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	<title>Medial Digital &#187; Zeitungszukunft</title>
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	<description>Das Blog zur Zukunft der Medien und des Journalismus</description>
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		<title>Aus mag10 wird mag15 oder magNever</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 19:58:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Fazit vorweg: Ich mag mag10 und wünsche mir, dass dieses Startup nicht schon am Ende ist, bevor es überhaupt richtig begonnen hat. Als Jochen Wegner Ende 2010 seinen Posten als Chefredakteur von Focus Online aufgab, um gemeinsam mit dem Software-Unternehmer Marco Börries ein StartUp zu gründen, fand ich das sehr spannend. Es gehe um [...]]]></description>
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<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/e38425fa72274b65a10c82913ba18aff" alt="" width="1" height="1" /><br />
<a href="http://medialdigital.de/wp-content/Jochen_Wegner_Scoopcamp.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5424" title="Jochen_Wegner_Scoopcamp" src="http://medialdigital.de/wp-content/Jochen_Wegner_Scoopcamp.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Ein Fazit vorweg: Ich mag mag10 und wünsche mir, dass dieses Startup nicht schon am Ende ist, bevor es überhaupt richtig begonnen hat. Als Jochen Wegner Ende 2010 seinen Posten als Chefredakteur von Focus Online aufgab, um gemeinsam mit dem Software-Unternehmer Marco Börries ein StartUp zu gründen, fand ich das sehr spannend. Es gehe um eine Software für Magazine auf dem iPad, mehr war von Wegner lange Zeit nicht zu erfahren. Beim Hamburger <a href="http://www.scoopcamp.de/"><strong>Scoopcamp 2011</strong></a> im vergangenen September <a href="http://meedia.de/internet/scoopcamp-2011-storystelling-20/2011/09/29.html"><strong>stellte Wegner dann einen Magazin-Prototypen vor</strong></a>.</p>
<p>Wie die meisten der Anwesenden war auch ich begeistert von den visuellen Möglichkeiten (es ging in diesem Prototypen um die Space Needle in Seattle) und von der intuitiven und logisch gestalteten Benutzeroberfläche. Ebenso hinreißend war Wegners lakonischer Vortragstil, der mit wenigen Worten und Handbewegungen entlarvte, woran viele Medienapps kranken. Und zwar leider vor allem solche, die als besonders innovativ gelten. Nicht die einfallslosen E-Papers, die einfach nur die Zeitung auf dem Bildschirm darstellen.</p>
<p>Viele der innovativeren Magazin-Apps entspringen Designerträumen und verwirren ihre Nutzer. Man wischt hier, man klickt dort, man blättert und scrollt ohne Ende und weiß bald weder, wo in der App man gerade  ist, noch, was man dort wollte. Geschweige denn, wie von dort zurückfindet ohne die Hometaste zu drücken. Der Mag10 Prototyp (<a href="http://vimeo.com/28219048"><strong>Unternehmensvideo</strong></a>) setzt dagegen auf das Prinzip mehr ist weniger. Er ist eine gelungene Mischung aus klarer Ästhetik, neuen aber intuitiv zu erfassenden Features und inzwischen gelernten Tablet-Funktionen (zwei Finger ziehen ein Foto größer, beim Antippen eines Fotos startet ein Video, etc.). Es sollte eine White-Label-Lösung für Verlage werden, die sich mit einem webbasierten Content-Management-System um die Inhalte der App hätten kümmern können ohne die zugrundliegende Technik selbst entwickeln zu müssen.</p>
<p>Doch aus mag10 wird erst mal nichts. Der Webdienst <a href="http://mobilbranche.de/2012/02/mag10-legt-losung-fur-tablet-publishing-auf-eis/12687"><strong>mobilebranche.de veröffentlichte heute</strong></a> einen Bericht, dass das Projekt mangels Anschlussfinanzierung auf Eis gelegt ist. Das Fatale in dieser Meldung steckt nicht so sehr in der wenig überraschenden Erkenntnis, dass eher zehn wenig durchdachte Projekte in den USA Fördergelder und Kapital erhalten, bevor in Deutschland auch nur eine gute Medieninnovation gefördert wird.  Das Fatale liegt in den Worten, mit denen Jochen Wegner zitiert wird: &#8220;“Wir grübeln darüber nach, ob wir mit unserer Idee vielleicht einfach zu früh waren.&#8221; Die Verlage hätten derzeit noch genug damit zu tun, ihre etablierten Printmarken ausfs iPad zu bringen.</p>
<p>Das ist doppelt tragisch. Denn erstens käme ein deutsches Publishing-System für das iPad &#8211; das Gerät, von dem sich doch gerade die Verlage seit der Markteinführung vor knapp zwei Jahren den Durchbruch bei bezahlten Inhalten erhoffen, nicht zu früh, sondern schon eher spät. Apple ist mit  iBooks2 und iBooks Author, beide eine Art  <a href="http://arstechnica.com/apple/news/2012/01/apple-to-announce-tools-platform-to-digitally-destroy-textbook-publishing.ars"><strong>&#8220;Garageband für E-Book-Publishing&#8221; </strong></a>, seit Januar 2012 <a href="http://www.huffingtonpost.com/2012/01/19/apple-ibooks-2-author-itunes-u_n_1215887.html"><strong>am Start</strong></a> und forciert damit neben Amazon seine vorherrschende Stellung als Marktplatz für multimediale Inhalte (mit iBooks Author erstellte Bücher und Magazine dürfen nur über den iTunes Store vertrieben werden).</p>
<p>Zweitens hatte ich ursprünglich gehofft, dass mag10 den großen Wurf wagen und aus der geschlossenen App-Welt ausbrechen würde. Denn wer möchte als Vielleser schon 20 oder 30 Magazin-Apps auf dem iPad haben (und für alle bezahlen), wenn in jedem Magazin nur ein oder zwei Beiträge persönlich als relevant empfunden werden?</p>
<p>Zwar ermöglicht die mag10-Software Verlinken und Sharing in sozialen Netzwerken, sowie über per HTML5 die Inhalte auch ins offene Netz zu stellen. Das ist mehr als gegenwärtiger Standard. Allerdings bleibt der Grundgedanke von Magazinen als geschlossene Einheiten auch bei mag10 erhalten. Das ist schade. Die intuitive mag10 Benutzerführung, kombiniert mit der Entbündelung von Inhalten, mit einer frei kombinierbaren Zusammenstellung von Inhalten à la Flipboard (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=v2vpvEDS00o"><strong>Demo-Video</strong></a>) und einem Flatrate-Preismodell wie bei <a href="http://www.freitag.de/kultur/1204-medientagebuch"><strong>Piano</strong></a>. Das wär&#8217;s gewesen. Aber wenn mag10 nicht einmal in der vorliegenden Form genügend Interesse bei Verlagen wecken konnte, dann wird die wirkliche App-Innovation aus Deutschland vielleicht mit mag15 kommen. Oder auch never. Aber auch in der vorgestellten Form ist mag10 eine innovative Software und hat eine Chance verdient. Gebt Euch einen Ruck, deutsche Investoren.</p>
<p><em>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/47807100@N00/6257189081/in/photostream/">Scoopcamp</a></em><strong></strong></p>
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		<title>Mit Daten Geschichten erzählen: Folien zum Workshop in Wien</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Nov 2011 11:33:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gemeinsam mit Sascha Venohr, Entwicklungsredakteur bei Zeit Online, habe ich am 18.11.2011 ein Übersichtsseminar mit praktischen Übungen zum Thema Datenjournalismus gegeben. Der Workshop wurde vom österreichischen Forum Journalismus und Medien gemeinsam mit der Schweizer Journalistenschule MAZ veranstaltet und fand bei der Nachrichtenagentur APA in Wien statt. Dies sind die Folien zum Workshop. Enjoy! (Download per [...]]]></description>
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<div id="__ss_10252166" style="width: 510px;">Gemeinsam mit Sascha Venohr, Entwicklungsredakteur bei Zeit Online, habe ich am 18.11.2011 ein Übersichtsseminar mit praktischen Übungen zum Thema Datenjournalismus gegeben. Der Workshop wurde vom österreichischen Forum Journalismus und Medien gemeinsam mit der Schweizer Journalistenschule MAZ veranstaltet und fand bei der Nachrichtenagentur APA in Wien statt. Dies sind die Folien zum Workshop. Enjoy! (Download per Klick auf die rote Überschrift über den Folien).</div>
<div style="width: 510px;"><strong style="display: block; margin: 12px 0 4px;"><a title="Datenjournalismus Workshop am fjum" href="http://www.slideshare.net/mauisurfer/datenjournalismus-workshop-am-fjum" target="_blank">Datenjournalismus Workshop am fjum</a></strong> <object id="__sse10252166" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="510" height="426" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=datenjournalismuswien-111121051332-phpapp02&amp;stripped_title=datenjournalismus-workshop-am-fjum&amp;userName=mauisurfer" /><param name="name" value="__sse10252166" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="__sse10252166" type="application/x-shockwave-flash" width="510" height="426" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=datenjournalismuswien-111121051332-phpapp02&amp;stripped_title=datenjournalismus-workshop-am-fjum&amp;userName=mauisurfer" name="__sse10252166" wmode="transparent" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></div>
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<div style="padding: 5px 0 12px;">View more <a href="http://www.slideshare.net/" target="_blank">presentations</a> from <a href="http://www.slideshare.net/mauisurfer" target="_blank">Ulrike Langer</a></div>
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		<title>Ken Doctors Sieben-Stufen-Test für die neue &#8220;New York Times&#8221; Paywall</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Mar 2011 17:38:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute hat die &#8220;New York Times&#8221; den Beginn ihrer schon lange geplanten Paywall gemeldet. Seit dem heutigen Donnerstag müssen zunächst die Kanadier zahlen, ab dem 28. März auch der Rest der Welt. Demnach soll 20 Beiträge im Monat laut Ankündigung des &#8220;New York Times&#8221; Verlegers Sulzberger junior kostenfrei sein (plus Specials, welche die NYT gesondert [...]]]></description>
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			</a>
		</div>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/aceac0774ba040b0ae6a07d1c8a2d575" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/NYT-Paywall.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-4731" title="NYT-Paywall" src="http://medialdigital.de/wp-content/NYT-Paywall.png" alt="" width="460" height="355" /></a></p>
<p>Heute hat die &#8220;New York Times&#8221; den Beginn ihrer schon lange geplanten Paywall gemeldet. Seit dem heutigen Donnerstag müssen zunächst die Kanadier zahlen, ab dem 28. März auch der Rest der Welt. Demnach soll 20 Beiträge im Monat laut <a href="http://www.nytimes.com/2011/03/18/opinion/l18times.html?_r=1"><strong>Ankündigung des &#8220;New York Times&#8221; Verlegers Sulzberger junior</strong></a> kostenfrei sein (plus Specials, welche die NYT gesondert auswählt). Alles, was danach pro Monat abgerufen wird, muss von den Nutzern bezahlt werden. Die Kosten betragen in einem abgestuften Modell bis zu 420 Millionen Dollar pro Jahr.</p>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Ken-Doctor.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4223" title="Ken-Doctor" src="http://medialdigital.de/wp-content/Ken-Doctor-56x75.png" alt="" width="56" height="75" /></a>Medienanalyst <strong>Ken Doctor</strong> war schnell und hat die nun erstmals spezifischen Paywall-Pläne in seiner &#8220;Newsonomics&#8221;-Kolumne bei Nieman Journalism Lab sofort einem <a href="http://www.niemanlab.org/2011/03/the-newsonomics-of-the-new-york-times-pay-fence/"><strong>Sieben-Stufen-Test</strong></a> unterzogen. Allerdings spricht er nicht von einer &#8220;Mauer&#8221;, sondern lieber von einem &#8220;Zaun&#8221;, weil das Bezahlmodell doch ziemlich flexibel und durchlässig ist. lBei der &#8220;Times&#8221; soll man sich allerdings nichts vormachen, betont Doctor. Das Erreichen der einzelnen Stufen sei kein Anlass die Sektkorken knallen zu lassen, sondern markiere jeweils nur den Beginn der nächsten Stufe.</p>
<p>Das sind Ken Doctors sieben Stufen (mit Interpretationen von mir):</p>
<ol>
<li><strong>Eine Wandlungsquote von einem Prozent erreichen.</strong> Das bedeutet: Aus je 100 bisher kostenlosen Nutzern einen zahlenden Kunden machen. Das klingt einfach und würde der &#8220;New York Times&#8221; bei einem Web-Abopreis von 20 $ pro Monat rund 78 Millionen Dollar pro Jahr in die Kassen spülen. Bei zwei Prozent wären es schon 156 Millionen Dollar. Tatsächlich ist diese Wandlungsrate wahrscheinlich schon deshalb nötig, um die stetig sinkenden Abo- und Einzelverkaufsumsätze mit der Printausgabe (683 Millionen Dollar im Jahr 2010) auszugleichen.</li>
<li><strong>Den Geist von &#8220;Times Select&#8221; vertreiben.</strong> Erinnert sich noch jemand an das furchtbare (und furchtbar gescheiterte) erste digitale Abomodell der &#8220;New York Times&#8221; von 2005 bis 2007? Damals waren alle exklusive Inhalte (zum Beispiel die Kolumnen) hinter der Paywall verschwunden, und es gab keine kostenlosen Teaser. Einer der besten NYT-Kolumnisten, Frank Rich, fürchtete sich offenbar so sehr vor einem neuen Desaster, dass er Anfang März seinen Abgang zum &#8220;New York Magazine&#8221; verkündete. Vor ihm ergriffen auch einige Kolumnisten der Londoner  &#8220;Times&#8221; die Flucht, bevor oder kurz nachdem dort Rupert Murdoch dort seine (allerdings unbezwingbare) Paywall hochzog.</li>
<li><strong>Die Abpraller an der Mauer nicht verschrecken.</strong> Sie sind die interessanteste Zielgruppe für die NYT, weil von ihnen zusätzliche Einnahmen zu erwarten sind. Es sind Nachrichten-Vielkonsumenten, aber keine bisherigen Printabonnenten (denn für die gilt die neue Paywall ohnehin nicht). Die Abpraller wollen behutsam umgarnt werden, vielleicht zahlen sie erst, wenn sie das zweite, dritte oder vierte Mal vor der Mauer oder dem Zaun stehen. Manche früher, manche später, viele wahrscheinlich nie.</li>
<li><strong>Die Anzeigenkunden nicht verschrecken. </strong>In den USA <span style="text-decoration: line-through;">macht die NYT laut Doctor</span> beträgt der gesamte digitale Werbeumsatz 28 Milliarden Dollar. Ein halbes Prozent Marktanteilsteigerung entspricht 140 Millionen Dollar. Schon bei geringen prozentuale Verluste auf diesem Feld Einnahmen verlorengehen, müsste die NYT mit einer wiederum höheren Wandlungsquote bei den Webabos wieder ausgleichen.</li>
<li><strong>Ein Abo, viele Plattformen ist riskant.</strong> Printabonnenten zahlen mindestens 600 Dollar im Jahr für ein 7-Tage-die Woche-Abo. Ein reines Digitalabo ist preiswerter. Ken Doctor glaubt deshalb, dass zunehmend mehr Printabonnenten einen Umstieg auf ein Digitalabo erwägen werden. Diesen Gedanken finde ich allerdings nicht logisch, solange die neue Bezahl-Website nicht mehr bietet als die jetzige frei zugängliche Webseite. Denn bisher ist das Preisgefälle Internet (0 Dollar Zugangskosten) gegenüber der Printausgabe (mindesten 600 Dollar im Jahr für tägliche Belieferung) noch größer und damit auch der Anreiz zum reinen Webkonsum der NYT. Nichtsdestotrotz ist das Dilemma real &#8211; im übrigen auch für alle Anbieter attraktiver iPad-Apps. Die Verlage müssen damit möglichst neue zahlende Kunden gewinnen, anstatt ihre bestehenden Printabonnementverträge zu kannibalisieren.</li>
<li><strong>Teil des öffentlichen Diskurses bleiben. </strong>Nicht wäre schlimmer für die New York Times als auf Facebook, Twitter und Co. nicht mehr stattzufinden. Schon jetzt ist der Traffic von Facebook für die NYT viel bedeutsamer als die Abrufe über Google News. Deshalb ist die NYT gut beraten, die freien Verlinkungen aus sozialen Netzwerken auf einzelne Beiträge nicht zu verhindern.</li>
<li><strong>Das journalistische Produkt nicht aus den Augen verlieren.</strong> Vor allem in Krisenzeiten (Ägypten, Libyen, Japan) zeigt sich, welche Medien der internationalen Krisenberichtersattung wirklich gewachsen sind. Nur wenige internationale  Medien spielen in der Topliga &#8211; für mich neben der &#8220;New York Times&#8221; nur der &#8220;Guardian&#8221;, die BBC und &#8211; wenn es um Themen aus dem arabischen Raum geht &#8211; zunehmend auch der englischsprachige Kanal von Al Jazeera. Die gleiche Mühe, die in ein funktionierendes Bezahlmodell gesteckt wird, muss weiterhin auch auf journalistische Innovationen verwandt werden.</li>
</ol>
<p><strong>Mein Fazit:</strong> Wenn die &#8220;New York Times&#8221; mit ihrem abgestuften Paywall-Modell Erfolg hat, wäre das ein wichtiger Schritt für die künftige Finanzierung von Qualitätsjournalismus auf digitalen Plattformen und ein Anreiz für andere Verlage, ebenfalls mit flexiblen Modellen zu experimentieren, anstatt Murdochs starrer Bezahlmauer nachzueifern. Aber natürlich werde ich als bisher regelmäßige NYT-Webseitennutzerin erst einmal versuchen, mit wohldosierten Webseitenaufrufen nicht an die Paywall zu stoßen. Mal sehen, ob die NYT soviel Exklusivität im Netz erzeugt, dass es mir nicht gelingt&#8230;</p>
<p><strong>Links zum Thema:</strong></p>
<p>Dave Winer, Erfinder des RRS-Feeds, mag die neue NYT-Paywall überhaupt nicht: <a href="http://scripting.com/stories/2011/03/17/commentsOnNytPaywallAnnoun.html"><strong>Comments on NYT paywall announcement</strong></a>, ebensowenig Journalismusexperte Steve Outing: <strong><a title="Permanent Link to NYTimes’ new pay model: They blew it!" rel="bookmark" href="http://steveouting.com/2011/03/17/nytimes-new-pay-model-they-blew-it/">NYTimes’ new pay model: They blew it!</a></strong></p>
<p>Mein Interview mit Ken Doctor auf dem Kongress The World After Advertising: <a href="http://medialdigital.de/2010/11/26/ken-doctor-lokalzeitungen-mussen-sich-in-der-digitalen-welt-neu-ins-rennen-bringen/"><strong>Ken Doctor: “Lokalzeitungen müssen sich in der digitalen Welt neu ins Rennen bringen”</strong></a></p>
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		<title>Die neue Architektur des Lokaljournalismus &#8211; bpb-Forum in Waiblingen mit Livestreams</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Jan 2011 09:49:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Kommunikation der Zukunft: Die neue Architektur des Lokaljournalismus“: Beim 19. Forum Lokaljournalismus der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und des Zeitungsverlags Waiblingen geht es um die Anforderungen und Aufgaben der Lokaljournalisten im digitalen Zeitalter. Vom 26. bis 28. Januar 2011 diskutieren in Waiblingen Experten aus Journalismus, Wissenschaft und Politik mit rund 150 Chefredakteuren und Leitenden Redakteuren [...]]]></description>
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			</a>
		</div>
<p style="text-align: center;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Lokaljournalismus2011.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-4520" title="Lokaljournalismus2011" src="http://medialdigital.de/wp-content/Lokaljournalismus2011.png" alt="" width="578" height="328" /></a></p>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/bpb.png"><img class="alignleft size-full wp-image-4501" title="bpb" src="http://medialdigital.de/wp-content/bpb.png" alt="" width="124" height="115" /></a>„Kommunikation der Zukunft: Die neue Architektur des Lokaljournalismus“: Beim 19. Forum Lokaljournalismus der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und des Zeitungsverlags Waiblingen geht es um die Anforderungen und Aufgaben der Lokaljournalisten im digitalen Zeitalter. Vom 26. bis 28. Januar 2011 diskutieren in Waiblingen Experten aus Journalismus, Wissenschaft und Politik mit rund 150 Chefredakteuren und Leitenden Redakteuren deutscher, österreichischer und schweizer Lokal- und Regionalzeitungen über Erfolgsmodelle, profitable Nischen und eine neue Architektur des Lokaljournalismus.</p>
<p>Gemeinsam mit Sascha Borowski, Online-Chef der &#8220;Augsburger Allgemeine&#8221;, werde ich dort am Donnerstag, 27. Januar, von 10.30 bis 12.00 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema &#8220;Lokalredaktion 2011 &#8211; haben Lokalzeitungen die falschen Apps und Inhalte?&#8221; moderieren. Zuvor wird Dr. Mercedes Bunz (Digital Thinker, &#8220;The Guardian&#8221;) eine Keynote halten. Anschließend diskutieren:</p>
<ul>
<li>Christian Lauer, Multimedialeiter Saarbrücker Zeitung</li>
<li>Uwe Rolf Heer, Chefredakteur Heilbronner Stimme</li>
<li>Armin Maus, Chefredakteur Braunschweiger Zeitung</li>
<li>Dr. Silke Springensguth, Geschäftsführerin DuMont Net</li>
<li>Prof. Dr. Lorenz Lorenz-Meyer</li>
<li>Dr. Mercedes Bunz</li>
</ul>
<p>Die Keynote und die Diskusssion werden per <a href="http://www.forum-lokaljournalismus2011.de/"><strong>Video-Livestream</strong></a> übertragen. Zwei weitere Podiumsdiskussionen ebenfalls.</p>
<p>Weitere Gelegenheiten, die Veranstaltung aus der Ferne zu verfolgen:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.forum-lokaljournalismus2011.de"><strong>Live-Blog</strong></a> der bpb. Los geht es dort mit der Eröffnung am Mittwoch, 26. Januar um 16.30 Uhr.</li>
<li>per Twitter unter dem Hashtag #folo2011</li>
</ul>
<p>Weitere Informationen und das detaillierte Program als pdf gibt es <a href="http://www.bpb.de/veranstaltungen/1LETH6 "><strong>hier</strong></a>.<br />
Die Veranstaltung ist für Teilnehmer bereits ausgebucht, aber eine Akkreditierung für Journalisten ist bis Mittwoch, 26. Januar 2011, möglich unter presse@bpb.de (dazu hier die <a href="http://medialdigital.de/wp-content/PM_Lokaljournalismus_230111.pdf"><strong>Pressemitteilung im Original</strong></a>).</p>
<p>Nachtrag vom 25.1.: Auch die sehr <a href="http://www.forum-lokaljournalismus2011.de/"><strong>schön gestaltete Webseite</strong></a> ist jetzt freigeschaltet.</p>
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		<title>Ken Doctor: &#8220;Lokalzeitungen müssen sich in der digitalen Welt neu ins Rennen bringen&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Nov 2010 20:11:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Medienanalyst Ken Doctor, als Keynote-Speaker einer der Highlights beim spannenden Kongress The World After Advertising, glaubt, dass auf den lokalen Medienmärkten noch viel unerschlossenes Potenzial steckt &#8211; sowohl journalistisch als auch wirtschaftlich. Journalisten müssten sich viel stärker auf ihre Fähigkeit konzentrieren, Relevantes von Belanglosem sowie Fakten von Fakes zu unterscheiden und die besten Inhalte aus [...]]]></description>
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			</a>
		</div>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/3f8c91d462eb4bd2a32511f5312459e0" alt="" width="1" height="1" /></p>
<h4>Medienanalyst Ken Doctor, als Keynote-Speaker einer der Highlights beim spannenden Kongress <a href="http://www.world-after-advertising.com/">The World After Advertising</a>, glaubt, dass auf den lokalen Medienmärkten noch viel unerschlossenes Potenzial steckt &#8211; sowohl journalistisch als auch wirtschaftlich. Journalisten müssten sich viel stärker auf ihre Fähigkeit konzentrieren, Relevantes von Belanglosem sowie Fakten von Fakes zu unterscheiden und die besten Inhalte aus der Region und der Nachbarschaft zu kuratieren. Auch auf dem iPad. Lokale Anzeigenverkäufer sollten integrierte &#8220;Marketing Services&#8221; statt schnöde Bannerplätze verkaufen. Dann klappt&#8217;s laut Doctor auch wieder mit den Werbeerlösen in einer &#8220;Welt nach der Werbung&#8221;.</h4>
<p><em>Diese leicht gekürzte und redigierte deutsche Abschrift des auf englisch geführten Interviews enthält mehrere kurze Videoausschnitte mit Kernaussagen von Ken Doctor. Am Ende habe ich das Video-Interview in voller Länge (23 min.) eingebettet.</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em><strong><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Ken-Doctor.png"><img class="size-medium wp-image-4223 alignleft" title="Ken-Doctor" src="http://medialdigital.de/wp-content/Ken-Doctor-225x297.png" alt="" width="225" height="297" /></a>Ken, Ihr Buch, Ihr Blog und ihre Gastkolumne auf dem Portal Nieman Journalism Lab heißen alle &#8220;Newsonomics&#8221;. Was ist Newsonomics?</strong></em></p>
<p>&#8220;Newsonomics&#8221; ist mein Versuch, die geschäftliche Seite des Journalismus mit den Inhalten zu verknüpfen. Ich komme aus dem Journalismus und habe mich auch als Redakteur immer schon für die wirtschaftlichen Hintergründe des Journalismus interessiert. Manchmal hat mich das in Schwierigkeiten gebracht, aber rückblickend ist es natürlich gut für meine anschließende Karriere gewesen.</p>
<p>Ich glaube, dass es für uns alle, die am Wohlergehen des Journalismus interessiert sind, sehr wichtig ist, zu verstehen, wie das Geschäft funktioniert und wie Journalisten bezahlt werden &#8211; oder auch, wie nicht. Ich analysiere den Wandel der Geschäftsmodelle und welche Art von Journalismus wir daraus resultierend als Bürger und als Gesellschaft bekommen.</p>
<p><em><strong>Sie haben auch den Begriff &#8220;Das digitale Dutzend&#8221; geprägt. Wer gehört dazu und was unterscheidet die Mitglieder von anderen Medienunternehmen?</strong></em></p>
<p>Das Internet hat bereits vor einigen Jahren den Charakter von Medienunternehmen stark verändert. Eine wichtige Unterscheidung ist: Was ist lokal? Was ist überregional? In der analogen Ära waren &#8220;New York Times&#8221;, &#8220;San Francisco Chronicle&#8221; und &#8220;Dallas Morning News&#8221;  regionale Zeitungen. Inzwischen ist die &#8220;New York Times&#8221; eine weltweite Marke wie auch der &#8220;The Guardian&#8221; und &#8220;The Telegraph&#8221; aus Großbritannien. Wir brauchen keine Regionalzeitungen mehr, die uns die nationalen und internationalen Nachrichten liefern. Wir können uns diese Nachrichten auf den Internetseiten der globalen Medienmarken des &#8220;digitalen Dutzend&#8221; zusammensuchen.</p>
<p>Die globalen Medienmarken erreichen zusammen ungefähr 900 Millionen Menschen, die englisch sprechen. Diese Medien stehen ebenfalls vor großen Herausforderungen, aber sie haben auch große Chancen, weil sie sich an eine potenziell weltweite Nutzerschaft wenden können. Die Lokalzeitungen dagegen haben nur lokale Zielgruppen. Deshalb klaffen die wirtschaftlichen Grundlagen der globalen und lokalen Medien jetzt sehr weit auseinander. Die einen kämpfen um möglichst große Stücke eines riesigen Kuchens, die anderen um möglichst große Anteile der vielen kleinen Kuchen.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="601" height="338" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=17221967&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="601" height="338" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=17221967&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/17221967">Ken Doctor about big chunks of small pies</a> from <a href="http://vimeo.com/user2771590">Ulrike Langer</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p><em><strong>Die Mitglieder des Digitalen Dutzend müsen also zwingend englisch publizieren, vielleicht auch chinesisch, aber jedenfalls nicht deutsch? </strong></em></p>
<p>Nicht unbedingt. Texte aus automatischer Übersetzungsoftware sind mittlerweile zu 94 oder 95 Prozent korrekt. Der Rest führt oft zu unfreiwillig komischen Ergebnissen. Ich bin mir nicht sicher, wann wir journalistische Texte aus anderen Sprachen als Englisch wirklich weltweit nutzen können. Ich bin froh, dass die Welt Englisch als globale Sprache adaptiert hat, aber die Frage ist natürlich sehr interessant für die großen Publikationen in Deutschland, Frankreich, oder in anderen Ländern.</p>
<h4>&#8220;Lokale Verlage müssen noch lernen, wie sehr sich die Welt verändert hat&#8221;</h4>
<p><em><strong>In einem <a href="http://www.focus.de/digital/internet/tid-20537/us-medienexperte-ken-doctor-die-mobile-revolution-ist-eine-neue-chance_aid_575000.html">Interview mit &#8220;Focus Online&#8221;</a> haben Sie das iPad &#8220;eine zweite Chance für Verlage&#8221; genannt. Aber in ihrem Blogbeitrag <a href="http://newsonomics.com/the-newsonomics-of-news-anywhere/">&#8220;The Newsonomic Of News Anywhere&#8221;</a> prognostizieren Sie, dass die Nutzer nur für wenige Apps von Medienmarken bezahlen werden. Welche Medien werden vom iPad profitieren und welche nicht? </strong></em></p>
<p>Das wissen wir noch nicht. Klar ist nur, dass die Nutzer für bestimmte Dienste bezahlen: für hochklassige Spielfilme von HBO oder Netflix oder für Nutzwertiges. Für Nachrichten werden sie wahrscheinlich nur ein oder zwei Bezahl-Apps haben wollen. Sie bezahlen vielleicht für eine lokale Medienapp, aber die Lokalpresse und auch der lokale Rundfunk reagieren sehr langsam auf diese Entwicklung. Solche lokalen Dienste auf dem iPad und anderen digitalen Ausgabegeräten müssten dann wirklich erstklassige lokale Informationen und Services liefern. Die &#8220;New York Times&#8221; und das &#8220;Wall Street Journal&#8221; haben sich darauf eingestellt: Für einen Pauschalpreis bekommt man auf vielen verschiedenen Plattformen Zugang zu ihren Angeboten. Teilweise merken sich die Dienste sogar, welchen Beitrag man zum Beispiel schon auf einem anderen Geräte gelesen hat.</p>
<p>Die lokalen Verlage müssen dagegen noch lernen, wie sehr sich die Welt verändert hat und sich noch weiterhin verändern wird. Ich war mal Chefredakteur einer Lokalzeitung in St. Paul, Minnesota. Damals waren wir für die Leser das Tor zur ganzen Welt: zu den lokalen Nachrichten, zur nationalen und internationalen Politik, zu Wirtschaft und Sport. Und täglich haben wir den Lesern vermittelt: Dies sind die vier oder fünf Geschichten aus aller Welt, die ihr unbedingt lesen müsst. Das ist nicht mehr der Fall. Stattdessen müssen lokale Medien jetzt besser werden im vermitteln lokaler Nachrichten und auch lokaler Einkaufserlebnisse. In den gedruckten Lokalzeitungen geht es ja nicht nur um Nachrichten, sondern immer auch darum, den Lesern örtliche Sonderangebote zu präsentieren. Letzteres ist auf den Internetplattformen der Lokalzeitungen völlig vernachlässigt worden. Es gibt dort nur blöde Banner, auf die keiner klickt.</p>
<p>Verlage müssen in der digitalen Welt neue lokale Wertschöpfungsmodelle entwicken. Ich glaube, dass ihnen das iPad und andere Tablet-PCs dabei helfen können. Aber sie müssen sich weiterentwickeln. Sie dürfen nicht einfach nur Printbeiträge auf das Tablet verlagern, das ist für die Nutzer digitaler Endgeräte nur von begrenztem Wert.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="601" height="338" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=17220924&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="601" height="338" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=17220924&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/17220924">Ken Doctor about local news business models on the iPad</a> from <a href="http://vimeo.com/user2771590">Ulrike Langer</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p><em><strong>Sollten die lokalen digitalen Medienangebote auch die Angebote Dritter kuratieren &#8211; zum Beispiel lokale Blogs? </strong></em></p>
<p>Sie sollten es nicht nur tun, sie sollten die Gelegenheiten geradezu umarmen. Was für eine wunderbare Chance! Redakteure filtern Informationen, das ist ihre Aufgabe, egal ob sie Inhalte aus 10, 20 oder 200 verschiedenen Quellen zusammentragen. Das Internet lässt uns teilhaben an den Berichten von sehr viel mehr Menschen. Natürlich sollen die Verlage nicht unterschiedslos alles auf ihre Webseiten stellen, was an sie herangetragen wird. Sie müssen natürlich klar kennzeichnen, welche Inhalte von ihren eigenen journalistischen Mitarbeitern stammen und welche nicht. Als Nutzer und Nachrichtenkonsumenten möchten wir doch auf die besten Inhalte zugreifen können. Das Prinzip des Kuratierens gibt uns mehr gute Inhalte, auch wenn diese nicht von Journalisten, aber von Experten auf ihren jeweiligen Gebieten stammen.</p>
<p><em><strong>Rupert Murdochs neue iPad-Zeitung &#8220;The Daily&#8221;, die in Zusammenarbeit mit Apple entsteht, will keine Inhalte kuratieren, keine Verbindungen ins Netz schaffen und völlig alleine stehen. Wie sehen Sie die Chancen?<br />
</strong></em><br />
Wir werden abwarten, wie gut diese iPad-Zeitung sein wird. Murdoch verdient Respekt dafür, ein solches Experiment zu wagen. Die Lage ist ähnlich wie beim Start von &#8220;USA Today&#8221; 1980. &#8220;USA Today&#8221; hat damals erkannt, dass es einen Bedarf für eine nationale Tageszeitung gab. Sie waren sehr innovativ in puncto Fotos, Farbdruck, Infografiken und  erstklassiger Sportberichterstattung. In der Frage des Anspruchs wollten sie von vornherein nicht mit der &#8220;New York Times&#8221; oder dem &#8220;Wall Street Journal&#8221; konkurrieren. Aber das ist 30 Jahre her.  In gewisser Weise ist Murdochs Projekt mit der &#8220;USA Today&#8221; von damals vergleichbar. Es ist noch offen, inwiefern &#8220;The Daily&#8221; einige der vielfältigen Technologien auf dem iPad umsetzt oder vielleicht doch eher wie ein Abbild einer gedruckten Zeitung daherkommt &#8211; wie leider viele Angebote. Und wird &#8220;The Daily&#8221; besser sein als das &#8220;Wall Street Journal&#8221;, als die &#8220;New York Times&#8221;, die &#8220;Huffington Post oder &#8220;The Daily Beast&#8221;? Das werden die Nutzer entscheiden. Ich glaube, &#8220;The Daily&#8221; muss eine einzigartige Ausrichtung haben und dann außerdem noch eine, die die Nutzer auch mögen.</p>
<p><em><strong><a href="http://medialdigital.de/wp-content/World-after-Advertising.png"><img class="size-medium wp-image-4214 alignleft" title="World after Advertising" src="http://medialdigital.de/wp-content/World-after-Advertising-225x137.png" alt="" width="225" height="137" /></a>Um beim Paid Content zu bleiben: Was halten Sie für erfolgversprechender: Die vollkommen geschlossene Bezahlmauer der britischen &#8220;Times&#8221; oder das zum Jahresende geplante abgestufte Bezahlmodell der &#8220;New York Times&#8221;?<br />
</strong></em><br />
Ich glaube, dass die Idee der &#8220;New York Times&#8221; intelligenter ist. Wie gut das Modell dann in der Praxis funktioniert ist eine andere Frage. Ich habe das Modell der &#8220;Financial Times&#8221; in London intensiv erforscht, das &#8220;NYT&#8221; Modell ähnelt diesem Modell stark. Die &#8220;New York Times&#8221; hat  20 Millionen Unique Visitors im Monat. Aber die meisten Nutzer haben keine intensive Beziehung zur &#8220;NYT&#8221;. Sie lesen nur einen Beitrag, den sie über einen Link gefunden haben und kommen dann vielleicht einen ganz Monat lang nicht wieder.</p>
<p>Die &#8220;NYT&#8221; will sich deshalb auf die rund fünf Prozent loyalen Markennutzer konzentieren und ihnen zusätzliche Angebote unterbreiten. Zum Beispiel den Printabonnenten die digitalen Bezahlangebote drei Monate lang zum Testen frei zur Verfügung stellen und dann einen kleinen Aufpreis zum Printabo verlangen. Die &#8220;New York Times&#8221; wird aber versuchen, die anderen 95 Prozent der Nutzer nicht zu verschrecken. Die Gelegenheitsnutzer werden von der Bezahlmauer gar nichts mitbekommen &#8211; anders als beim letzten Mal, als die &#8220;NYT das Bezahlangebot &#8220;Times Select&#8221; startete. Und anders als Murdochs &#8220;Times&#8221;, die mit ihrer starren Bezahlmauer 90 Prozent ihrer Leser und damit auch ihre digitale Zukunft verloren hat.</p>
<h4>&#8220;Verteilt Eure Inhalte, aber vergesst nicht, Eure Umsatzbeteiligung einzufordern&#8221;</h4>
<p><em><strong>Können Sie sich eine digitale Zukunft vorstellen, in der die Nutzer gar nicht für den Zugang zu einer einzelnen Medienmarke bezahlen, sondern für intelligente und elegante Filterlösungen? Zum Beispiel für eine Art Flipboard oder Pulse App, die durch das persönliche Netz gefiltert Inhalte nicht nur aus dem sozialen Netz, sondern auch von Angeboten hinter Bezahlmauern zusammenstellt? Der App-Anbieter müsste dann natürlich seinerseits an die Medienanbieter für die Zugänge zu den Inhalten bezahlen.<br />
</strong></em><br />
Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Wir stehen in diesem Prozess noch ganz am Anfang. Wir wissen zwar ziemlich gut, dass Tablets in fünf Jahren eine hohe Marktdurchdringung haben werden, aber wir wissen kaum, wie und wofür die Menschen diese Geräte nutzen werden. Aggregierende Modelle wie Flipboard, ob mit sozialen oder anderen Filtern, werden sicher zunehmen. Verlage können sich momentan nur schwer vorstellen, Teil dieser Modelle zu sein, denn in der ersten Runde der Aggregation, als ihre Inhalte bei Yahoo oder Google auftauchten, haben sie kein Geld gesehen.</p>
<p>Ich rate deshalb Verlagen, intelligent mit dieser Situation umzugehen. Verabschiedet Euch vom Portalgedanken, verteilt Eure Inhalte überall, wo es sinnvoll ist, aber vergesst nicht, Eure Umsatzbeteiligung einzufordern. Ich glaube wird das passieren, auch im Lokalen. Wir werden digitale Produkte sehen, die überregionale und lokalen Inhalte in einheitlichem Design zusammenstellen. Die Inhalte der &#8220;New York Times&#8221; erscheinen heute schon auch auf Webseiten in Dallas oder Chicago. Das könnte wie ein Flipboard aussehen oder auch ganz anders. Es wundert mich, wie wenig Experimente in diese Richtung wir bisher im ersten Jahr der Tablet-Entwicklung gesehen haben.</p>
<p><em><strong>Zurück zum Thema Werbung: In der hyperlokalen Werbung scheint noch sehr viel unerschlossenes Potenzial zu stecken, vor allem in Kombination mit mobilen Endgeräten, die den aktuellen Standort des Nutzers erkennen. Wer wird von diesem Potenzial profitieren &#8211; Google, Facebook oder regionale Verlage? </strong></em></p>
<p>Das Rennen um das Milliardenpotenzial, das in lokaler Werbung steckt, ist noch offen. Die bisherigen Methoden, um die Interessen von Werbungtreibenden und Konsumenten zusammenzubringen, sind noch unausgereift. In dieser Woche hat Google das Modell &#8220;Google Boost&#8221; angekündigt, das lokale Internetwerbung mittels Bewertungen ankurbeln soll. AOL betreibt in den USA ein hyperlokales Nachrichtennetzwerk namens Patch mit bald 500 lokalen Seiten und einem Werbenetzwerk. Aber obwohl sie lokale Anzeigenverkäufer haben, gibt es dort praktisch nur überregionale Werbung. Dies ist wahrscheinlich die dritte Generation von Anläufen in den USA, den Markt der lokalen Anzeigen im Netz zu erschließen. Ich glaube, 2011 wird der Markt noch nicht wirklich abheben, aber ab 2012.</p>
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<p><a href="http://vimeo.com/17220468">Ken Doctor about marketing services</a> from <a href="http://vimeo.com/user2771590">Ulrike Langer</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p><em><strong>Diese Konferenz heißt &#8220;The World After Advertising&#8221;. Was wird in einer &#8220;Welt nach der Werbung&#8221; das vorherrschende Geschäftsmodell sein? </strong></em></p>
<p>Ich nenne es &#8220;Marketing Services&#8221;. Werbung ist ein altes Konzept aus der analogen Welt: Ich verkaufe Euch Anzeigenplatz, viel Glück damit. Ich habe ein Massenpublikum, wenn Du  als Werbekunde etwas mitzuteilen hast &#8211; bitte sehr, versuche es. Und wenn es nicht klappt, dann vielleicht nächstes Mal. Dieses Konzept bringt den Massenmedien immer noch Milliardenumsätze ein. Aber die digitalen Medien sind auf dem Vormarsch.</p>
<p>Und auch wenn Journalisten das nicht gerne hören: Werbekunden inserieren nicht um Medien zu unterstützen, sondern um Kunden zu gewinnen. Und ebenso wie wir im digitalen Zeitalter viel mehr Auswahl haben, welche Medien wir auf welchen Geräten nutzen wollen, gibt es diese Auswahl auch für Werbekunden. Es ist ja nicht so, dass sie keine Werbung mehr schalten wollen. Aber sie wollen genauer als früher wissen, wieviele neue Kunden ihnen das bringt. Sie nutzen Google und performance-basierte Modelle. Sie experimentieren mit Facebook und Mobile Marketing.</p>
<h4>&#8220;Werbekunden inserieren nicht um Medien zu unterstützen, sondern um Kunden zu gewinnen.&#8221;</h4>
<p>Ich rate deshalb vor allem lokalen Medien, sich viel stärker in die Situation lokaler Unternehmen zu versetzen. Es stecken große unternehmerischen Möglichkeiten darin, lokalen Anzeigenkunden, die verwirrend vielfältige Welt des digitalen Marketings zu erleichtern. Und zwar nicht nur auf ihren eigenen Portalen und Produkten, sondern auch bei Yahoo, bei Apples iAds oder bei Facebook. Sie könnten als Dienstleister das Dickicht für lokale Werbekunden lichten, weil sie bereits wissen, wo welche Art von Werbung wirkt. Der Gannet-Verlag in den USA hat damit bereits beonnnen. Wenn man Werbung in &#8220;Marketing Services&#8221; umbenennt, dann schrumpft der Markt für regionale Verlage nicht, dann wächst er. Unternehmen werden immer Produkte verkaufen wollen, das ist ein zeitloses Marktgesetz. Aber Verlage müssen sich wieder ins Rennen bringen, wenn es darum geht die Interessen der werbungtreibenden Unternehmen und der Konsumenten zusammenzubringen.</p>
<p><em>Ken Doctor ist Medienanalyst und Autor des Buches “<strong><a href="http://www.amazon.de/gp/product/0312598939?ie=UTF8&amp;tag=danielfienesw-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0312598939" target="_blank">Newsonomics: Twelve New Trends That Will Shape the News You Get</a></strong>”. Er betreibt die Webseite <strong><a href="http://newsonomics.com/" target="_blank">Newsonomics.com</a></strong> und schreibt eine wöchentliche <a href="http://www.niemanlab.org/2010/11/the-newsonomics-of-news-anywhere/"><strong>Newsonomics Kolumne bei Nieman Journalism Lab</strong></a>. Er war Chefredakteur der Pioneer Press in St. Paul, Minnesota, und  Manager bei Knight Ridder Digital. Er beobachtet den Wandel von  Nachrichtenanbietern und glaubt, dass wir das Jahrzehnt der digitalen  Nachrichten erreicht haben.<br />
</em></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="601" height="338" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=17210895&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="601" height="338" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=17210895&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/17210895">Ken Doctor at the TWAA 2010 conference &#8211; complete version</a> from <a href="http://vimeo.com/user2771590">Ulrike Langer</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p>Anmerkung zum Ortswechsel im Interview: Es wurde zu laut.</p>
<p>Weitere interessante Interviews mit Ken Doctor gibt es bei <a href="http://www.focus.de/digital/internet/tid-20537/us-medienexperte-ken-doctor-die-mobile-revolution-ist-eine-neue-chance_aid_575000.html"><strong>&#8220;Focus Online&#8221;: </strong></a><strong><a rel="nofollow" href="http://www.focus.de/digital/internet/tid-20537/us-medienexperte-ken-doctor-die-mobile-revolution-ist-eine-neue-chance_aid_575000.html">US-Medienexperte Ken Doctor: „Die mobile Revolution ist eine neue Chance“</a></strong> und bei <a href="http://www.wasmitmedien.de/2010/11/25/us-medienanalyist-ken-docotor-warum-tageszeitungen-eine-zukunft-haben-und-journalisten-bescheidener-werden-mussen/"><strong>&#8220;Was mit Medien&#8221; (Warum Tagezeitungen eine Zukunft haben und Journalisten bescheidener werden&#8221;</strong></a>. Sie sind eine gute Ergänzung, denn die Fragestellungen sind jeweils anders.</p>
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		<title>Wie man eine Paywall besser nicht errichten sollte</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Oct 2010 21:12:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;&#8216;Readers should pay&#8217; is not a business model&#8221; lautet eines der Mantren von Jeff Jarvis. Das wird aber nicht überall beherzigt. Rupert Murdoch und Matthias Döpfner sind bekanntlich vehement anderer Meinung. Und in der tiefsten Provinz des amerikanischen Online-Journalismus, bei der &#8220;North Country Gazette&#8221; im ländlichen Teil des Bundesstaates New York hat man sich eine [...]]]></description>
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			</a>
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<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/415a1563e9a1445797c6bb20a80d4aae" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/North-Country-Gazette-Collage-.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-4012" title="North Country Gazette Collage" src="http://medialdigital.de/wp-content/North-Country-Gazette-Collage-.png" alt="" width="553" height="405" /></a></p>
<p style="text-align: left;">&#8220;&#8216;Readers should pay&#8217; is not a business model&#8221; lautet eines der Mantren von Jeff Jarvis. Das wird aber nicht überall beherzigt. Rupert Murdoch und Matthias Döpfner sind bekanntlich vehement anderer Meinung. Und in der tiefsten Provinz des amerikanischen Online-Journalismus, bei der &#8220;<a href="http://www.northcountrygazette.org/"><strong>North Country Gazette</strong></a>&#8221; im ländlichen Teil des Bundesstaates New York hat man sich eine besonders moralinsaure Variante des Modells &#8220;readers should pay&#8221; ausgedacht.</p>
<p>Beim erstmaligen Aufruf eines Onlinebeitrags erscheint dieser knallrote Zusatz unter dem Text:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/North-Country-Gazette2.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-4007" title="North Country Gazette2" src="http://medialdigital.de/wp-content/North-Country-Gazette2.png" alt="" width="615" height="86" /></a>Man beachte die Share-Funktionen. Wahrscheinlich wird von den Lesern auch erwartet, dass sie wissen, an wen sie den Artikel überhaupt weiterleiten dürfen. Es könnte ja sein, dass einer der Empfänger schon einen anderen Text online gelesen hat, also gar nicht moralisch berechtigt wäre noch einen Beitrag zu lesen.</p>
<p>Wahlweise erscheint auch dieser Text unter einem Artikel:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/North-Country-Gazette1.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-4008" title="North-Country-Gazette1" src="http://medialdigital.de/wp-content/North-Country-Gazette1.png" alt="" width="607" height="73" /></a>Trotz mindestens 30 Klicks auf weitere Artikel (was wirklich mühsam war, da die &#8220;North Country Gazette&#8221; heute schwer zu ereichen ist) ist es mir allerdings nicht gelungen, diese grandiose Warnmeldung hervorzuzauben, mit der das Blog Boing Boing konfrontiert wurde:</p>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/North-Country-gazette-3.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-4009" title="North Country gazette 3" src="http://medialdigital.de/wp-content/North-Country-gazette-3.png" alt="" width="611" height="174" /></a>Mal abgesehen von der rechtlich äußerst fragwürdigen Drohung: Diebstahl durch bloßes Aufrufen frei zugänglicher Webseiten &#8211; irgendwie erinnert mich das an die Argumentation der Verleger pro Leistungsschutzrecht.</p>
<p><em>via <a href="http://www.boingboing.net/2010/10/25/local-newspaper-boas.html">Boing Boing</a></em></p>
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		<title>&#8220;Facebook hat einen neuen Mechanismus der Nachrichtenverteilung hervorgebracht&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Oct 2010 09:02:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews mit Innovatoren]]></category>
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		<category><![CDATA[Christian Hernandez Gallardo]]></category>
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		<category><![CDATA[Social Plug-Ins]]></category>

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		<description><![CDATA[Christian Hernandez Gallardo, Head of International Business Development bei Facebook in London, spricht über Empfehlungsmechanismen im sozialen Netz und wie Medien davon profitieren können, über Trafficsteigerungen durch Widgets, die Qualität der Nutzerkommentare, Facebook und Medienpräsenzen und das iPad sowie die Zukunft des Nachrichtenkonsums. Dies ist die übersetzte und redigierte Version eines auf englisch per Skype [...]]]></description>
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			</a>
		</div>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/367f95d8cd1a4790a511306b69c2f906" alt="" width="1" height="1" /></p>
<h4><a href="http://www.dld-conference.com/2010/01/christian-hernandez-gallardo.php">Christian Hernandez Gallardo</a>, Head of International Business Development bei Facebook in London, spricht über Empfehlungsmechanismen im sozialen Netz und wie Medien davon profitieren können, über Trafficsteigerungen durch Widgets, die Qualität der Nutzerkommentare, Facebook und Medienpräsenzen und das iPad sowie die Zukunft des Nachrichtenkonsums. Dies ist die übersetzte und redigierte Version eines auf englisch per Skype geführten Interviews.</h4>
<p><strong><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Hernandez.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-3951" title="Hernandez" src="http://medialdigital.de/wp-content/Hernandez.jpg" alt="" width="192" height="269" /></a>Warum richten Verlage und Sender Facebookseiten ein? Bislang war ihr Bestreben doch immer, Klicks möglichst auf den eigenen Portalen zu erzeugen.</strong></p>
<p>Facebookseiten sind eines der Werkzeuge, die wir Medienunternehmen zur Verfügung stellen. Wenn Nutzer Beiträge lesen, die sie interessant finden, dann nehmen sie ohnehin die URL, setzen sie bei Facebook in ihre Statusmeldung ein und kommentieren dort. Es gibt also schon eine organische Verteilung von Nachrichteninhalten bei Facebook. Was aber bei Facebook gepostet wird &#8211; auf einer Seite oder über einen &#8220;shared link&#8221; ist nur ein kleiner Ausschnitt des Beitrags. Um den ganzen Beitrag zu lesen muss man immer noch auf die ursprüngliche Webseite klicken. Wir vergrößern durch Facebook also die Reichweite. Wir sprechen hier von 500 Millionen Nutzern weltweit und von über zehn Millionen in Deutschland. Und das in einem emotionalisierten Umfeld, denn es sind ja meine Freunde und Kontakte, die mir mir bei Facebook empfehlen, etwas Bestimmtes zu lesen. Die Evolution von Print zu Online zu Facebook hat also einen neuen Mechanismus der Nachrichtenverteilung hervorgebracht. Facebook-Seiten erlauben  Nachrichtenprodzuzenten, eine direkte Beziehung zu Facebook-Nutzern aufzubauen. Mit den Social Plug-Ins bieten wir außerdem wir einen ganz neuen Weg Inhalte zu entdecken. Das hat mittlerweile einen sehr messbaren Effekt für den Traffic, den Facebook vor allem in den USA für Nachrichtenseiten generiert, aber auch schon in Großbritannien und ansatzweise in anderen europäischen Ländern.</p>
<p><strong>Was sind Social Plug-Ins?<a href="http://medialdigital.de/wp-content/HuffingtonPost-Facebook-Widget.png"><img class="alignright size-full wp-image-3953" title="HuffingtonPost-Facebook-Widget" src="http://medialdigital.de/wp-content/HuffingtonPost-Facebook-Widget.png" alt="" width="222" height="338" /></a></strong></p>
<p>Das sind die Widgets, die wir im April dieses Jahres gelauncht haben. Sie ermöglichen ein Login über Facebook Connect mit der Facebook-Identität, Es gibt den &#8220;Like&#8221;-Button, das &#8220;Empfehlen&#8221; Feature und eine Kommentarbox. Es sind iFrame oder Javascript-Widgets, die man per Drag and Drop auf einer Webseite installieren kann. Facebook-Nutzer können dann auf Nachrichtenseiten sehr leicht mit einem hinzugefügten Kommentar Inhalte per Link zu Facebook übertragen. Diesen Link bekommen die Facebook-Freunde des Nutzers zu sehen. Das ist der Verteilmechanismus. Wichtiger aber noch: Der Inhalt einer Nachrichtenseite steht nun in einem sozialen Kontext. Die Nutzer haben eine Beziehung zu anderen Nutzern, zu Facebookseiten und über die Plug-Ins auch mit Seiten im offenen Internet. Einige Medien haben sehr fortgeschrittene Integrationen umgesetzt, z.B. die &#8220;Huffington Post&#8221;, die BBC oder der Musikdienst Spotify in Schweden.</p>
<p><strong>Wie groß sind denn die Effekte?</strong></p>
<p>Nicht alle Medienhäuser geben die Zahlen heraus, <a href="http://www.poynter.org/column.asp?id=31&amp;aid=187793"><strong>aber es gibt einige Case Studies</strong></a>. Ein Beispiel sind die US-Fernsehnachrichten ABC News. Sie haben durch den Einsatz des Facebook Widgets 190 Prozent mehr Traffic auf ihrer Webseite.</p>
<p><strong>Warum sind Diskussionen auf Facebookseiten von Verlagen oft konstruktiver als in den Kommentarspalten der verlagseigenen Portale? Ein deutsches Magazin, der &#8220;Stern&#8221;, hat sogar die Kommentare auf seiner Webseite ganz abgeschafft und verweist auf seine Facebookseite.</strong></p>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/stern-facebook.png"><img class="alignleft size-large wp-image-3954" title="stern-facebook" src="http://medialdigital.de/wp-content/stern-facebook-300x227.png" alt="" width="300" height="227" /></a>Wirklich? Das ist interessant. Die Qualität der Kommentare wird in der Tat gesteigert, wenn Nutzer auf Nachrichtenseiten mit ihrem Facebookprofil kommentieren. Erstens schreiben die Leute auf Facebook unter ihren richtigen Namen. Das hat einen mäßigenden Effekt auf das, was sie sagen. Eine Menge Kommentarspalten werden durch Spammer und Trolle verunstaltet, die sich hinter der Anonymität verstecken. Der zweite Aspekt ist die Community, mit der man kommuniziert. Weil man bei Facebook mit seinen Freunden verbunden ist, spricht man dort über Beiträge mit Leuten, die in etwa die gleichen Überzeugungen haben. Bei Facebookseiten wiederum bekennt man sich als Fan einers bestimmten Mediums. Das bedeutet wahrscheinlich, dass jemand an den Inhalten interessiert genug ist, um sie jeden Tag auf seiner Facebook-Wall zu sehen und das steigert wahrscheinlich auch auch die Beteiligung. Es bedeutet mehr Kommentare, mehr Weiterleitungen, mehr &#8220;Likes&#8221;.</p>
<p><strong>Wie entgegnen Sie Sorgen von Medienanbietern, Facebook könnte eines Tages das Kleingedruckte in seinen Geschäftsbedingungen ändern, und <a href="http://netzwertig.com/2010/09/17/fragwuerdiger-trend-facebook-praesenz-als-website-ersatz/">sie würden dadurch die Kontrolle über ihre Inhalte verlieren</a>?</strong></p>
<p>Diese Sorge ist mir bisher noch nicht zu Ohren gekommen.</p>
<p><strong>Vielleicht ist sie typisch deutsch.</strong></p>
<p>Ich verbringe viel Zeit damit, mit Medienorganisationen in verschiedenen Ländern zu sprechen. Für uns ist es wichtig, das zu hören und das Problem zu adressieren. Ich habe es mir notiert. Inhalte erscheinen bei Facebook auf zwei möglichen Wegen. Erstens auf einer Seite, auf der ein Medienunternehmen Links und Inhalte selbst einträgt. Und wenn ihnen eines Tages mit ihrer Präsenz bei uns unwohl ist, können sie die Seite ja wieder abschalten. Der zweite Weg ist, wenn die Nutzer Links in ihre Updates einsetzen. Das sind aber nur der Name des Beitrags, ein winziger Ausschnitt, und die URL mit Link zurück auf die originäre Webseite. Uns gehören die Inhalte nicht. Wenn jemand etwas bei Facebook einträgt, gehören die Inhalte immer noch dem Urheber bzw. dem Rechteinhaber. Das ist ein großer Unterschied. Wir sind ein menschlicher Inhalte-Entdeckungs- und Verteilmechanismus, wir wenden keinen Algorithmus an, um Nachrichten aus dem Internet zu aggregieren.</p>
<p><strong>Eine Änderung, die für Medien entscheidend sein könnte, ist der neue Filter, mit dem Nutzer viel leichter als früher entscheiden können, welche von ihren Freunden welche Einträge sehen können, weil man seine Freunde jetzt in Gruppen einteilen kann. Spiegel Online wird es sicher nicht gefallen, dass ich mich als Nutzer nun entscheiden kann, nur noch für einen Bruchteil meiner Freunde Links zu Beiträgen in Spiegel Online zu posten&#8230;</strong></p>
<p>Da bin ich anderer Meinung. Wenn Sie einen Link auf Ihrer Wall posten, wird dieser Link schon bald aus dem sichtbaren Bereich verschwinden. Im Durchschnitt werden nur fünf Prozent aller Links, die auf Facebook gepostet werden, überhaupt wahrgenommen. Bis die Mehrheit der Nutzer wieder auf ihre Wand schaut, ist ein Link meistens schon durchgerauscht. Entscheidend ist aber das Engagement, wenn ein Link beachtet wird. Wenn Sie einen Teil ihrer Freunde in eine Gruppe &#8220;Leute, die an internationalen Beziehungen interessiert sind&#8221;, sortieren und für diese Gruppe Links zu interessanten Beiträgen zum Thema internationale Beziehungen posten, werden für diese Gruppe die Inhalte relevant sein. Sie werden sie wahrscheinlich kommentieren und weiterverbreiten. Es kommt also weniger darauf an möglichst viele, sondern die richtigen Leute mit seinen Inhalten zu erreichen. Das gilt für Nachrichteninhalte ebenso wie für Haustiere bei Farmville. Die eine Hälfte von uns spielt Farmville, die andere nicht. Und wer nicht Farmville spielt, will von Ihren neuen Schafen nichts wissen.</p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-3955   aligncenter" title="Facebook-mentions" src="http://medialdigital.de/wp-content/Facebook-mentions.png" alt="" width="535" height="316" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Die &#8220;New York Times&#8221; generierte zur Fußball-WM aus Spielernennungen bei Facebook eine <a href="http://www.nytimes.com/interactive/2010/07/02/sports/soccer/facebook-worldcup.html"><strong>interaktive Grafik</strong></a>.</em></p>
<p><strong>Stellt Facebook Metriken bereit, mit denen Medienhäuser messen können, wie wertvoll ein Fan ist? Weil er zum Beispiel fünfmal länger auf der Seite bleibt als ein Besucher, der über die Google-Suche kommt, oder weil er dreimal mehr Kommentare schreibt?<br />
</strong><br />
Wir haben Analysetools und die Nachrichtenseiten haben natürlich auch eigene Messmethoden. Sie wissen welcher Teil ihres Traffics von Facebook.com kommt. Sie können analysieren, was dann mit diesem Traffic auf ihrer Seite passiert. Der allgemeine Trend ist: Weil Facebook-Nutzer aufgrund von persönlichen Empfehlungen auf Medienseiten kommen, ist ihr Engagement auf der Seite größer. Sie beschäftigen sich länger mit den Inhalten und sie klicken mit höherer Wahrscheinlichkeit weitere Artikel an. Sie erzeugen also mehr Seitenaufrufe, was natürlich kommerziell in Bezug auf die Werbevermarktung bedeutsam ist. Unser Analysetool Facebook Insights informiert sehr detailliert, welche Inhalte am meisten weiterverbreitet, &#8220;geliked&#8221; und kommentiert werden und wie diese Mechanismen wiederum Traffic auf die Seite lenken. Wir geben außerdem anonymisierte Informationen darüber heraus, in welcher geographischen und soziodemoographischen Gruppe das geschieht. Diese Information ist aus Marketing- und redaktioneller Perspektive sehr wertvoll. Wer sind die Influencer in meiner Community? Wer interessiert sich so sehr für meine Inhalte, dass er oder sie tägliche Updates meiner Seite abonniert? Medienhäuser sollten die Daten sehr genau analysieren.</p>
<p><strong>Wie können Medienhäuser diese Erkenntnisse monetarisieren?</strong></p>
<p>Wir stellen die Daten bereit: Wer verteilt welchen Link wie? Wir wissen nicht, welche Inhalte hinter den Links stecken, aber das wissen wiederum die Inhalteanbieter. Es könnte sich herausstellen, dass nicht wie geglaubt 18jährige männliche Nutzer die engagiertesten sind, sondern 35jährige Frauen. Dann sollten Medienhäuser ein anderes Anzeigeninventar auf ihre Seite lenken und höhere Anzeigenpreise verlangen, wenn sie spitzere Zielgruppen nachweisen können.</p>
<p><strong>Wie kann Facebook den Medien dabei helfen, Inhalte genauer auf Zielgruppen zuzuschneidern?<br />
</strong><br />
<a href="http://medialdigital.de/wp-content/Farmville-Facebook.png"><img class="alignleft size-full wp-image-3959" title="Farmville-Facebook" src="http://medialdigital.de/wp-content/Farmville-Facebook.png" alt="" width="319" height="259" /></a>Bis vor kurzem hatte wir eine generische Funktion &#8211; das Plug-In mit Like-Button, Log-In per Facebook, etc. Ob Medienhaus, Spieleentwickler oder Videoplattform: Wir haben alle gleich behandelt, damit das Social Plugin möglichst einfach und von jedem Webseitenbetreiber zu integrieren war. Wir haben aber gemerkt, dass verschiedene Anbieter verschiedene Bedürfnisse haben. Spieleentickler wie Zynga oder Playfish setzen ganze Geschäftsmodelle auf Facebook auf. Medienorganisationen nutzern uns eher als Verteilmechanismus um ihre Reichweite zu steigern. Vor drei Monaten haben wir deshalb eine Medienabteilung innerhalb von Facebook gegründet, um mehr Produkte zu entwickeln, die an den Bedürfnissen der Medien orientiert sind. Das Social Plug-In ist mittlerweile in über zwei Millionen Webseiten integriert. Wir wollen wissen: Was brauchen Medienhäuser, damit dieses Plugin für sie noch effektiver ist? Die zweite Änderung ist unser Glaube, dass das Nutzerengagement rund um Content eine neue Evolutionsstufe des Web hervorbringen wird. Aus dem statischen Netz der Verlinkungen wird eine dynamisches Netz der sozialen Empfehlungen. Wir arbeiten mit Medien wie &#8220;New York Times&#8221;, &#8220;Washington Post&#8221;, &#8220;The Independent&#8221;, &#8220;Daily Mail&#8221; und &#8220;Bild&#8221;, um die Empfehlungen noch zu verbessern.  Wir bauen Werkzeuge, die noch relevanter auf den jeweiligen Content der Seite ausgerichtet sind.</p>
<p><strong>Können Sie dafür ein Beispiel nennen?</strong></p>
<p>Nehmen wir zum Beispiel eine Sportzeitung. Wenn ich als Facebook-Fan auf solch einer Seite mich vorher als Fan von Bayern München bekannt habe, dann könnte die Seite entsprechend personalisiert sein und mir vorwiegend Inhalte anzeigen, die Bayern München betreffen. Diese Geschichten interessieren mich wahrscheinlich mehr. Nutzer können also ihre Interessenprofile über Facebook Medienseiten mitteilen und entsprechend auf ihre Interessen zugeschnittene Inhalte bekommen.</p>
<p><strong>Es gibt zwei verschiedene Denkansätze, wie Nachrichten zu den Nutzern gelangen. Einmal der neue Ansatz des personalisierten Nachrichtenstroms, der auf Algorithmen und Empfehlungen basiert. Dafür steht das berühmte Zitat des amerikanischen Studenten: &#8220;Wenn die Nachricht wichtig ist, dann wird sie mich finden.&#8221; Der andere ist das alte Konzept der Tageszeitung oder Nachrichtensendung als Wundertüte, wo für jeden etwas drin ist, auch das, womit man nicht gerechnet hat.<br />
</strong><br />
Für diese Art von Qualitätsjournalismus sollen Journalisten und Verlage auch weiterhin sorgen. Die Vorstellung eines an festen Sendezeiten und Erscheinungsterminen ausgerichteten Mediennutzungsverhaltens geht zwar zu Ende und wird immer mehr vom Häppchenkonsum (&#8220;Snippets&#8221;) abgelöst. Ich lese bestimmte Medien in der U-Bahn in kleinen Häppchen offline auf einer App, weil ich dort keinen Internetzugang habe. Dieser Konsum von Snippets wird fortschreiten, aber die Genugtuung, die ich empfinde, wenn ich den ganzen &#8220;Economist&#8221; gelesen habe, wird auch bleiben. Ich liebe es immer noch, an einem freien Wochenende auf dem Sofa das Magazin von vorne bis hinten durchzulesen. Auch die Artikel, auf die ich durch Empfehlungen im Netz wohl nie gestoßen wäre. Aber ich glaube, dass soziale Empfehlungen zu mehr Entdeckungen führen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/spotify-facebook.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-3957" title="spotify facebook" src="http://medialdigital.de/wp-content/spotify-facebook.png" alt="" width="534" height="130" /></a></p>
<p><strong>Haben Sie auch dafür ein Beispiel parat?</strong></p>
<p>Ja, eins aus der Musik: Spotify integriert Facebook. Man baut seine Playlist mit seinen Lieblingsliedern und teilt sie mit seinen Facebookfreunden. Ich weiß, was ich mag, aber meine Freunde haben vielleicht ganz andere Musikgeschmäcker. Ich fange jetzt an, auf ihren Profilen zu schauen, welche Songs sie entdeckt und empfohlen haben. Das sind  Songs, die ich mir nie angehört hätte, wenn es nicht Empfehlungen meiner Freunde wären. Da ist genug Vielfalt drin, dass Überraschungsfunde möglich sind. Das passiert aber auch bei Medieninhalten: Den Artikel xy bei CNN.com hätte ich wahrscheinlich übersehen oder ignoriert, wenn ihn nicht ein Freund empfohlen hätte. Als Nachrichtennutzer entdecke auf diese Weise täglich Inhalte, die ich nicht selbst aktiv angesteuert hätte. Wenn man dieses Verhalten mit dem professionellen Journalismus kombiniert, gibt es die Chance, dass gute Inhalte von viel mehr Nutzern gefunden werden.</p>
<p><strong>Welche Chancen sehen Sie für Facebook-Präsenzen von Medien auf dem iPad? </strong></p>
<p>Das iPad läutet eine neue Ära von Geräten für eine neue Form des Medienkonsums ein. Tablets sind für Facebook eine Konsumplattform. Wenn ein Medienhaus einen Nutzer von Facebook aus per Link zu seiner iPad-App leiten möchte, kann es das heute schon tun. Wir unterstützen Verlage darin, Nutzer dorthin zu lenken, wohin sie möchten, ob App oder Website. Wir haben das Mikrofinanzierungsystem Facebook Credits gestartet. Heute wird es noch hauptsächlich für virtuelle Güter genutzt, zum Besipiel, um neue Schafe für Farmville zu kaufen. Aber wenn die Nutzer sich an eine virtuelle  Währung gewöhnen, kann sie genausogut dafür eingesetzt werden, um Video-Downloads oder den Zugang zu Nachrichten zu kaufen.</p>
<p><em>Christian Hernandez Gallardo ist Head of International Business Development bei Facebook in London. Er ist dafür zuständig, Facebook-Partnerschaften mit Medien- und Technologieunternehmen zu entwickeln.<br />
</em></p>
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		<title>NewsSlate: Das iPad zum Zusammenfalten</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Oct 2010 18:31:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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			</a>
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<p style="text-align: center;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/NewsSlate1.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-3859" title="NewsSlate" src="http://medialdigital.de/wp-content/NewsSlate1.png" alt="" width="412" height="286" /></a></p>
<p>Noch ist es nur eine Studie, aber sie kommt schon viel mehr als das iPad der Vorstellung nahe, was mit der Zeitung aufgewachsene Nutzer gerne mit einem Tablet-PC machen möchten: Zusammenfalten, Auseinanderfalten, in die Jackentasche stecken, das Format verändern können je nach Inhalt und Nutzungssituation. Dieses Gerät kann offenbar so klein wie ein iPhone oder so groß wie eine Zeitung sein, ganz wie man möchte. Der Designer Juan Antonio Giner, Gründer der Agentur <strong><a href="http://www.innovation-mediaconsulting.com/">Innovation Media Consulting</a></strong> stellte die Konzeptstudie heute beim  <strong><a href="http://www.wefhamburg2010.com/articles.php?id=114">World Editors Forum</a></strong> in Hamburg vor.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/jpK6degyHbA?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="340" src="http://www.youtube.com/v/jpK6degyHbA?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><em>via: <a href="http://www.poynter.org/column.asp?id=134&amp;aid=192245">Poynter Online</a>, Foto: <a href="http://www.innovationsinnewspapers.com/index.php/2010/10/07/innovations-unfolded-newsslat-prototype/">Innovations in Newspapers</a></em></p>
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		<title>Verlagsstrategien für das iPad im Schaubild</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 13:22:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Übersicht über die wichtigsten strategischen Überlegungen für Verlage, die auf dem iPad publizieren wollen: Dieses Schaubild hat der Australier Ross Dawson vom Future Exploration Network für den &#8220;iPad Strategy Workshop&#8221; beim Newspaper Publishers Association Future Forum in Sydney erstellt (zum Vergrößern ins Bild klicken): Die Grafik kann als pdf bei Ross Dawson heruntergeladen werden. [...]]]></description>
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			</a>
		</div>
<p>Eine Übersicht über die wichtigsten strategischen Überlegungen für Verlage, die auf dem iPad publizieren wollen: Dieses Schaubild hat der Australier Ross Dawson vom <strong><a href="http://futureexploration.net/fom/2010/08/launch_of_ipad_media_strategy.html">Future Exploration Network</a> </strong>für den &#8220;iPad Strategy Workshop&#8221; beim Newspaper Publishers Association Future Forum in Sydney erstellt (zum Vergrößern ins Bild klicken):</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/iPad-Media-Strategy.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-3519" title="iPad-Media-Strategy" src="http://medialdigital.de/wp-content/iPad-Media-Strategy.png" alt="" width="557" height="396" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://rossdawsonblog.com/iPad_Media_Strategy.pdf"><strong>Die Grafik kann als pdf bei Ross Dawson heruntergeladen werden</strong></a>. Sie enstammt diesem Foliensatz aus seiner Präsentation:</p>
<div id="__ss_5065463" style="width: 425px;"><strong style="display: block; margin: 12px 0 4px;"><a title="iPad Strategy Workshop at Newspaper Publishers Association Future Forum" href="http://www.slideshare.net/rossdawson/i-pad-strategy-aug10">iPad Strategy Workshop at Newspaper Publishers Association Future Forum</a></strong><object id="__sse5065463" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=ipadstrategyaug10-100826225039-phpapp01&amp;stripped_title=i-pad-strategy-aug10" /><param name="name" value="__sse5065463" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="__sse5065463" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=ipadstrategyaug10-100826225039-phpapp01&amp;stripped_title=i-pad-strategy-aug10" name="__sse5065463" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<div style="padding: 5px 0 12px;">View more <a href="http://www.slideshare.net/">presentations</a> from <a href="http://www.slideshare.net/rossdawson">rossdawson</a>.</div>
<div style="padding: 5px 0 12px;"><strong>Nachtrag vom 30.8</strong>.: Gerade habe ich noch einen guten Beitrag bei readwriteweb entdeckt:  <script type="text/javascript">// <![CDATA[
// <![CDATA[
// Entry-level tweetmeme properties
tweetmeme_url = 'http://www.readwriteweb.com/archives/ipad_magazines_the_pros_cons.php';</p>
<p>tweetmeme_hashtags = 'ipad';
// ]]&gt;</script><strong><a title="Permanent link to iPad Magazines: The Pros &amp; Cons" href="http://www.readwriteweb.com/archives/ipad_magazines_the_pros_cons.php">iPad Magazines: The Pros &amp; Cons</a></strong></div>
</div>
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		<title>&#8220;Eine Ära für Experimente und Kollaboration&#8221; &#8211; Interview mit Tanja Aitamurto</title>
		<link>http://medialdigital.de/2010/07/22/eine-ara-fur-experimente-und-kollaboration-interview-mit-tanja-aitamurto/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 04:13:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews mit Innovatoren]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Gespräch über neue Journalismusformen und webaffine Hühnerhaltung in San Francisco. Tanja Aitamurto ist eine finnische Journalistin und Medienberaterin in San Francisco. Sie studierte Innovation Journalism an der University of Stanford im Silicon Valley, sie bloggt für die Huffington Post und für die führende finnische Tageszeitung. Sie beschäftigt sich mit neuen Finanzierungsmodellen für Journalismus und [...]]]></description>
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				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fmedialdigital.de%2F2010%2F07%2F22%2Feine-ara-fur-experimente-und-kollaboration-interview-mit-tanja-aitamurto%2F&amp;style=normal&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/676ff79087884074a9bc02a61271e474" alt="" width="1" height="1" /><br />
<a href="http://medialdigital.de/wp-content/Tanja-Aitamurto.png"><img class="aligncenter size-large wp-image-3287" title="Tanja-Aitamurto" src="http://medialdigital.de/wp-content/Tanja-Aitamurto-300x167.png" alt="" width="300" height="167" /></a></p>
<h4>Ein Gespräch über neue Journalismusformen und webaffine Hühnerhaltung in San Francisco.</h4>
<p><strong><strong><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Ferry-Building.jpg"><img class="alignleft size-large wp-image-3288" title="Ferry-Building" src="http://medialdigital.de/wp-content/Ferry-Building-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></strong>Tanja Aitamurto</strong> ist eine finnische Journalistin und Medienberaterin in San Francisco. Sie studierte <a href="http://blog.innovationjournalism.org/"><strong>Innovation Journalism</strong></a> an der University of Stanford im Silicon Valley, sie <a href="http://www.huffingtonpost.com/tanja-aitamurto"><strong>bloggt für die Huffington Post</strong></a> und für die <a href="http://blogit.hs.fi/piilaakso/"><strong>führende finnische Tageszeitung.</strong></a> <strong>Sie beschäftigt sich mit neuen Finanzierungsmodellen für Journalismus und schreibt momentan ihre Doktorarbeit über Crowdfunding und Crowdscourcing-Modelle</strong>. Am Beispiel von <strong><a rel="nofollow" href="http://spot.us/" target="_blank">Spot.Us</a></strong> hat sie <a href="http://niemanstoryboard.us/2010/01/15/tanja-aitamurto-on-crowdfunding-and-the-future-of-narrative-journalism/"><strong>untersucht</strong></a>, was Journalisten und Spender motiviert, sich auf dieser Plattform zu engagieren. <strong>Nachtrag: Tanja Aitamurtos </strong><a href="http://www.slideshare.net/TanjaAitamurto/impact-of-crowdfunding-in-journalism-case-study-of-spotus"><strong>Präsentationsfolien bei Slideshare</strong></a> und ihre Zusammenfassung der Studienergebnisse in zwei Beiträgen für Mediashift <a href="http://www.pbs.org/mediashift/2010/06/spotus-lessons-journalists-work-in-and-for-the-public181.html"><strong>hier</strong></a> und <a href="http://www.pbs.org/mediashift/2010/06/spotus-case-study-shows-impact-of-crowdfunding-on-journalism168.html"><strong>hier</strong></a>.Über Crowdfunding (freiwillige Bezahlung von journalistischen Angeboten durch die Nutzer) und Crowdsourcing (freiwilliges Engagement von Nutzern auf journalistischen Plattformen, Einbeziehung von Nutzern) habe ich mich mit Tanja Aitamurto am Pier von San Franciscos renoviertem historischem Ferry Building (Foto) unterhalten. Das leicht gekürzte Videointerview (knapp 20 Minuten) ist unten eingebettet.</p>
<p><strong>Die wichtigsten Aspekte aus dem Interview:</strong></p>
<ul>
<li>Tanja Aitamurto sieht <strong>Crowdfunding und Crowdsourcing als Formen kollektiver Intelligenz</strong>. Schwarmintelligenz kann im Journalismus genutzt werden, um Angebote gemeinsam zu finanzieren, aber auch, um Themen zu finden, die von Nutzern herangetragen werden.</li>
<li>Erstaunlich: Nutzer, die sich freiwillig finanziell für gesellschaftlich relevanten Qualitätsjournalismus engagieren, sind eher wenig daran interesiert, was im Detail mit ihren Geldbeträgen geschieht. <strong>Bei Aitamurtos Untersuchung der Plattform Spot.Us, auf der Nutzer bestimmte Recherchen vorschlagen und gemeinsam finanzieren, zeigt sich, dass viele Nutzer die Plattform insgesamt unterstützenswert finden.</strong> Die freiwilligen Spender sind weniger an einzelnen Themen und den Ergebnissen einzelner Recherchen interessiert und hinterlassen ungern Kommentare. Sie fürchten, sich nicht kundig und konstruktiv genug äußern zu können. (d.h. sie sind das komplette Gegenteil der berüchtigten Forentrolle).</li>
<li><strong>Motivation der Spender: Sie möchten vor allem erreichen, dass von den von ihnen finanzierten journalistischen Beiträge und der Plattform Spot.Us insgesamt ein gesellschaftlicher Wandel ausgeht. </strong>Die Stücke sollen nicht nur gelesen werden, sondern auch etwas im gesellschaftlichen Interesse bewirken.</li>
<li><strong>Journalisten könnten das Interesse der Bürger, sich sich zu engagieren, sehr viel stärker nutzen, indem sie interessierten Bürger dafür Plattformen bieten. </strong>Damit sind keine Kommentarghettos gemeint, in denen wertvolle Kommentare zwischen abgesondertem verbalem Unrat versickern, sondern einfach zu bedienende Werkzeuge, mit den Bürger z.B. Missstände melden können, wie z.B. bei der Plattform <a href="http://www.seeclickfix.com/citizens"><strong>seeclickfix.com</strong></a>. Das müssen nicht unbedingt Skandale, sondern können auch Schlaglöcher in den Straßen sein.</li>
<li><strong>Die Rolle der Journalisten in einem spendenfinanzierten, am Gemeinwohl interessierten Journalismus, ist nicht nur zu berichten, sondern auch gesellschaftlichen Wandel zu ermöglichen. </strong>Die Erwartungshaltung der Nutzer ist in diesem Fall keine journalistische Distanz, sondern gemeinsames Engagement für eine Sache.</li>
<li><strong>Wer spendet bei Spot.Us?</strong> Noch ist der Anteil von Journalisten und Early Adoptern aus dem Silicon Valley überdurchschnittlich hoch. Es sind aber auch &#8220;ganz normale&#8221; Leute.</li>
<li><strong>Die spendenfinanzierten Geschichten bei Spot.US haben in der Regel einen lokalen Bezug</strong> &#8211; im Gegensatz zu den Beiträgen von ProPublica oder Center for Investigative Reporting, die überwiegend von Stiftungen und großen Einzelspenden finanziert werden  und nationale Themen aufgreifen.</li>
<li><strong>Freiwillige Mikrofinanzierungs-Plattformen wie Kachingle und Flattr </strong>(&#8220;social payment plattforms&#8221;) geben Nutzern größtmögliche Freiheit, selbst zu entscheiden, welche Themen sie besonders unterstützenswert finden.</li>
<li><strong>Journalisten können die Integrität Ihres Berufsstands erhalten, wenn sie sich um Recherchen, investigative Recherche und Aufklärung gesellschaftsrelevanter Themen bemühen.</strong> Solche Geschichten sind nicht unbedingt rekord-klickverdächtig und sie sind oft ein Minusgeschäft für Medienunternehmen. Sie lassen nicht durch klassische Anzeigenwerbung refinanzieren. Medienunternehmen sollten sich bei gesellschaftsrelevanten Themen verstärkt um Nutzerfinanzierung bemühen. Das ist ein ganz anderer Ansatz als eine Paywall vor dem Gesamtangebot.</li>
<li><strong>Crowdfunding nach dem Spot.Us Modell nicht nur hat Einfluss auf den Journalismus, sondern auch auf journalistische Abläufe und das Selbstverständnis von Journalisten. </strong>Wer als Reporter bei Spot.Us ein Thema vorschlägt, tut das nicht als Redakteur vor Kollegen in der Redaktionskonferenz, bzw. (als freier Journalist) nicht als Themenanbieter für einen Redakteur, sondern wendet sich direkt an die interessierte Öffentlichkeit. Ob ein Thema recherchiert wird oder nicht, entscheiden die Nutzer mit ihren Schecks und Überweisungen. Manchen Journalisten fällt diese Art des öffentlichen &#8220;Themenpitchings&#8221; leichter als anderen.</li>
<li><strong>Die Zukunft des &#8220;Crowdfunding&#8221; liegt im Plattformgedanken.</strong> Journalistische Webangebote sollten Widgets oder Buttons integrieren, mit denen man ganze Angebote oder einzelne Beiträge unterstützen kann. Kachingle und Flattr sind solche Modelle.</li>
<li><strong>Crowdfunding à la Spot.Us geht einher mit Prozessjournalismus. </strong>Journalisten müssen sich für den gesamten Zyklus eines Themenangebots verantwortlich fühlen: Vom Themenpitching über Berichte zum Fortschritt der Recherche, Einbeziehung von Anregungen Dritter bis zum eigentlichen Bericht und dem Kuratieren der Kommentare, aus denen gegebenenfalls neue Themenanregungen hervorgehen.</li>
<li><strong>Freie Journalisten können per Crowdfunding neue Finanzierungsformen für ihre Angebote entwickeln.</strong> Noch kann davon niemand seinen Lebensunterhalt bestreiten, aber die Modelle stehen ja auch erst am Anfang. Nutzer können per Crowdfunding einzelne Journalisten und ihre Beiträge &#8220;abonnieren&#8221;.</li>
<li><strong>Crowdfunding-Angebote und klassische Medienangebote stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern sie können sich ergänzen.</strong> Immer mehr Verlagsportale übernehmen auch bereits Beiträge, die spendenfinanziert umgesetzt wurden. &#8220;Dies ist eine Ära für Experimente und Kollaboration&#8221;, sagt Tanja Aitamurto.</li>
</ul>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/MissionChicken.png"><img class="alignleft size-large wp-image-3293" title="MissionChicken" src="http://medialdigital.de/wp-content/MissionChicken-300x256.png" alt="" width="300" height="256" /></a>Nicht uninteressant: Tanja Aitamurto lebt im Mission-Bezirk, mitten in San Francisco und hält gemeinsam mit Mitbewohnerin vier Hühner. Sie stammen aus dem  Tierheim. <strong>Über das Abenteuer der Hühnerhaltung mitten in der Stadt gibt ein eigenes Blog mit dem doppeldeutigen Namen  &#8211; </strong><a href="http://missionchicken.com/"><strong>Mission Chicken </strong></a>. Das Gefieder ist längst Star im sozialen Netz: Die Hühner wurden interviewt, Blogleser schicken Fotos und Geschichten mit eigenen Hühnererlebnissen, die Namen der Hühner wurden  per Crowdsourcing gefunden (durch Vorschläge von Bloglesern), Nutzer schicken eigene Hühner-Bilder und Geschichten von ihren Erlebnissen mit Hühnern. (Das ist erstaunlich, weil es längst nicht so viele Hühner- wie Hunde oder Katzenhalter gibt). Wahrscheinlich entwickelt sich gerade ein  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Meme"><strong>Hühner-Mem</strong></a>. Und übermorgen steigt im Mission eine <strong>Namegiving-Party for Chickens</strong>. Aber das wird ein anderer Blogpost.</p>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Namegiving-Party.png"><img class="alignleft size-large wp-image-3294" title="Namegiving-Party" src="http://medialdigital.de/wp-content/Namegiving-Party-300x215.png" alt="" width="300" height="215" /></a></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="300" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13462433&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="300" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13462433&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/13462433">Interview with crowdfunding expert Tanja Aitamurto</a> from <a href="http://vimeo.com/user1937124">Ulrike Langer</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p>N.B. Seltsamerweise zeigt Vimeo meine älteren Video-Interviews nur an, wenn man <a href="http://vimeo.com/user2771590/videos"><strong>hier klickt.</strong></a></p>
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var flattr_dsc = 'Ein Gespräch über neue Journalismusformen und webaffine Hühnerhaltung in San Francisco. Tanja Aitamurto ist eine finnische Journalistin und Medienberaterin in San Francisco. Sie studierte Innovation Journalism an der University of Stanford im Silicon Valley, sie bloggt für die Huffington Post und für die führende finnische Tageszeitung. Sie beschäftigt sich mit neuen Finanzierungsmodellen für Journalismus und [...]';
var flattr_tag = 'Crowdfunding,crowdsourcing,innovation journalism,Kachingle,San Francisco,Tanja Aitamurto';
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