/"><strong>Auswirkungen des geplanten Leistungsschutzrechts</strong></a> gefragt.</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Prozessjournalismus+und+Algorithmen%3A+Radio+Double+Feature+http://bit.ly/aFL7AR" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="[Post to Twitter]" border="0" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Prozessjournalismus+und+Algorithmen%3A+Radio+Double+Feature+http://bit.ly/aFL7AR" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a>&nbsp; </p><script type="text/javascript">
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		<title>Knight News Challenge Winner: Datenjournalismus und Kollaboration</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 10:57:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Mittwoch gab die amerikanische Knight-Stiftung die Gewinner ihrer 2010 Knight News Challenge bekannt. 2.364 Journalismusprojekte bewarben sich diesmal um einen der insgesamt mit rund 2,5 Millionen Dollar dotierten Innovationspreise. Für zwölf Gewinner entschied sich die Jury &#8211; darunter sind bemerkenswert viele Projekte, die Journalismus als Prozess begreifen (ein veröffentlichter Bericht ist nicht das Ende, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/d9599e71861843ca9a406d6e4b3e79bd" alt="" width="1" height="1" /><br />
<a href="http://medialdigital.de/wp-content/Knight-News-Challenge.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-3131" title="Knight-News-Challenge" src="http://medialdigital.de/wp-content/Knight-News-Challenge.png" alt="" width="300" height="216" /></a></p>
<p>Am Mittwoch gab die amerikanische Knight-Stiftung die Gewinner ihrer <a href="http://www.knightblog.org/knc-2010-winners"><strong>2010 Knight News Challenge</strong></a> bekannt. 2.364 Journalismusprojekte bewarben sich diesmal um einen der insgesamt mit rund 2,5 Millionen Dollar dotierten Innovationspreise. Für zwölf Gewinner entschied sich die Jury &#8211; darunter sind bemerkenswert viele Projekte, die Journalismus als Prozess begreifen (ein veröffentlichter Bericht ist nicht das Ende, sondern der Anfang einer Recherche), die Zusammenarbeit mit engagierten Nutzern fördern wollen oder Datenjournalismus mit nützlichen Anwendungen über MashUps und offene Schnittstellen weiterentwickeln.</p>
<p>Einige Beispiele:</p>
<ul>
<li><strong><a href="http://www.newschallenge.org/winner/2010/citytracking">CityTracking</a></strong> &#8211; ein Dienst, der es Webseitenbetreibern ermöglicht, ortsbasierte Grafiken (z.B. zur eigenen Stadt) ebenso leicht wie ein YouTube Video einzubetten. Jede Einbettung enthält eine Aufforderung an weitere Nutzer zum Einbetten, so dass sich die Grafiken viral verbreiten. (Nach diesem Prinzip verfährt der <a href="http://www.businessinsider.com/henry-blodget-go-ahead-embed-this-post-2009-8"><strong>Business Insider seit August 2009 </strong></a>. (Seit neuestem ermöglicht auch der <a href="http://www.guardian.co.uk/open-platform"><strong>Guardian mit seiner Open Platform</strong></a> das Einbetten ganzer Beiträge).</li>
<li><strong><a href="http://www.newschallenge.org/winner/2010/the-cartoonist">The Cartoonist</a></strong> will Journalisten ermöglichen, Geschichten in Form von interaktiven Cartoons zu erzählen, damit sich die Nutzer auf spielerische Weise intensiver mit den Inhalten befassen. Testlabore dafür sollen Nachrichtenseiten in  Santa Cruz (Kalifornien) and Atlanta werden.</li>
<li><strong><a href="http://www.newschallenge.org/winner/2010/front-porch-forum">Front Porch Forum</a></strong> will seine Open Source Software für insgesamt 140 hyperlokale Bürgerportale im Nordwesten von Vermont zur Verfügung stellen.</li>
<li><strong><a href="http://www.newschallenge.org/winner/2010/windycitizens-real-time-ads">Windy Citizen&#8217;s Real Time Ads</a> </strong>- das Projekt in Chicago will Open Source Software für kontextabhängige Echtzeitanzeigen entwickeln, die von Bloggern und anderen Webseitenbetreibern genutzt werden kann.</li>
</ul>
<p>Es lohnt sich, die Projekte im Detail anzuschauen.</p>
<p>Übrigens: Wo sind eigentlich die deutschen Journalistenpreise oder Stiftungen, die Innovation ermutigen und finanziell fördern? <a href="http://www.bdzv.de/theodor-wolff-preis.html"><strong>Altehrwürdige Medienpreise</strong></a>, die Journalismus in etablierten Kategorien auszeichnen, gibt es viele. Auch <a href="http://www.epd.de/medien/medien_index_61934.html"><strong>dubiose Medienpreise zur Förderung verdeckter PR</strong></a> oder Medienpreise für Promis, die <a href="http://www.deutscher-medienpreis.de/"><strong>kein</strong></a> <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/kohl-macht-auf-reich-ranicki/"><strong>Mensch</strong></a> <a href="http://www.stern.de/panorama/weltethosrede-in-tuebingen-belanglosigkeiten-olympischen-ausmasses-561046.html"><strong>braucht</strong></a>. Am ehesten fördert noch der <a href="http://www.axel-springer-akademie.de/aktuell/talk-to-the-enemy-gewinnt.html"><strong>Journalistenpreis Scoop von Axel Springer</strong></a> Innovationen im Journalismus. Allerdings nur ein Projekt pro Ausschreibung.</p>
<p>Wenn man bedenkt, was alles hätte entstehen können, wenn die WAZ die angeblich fünf Millionen Euro nicht in <a href="http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:stefan-austs-magazinplaene-wanderprediger-auf-abwegen/50127420.html"><strong>ein Printmagazin, das nun doch nicht erscheint</strong></a>, sondern in die Förderung journalistischer Zukunftsprojekte gesteckt hätte&#8230;</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Knight+News+Challenge+Winner%3A+Datenjournalismus+und+Kollaboration+http://bit.ly/aiA3sf" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="[Post to Twitter]" border="0" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Knight+News+Challenge+Winner%3A+Datenjournalismus+und+Kollaboration+http://bit.ly/aiA3sf" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a>&nbsp; </p><script type="text/javascript">
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		<title>Wegsehen kann auch richtig sein&#8230;vor allem bei solchen Klickstrecken</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 15:19:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Wegsehen kann auch richtig sein&#8221; schreibt Julia Hohenadel vom &#8220;Kölner Stadt-Anzeiger&#8221; in einem Kommentar zu einem schweren Busunglück mit einem Toten und mehreren Verletzten in Lohmar: Was sich in Lohmar abspielte, war zutiefst beschämend: Die Zuschauer drängten sich am Rande der Tragödie wie bei einem Volksfest. Mal ganz im Ernst: Wer Rettungsfahrzeuge sehen will, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/do-not-click.png"><img class="aligncenter size-large wp-image-3122" title="do-not-click" src="http://medialdigital.de/wp-content/do-not-click-300x211.png" alt="" width="300" height="211" /></a></p>
<p>&#8220;Wegsehen kann auch richtig sein&#8221; <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1273823405924.shtml"><strong>schreibt Julia Hohenadel vom &#8220;Kölner Stadt-Anzeiger&#8221; in einem Kommentar </strong></a> zu einem schweren Busunglück mit einem Toten und mehreren Verletzten in Lohmar:</p>
<blockquote><p>Was sich in Lohmar abspielte, war zutiefst beschämend: Die Zuschauer drängten sich am Rande der Tragödie wie bei einem Volksfest. Mal ganz im Ernst: Wer Rettungsfahrzeuge sehen will, der soll zum nächsten Feuerwehrfest gehen. Dort zeigen die Helfer bereitwillig ihr Können und ihre Ausrüstung. Ohne Blut.</p>
<p>Und nochmal zum Thema Courage: Wenn schon hunderte Einsatzkräfte vor Ort sind, dann bedeutet dieses Wort ausnahmsweise das Gegenteil: Wegsehen!</p></blockquote>
<p>Ein Grundsatz, der die Onlineredaktion des &#8220;KStA&#8221; natürlich nicht daran hinderte, die Beulen, das Blech und den Rettungsfuhrpark aus allen Perspektiven  <a href="http://www.ksta.de/html/fotolines/1276161740058/rahmen.shtml?17"><strong>in einer 17-teiligen Gaffergalerie</strong></a> zu präsentieren:</p>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/unfall-lohmar.png"><img class="aligncenter size-large wp-image-3123" title="unfall-lohmar" src="http://medialdigital.de/wp-content/unfall-lohmar-300x317.png" alt="" width="300" height="317" /></a></p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Wegsehen+kann+auch+richtig+sein...vor+allem+bei+solchen+Klickstrecken+http://bit.ly/9lyePh" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="[Post to Twitter]" border="0" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Wegsehen+kann+auch+richtig+sein...vor+allem+bei+solchen+Klickstrecken+http://bit.ly/9lyePh" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a>&nbsp; </p><script type="text/javascript">
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		<title>&#8220;Labor für innovativen Journalismus&#8221; &#8211; Interview mit OWNI-Datenchef Nicolas Kayser-Bril</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 19:19:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nicolas Kayser-Bril (24) ist Onlinejournalist und seit Februar 2010 &#8220;Head of Data&#8221; beim französischen Journalismus-Startup OWNI. Das Nonprofit-Projekt verbindet investigativen, kollaborativen und datenbankbasierten Journalismus auf innovative Art. Wie funktioniert das Projekt? Was kann Datenjournalismus? Was haben die Journalisten und Community-Manager bei OWNI für Ziele? Plant OWNI ein Netzwerk auf europäischer Ebene? Dazu habe ich Nicolas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/2f1a1565a4614f859651a9d187b8649a" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><strong><a href="http://medialdigital.de/wp-content/nicolas_kayser_bril_nb.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2942" title="nicolas_kayser_bril_nb" src="http://medialdigital.de/wp-content/nicolas_kayser_bril_nb.jpg" alt="" width="200" height="200" /></a>Nicolas Kayser-Bril (24) ist Onlinejournalist und seit Februar 2010 &#8220;Head of Data&#8221; beim französischen Journalismus-Startup <a href="http://owni.fr">OWNI</a>. Das Nonprofit-Projekt verbindet investigativen, kollaborativen und datenbankbasierten Journalismus auf innovative Art. Wie funktioniert das Projekt? Was kann Datenjournalismus? Was haben die Journalisten und Community-Manager bei OWNI für Ziele? Plant OWNI ein Netzwerk auf europäischer Ebene? Dazu habe ich Nicolas Kayser-Bril per Skype interviewt. </strong></p>
<p><strong>Was bedeutet &#8220;OWNI&#8221;?</strong></p>
<p>Das ist auf französisch ein Wortspiel. &#8220;OVNI&#8221; mit einem &#8220;V&#8221; heißt UFO. &#8220;OWNI&#8221; mit einem &#8220;W&#8221; ist ein Unidentifiziertes Web Objekt.</p>
<p><strong>Was ist OWNI und was wollt Ihr erreichen?</strong></p>
<p>OWNI ist ein offener Think Tank, der zu den besten Beiträgen im Netz zu den Themen digitaler Kult, digitale Macht und digitales Lebensgefühl verlinkt. Wir wollen OWNI auch als Labor für innovativen Journalismus benutzen, wir machen Linkjournalismus angereichert mit Datenjournalismus. Wir wollen die Beiträge, zu denen wir verlinken, mit Mehrwert anreichern.</p>
<p><strong>Was sind die Vorteile von Linkjournalismus und Datenjournalismus gegenüber traditioneller journalistischer Berichterstattung?</strong></p>
<p>Es ist ein ganz anderes Konzept. Linkjournalismus lässt sich wahrscheinlich am leichtesten erklären. Jeff Jarvis sagt immer: &#8220;Verlinke zum Besten und kümmere Dich um den Rest.&#8221; Genau das tun wir.</p>
<p><strong>Das klingt aber radikaler als bei Jarvis. Er sagt nämlich: &#8220;Tue, was Du am besten kannst, und verlinke zum Rest.&#8221;</strong></p>
<p>Ja, wir machen es anders herum. Wenn wir zum Beispiel über die Wahlen in Großbritannien sprechen, denn gehen wir zuerst durch unser Bloggernetzwerk, suchen einige Beiträge aus, die wir nicht haben und übersetzen einiges aus der englischsprachigen Blogosphäre. Neulich brauchten wir einen Beitrag, um unsere Themendossier zu vervollständigen, also haben einen in Auftrag gegeben. Machmal wollen wir das mit Datenjournalismus vertiefen. Das ist ein weiterer Schwerpunkt. Wir wollen dem Nutzer alle Daten geben, zu denen wir Zugang haben und sie in einer Weise präsentieren, dass der Nutzer so tief einsteigen kann wie er will. Wenn wir z.B. über lokalisierte Daten reden, können die Nutzer ganz nahe kommen. Wir haben im April einen Bericht über Sekundarschulen gebracht. Der Nutzer konnte die Geschichte anhand seiner eigenen Oberschule nachvollziehen und nicht bloß anhand von Durchschnittsdaten für ganz Frankreich oder seiner Region.</p>
<p><strong><a href="http://medialdigital.de/wp-content/owni-groß.png"><img class="alignleft size-large wp-image-2943" title="owni-groß" src="http://medialdigital.de/wp-content/owni-groß-300x345.png" alt="" width="300" height="345" /></a>Was war der Anlass für diese Geschichte?</strong></p>
<p>Es gab in Frankreich eine große staatlich organisierte Konferenz über Gewalt in Schulen. Wir wollten dokumentieren, wieviele Videokameras es in französischen Schulen gibt und wie effektiv sie sind. Also haben wir eine interaktive Karte ins Netz gestellt und unsere Nutzer die Daten eintragen lassen.</p>
<p><strong>Viele Journalisten glauben, dass Datenaufbereitung kein Journalismus ist. Sie sagen, Daten sind Rohmaterial, aus denen erst ein Journalist eine Geschichte macht. Deshalb nochmal meine Frage: Was kann Datenjournalismus, was traditioneller Journalismus nicht kann?</strong></p>
<p>Ich verstehe ich die Skepsis. Datenjournalismus ist aber nicht bloß Datenbereitstellung. Er kann Daten auch in Kontext stellen und analysieren. Nehmen wir das Beispiel Agrarpolitik. Wir haben dazu alle Daten über alle Subventionen, die jede noch so kleine Region in Europa erhält. Diese Zahl haben wir zum Bruttoinlandsprodukt der jeweiligen Region in Relation gesetzt. Wir haben also ein Ranking der Einnahmeanteile einer Region aus Subventionen erstellt. Damit konnten wir präzise sehen, welche europäische Kommune sich mit ihren Einnahmen fast ausschließlich auf Subventionen stützen. Das ist Journalismus. Wir haben eine journalistische Fragestellung, und wir vertiefen die vorliegenden Daten, auch wenn sie in binärer Form in einer Datenbank liegen. Ich würde Datenjournalismus eher definieren als Journalismus von Journalisten, die programmieren können. Damit kann man eine Menge machen.</p>
<p><strong>Wie stellt Ihr sicher, dass die Dateneingaben der Nutzer korrekt und qualifiziert sind?</strong></p>
<p>Im Fall der Agrarsubventionen stammen die Daten von der EU-Kommission. Das ist nicht perfekt, aber auch nicht schlecht. In anderen Fällen haben wir Prozeduren, um die Glaubwürdigkeit von Nutzereingaben zu überprüfen. Wir können IP-Adressen, Einlogzeiten und statistische Wahrscheinlichkeiten überprüfen. Wir haben die Email-Adressen der Nutzer und können sie für Nachfragen kontaktieren. Vor drei Monaten hatten wir ein Projekt zur örtlichen Positierung von Umfragen vor Wahlen. Wir hatten 9000 Dateneingaben und sie waren von guter Qualität. Das ist also kein zentrales Problem.</p>
<p><strong>Wie groß ist Euer Team? </strong></p>
<p>Im Moment haben wir zwei Vollzeit-Communitymanager. Das sind diejenigen, die die Einträge lesen und entscheiden, ob wir daraus eine Geschichte machen und die Blogger kontaktieren, ob wir sie republizieren oder Beiträge anreichern, z.B. mit Bildern. Sie checken auch Grammatik und Rechtschreibung. Diese Aufgaben mache ich auch und zusätzlich kümmere ich mich um Datenprojekte. In diesem Sommer werden wir 4 oder 5 Praktikanten haben, die wir dann eventuell im September als Redakteure anstellen. Dann gibt es noch das Team, das den kommerziellen Zweig unserer Holding betreibt, mit Designern und Marketingstrategen.</p>
<p><strong><a href="http://medialdigital.de/wp-content/owni2.png"><img class="alignleft size-large wp-image-2946" title="owni2" src="http://medialdigital.de/wp-content/owni2-300x432.png" alt="" width="300" height="432" /></a>Wie groß ist die Reichweite von OWNI?</strong></p>
<p>Wir haben ungefähr 100.000 Unique User im Monat. Aber wir betrachten uns mehr als Think Tank denn als Portal. Wir werden niemals Werbung auf unserer Seite haben, deshalb ist die Reichweite egal. Aber wenn wir ein Datenprojekt angehen, stellen wir immer sicher, dass man es einbetten kann. Unser Schulprojekt wurde als Applikation auf der Webseite von <a href="http://www.lemonde.fr"><strong>„Le Monde“</strong></a> veröffentlicht. Das ist Frankreichs größte Nachrichtenwebsite, also war die Gesamtreichweite viel größer als die auf unserer Seite.</p>
<p><strong>Greift Ihr nur politische Themen auf?</strong></p>
<p>Nein, nicht nur. Die Grundlinie ist digitales Leben und digitale Mächte. Aber immer wenn wir eine Idee gut finden, setzen wir sie um. Wir sind durchfinanziert, wir haben alle Freiheiten. Wir wollen untersuchen, wie man Informationen auf neue Arten aufbereiten kann. Ob wir uns die Wahlen in Großbritannien vornehmen oder den G20 Gipfel im Juni &#8211; die Themenvielfalt ist sehr groß. Wir haben ja auch erst vor 3 Monaten mit Daten- und Linkjournalismus angefangen. Wir wollen experimentieren. Vielleicht wissen wir in einem halben Jahr genauer, was wir am besten können und dann werden wir uns darauf konzentrieren.</p>
<p><strong>Ein Think Tank bringt ja auch Experten verschiedener Fachgebiete zusammen. Gibt es Spezialisten, mit denen Ihr kooperiert?</strong></p>
<p>Ja, die haben wir. Dazu muss man die Geschichte der Webseite kennen. Sie wurde vor zwei Jahren gestartet, um gegen das Hadopi Gesetz vorzugehen, so heißt das &#8220;Three Strikes&#8221; Gesetz in Frankreich, das Urheberrechtsverstöße über den Entzug des Internetzugangs ahnden soll. Dieser Anlass brachte Kritiker aus der Zivilgesellschaft zusammen, Professoren und Business Manager. Die meisten dieser Kritiker gehören inzwischen zum engeren Kreis der Autoren. Wenn sie wollen, dass ein Thema bei OWNI veröffentlicht wird, kontaktieren sie uns. Umgekehrt tun wir das auch, wenn wir etwas von ihnen wollen. Wir haben etwa 500 regelmäßige Autoren.</p>
<p><em>Anmerkung: Dazu zählen u.a. Agnès Mailliard (Gewinnerin 2010 &#8220;Best Blog Francophone&#8221; der Deutsche Welle &#8220;Best of Blogs Awards&#8221;), Andreas Kluth vom &#8220;Economist&#8221;, Benedikt Thieulin (ehemaliger Berater von Ségolène Royal), Silvere Mercier (Webstratege des Centre Pompidou), Datenjournalistin Caroline Goulard, Jean Veronis (Linguistik-Professor und semantischer Berater für Google), Pierre Haski (Gründer von rue89.fr) <strong> <a href="http://medialdigital.de/wp-content/owni-Stammautoren-.pdf">Link zur Liste auf französisch mit circa 80 Namen (pdf)</a>.</strong></em></p>
<p><strong>Hat OWNI Vorbilder? Vielleicht das Projekt </strong><strong><a href="http://www.everyblock.com">Everyblock</a> des US-Programmierer-Journalisten Adrian Holovaty oder den &#8220;Guardian&#8221;, der eine halbe Million Dokumentenseiten mit Daten zum Spesenskandal der britischen Unterhaus-Abgeordneten in Tabellenform aufbereitete , die Daten <a href="http://spreadsheets.google.com/ccc?key=rvWgEEGK9xuUQBR1EFcxHWA">über Google Documents zur Verfügung stellte</a> und seine Nutzer fragte: <a href="http://mps-expenses.guardian.co.uk/">Can you help us?</a></strong></p>
<p>Nicht wirklich. Anfangs war OWNI nur eine Plattform, um alle Inhalte einer Webausgabe zu zentralisieren, aber jetzt wollen wir ein Vollzeit-Labor für innovativen Journalismus sein. Wir schauen uns aber andere neue Journalismusmodell daraufhin an, was in unserem Ökosystem funktionieren könnte. Auf die Liste der inspirierenden Modelle gehört auf jeden Fall auch die spendenfinanzierte investigative Plattform <a href="http://www.propublica.org/"><strong>Propublica</strong>.</a></p>
<p><strong><a href="http://medialdigital.de/wp-content/ou-je-vote.png"><img class="alignright size-large wp-image-2944" title="ou-je-vote" src="http://medialdigital.de/wp-content/ou-je-vote-300x290.png" alt="" width="300" height="290" /></a>Ihr habt für die französischen Regionalwahlen im März die Facebook-App &#8220;Je vote où?&#8221; (Wo soll ich wählen?) programmiert. Was war der Zweck des Projekts?</strong></p>
<p>Das Projekt haben wir im Dezember 2009 begonnen. Wir dachten, es wäre cool eine Applikation zu haben, die Nutzern zeigt, in welchem Wahllokal sie am Wahltag wählen können. Wir suchten dann eine Liste mit allen Wahllokalen in Frankreich und stellten dabei fest, dass es eine solche Liste nicht gibt. Die mussten wir erstmal selbst erstellen. Außerdem haben uns die Behörden teilweise unbrauchbare Daten gegeben. Dabei ist unsere erstes Crowdsourcing-Experiment entstanden. Wir gaben unseren Nutzern eingescannte Dokumente, die sie abtippen mussten, so dass sie computerlesbar wurden. Am Wahltag hatten wir dann die Facebook App. Man gab dort seine Adresse ein und die App sagte, welches Wahlokal am nahesten war. Es hat allerdings nicht perfekt funktioniert, weil wir bis zum Wahltag nicht genug valide Daten hatten.</p>
<p><strong>Wie wird OWNI finanziert?</strong></p>
<p>Bis vor kurzem wurde owni auschließlich aus unserem kommerziellen Zweig 22mars querfinanziert. Wir haben ungefähr 20.000 Euro investiert. Das waren 3 Gehälter für 3 Monate.</p>
<p><strong>Und das neue Modell?</strong></p>
<p>Wir werden einen eingetragenen Verein gründen, der sich um die redaktionelle Arbeit kümmern soll. Er soll durch Spenden und durch Patronage durch den kommerziellen Arm finanziert werden. Außerdem werden uns um staatliche Subventionen bemühen. Unser kommerzieller Arm bedient zahlende Kunden wie bisher. Der Nonprofit Bereich mit OWNI wird davon völlig getrennt sein.</p>
<p><strong>Glaubst Du, dass Qualitätsjournalismus mit gesellschaftlicher Relevanz neue Finanzwege außerhalb von Anzeigen und Vetrieb finden sollte?</strong></p>
<p>Auf jeden Fall. Das ist genau das, was wir versuchen. Bisher läuft es gut. Was wir in Europa und in den USA sehen, ist dass die neuen exotischen Finanzierungsformen für neue Journalismusmodelle die erfolgreichsten sind. Unsere Gesellschaft bietet beispielsweise Social Media Services an für Klienten, wir setzen ihnen Webseiten mit Social Media Elementen auf. Die französische Website rue89.com ist ebenfalls sehr erfolgreich und mit einer Million Seitenabrufe pro Monat ebenso relevant wie viele traditionelle Webseiten. Nur 40 Prozent Einnahmen der Einnahmen von rue89.fr stammen aus der Werbung, 60 Prozent von Seminaren und Trainingskursen für andere Unternehmen. In den USA sehen wir immer mehr spendenfinanzierte Journalismusprojekte. In Frankreich ist die Patronage von Medien durch große Unternehmen eine Tradition, die es bestimmt schon seit 50 Jahren gibt, die sich aber in letzter Zeit verstärkt hat sowie ja auch in Großbritannien. In Frankreich will die Regierung außerdem in den kommenden drei Jahren 60 Millionen Euro aus einem Digitalisierungsfonds an journalistische Online-Websites auszahlen.</p>
<p><strong>Wie beurteilst Du diesen Trend?</strong></p>
<p>Das ist schwer zu beurteilen. Die Rolle der US-Medien während des Irak-Kriegs war auch ohne Subventionen unrühmlich. Unkritische Berichterstattung und Subventionen sind nicht zwingend gekoppelt.</p>
<p><strong>Soll OWNI auch außerhalb von Frankreich relevant werden?</strong></p>
<p>Ja, wir sind ein Think Tank, der auch die Vernetzung auf europäischer Ebene  anstrebt. Wir Europäer schauen bei neuen Trends oft lieber über den großen Teich als zu unseren direkten Nachbarn. Das ist nicht nur ein Sprachproblem, sondern auch eine Gewohnheit. Einige Blogger in Frankreich bloggen auch auf englisch, werden aber trotzdem kaum außerhalb von Frankreich gelesen.  Wir wollen versuchen, Inhalte aus Europa zu aggregieren. Wir wollen ein Netzwerk von Watchblogs aufbauen, die nationale Vorgänge beobachten und unsere Redakteure in Paris auf Themen aufmerksam machen, die auch für Europa relevant sind. Wir können diese Beiträge dann ins Französische übersetzen. Der zweite Schritt wird sein, Ableger von OWNI in anderen Sprachen zu starten oder unsere eigenen Webseite mehrsprachig aufzusetzen. Je nachdem, was die Nutzer bevorzugen.</p>
<p><strong>Wann könnte das passieren?</strong></p>
<p>Dass wir erst einmal auf französisch einer europäische Ausrichtung bekommen, könnte schon ab dem Sommer 2010 soweit sein. Wir übersetzen jetzt schon gelegentlich vom Deutschen und Englischen ins Französische, sowie vom Französischen ins Englische. Im Laufe des nächstes Jahres könnten dann die weiteren Sprachversionen starten. Wir hoffen dafür, mit deutschen Partnern ins Gespräch zu kommen. Daran wären wir sehr interessiert.</p>
<h4><strong>Thematisch relevante weitere Beiträge:</strong></h4>
<p><strong><a href="http://blog.kooptech.de/2010/05/verwaltung-nutzt-unsichere-webmail-adressen/">Bundesbehörden nutzen unsichere Webmail-Adressen </a></strong>(Gastbeitrag von Nicolas Kayser-Bril bei Kooptech)</p>
<p><a href="http://onlinejournalismblog.com/2010/03/19/interview-nicolas-kayser-bril-head-of-datajournalism-at-owni-fr/"><strong>Interview: Nicolas Kayser-Bril, head of datajournalism at Owni.fr </strong></a>(Online Journalism Blog)<strong> </strong></p>
<p><a href="http://medialdigital.de/2009/09/18/begeisterung-fur-daten-adrian-holovaty-beim-scoopcamp/"><strong>Begeisterung für Daten: Adrian Holovaty beim Scoopcamp</strong></a> (mein Interview mit Everyblock-Gründer Adrian Holovaty)</p>
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<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=%22Labor+f%C3%BCr+innovativen+Journalismus%27%27+--+Interview+mit+OWNI-Datenchef+Nicolas+Kayser-Bril+http://bit.ly/agREZ2" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="[Post to Twitter]" border="0" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=%22Labor+f%C3%BCr+innovativen+Journalismus%27%27+--+Interview+mit+OWNI-Datenchef+Nicolas+Kayser-Bril+http://bit.ly/agREZ2" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a>&nbsp; </p><script type="text/javascript">
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var flattr_dsc = 'Nicolas Kayser-Bril (24) ist Onlinejournalist und seit Februar 2010 &#8220;Head of Data&#8221; beim französischen Journalismus-Startup OWNI. Das Nonprofit-Projekt verbindet investigativen, kollaborativen und datenbankbasierten Journalismus auf innovative Art. Wie funktioniert das Projekt? Was kann Datenjournalismus? Was haben die Journalisten und Community-Manager bei OWNI für Ziele? Plant OWNI ein Netzwerk auf europäischer Ebene? Dazu habe ich Nicolas [...]';
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		<title>Aktuelle NRW-Wahlergebnisse? Bei @popkulturjunkie</title>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 09:24:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/2a0e5fb3bebe454e88db91f87228cf24" alt="" width="1" height="1" /><br />
Gestern nacht gab es ein gutes Beispiel dafür, wie die Berichterstattungshoheit traditioneller journalistischer Institutionen immer weiter schwindet. Und zwar nicht mehr nur bei plötzlichen Ereignissen, wo es rein statisch betrachtet wahrscheinlicher ist, dass ein Bürger schneller als ein Journalist das Handy zücken und ein Bild um die Welt schicken kann. (zum Beispiel, wenn ein Flugzeug im Hudson River notlandet). Sondern selbst dann, wenn es sich um ein Ereignis handelt, dessen Eintreffen und Bedeutung Monate im Voraus bekannt war und von dem man erwartet, dass sich eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalten generalstabsmäßig darauf vorbereitet. Zum Beispiel die gestrigen Landtagswahlen in NRW.</p>
<p>Es ist nicht so recht nachvollziehbar, dass das ZDF auf seiner Internetseite heute.de dem tatsächlichen Stand der Hochrechnungen um Stunden hinterhinkte. Doch genauso war es. Dies ist ein Screenshot von gestern nacht um kurz nach 2 Uhr:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-2829" title="heutede-screenshot" src="http://medialdigital.de/wp-content/heutede-screenshot.jpg" alt="heutede-screenshot" width="603" height="306" /></p>
<p style="text-align: left;">Zu diesem Zeitpunkt lag die SPD schon längst nicht mehr knapp vor der CDU. Und tatsächlich war das auch schon um 23.46 Uhr nicht mehr der Fall. Die Hochrechnung war also nicht bloß veraltet, sondern von vornherein falsch. Das hätte das ZDF eigentlich bemerken müssen, denn die bis dahin ausgezählten Wahlkreise ließen eine solche Hochrechnung schon vor Mitternacht nicht mehr zu.</p>
<p style="text-align: left;">Aufgefallen ist das dem Twitterer <strong><a href="http://twitter.com/popkulturjunkie">@popkulturjunkie</a></strong>, der eigene Zahlen sammelte und veröffentlichte. Natürlich stellt sich dabei die Frage, warum ein einzelner Twitternutzer glaubwürdiger sein sollte als eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt. Doch hier kommt der Reputationsfaktor im sozialen Netz ins Spiel. Hinter @popkulturjunkie steckt der Düsseldorfer Journalist Jens Schröder. Er ist nicht nur politisch interessiert, sondern hat auch ein Faible für Statistiken. Er pflegt beim Branchendienst meedia die Quoten- und Auflagenrankings und betreibt seit drei Jahren die <a href="http://www.deutscheblogcharts.de"><strong>Deutschen Blogcharts</strong></a>. Blogger und seine über 3000 Twitter-Follower wissen, dass man Schröders Zahlenwerken trauen kann.</p>
<p style="text-align: left;">Jens Schröder twitterte gestern abend und nacht fortlaufend selbst aktuelle Hochrechnungen aus seiner selbstgepflegten Excel-Liste, wobei er auf die jeweils <a href="http://www.wahlergebnisse.nrw.de/landtagswahlen/2010/index.html"><strong>neusten amtlichen Zahlen der Landeswahlleiterin </strong></a>zurückgriff:</p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter size-full wp-image-2830" title="popkulturjunkie1" src="http://medialdigital.de/wp-content/popkulturjunkie1.png" alt="popkulturjunkie1" width="545" height="634" /><img class="size-full wp-image-2831 aligncenter" title="popkulturjunkie2" src="http://medialdigital.de/wp-content/popkulturjunkie2.png" alt="popkulturjunkie2" width="423" height="609" /></p>
<p style="text-align: left;">Als das vorläufige amtliche Endergebnis noch nicht bekanntgegegeben wurde, weil die Kölner Stimmbezirke noch fehlten, besorgte sich Jens Schröder die Zahlen vom <a href="http://wahlen.stadt-koeln.de/landtagswahl/2010/wahlpraesentation/index.html"><strong>amtlichen Portal der Stadt Köln</strong></a> und veröffentlichte gegen 1 Uhr in der Früh ein eigenes &#8220;amtliches&#8221; Endergebnis, das bis auf die zweiten Stellen hinter dem Komma bemerkenswert richtig war:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-2832" title="wahleergebnis" src="http://medialdigital.de/wp-content/wahleergebnis.png" alt="wahleergebnis" width="378" height="277" /></p>
<p style="text-align: left;">Die Leistungen von Jens Schröder blieben natürlich nicht unbemerkt. Hier eine typische Reaktion bei Twitter:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/homofaber-tweet.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-2833" title="homofaber-tweet" src="http://medialdigital.de/wp-content/homofaber-tweet.png" alt="homofaber-tweet" width="399" height="251" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Es bleibt die interessante Frage, warum das ZDF mit seinem gesamten Apparat, seinen direkten Drähten nach Düsseldorf und wesentlich mehr Rechenleistung nicht schaffte, was ein einzelner Journalist mit Bordmitteln und Engagement hinbekam: Zuverlässig und auf dem aktuellen Stand berichten. Natürlich habe ich heute morgen auch beim ZDF nachgefragt, warum die heute.de Webseite gestern nacht so inaktuell und inakkurat war. Man hat mir eine Antwort versprochen, die ich hier nachreichen werde, sobald ich sie habe.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Update von Montag, 17:20 Uhr:</strong></p>
<p style="text-align: left;">Soeben hat die ZDF-Pressestelle per Email auf meine Anfrage von heute morgen geantwortet:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Die Forschungsgruppe Wahlen in Mannheim erstellt seit langem Umfragen, Prognosen und Hochrechungen für das ZDF, und das stets mit hoher Präzision. Auch am Wahlabend in NRW am 9.5. war die durchschnittliche Fehlerabweichung des um 18 Uhr prognostizierten Ergebnisses vom amtlich festgestellten Wahlergebnis nach Mitternacht sehr gering. Sie betrug durchschnittlich 0,3 Prozentpunkte (ARD 0,27). Die Abweichungen von -0,6 beim Wert für die CDU und 0,5 für die SPD liegen im statistischen Rahmen, waren aber wegen der durchweg sehr knappen Stimmverhältnisse auffälliger als sonst. Wie anspruchsvoll die Aufgabe für die Demoskopen bei dieser Wahl war, verrät schon die Tatsache, daß der Abstand zwischen CDU und SPD im größten Bundesland Deutschlands diesmal nur rund 6000 Stimmen beträgt. Die letzte Hochrechnung der Forschungsgruppe Wahlen wurde online 23.46 präsentiert. Das Endergebnis kam nach 02.00 Uhr und wurde entsprechend online gestellt.</p>
</blockquote>
<p>Mein Fazit bleibt: Weil Jens Schröder Eigeninitiative ergriff und selbst Zahlen zusammenrechnete, anstatt sich auf die Autorität Forschungsgruppe Wahlen zu verlassen, bot er im Netz gestern nacht den besseren Service &#8211; wie übrigens auch <a href="http://www.wahlrecht.de/news/2010/landtagswahl-nordrhein-westfalen-2010.htm#absolut"><strong>wahlrecht.de</strong></a> (s. Kommentar von Till).</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Aktuelle+NRW-Wahlergebnisse%3F+Bei+%40popkulturjunkie+http://bit.ly/aBMPBP" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="[Post to Twitter]" border="0" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Aktuelle+NRW-Wahlergebnisse%3F+Bei+%40popkulturjunkie+http://bit.ly/aBMPBP" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a>&nbsp; </p><script type="text/javascript">
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		<title>Ausführliche Anleitung: Wie man Online-Texte bei der VG Wort meldet</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Apr 2010 15:03:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Welcher Online-Autor kennt das nicht? Da hat man hunderte von Texten veröffentlicht. Und irgendwo in den Tresoren der VG Wort liegt ein Füllhorn mit Tantiemen. Es wird aber nur an die wenigen Eingeweihten ausgeschüttet, die mit viel Hirnschmalz und mit viel Trial und Error herausgefunden haben, wie man die Zählpixel in Texte einbaut und was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/VGWort.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-2594" title="VGWort" src="http://medialdigital.de/wp-content/VGWort.png" alt="VGWort" width="396" height="562" /></a></p>
<p style="text-align: center;">
<p>Welcher Online-Autor kennt das nicht? Da hat man hunderte von Texten veröffentlicht. Und irgendwo in den Tresoren der VG Wort liegt ein Füllhorn mit Tantiemen. Es wird aber nur an die wenigen Eingeweihten ausgeschüttet, die mit viel Hirnschmalz und mit viel Trial und Error herausgefunden haben, wie man die Zählpixel in Texte einbaut und was beim anschließenden Meldeverfahren zu beachten ist. Außerdem gibt es auch Geld von der VG Wort für eigene Texte, die auf fremden Webservern liegen. Die meisten Verlage scheuen sich aber bis heute, Zählpixel in die Texte ihrer Autoren einzubauen. Tantiemen gibt es trotzdem (wenn auch geringere), wenn man nur weiß wie. Doch dabei ist die bürokratisch geschriebene Anleitung der VG Wort leider keine wirkliche Hilfe.</p>
<p>Doch jetzt gibt es gute Nachrichten: Die Hamburger Marketingberaterin und Autorin Elke Fleing hat dankenswerterweise eine ausführliche Anleitung in &#8220;Klardeutsch&#8221; verfasst. Und die zuständige VG-Wort-Expertin Annette Wagner hat das Manuskript redigiert. Es ist also sozusagen von amtlicher Seite autorisiert.</p>
<p><a href="http://berufung-selbststaendig.de/2010/04/11/ausfuhrliche-anleitung-wie-ihr-als-autor-tantiemen-fur-online-texte-von-der-vg-wort-bekommt/"><strong>Elke Fleing erläutert ihr Vorgehen auf ihrem Blog <em>Berufung Selbstständig </em>und stellt ihre Anleitung als Whitepaper (pdf) zum kostenfreien Download zur Verfügung.</strong></a> Vielen Dank für diesen Service!</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Ausf%C3%BChrliche+Anleitung%3A+Wie+man+Online-Texte+bei+der+VG+Wort+meldet+http://bit.ly/crv5lf" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="[Post to Twitter]" border="0" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Ausf%C3%BChrliche+Anleitung%3A+Wie+man+Online-Texte+bei+der+VG+Wort+meldet+http://bit.ly/crv5lf" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a>&nbsp; </p><script type="text/javascript">
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		<title>Das Leistungsschutzrecht nimmt den Weg der PC-Gebühr</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 00:15:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern hatte ich zum Thema Leistungsschutzrecht (LR) ein Déjà-vu-Erlebnis: Das Prinzip für eine möglichst lautlose Einführung des LR kennen wir doch eigentlich schon. Es läuft momentan wie bei der Einführung der &#8220;Rundfunkgebühren für neuartige Rundfunkempfangsgeräte&#8221; (vulgo PC-Gebühr). Das Thema soll mit möglichst vagen Aussagen möglichst bis zum Schluss unterhalb der öffentlichen Empörungsschwelle gehalten werden. Außerdem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/ce683e1f8b814dbfb1ec2d253acc9ab6" alt="" width="1" height="1" /><br />
<a href="http://medialdigital.de/wp-content/maze.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-2404" title="maze" src="http://medialdigital.de/wp-content/maze-300x300.jpg" alt="maze" width="300" height="300" /></a></p>
<p>Gestern hatte ich zum Thema Leistungsschutzrecht (LR) ein Déjà-vu-Erlebnis: Das Prinzip für eine möglichst lautlose Einführung des LR kennen wir doch eigentlich schon. Es läuft momentan wie bei der Einführung der &#8220;Rundfunkgebühren für neuartige Rundfunkempfangsgeräte&#8221; (vulgo PC-Gebühr). Das Thema soll mit möglichst vagen Aussagen möglichst bis zum Schluss unterhalb der öffentlichen Empörungsschwelle gehalten werden. Außerdem vermeiden die Befürworter eines LR (d.h. Zeitungs- und Zeitschriftenverlage) eine breite Solidarisierung gegen ihre Pläne, indem einzelne Interessengruppen auseinander dividiert werden.</p>
<p>Man erinnere sich an die Phase vor der PC-Gebühr: Da hieß es in den Verhandlungen und beim Beschluss des Rundfunkänderungsstaatsvertrags 2004 auch zunächst: Wir haben jetzt die rechtliche Grundlage, aber wir werden sie (noch) nicht anwenden. Dann wurde sie ab 2007 angewandt, aber (zunächst) nur in Höhe der Radiogebühr. Die öffentliche Empörung hielt man in Grenzen, indem man versicherte, der allergrößte Teil der Privathaushalte sei ja ohnehin nicht betroffen (nur dann, wenn sie bisher kein Radio angemeldet hatten). Außerdem wurde das Schweigen der Großbetriebe erkauft, indem man die Abgabe auf einen PC pro Grundstück beschränkte, den Konzernen also einen gewaltigen Mengenrabatt gewährte. Am Ende blieben Kleingewerbetreibende, Solo-Selbstständige und Heimarbeiter übrig. Von den Heimarbeitern wurden dann aber letztlich noch einmal alle Lehrer ausgenommen (mit der absurden Begründung: Schulen als öffentliche Arbeitgeber hätten keine Gewinnerzielungsabsicht und Lehrer, die daheim ihren Unterricht vorbereiten, demnach auch nicht).</p>
<p>Dafür werden seitdem Bäcker, Friseursalons, Webdesigner oder freie Journalisten für die berufliche Nutzung eines PCs seitdem zur Kasse gebeten, auch wenn ihr Umsatz gering ist. Demnächst, wenn es nach den Ministerpräsidenten geht, sogar mit der <a href="http://carta.info/19672/internet-gez-gebuehr-vollzahler-gebuehrenmodell/"><strong>vollen Rundfunkgebühr</strong></a>. Und da in Deutschland keine Sammelklagen zulässig sind, muss jeder Kleingewerbetreibende und Solo-Selbstständige, der sich zu Unrecht abkassiert glaubt, gesondert Klage einreichen. Noch ist kein Verfahren weiter als bis zur Instanz eines Oberverwaltungsgericht gekommen, und natürlich herrscht angesichts der <a href="http://www.pc-gebuehr.de/aktuelles2010.html"><strong>völlig unterschiedlichen Urteile</strong></a> je nach Gericht weiterhin Rechtsunsicherheit.</p>
<p>So ähnlich sehe ich das auch beim Leistungsschutzrecht kommen. Bei der Auftaktveranstaltung zum <a href="http://www.koelner-forum-medienrecht.de/veranstaltung/digital-und-ohne-recht-umbruch-der-verlagsbranche.html"><strong>Kölner Forum für Medienrecht</strong></a> sagte Christoph Keese, Cheflobbyist des Axel Springer Verlags, nach einer Meldung von <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Leistungsschutzrecht-Nicht-nur-Google-soll-zahlen-952766.html"><strong>Heise Online</strong></a> gestern erstmals, wer denn Zahlungen nach dem Leistungsschutzrecht entrichten solle:</p>
<blockquote><p>Zahlen sollen in Zukunft nicht nur Portale wie Google, die kostenfrei abrufbare Inhalte systematisch auswerten, sondern jeder gewerbliche Nutzer der Verlagsangebote im Internet. Dabei nannte Keese explizit die schätzungsweise 20 Millionen gewerblich eingesetzten PCs in Deutschland.</p></blockquote>
<p>Das ist so ziemlich das Konkreteste, was wir bisher zu diesem Thema vernommen haben. Denn genauso wie die angeblich schutzwürdigen Leistungen der Verlage im Internet bisher vor allem negativ formuliert wurden (keine einzelnen Texte, keine Überschriften, kein Layout, keine Verlinkungen), hieß es auch bei Fragen zum Kreis der potenziell Zahlungspflichtigen bisher vor allem, das geplante Gesetz richte sich nicht explizit gegen Google und nicht gegen Blogger. Außerdem müsse für Journalisten und andere Urheber eine <a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1264/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2010/02/2010-02-24-bkm-leistungsschutz-presseverlage.html"><strong>&#8220;angemessene und ausgewogene Lösung</strong>&#8220;</a> gefunden werden (Pressemitteilung der Bundesregierung nach einem Treffen von Kulturstaatsminister Neumann und Presseverlegern).</p>
<p>In einem von Carta übernommenem <a href="http://carta.info/23863/burda-vorstand-schweizer-das-leistungsschutzrecht-richtet-sich-gegen-niemanden/"><strong>Interview mit Promedia</strong></a> erläuterte Burda-Rechtsvorstand Robert Schweizer:</p>
<blockquote><p>Die ersten Gespräche mit den politischen Entscheidungsträgern beginnen derzeit.Ein Textvorschlag soll jedoch, wenn auch möglichst umgehend, erst vorgelegt werden, wenn Verleger und Journalistengewerkschaften rundum einen Konsens gefunden haben.</p></blockquote>
<p>Doch solch eine Branchenregelung würde ganz schnell zu Abgrenzungsproblemen führen.  &#8220;Journalist&#8221; ist bekanntlich keine geschützte Berufsbezeichnung. Kommt man nur mit Presseausweis in den Genuss der LR-Befreiung? Nur wenn man hauptberuflicher Journalist ist? Was ist mit Bloggern? Was mit gewerblichen Bloggern?  <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/leistungsschutzrecht-wird-konkretisiert/"><strong>Netzpolitik</strong></a> fragt sich zu Recht: &#8220;Und wer kontrolliert eigentlich, wieviele PCs in Unternehmen stehen?&#8221; Weiter wäre zu fragen: Was ist eigentlich eine gewerbliche Nutzung? Keese nannte neulich bei einer <a href="http://carta.info/21539/carta-livestream-der-diskussion-gottes-werk-und-googles-beitrag/"><strong>Podiumsdiskussion der Heinrich-Böll-Stiftung</strong></a> im Januar als typischen Fall einen Bankangestellten, der sich mit Hilfe frei zugänglicher Verlagsangebote im Netz vor der Kreditvergabe über einen Mittelständler informiert und dazu in der Bank Texte herunterlädt oder ausdruckt, anstatt die gedruckte Zeitung zu kaufen. Doch ist es auch eine gewerbliche Nutzung, wenn der Mitarbeiter das Gleiche zuhause tut und die Texte am nächsten Morgen in die Filiale mitbringt? Die Antwort auf diese Frage blieb Keese schuldig.</p>
<p>Halten wir fest: Für 20 Millionen schwer definierbare gewerbliche genutzte PCs soll also künftig eine Abgabe in unbestimmter Höhe für eine unbestimmte Leistung entrichtet werden, wenn es ein Leistungsschutzrecht gibt. Außerdem gibt es nicht-öffentliche Gespräche zwischen Verlags- und Gewerkschaftsvertretern über Ausnahmereglungen für nicht genau definierte Interessengruppen, die aber offenbar auch nur nebenbei geführt werden, weil die Verlage laut Heise nun eine Kartellausnahmegenehmigung beantragen wollen, für die sie gar keine Zustimmung der Journalisten-Gewerkschaften bräuchten. Vielleicht ist dieser Kenntnisstand endlich Anlass, über dieses Thema eine breite und demokratisch legimierte Debatte zu führen, bevor Tatsachen zu Lasten Unbeteiligter geschaffen werden. Die PC-Gebühr lässt grüßen.</p>
<p><em>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/generated/3409686604/">Man in the maze / jared&#8217;s photostream / Flickr</a></em><br />
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var flattr_dsc = 'Gestern hatte ich zum Thema Leistungsschutzrecht (LR) ein Déjà-vu-Erlebnis: Das Prinzip für eine möglichst lautlose Einführung des LR kennen wir doch eigentlich schon. Es läuft momentan wie bei der Einführung der &#8220;Rundfunkgebühren für neuartige Rundfunkempfangsgeräte&#8221; (vulgo PC-Gebühr). Das Thema soll mit möglichst vagen Aussagen möglichst bis zum Schluss unterhalb der öffentlichen Empörungsschwelle gehalten werden. Außerdem [...]';
var flattr_tag = 'Kölner Forum für Medienrecht,Leistungsschutzrecht,PC-Gebühr,Verlage';
var flattr_url = 'http://medialdigital.de/2010/03/12/das-leistungsschutzrecht-nimmt-den-weg-der-pc-gebuhr/';
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