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	<title>Medial Digital &#187; Linkökonomie</title>
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	<description>Das Blog zur Zukunft der Medien und des Journalismus</description>
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		<title>Linktipps zum Wochenstart: GuttenPlag als kognitiver Überschuss</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Feb 2011 20:46:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Top-Tipp: GuttenPlag: ‘Cognitive Surplus’ bei der Arbeit Robin Meyer-Lucht vergleicht bei Carta die kollaborative Suche nach plagiierten Stellen in Guttenbergs Dissertation mit dem Prinzip des kognitiven Wissensüberschuss, den Clay Shirky in seinem Buch &#8220;Cognitive Surplus&#8221; beschreibt: &#8220;Kognitive Kapazitäten, die früher beim passiven Medienkonsum ungenutzt blieben, so würde es Shirky interpretieren, können nun sinnvoll ins Netz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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<h4><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Egypt_Influence_Network.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-4641" title="Egypt_Influence_Network" src="http://medialdigital.de/wp-content/Egypt_Influence_Network.png" alt="" width="430" height="353" /></a></h4>
<h4>Top-Tipp:</h4>
<h4><a href="http://carta.info/38395/guttenplag-cognitive-surplus-bei-der-arbeit/">GuttenPlag: ‘Cognitive Surplus’ bei der Arbeit</a></h4>
<p>Robin Meyer-Lucht vergleicht bei <em>Carta</em> die kollaborative Suche nach plagiierten Stellen in Guttenbergs Dissertation mit dem Prinzip des kognitiven Wissensüberschuss, den <strong>Clay Shirky</strong> in seinem Buch &#8220;Cognitive Surplus&#8221; beschreibt: &#8220;<strong>Kognitive Kapazitäten, die früher beim passiven Medienkonsum  ungenutzt blieben, so würde es Shirky interpretieren, können nun  sinnvoll ins Netz zurückgespielt werden.</strong> Dabei ersetzt <em>GuttenPlag</em> keinesfalls Recherche-Journalismus. Entsprechende Mechanismen verändern aber dessen Rolle und Funktion.&#8221;</p>
<h4>weitere Tipps:</h4>
<h4><a href="http://pogue.blogs.nytimes.com/2011/02/17/what-is-president-obama-asking-tech-leaders/?nl=technology&amp;emc=cta1">What Is President Obama Asking Tech Leaders?</a></h4>
<p><em>New York Times </em>Tech-Kolumnist David Pogue twittert in der vergangenen Woche eher beläufig, was denn wohl Barack Obama, Mark Zuckerberg und Steve Jobs bei ihrem Treffen besprechen würden und erhält eine Flut von intelligenten und fantasievollen Reaktionen. (Überschriftenlink). Diesen Effekt bemerkt Pogue nicht zum ersten Mal: &#8220;<strong>I discovered, along the way, that Twitter followers are an entirely  different slice of the Internet. This is not the sophomoric rabble that  leaves comments on YouTube</strong> (usually averaging one misspelling per line  and favoring the suffix “-tard”). These are funny, clever, very  intelligent people.&#8221; <a href="http://www.nytimes.com/2011/02/20/opinion/20dowd.html?_r=2"><strong>Ganz anders kommentiert die dagegen die <em>NYT</em>-Kolumnistin </strong><strong>Maureen Dowd</strong></a> zwei Tage später anlässlich der sexuellen Übergriffe auf die CBS-Reporterin Lara Logan in Ägypten. Sie zitiert den Internet-Kritiker Evgeny Morozov: &#8220;Twitter creates a  false intimacy and can “bring out  the worst in people. You’re straining after eyeballs, not big thoughts.  So you go for the shallow, funny, contrarian or cynical.” Die unterschiedlichen Einschätzungen zu Rolle von Twitter mögen auch daher rühren, dass Pogue die Möglichkeiten von Twitter ausreizt, während Dowd zumindest 2009 eine <a href="http://www.nytimes.com/2009/04/22/opinion/22dowd.html?_r=1"><strong>bekennende Twitter-Hasserin</strong></a> war (noch ist?) und ihr mittlerweile von der <em>NYT </em>angelegtes Twitter-Konto ein <a href="http://twitter.com/#!/NYTimesDowd"><strong>unkommunikativer RSS-Feed</strong></a> ist (oder zumindest so wirkt).</p>
<h4><a title="Permanent link to Visualizing the Influence of Egyptian Bloggers" href="http://www.readwriteweb.com/archives/visualizing_the_influence_of_egyptian_bloggers.php">Visualizing the Influence of Egyptian Bloggers</a></h4>
<p><em>ReadWriteWeb</em> mit einer ungewöhnlichen <strong>Twitter-Visualisierung</strong>: rot steht für arabische Tweets, blau für englische, die Größe der Kreise entspricht ihrer Relevanz, Google spielt eine Außenseiterrolle. Die Grafik (s. Illustration) kann bei <em>RRW</em> als Riesen-pdf heruntergeladen werden.</p>
<h4><a href="http://www.avatter.de/wordpress/2011/02/vom-buh-mann-zum-verlagsretter-der-seltsame-fall-der-google-anbetung/">Vom Buh-Mann zum Verlagsretter: Der seltsame Fall der Google-Anbetung</a></h4>
<p>André Vatter glaubt zu wissen, warum die Verleger jetzt viel besser auf Google zu sprechen sind als beim Verfassen der <a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E99C35A8859434BD7AFC3B486CCF5FB5C~ATpl~Ecommon~Scontent.html"><strong>Hamburger Erklärung</strong></a> und warum Apple, dessen Chef Steve Jobs Springer-Chef Döpfner im vergangenen Jahr noch auf Knien für die Erfindung des iPad danken wollte, hingegen in Ungnade gefallen ist: &#8220;Das System funktioniert ziemlich einfach und ist uns allen aus dem  Alltag (oder der historischen Kriegsführung) bestens bekannt: <strong>der Feind  meines Feindes ist mein Freund.</strong>&#8221; Das, so Vatter, sei allerding nur eine Verschleppung des Problems: &#8220;<strong>Die  Verlage werden so immer Spielball der Unternehmen bleiben, der eigene  Handlungsspielraum wird auf kartellrechtliche Klagen, Appelle an die  Politik und offene Briefe zurechtgestutzt. Eine aktive Marktgestaltung  sieht anders aus.</strong>&#8221;</p>
<h4><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2011/02/zeitungen-social-media/">Die wichtigste strategische Frage der Medienbranche</a></h4>
<p>Unternehmensberater Thomas Knüwer argumentiert in seinem Blog <em>Indiskretion Ehrensache</em>, dass weder Apple noch Google, weder 30 Prozent Eintrittgebühr für iPad-Apps noch das Abgreifen von Snippets durch Google News die entscheidende Aspekt ist , an denen sich die Zukunft der Printverlage entscheiden wird. Die Frage laute vielmehr: &#8220;Woher und wie kommen künftig die Links aus dem Social Web auf meine Seiten? [...] <strong>Viele Menschen erfahren heute bereits zuerst über das Social Web von für  sie interessanten Nachrichten. Redaktionen, die im Rahmen dieser  Informationsweitergabe mitarbeiten, haben eine reelle Chance, mehr Leser  zu erreichen.</strong>&#8221;</p>
<h4><a title="Das Wissenschaftsplagiat" rel="bookmark" href="http://www.internet-law.de/2011/02/das-wissenschaftsplagiat.html">Das Wissenschaftsplagiat</a></h4>
<p>Thomas Stadler, IT-Fachanwalt, analysiert in seinem Blog <em>Internet-Law</em>, warum die Universität Bayreuth seiner Ansicht nach nicht umhin kommt, Karl-Theodor zu Guttenberg den Doktortitel abzuerkennen, denn sonst bestätige sie &#8220;den bereits im Raum stehenden Verdacht, dass  Dissertationen dort auch nach politischen Kriterien bewertet werden.  <strong>Dass zwei renommierte Hochschullehrer eine Arbeit, die in ganz  erheblichen Teilen aus verschiedensten Texten Dritter zusammengesetzt  wurde, mit der Bestnote bewerten, ist ohnehin mehr als erstaunlich.</strong> Denn  eine solche Dissertation sollte bereits in sprachlicher Hinsicht einen  inkonsistenten Eindruck hinterlassen.&#8221; <em>Zettels Meckerecke</em> <a href="http://zettelsraum.blogspot.com/2011/02/zettels-meckerecke-guttenberg-der.html"><strong>argumentiert</strong></a> anhand von Original/Kopie-Vergleichen: &#8220;Zu gelegentlichen Schummeleien  verhält sich das wie die Niagara-Fälle zu einem sprudelnden Bächlein.  Man muß nach dem jetzigen Stand der Überprüfung zu dem Schluß kommen,  daß diese Dissertation in die deutsche Akademische Geschichte eingehen  wird: Als <strong>ein Fall von ausgemachter Dreistigkeit, was das Ausmaß des  Plagiierens angeht.</strong>&#8221;</p>
<h4><a rel="bookmark" href="http://www.blog-cj.de/blog/2011/02/20/ein-buch-das-update-37-hier-spricht-marion-schwehr/">Ein Buch – das Update (37): Hier spricht Marion Schwehr</a></h4>
<p><strong>Universalcode 1</strong>: Marion Schwehr von der Buchplattform euryclia, in dem im Frühjahr 2011 das Journalismus-Ausbildungsbuch &#8220;<strong>Universalcode</strong>&#8221; erscheinen wird, beschreibt im <em>JakBlog </em>von Herausgeber Christian Jakubetz das besondere Veröffentlichungsmodell dieser Plattform: &#8220;<strong>euryclia ist eine Plattform, die über das Modell der Vorbestellungen,  Autoren in die Lage versetzt, ein Buchprojekt wie den Universalcode  risikolos selbst auf die Beine zu stellen. </strong>Die Rechte an den Texten  bleiben dabei bei den Autoren. [...] euryclia ist kein Verlag im klassischen Sinne! Der Begriff “Verlag” ist  sogar, wie ich finde, sehr irreführend. <strong>euryclia ist Enabler, nicht  Rechteverwerter. </strong>Gedanklich ist euryclia aus der Beobachtung entstanden,  dass die Buchbranche derzeit (und in den nächsten Jahren noch mehr) ein  Experimentierfeld für neue Konzepte und Denkansätze ist.&#8221; <strong>Das Buch kann man übrigens zum Subskriptionspreis mit Klick auf das Widget in der rechten Randspalte dieses Blogs vorbestellen.</strong> (Disclaimer: Ich bin Co-Herausgeberin und Co-Autorin.)</p>
<h4><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=2014">Mobile Reporting 2011</a></h4>
<p><strong>Universalcode 2</strong>: Marcus Bösch hat bei <em>lab</em> umfassend <strong>Quellen, Trends und Tools zum Thema Mobile Reporting</strong> zusammengestellt. In den Beitrag eingebettet ist auch eine unlektorierte Vorabversion seines Kapitels über Mobile Reporting für das Journalismusbuch &#8220;<a href="http://www.book2look.com/vBook.aspx?id=cgsLIlErZ5&amp;euid=4212380&amp;ruid=0&amp;referURL=http://www.book2look.com/vBook.aspx?id=cgsLIlErZ5"><strong>Universalcode</strong></a>&#8221; (s. auch Linktipp Universalcode 1)</p>
<h4><a title="Permanent Link to Medien zum #19Februar: Übersicht über die lokale Medienberichterstattung" rel="bookmark" href="http://www.flurfunk-dresden.de/2011/02/20/medien-zum-19februar-ubersicht-uber-die-lokale-medienberichterstattung/">Medien zum #19Februar: Übersicht über die lokale Medienberichterstattung </a></h4>
<p>Der <em>Flurfunk Dresden</em> hat die <strong>Berichterstattung über die Neonazi-Demonstration und die Gegendemonstrationen auf den Webseiten und Social Media Kanälen etablierter und alternativer Medien verglichen </strong>und eine große Spannbreite bemerkt. Totalausfall beim regionalen Fernsehsender Dresden eins: &#8220;Keine Live-Berichterstattung, nirgends. Über den Tag verweist auf der Webseite ein Hinweis auf den Bericht um 18 Uhr. Der kommt dann auch. Das war’s.&#8221; Lob gibt es für &#8220;SZ-Online&#8221; (damit ist die <em>Sächsische</em>, nicht die <em>Süddeutsche Zeitung </em>gemeint): &#8220;&#8230; auch hier gibt es einen richtig gut gemachten <strong><a href="http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2692799" target="_blank">Online-Ticker</a></strong>,  der permanent aktualisiert wird [...] <strong>Schade auch, dass man nicht zwischendurch  Bilder verlinkt oder den Mut aufbringt, auf andere zu verweisen.  Trotzdem: in der Summe richtig gut gemachtes Nachrichtenangebot.</strong>&#8221; Ein kuratiertes Angebot, z.B, mit <a href="http://storify.com/"><strong>Storify</strong></a>, hätte sicherlich den größten Informations- und Nutzwert gehabt.</p>
<h4><a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/fischblog/allgemein/2011-02-17/wissenschaftsblog-auslese-2010-die-preistr-ger">Wissenschaftsblog-Auslese 2010: Die Preisträger</a></h4>
<p><em>Fischblog</em>ger Lars Fischer (<em>Wissenlogs</em>) listet die Gewinner des Wettbewerbs &#8220;Wissenschaftsblogs Auslese 10&#8243; auf verlinkt eine Liste mit allen nominierten Blogposts.</p>
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<h4><a title="Permanent Link to Awesome tech company office designs" rel="bookmark" href="http://royal.pingdom.com/2011/02/14/awesome-tech-company-office-designs/">Awesome tech company office designs</a></h4>
<p>Geekig, aber stilvoll: In solchen Büros lässt es sich arbeiten&#8230;<em> (Royal Pingdom</em>)</p>
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		<title>Linktipps zum Wochenstart: 25 Gebote für guten Journalismus</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Jan 2011 13:56:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Top-Tipp: A manifesto for the simple scribe – my 25 commandments for journalists Ex-Guardian-Redakteur Tim Radford schrieb diese 25 Gebote für guten Journalismus schon vor 15 Jahren, also auf der Schwelle zum digitalen Zeitalter. &#8220;I began compiling them because I had just asked myself what was the most important thing to remember about writing a [...]]]></description>
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		</div>
<h4><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Fluglärmkarte.png"><img class="aligncenter size-large wp-image-4491" title="Fluglärmkarte" src="http://medialdigital.de/wp-content/Fluglärmkarte-300x175.png" alt="" width="300" height="175" /></a></h4>
<h4>Top-Tipp:</h4>
<h4><a href="http://www.guardian.co.uk/science/blog/2011/jan/19/manifesto-simple-scribe-commandments-journalists">A manifesto for the simple scribe – my 25 commandments for journalists</a></h4>
<p>Ex-<em>Guardian</em>-Redakteur Tim Radford schrieb diese <strong>25 Gebote für guten Journalismus</strong> schon vor 15 Jahren, also auf der Schwelle zum digitalen Zeitalter. &#8220;I began compiling them because I had just asked myself what was the  most important thing to remember about writing a story, and the answer  came back loud and clear: &#8216;To make somebody read it.&#8217;&#8221; Die goldenen Regeln haben bis heute ihre Gültigkeit nicht verloren.</p>
<h4>weitere Tipps:</h4>
<h4><a href="http://www.focus.de/digital/internet/dld-2011/tid-21086/new-york-times-dampfer-im-digitalen-nebel_aid_592223.html">Dampfer im digitalen Nebel</a></h4>
<p>Björn Sievers und Leif Kramp porträtieren in einem Special bei <em>Focus Online</em> zum Auftakt von <strong>Burdas Digital-Kongress <a href="http://www.dld-conference.com/">DLD</a></strong> in München den <strong>US-Verleger Arthur Sulzberger und seine <em>New York Times</em></strong>: &#8220;Sulzberger meint, dass die &#8216;New York Times&#8217; eines Tages vielleicht  tatsächlich nicht mehr auf Papier erscheinen werde, nur der Zeitpunkt  noch nicht feststeht. Als er im vergangenen Herbst mit dieser Aussage  wiederholte, was er schon drei Jahre zuvor auf dem Weltwirtschaftsforum  in Davos angedeutet hatte, goss er <strong>Wasser auf die Mühlen der  Untergangspropheten der gedruckten Presse</strong>. <strong>Entsprechend nervös wird  jeder der raren Auftritte Sulzbergers verfolgt.</strong>&#8221;</p>
<h4><a href="http://www.theeuropean.de/gunnar-sohn/5437-paternalismus-und-deutsche-internet-provinz">Nicht in unserem Hinterhof</a></h4>
<div>
<p>&#8220;Bedrohen die Dienste von Google und Facebook wirklich die  Privatsphäre der Menschen und rechtfertigen staatliche Interventionen,  die von Politikern wie der CSU-Bundesministerin  Ilse Aigner in steter Regelmäßigkeit gefordert werden? Woher kommen der  deutsche Verpixelungs-Sonderweg, die Sehnsucht nach technologisch  <strong>sinnlosen digitalen Radiergummis</strong> und die <strong>Angst vor einer harmlosen  Tracking-Software</strong> wie Google Analytics?&#8221; Das fragt sich der Wirtschaftspublizist Gunnar Sohn in einem Beitrag für <em>The European</em>. Differenzierte Antworten gibt er auch. Sie laufen darauf hinaus: &#8220;<strong>Wir können uns diese provinzielle Rückwärtsgewandtheit einfach nicht mehr leisten.&#8221;</strong></p>
</div>
<h4><a title="Why I Don’t Buy the Quora Hype" rel="bookmark" href="http://techcrunch.com/2011/01/23/why-i-don%e2%80%99t-buy-the-quora-hype/">Why I Don’t Buy the Quora Hype</a></h4>
<p><em>Techcrunch</em> Gastautor Vivek Wadhwa mit einer <strong>skeptischen Einschätzung des mittelfristigen Erfolgs von Quora</strong>, dem momentan überaus gehypten Frage-Antwort Portal. &#8220;I just don’t believe that Quora will “<a href="http://twitter.com/#%21/davemcclure/status/27851549963198466">rule</a>” or become anything like Facebook or Twitter.  It has been a very nice private club; but it’s not for the general public&#8221;, glaubt Wadhwa. Unter anderem deshalb: &#8220;<strong>Silicon Valley is again drinking its own Kool-Aid; it is looking at the  world through its own prism.</strong> This is a common problem here, where we  jump from one fad to another; where venture capitalists start investing  in similar technologies and drive company valuations through the <a href="http://techcrunch.com/2011/01/14/facebook-shares-hit-28-26-per-share-thats-a-70-billion-valuation/">roof</a>; <strong> where TechCrunch hypes the technology du jour and causes entrepreneurs  all over the world to drop what they are doing in favor of building  copycat technologies.</strong>&#8221;</p>
<h4><a href="http://www.knightdigitalmediacenter.org/leadership_blog/comments/20110120_how_missing_links_hurt_online_news_part_1">How missing links hurt online news, part 1</a></h4>
<p>Amy Gahran listet in einem Beitrag für das<em> Knight Digital Media Center</em> die häufigsten Ausreden auf, warum noch immer <strong>viele Webseiten von Zeitungen keine externen Links setzen</strong>. Ihrer Meinung nach schaden sich die Websites damit vor allem selbst. Und unaussprochen stecke hinter den meisten der vorgebrachten Argumente dieses: &#8220;<strong>I hate change. Don’t ask me to do anything new/different.</strong>&#8221;</p>
<h4><a href="http://de.ejo-online.eu/?p=4321">So zwitschern deutsche Journalisten</a></h4>
<p>Tina Bettels hat für das European Journalism Observatory die wichtigsten Erkenntnisse der Studie „<strong>Twitter und Journalismus – Der Einfluss des Social Web auf  die Nachrichten</strong>“ vom Institut für Kommunikationswissenschaft der  Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zusammengefasst (u.a. &#8220;Über zwei Drittel der befragten Journalisten (70%) sind der Ansicht, dass die Bedeutung von Twitter derzeit überschätzt wird.&#8221;) Die Studie gibt es als <a href="http://www.lfm-nrw.de/fileadmin/lfm-nrw/Publikationen-Download/LfM_Doku38_Twitter_Online.pdf"><strong>pdf zum Download</strong></a>.</p>
<h4><a href="http://spielkultur.ea.de/kategorien/medienkompetenz/gastbeitrag-johnny-haeusler-medien-erziehung-im-grundschulalter-ein-kinderspiel">Gastbeitrag Johnny Haeusler: Medien-Erziehung im Grundschulalter: Ein Kinderspiel?</a></h4>
<p>Wieviel Computer und/oder Internet  ist nützlich oder schädlich für  mein Kind? Hilfe, mein Kind verrät mir nicht alles, was es mit seinem  Handy macht! <strong>Johnny Häusler plädiert für mehr Gelassenheit in der Medienerziehung. </strong>Überzeugend formulierte persönliche Erfahrungen und Einsichten des <em>Spreeblick </em>Gründers im <em>Blog für digitale Spielkultur</em>. Einige Auszüge:</p>
<ul>
<li>Die digitale Welt ist diejenige, in die unsere Kinder hineingeboren   wurden, und sie ist für sie so selbstverständlich und allgegenwärtig  wie  für uns der Fernseher und das Radio.</li>
<li>Kinder medientechnisch unterstützen zu können, bedeutet in  allererster  Linie zu wissen, was sie tun. Und wenn sie es nicht wissen:  Lassen sie  es sich erklären, nämlich von ihren Kindern. Sie werden  schnell  feststellen, wie viel Spaß es ihrem Nachwuchs bereitet, ihnen  etwas  beizubringen. Kinder lieben es, Wissen zu teilen, besonders mit  Ihnen.</li>
<li>Das Handy ist ein Teil unserer Privatsphäre und so wird es digitale   Bereiche geben, zu denen Ihnen (ältere) Kinder keinen Zugang geben. Und   auch das ist okay.</li>
</ul>
<h4><a title="Permanent Link to Fluglärmkarte BBI: Making off" rel="bookmark" href="http://www.datenjournalist.de/fluglarmkarte-bbi-making-off/">Fluglärmkarte BBI: Making of</a></h4>
<p><em>Datenjournalist </em>Lorenz Matzat beschreibt wie <em>taz online </em>den zu erwartenden <strong>Fluglärm rund um den neuen Großflughafen BBI International interaktiv visualisiert</strong> und welche Hürden dabei zu nehmen waren. Er ist Entwickler der Anwendung.</p>
<h4><a href="http://opendata-network.org/2011/01/datenlandkarte-selber-erstellen-eine-anleitung/"><strong>Datenlandkarte selber erstellen &#8211; eine Anleitung</strong></a></h4>
<p>Thomas Pfeiffer von den Webevangelisten zeigt beim <em>Open Data Network</em> <strong>Schritt für Schritt</strong>, wie man eine Datenlandkarte baut.</p>
<h4><a href="http://www.mediabistro.com/10000words/7-innovative-online-maps_b2345">7 Innovative online maps</a></h4>
<p>Mark Luckie stellt bei 10.000 words sieben gelungene Beispiele für interaktive Kartenvisualisierungen vor.</p>
<p><em>Illustration: <a href="http://www.datenjournalist.de/fluglarmkarte-bbi-making-off/">Datenjournalist</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">cc-Lizenz</a>)</em></p>
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var flattr_tag = '25 Gebote für guten Journalismus,Arthur Sulzberger,Datenjournalismus,Datenvisualisierung,digitale Medienerziehung,digitale Rückwärtsgewandtheit,DLD,Fluglärmkarte BBI,Kartenvisualisierung,Linkökonomie,New York Times,Quora,Twitter und Journalismus';
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		<title>Linktipps zum Wochenstart: Nahsehen als unterschätztes Nichtmedium</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 16:15:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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<h4><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Newspaper-extinction-timeline.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-4063" title="Newspaper extinction timeline" src="http://medialdigital.de/wp-content/Newspaper-extinction-timeline.png" alt="" width="398" height="274" /></a></h4>
<h4><a href="http://www.neuegegenwart.de/ausgabe59/glaser.htm">Ende der Geheimnisse?</a></h4>
<p><strong>Peter Glaser</strong> hat dem &#8220;Neue Gegenwart&#8221; Online-Magazin für Medienjournalismus ein Interview zum Thema Mobile Social Networks gegeben. Glaser sagt nicht nur kluge Sachen, sondern formuliert sie auch wunderbar lakonisch: <span style="color: #000000;">&#8220;</span><span style="color: #000000;">Es hängt von einem selbst ab, wie groß oder wie intensiv bespielt diese      Bühne ist. <strong>Plötzlich eine kleine Internet-Sendestation sein zu können und      nicht nur, wie am Fernseher laut/leise und hell/dunkel einstellen zu können      und sich berieseln zu lassen, macht schon ziemlich Spaß, ist aber auch viel      Arbeit. </strong>Und das Kommunikationsuniversum bietet auch jede Menge eskapistische      Möglichkeiten. Man sollte natürlich den Nahbereich, in dem man als      gerätelose, pure Person existiert, nicht aus dem Blick verlieren. <strong>Nahsehen      ist das unterschätzteste Nichtmedium des 21. Jahrhunderts</strong> – um es mal      paradox auszudrücken.&#8221; </span></p>
<h4><a rel="bookmark" href="http://immateriblog.de/in-eigener-sache/kolleginnen-macht-die-augen-auf-zum-verdi-positionspapier-zum-urheberrecht/">KollegInnen, macht die Augen auf! Zum Verdi-Positionspapier zum Urheberrecht</a></h4>
<p>Matthias Spielkamp zerpflückt in seinem <em>Immateriblog</em> das Positionspapier  <strong><strong>“In</strong></strong><strong>ternet  und Digitalisierung – Herausforderungen für die Zukunft des  Urheberrechts” </strong>des Verdi-Bundesvorstands: &#8220;Das Papier strotzt vor Unkenntnis und  analytischen Kurzschlüssen  (vom schlechtem Stil zu schweigen). <strong>Die Herausforderungen der Zukunft an das Urheberrecht wird Verdi mit den darin vertretenen Positionen jedenfalls nicht  bestehen.</strong>&#8221; Den Grund für die Positionen von Verdi sieht Spielkamp in einer trügerischen Logik: &#8220;Es soll den Verlagen besser gehen (wann hat man mal  gehört, dass das das Ziel ist, für das ver.di kämpfen sollte?), denn  damit gehe es dem Journalismus und den Journalisten besser. Dieses In-Eins-Setzen der Ziele von Verlagen und Mitarbeitern (Angestellten und freien) ist ebenso falsch wie gefährlich.&#8221; <strong>Nachtrag:</strong> Auch <a href="http://blog.die-linke.de/digitalelinke/ver-di-positionspapier-zum-urheberrecht/"><strong>Ilja Braun verreißt bei <em>Digitale Linke</em> das Positionspapier der Gewerkschaft</strong></a>.</p>
<h4><a href="http://www.eggers-elektronik.de/2010/10/datenjournalismus-101/">Datenjournalismus für (uns) Einsteiger</a></h4>
<p>Jan Eggers; Online-Redakteur beim Hessischen Rundfunk, gibt den Leser von <em>Eggers Elektronik</em> detaillierte und ungeschminkte Einblicke in den <strong>Annäherungsprozess des HR an das Thema Datenjournalismus -</strong> inklusive einigen &#8220;Lehren unter dem Strich&#8221;.</p>
<h4><a title="Permanent link to Twitter by the Petabyte: Using Big Data to Define Market Sentiment" href="http://www.readwriteweb.com/cloud/2010/10/-takes-away-the-complexity.php">Twitter by the Petabyte: Using Big Data to Define Market Sentiment</a></h4>
<p>Bei <em>ReadWriteCloud </em>erklärt IBM Evangelist David Barnes im eingebetteten Video (und &#8211; exzerpten), wie man mit dem IBM Tool BigSheets Daten in Größenordnungen von Terabytes und Petabytes <strong>aus Twitter extrahiert um Markttrends frühzeitig zu erkennen</strong> (Überschriftenlink). Ebenfalls interessant: <a href="http://www.technologyreview.com/computing/26452/"><strong><em>Technology Review</em> berichtet</strong></a> über das Startup <strong>Recorded Future</strong>, das mit einer speziell entwickelten Suchmaschine extrahierte Daten aus der Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft betreffend auf einer Zeitleiste darstellt.</p>
<h4><a href="http://www.scarlatti.de/?p=781">Mit angezogener Handbremse</a></h4>
<p>Lorenz Lorenz-Meyer erzählt im Interview mit Thomas Mrazek über den Stand der Dinge im <strong>deutschen Online-Journalismus</strong>, dass er das Niveau im Vergleich mit den USA für mittelmäßig hält: &#8220;Natürlich beherrschen Online-Redaktionen wie die der <em>Welt</em> oder der <em>Zeit</em> mittlerweile recht gut ihr Handwerk, aber <strong>die meisten Produkte sind  weiterhin viel zu sehr am Paradigma des schnellen  Nachrichtenjournalismus orientiert und fallen damit der Redundanz und  Beliebigkeit anheim.</strong> Und sie bewegen sich einfach zu wenig.&#8221; Carta hält er wegen des interdisziplinären Ansatzes für &#8220;die spannendeste Neugründung der letzten Zeit in der deutschen Bloglandschaft&#8221;.</p>
<h4><a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/man-kann-nie-sagen--wir-haben-es-geschafft_100031101.html">&#8220;Man kann nie sagen, wir haben es geschafft&#8221;</a></h4>
<p>Guardian Chefredakteur <strong>Alan Rusbridger</strong> im Interview mit <em>meedia</em>: &#8220;Wir haben gelernt, dass nicht jeder Journalist jede Story schreiben  muss. Wenn ein Flugzeug in Amsterdam abstürzt, dann war das eine  Geschichte, zu der wir früher einmal einen Guardian-Journalisten  hingeschickt hätten. Jetzt würden wir sagen: Lass das lieber jemand  anderes machen! [...] Es geht wirklich darum, herauszufinden, was wir als  Guardian am besten können und dann zum Rest zu verlinken. Früher hätten  wir Storys geschrieben mit denen wir uns heute nicht mehr beschäftigen  würden, weil jemand anderes sie sowieso schreibt. <strong>Ein Link zu setzen und  hinzuzufügen, dass man dem Geschriebenen zustimmt, dauert eine Minute.  Indem man offen und kollaborativ ist, spart man eine Menge Zeit.</strong>&#8221;</p>
<h4><a href="http://recherche-info.de/2010/10/27/recherchieren-ohne-zeit-und-geld/">Recherchieren ohne Zeit und Geld?</a></h4>
<p>Marcus Lindemann war auf Einladung der Adenauer-Stiftung in Belgrad, um als Keynote-Speaker  und Teilnehmer eines Panels über Recherche-Journalismus zu sprechen. Er entwickelt <strong>fünf Thesen für mehr Relevanz und weniger Redundanz im Journalismus</strong> (u.a. Wir brauchen fachkundige Übersetzer für die besten fremdsprachlichen Beiträge. Und: <strong>Recherche bleibt eine Marktlücke</strong>.). Lindemanns Gedanken gehen in eine ganz ähnliche Richtung wie meine Keynote zum Deutschen Fachjournalisten-Kongress (<a href="http://medialdigital.de/2010/10/30/kuratieren-statt-klickstrecken-bauen-meine-keynote-beim-deutschen-fachjournalisten-kongress-1/"><strong>&#8220;Kuratieren statt Klickstrecken bauen&#8221;</strong></a>).</p>
<h4><a href="http://www.thomashutter.com/index.php/2010/10/facebook-infografik-und-demographische-daten-deutschland-osterreich-und-schweiz-per-oktober-2010/">Facebook: Infografik und demographische Daten &#8211; Deutschland, Österreich und Schweiz per Oktober 2010</a></h4>
<p>Social Media Berater Thomas Hutter wartet mit neuen Zahlen zu <strong>Facebook in den D-A-CH-Märkten</strong> auf. In Deutschland (aktuell rund 12,7 Millionen Facebook-Mitglieder) wächst Facebook schneller als in Österreich oder in der Schweiz, aber die Durchdringung ist immer noch am geringsten (15 Prozent der Gesamtbevölkerung).</p>
<h4><a href="http://rossdawsonblog.com/weblog/archives/2010/10/launch_of_newsp.html">Launch of Newspaper Extinction Timeline for every country in the world</a></h4>
<p>Trendforscher Ross Dawson sagt voraus, dass <strong>Zeitungen in Deutschland in 20 Jahren ausgestorben sein werden</strong>. In den USA soll es schon in sieben Jahren soweit sein und in Australien in zwölf Jahren. Diese Prognosen und wie die Voraussagen für weitere Zeitungsmärkte lauten, kann man sich auf seiner &#8220;Zeitleiste des Zeitungssterbens für jedes Land der Welt&#8221; ansehen.</p>
<p><em>Illustration: <a href="http://rossdawsonblog.com/weblog/archives/2010/10/launch_of_newsp.html">Trends in the Living Networks</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/us/">CC-Lizenz</a></em></p>
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		<title>Linktipps zum Wochenstart: Co-Op mit der Contentfarm</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 06:22:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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<h4><a href="http://medialdigital.de/wp-content/chronicle.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-3309" title="chronicle" src="http://medialdigital.de/wp-content/chronicle-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></h4>
<h4><a href="http://adage.com/mediaworks/article?article_id=145252">Why the San Fran Chronicle Is Running Demand Media Content</a></h4>
<p><em>Advertising Age </em>fragt Michele Slack, VP of digital media von SFGate.com (das Webportal des <em>San Francisco Chronicle</em>), warum <em>SFGate</em> mit Demand Media kooperiert, wie dabei professionelle Standards eingehalten werden und ob solche Partnerschaften reguläre journalistische Arbeitsplätze gefährden. Eine der erstaunlicheren Aussagen: &#8220;<strong>In combination with the content that comes out of the newsroom, I think  this type of content could enhance our existing content in almost any  area.</strong>&#8221;</p>
<h4><a href="http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/08/06/AR2010080606133.html">TBD.com making its move into the crowded market of local news</a></h4>
<p>Die <em>Washington Post </em>stellt TBD.com vor, einen neuen Aggregator für lokale und hyperlokale Nachrichten in Washington, D.C. Mehr dazu auch bei <a href="http://www.poynter.org/column.asp?id=101&amp;aid=188372"><strong>Poynter Online</strong></a>.</p>
<h4><a href="http://onlinejournalismblog.com/2010/08/03/5-tips-on-data-journalism-projects-from-propublica/">5 tips on data journalism projects from ProPublica</a></h4>
<p>Paul Bradshaw fasst in seinem <em>onlinejournalismblog </em><strong>Tipps zum Thema Datenjournalismus von Olga Pierce and Jeff Larson von ProPublica</strong> zusammen. Die Reporterin und der App-Entwickler der preisgekrönten investigativen Plattform sprachen beim <strong><a href="http://blogs.journalism.co.uk/editors/2010/05/12/dendatameet-digital-editors-meet-to-discuss-data-and-journalism/">Digital Editors Network Data Meet</a>.</strong> Am einfachsten umzusetzen scheint mir der letzte Punkt zu sein (der aber dennoch von klassischen Medien fast nie beherzigt wird). <strong>&#8220;Share data left over from your investigation &#8211; Just because you didn’t use it doesn’t mean someone else can’t find something interesting in it.&#8221;</strong></p>
<p>Dazu passend auch<strong> </strong>ein gutes Videointerview mit dem<em> <a href="http://www.guardian.co.uk/news/datablog"><strong>Data Blog</strong></a> </em>editor des <em>Guardian</em> bei <em>Nieman Journalism Lab:</em> <strong><a rel="bookmark" href="http://www.niemanlab.org/2010/08/how-the-guardian-is-pioneering-data-journalism-with-free-tools/">How The Guardian is pioneering data journalism with free tools</a></strong> und <em>Mediashift</em> mit einer <strong>5-Punkte-Anleitung</strong>: <strong><a href="http://www.pbs.org/idealab/2010/08/how-news-organizations-should-prepare-for-data-dumps211.html">How News Organizations Should Prepare for Data Dumps.</a></strong></p>
<h4><a href="http://www.marcus-schuler.com/2010/08/07/blekko-com-will-google-co-konkurrenz-machen/">Blekko.com will Google &amp; Co. Konkurrenz machen</a></h4>
<p><strong>Marcus Schuler stellt die neue Suchmaschine Blekko und ihren Erfinder Rich Skrenta vor</strong> (Schuler hat einen der wenigen Zugänge in der geschlossenen Betaphase erhalten): &#8220;Blekko hat zwei wesentliche Punkte, in denen es sich von Google, Bing oder Yahoo unterscheidet. Zum einen gibt es da die <strong>Slashtags</strong>. Der Name ist eine Eigenerfindung.  Dahinter verbirgt sich <strong>die Möglichkeit, Ergebnisse bereits bei der  Anfrage zu filtern. </strong>[...] Ein Feature, das ich so bislang noch nicht gesehen habe, ist die  <strong>Offenlegung des Such-Algorithmusses</strong>. Blekko zeigt, weshalb bestimmte  Seiten bei der Trefferausgabe weiter oben rangieren und andere nicht.  Dazu werden die Kriterien, die zum Ranking geführt haben, offen gelegt.  Dieses Feature gefällt, weil es für Transparenz sorgt. Kehrseite dürfte sein, dass Spammer Suchergebnisse leichter manipulieren können.&#8221;</p>
<h4><a title="Permanent Link to Hard times working the Patch" rel="bookmark" href="http://www.dankennedy.net/2010/08/05/hard-times-working-the-patch/">Hard times working the Patch</a></h4>
<p>Über freiberufliche Sklavenarbeit auf der Contentfarm (Demand Media, etc.) wurde schon viel geschrieben. Weniger bekannt ist die systembedingte <strong>Schufterei in hyperlokalen Netzwerken</strong>. Und damit ist nicht die selbstgewählte Selbstausbeutung gemeint, die wohl in jeder Gründerphase dazu gehört, sondern von Vorgesetzten aufgedrückte Bedingungen. <em>Media Nation</em> zitiert anonym einen der Lokalredakteure (Local Editor = LE) des hyperlokalen Netzwerks Patch: &#8220;<strong>Patch has a policy that it the local editor’s responsibility to find our  nights/weekend/vacation replacements. And we must pay that person out  of our freelance budgets</strong>. I’m just three months into this job, and I’ve  heard from LEs around the country that this task of finding your  replacement can be daunting, because it is hard to find qualified  journalists who have that sort of time to do a vacation fill-in — who  who will do it for what Patch pays its freelancers.&#8221;</p>
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<div id="post-1265">
<h4><a href="http://psmithjournalist.com/2010/08/link-to-the-past-why-do-journalists-still-not-link-to-each-other/">Link to the past: why do some news sites STILL not link out in 2010?</a></h4>
<p>Der freie britische Journalist Patrick Smith wundert sich über die anhaltende <strong>Linkunlust von Verlagswebsites</strong>: &#8220;Here’s a little taster of what one regional journalist told me about how their system works: &#8216;It’s possible to build link boxes that sit next to web  stories, but it’s time-consuming compared to inline links – and if our  current CMS is anything to go by, in the press of a busy newsroom, it  won’t get done… For those of us who possess data skills and want to make  mashups, visualisations and so on, this is a massive inhibition.&#8217; But for the national newspapers and magazines, in the majority of  cases they have no such excuse and <strong>the fact is that many simply <em>choose</em> not to send readers elsewhere. We’re the best, our readers love us, why would anyone go anywhere else?</strong>&#8221;</p>
<h4><a href="http://www.pbs.org/mediashift/2010/08/can-social-micro-earnings-help-micropayments-work-for-news214.html">Can Social Micro-Earnings Help Micropayments Work for News?</a></h4>
<p>Die finnische Journalistin Tanja Aitamurto stellt bei <em>Mediashift </em>die Ergebnisse einer Studie von Geoffrey Graybeal und Jameson Hayes vom Grady College of Journalism and Mass Communication an der University of Georgia vor. Die beiden Journalismus-Doktoranden entwickelten ein <strong>Mikrobezahlsystem, das Leser für ihre Zahlungsbereitschaft auf mehreren Ebenen belohnt.</strong> &#8220;Would readers pay as little as a penny, or even less, for news? They  would, if paying was combined with social sharing, micro-earning,  virtual currency and a centralized banking system. [...] Graybeal and Hayes propose a &#8220;Modified News MicroPayment Model&#8221; as a  way to implement micropayments for news. In this model, readers are not  pushed to pay for content, but are instead given choices and incentives  to nudge them to pay. The model consists of four key elements:  Micro-earnings, socialization/sharing, local focus and a centralized  banking system.&#8221; <a href="http://medialdigital.de/2010/07/22/eine-ara-fur-experimente-und-kollaboration-interview-mit-tanja-aitamurto/"><strong>Mehr zum Thema Social Payment erläutert Tanja Aitamurto in meinem Videointerview</strong></a>.</p>
</div>
</div>
</div>
<h4><a href="http://www.gestalten.com/motion/clip?id=135">Gestalten Film: The New York Times</a></h4>
<p>Ein interessantes Video von <em>gestalten.tv</em>. Die beiden <strong>Grafik-Chefs der <em>New York Times</em></strong>, Steve Duenes und Archie Tse, erzählen darin <strong>nach welchen Kriterien und Methoden das Blatt Informationen grafisch aufbereitet</strong>.</p>
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		<title>Linktipps zum Wochenstart: Südafrika ohne Disneylandtouch</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 21:26:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die WM – ein Wintermärchen? Nur noch zwei WM-Spiele bis zum totalen Schland  &#8211; da wird es höchste Zeit, nochmal die Aufmerksamkeit auf dieses tolle WM-Blog von Christian Frey und Kai Schächtele zu lenken. Die beiden freien Journalisten bereisen seit einem Monat als Unternehmerjournalisten auf eigene Faust (ohne Auftraggeber) Südafrika. Sie schreiben, fotografieren und filmen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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<h4><a href="http://medialdigital.de/wp-content/wintermärchen.png"><img class="aligncenter size-large wp-image-3211" title="wintermärchen" src="http://medialdigital.de/wp-content/wintermärchen-300x207.png" alt="" width="300" height="207" /></a></h4>
<h4><a href="http://www.wintermaerchen2010.com/">Die WM – ein Wintermärchen?</a></h4>
<p>Nur noch zwei WM-Spiele bis zum totalen Schland  &#8211; da wird es höchste Zeit, nochmal die Aufmerksamkeit auf dieses <strong>tolle WM-Blog von Christian Frey und Kai Schächtele </strong>zu lenken. Die beiden freien Journalisten bereisen seit einem Monat als Unternehmerjournalisten auf eigene Faust (ohne Auftraggeber) Südafrika. Sie schreiben, fotografieren und filmen und <strong>vermitteln ein anderes, farbenfroheres und weniger disneyfiziertes Bild von Südafrika.</strong> Meistens von außerhalb der Stadien. Unbedingt anschauen, bevor die WM vorbei ist.</p>
<h4><a href="http://www.gulli.com/news/usa-fotos-von-lverschmierten-v-geln-sind-verboten-2010-07-04">USA: Fotos von ölverschmierten Vögeln sind verboten!</a></h4>
<p>40.000 US-Dollar Strafe droht jetzt Journalisten und Fotografen, die unmittelbar von der Ölkatastrophe im und am Golf von Mexiko berichten wollen. Wer näher als rund 20 Meter ans Geschehen will, braucht nun eine ausdrückliche Erlaubnis. Mehr bei <em>Gulli</em>.</p>
<h4><a href="http://www.buzzmachine.com/2010/07/04/independence-day-for-newspapers/">Independence day for newspapers</a></h4>
<p>Jeff Jarvis gratuliert in seiner Buzzmachine den Machern der Zeitungskette <em>Journal Register</em> (18 Tageszeitungen) zu ihrem &#8211; wohl aus finanzieller Not geborenen  Schritt, sich von traditionellen Recherche-, Schreib-, und Produktionsmethoden zu trennen und stattdessen Prozessjournalismus zu wagen. Jarvis zitiert den &#8220;Vice President Content&#8221; (stellvertretenden Chefredakteur?) wie folgt: &#8220;<strong>The people who are usually last in line were moved to the front of the process. </strong>Rather than just being able to read the finished product, the audience – through town hall meetings, social networking sites, direct requests via email and in person and more – was asked to help determine what the editorial staffs should cover.&#8221;</p>
<h4><a title="Permanent Link to The Times vs. Guardian strategies: uber-dumb &amp; smart" rel="bookmark" href="http://steveouting.com/2010/07/02/the-times-vs-guardian-strategies-uber-dumb-smart/">The Times vs. Guardian strategies: uber-dumb &amp; smart</a></h4>
<p>Times-Paywall 1: Steve Outing fällt ein vernichtendes Urteil über die neue Paywall bei Rupert Murdochs &#8220;Times&#8221; (London). Sie kenne nur schwarz, anstatt den Nutzern in Grauschattierungen die Wahl zu lassen: &#8220;<strong>What times.co.uk has done is ensure that virtually no one will link to its content, and no one can sample its content </strong>without at least buying a day pass ($2 or £1) or paying that same amount for a one-month trial subscription (with the price rising after the trial). Since The Times has plenty of strong competitors offering free-model websites, <strong>I don’t see this having a snowball’s chance in hell of working.</strong>&#8221;</p>
<h4><a href="http://www.guardian.co.uk/law/baby-barista-blog/2010/jul/02/babybarista-guardian-paywalls">Announcement: partnering with The Guardian</a></h4>
<p>Times-Paywall 2: Mit Tim Kevan (<em>Baby Barista</em>) hat <strong>der erste Blogger, der nicht hinter Rupert Murdoch <em>Times</em>-Paywall versteckt werden wollte, Asyl beim <em>Guardian </em>gefunden</strong>: &#8220;Well, there I was. One minute I was writing for <em>The Times</em>. Then along came a massive great paywall and having <a href="http://www.babybarista.com/2010/05/28/welcome-to-the-re-launch-of-babybarista/"><strong>managed to escape in the nick of time</strong>, </a> I then found myself headhunted by those kindly souls at <strong><a href="http://www.guardian.co.uk/law">Guardian Law</a></strong>. I mean, what luck!&#8221;</p>
<h4><a href="http://netzwertig.com/2010/07/03/nachrichtensites-verlinken-tut-weh/">Verlinken tut weh</a></h4>
<p>Martin Weigert fragt sich bei <em>netzwertig</em>, warum sich immer noch soviele Medien schwer damit tun, Links zu setzen, oder &#8211; schlimmer noch &#8211; teilweise sogar <strong>vorhandene Links aus Agenturtexten (ohnehin eine Seltenheit) wieder entfernen</strong>. Mit interessanten Kommentaren.</p>
<h4><a href="http://www.wasmitmedien.de/wordpress/?p=260">Was mit Medien &#8211; Folge 218</a></h4>
<p>Daniel Fiene hat mich auf dem Medienforum NRW abgefangen und für <em>Was mit Medien</em> zu den wahrscheinlichen <strong>Auswirkungen des geplanten Leistungsschutzrechts für Journalisten </strong>befragt. Da ich es in der vorigen Woche nicht geschafft habe, selbst einen Beitrag dazu zu schreiben, empfehle ich natürlich wärmstens WMM 218. Weitere Themen: Stimmen von Fernsehmachern auf dem Medienforum, die Zukunft der Tageszeitung, und DuMont Schauberg-Verleger <strong>Konstantin Neven DuMont über Paid Content im Lokalen</strong>.</p>
<h4><a href="http://blogs.taz.de/hausblog/2010/07/01/flattr_bringt_uns_99850_euro_im_jun/">Flattr bringt uns 988,50 Euro im Juni</a></h4>
<p>Sebastian Heiser analysiert im <em>taz-</em>Blog, wieviele Leser wofür bei <em>taz.de</em> im letzten Monat per Flattr gespendet haben und erklärt, &#8220;dass Leser nicht etwa die aufwändigsten Recherchen am stärksten honorieren, nicht die besten Reportagen und auch nicht die Artikel mit den besten Hintergrundinformationen unserer Fachredakteure. <strong>Am stärksten honoriert werden die Texte, in denen es gegen die Lieblingsfeinde unserer Leser geht: Neonazis, der Hochadel, die Bild-Zeitung, die schwarz-gelbe Bundesregierung.</strong>&#8221;</p>
<h4><a href="http://www.niemanlab.org/2010/06/collaboration-instead-of-the-crowd-gabriella-coleman-karim-lakhani-on-how-people-work-together-online/">Collaboration instead of the crowd</a></h4>
<p>Nieman Journalism Lab mit einem <strong>Video zum Thema Crowdsourcing und Kollaboration von der Future of News and Civic Media Conference am MIT</strong>. Mit  <strong><a href="http://steinhardt.nyu.edu/faculty_bios/view/Gabriella_Coleman">Gabriella Coleman</a></strong>, NYU Professorin, die sich mit Kollaboration in der Linux Comunity beschäftigt, <strong><a href="http://drfd.hbs.edu/fit/public/facultyInfo.do?facInfo=bio&amp;facEmId=klakhani">Karim Lakhani</a></strong>, Harvard Business School Professor, der Innovationssysteme erforscht, und Moderator <strong><a href="http://edgyproduct.org/pm/pmwiki.php?n=Main.Index">Chris Csikszentmihályi</a></strong>, Director des MIT <strong><a href="http://civic.mit.edu/">Center for Future Civic Media</a>.</strong> <strong>&#8220;They know the “crowd” can do amazing things, but they also know it’s really, really hard to optimize systems to ensure amazement happens. Give them a listen.&#8221;</strong></p>
<h4><a href="http://www.poynter.org/content/content_view.asp?id=185861"><strong>Digital Journalist Survival Guide: A Glossary of Tech Terms You Should Know</strong></a></h4>
<p>Poynter Online mit einem tollen <strong>Glossar der wichtigsten Begriffe im Daten- und Multimediajournalismus</strong> von API bis Yahoo! Pipes. Ausdrucken und an die Wand hängen passt hier thematisch gar nicht, deshalb: Bei delicious ablegen, im Wiki verbreiten und vor allem: Lesen.</p>
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		<title>Jeff Jarvis: Journalisten sollten neugierig auf neue Technologien sein</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 14:48:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews mit Innovatoren]]></category>
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		<description><![CDATA[(switch to the English version) Auf der next09 in Hamburg habe ich ein Interview mit Jeff Jarvis über die Chancen des Medienwandels in den USA und in Deutschland geführt. Das Interview erscheint  jetzt auf diesem Blog als zeitgleiches Pendant zu meinem Jeff Jarvis Portrait im neuen mediummagazin (Zugriff auf das Portrait derzeit nur für Abonnenten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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<p><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/f5340e25d8c44b4aac3cc73ff24cb7b0" alt="" width="1" height="1" /><a href="http://medialdigital.wordpress.com/2009/06/10/jeff-jarvis-journalists-should-be-curious-about-new-tools/"><strong>(switch to the English version)</strong></a> Auf der <a href="http://www.next-conference.com/next09/"><strong>next09</strong></a> in Hamburg habe ich ein Interview mit Jeff Jarvis über die Chancen des Medienwandels in den USA und in Deutschland geführt. Das <strong>Interview</strong> erscheint  jetzt auf diesem Blog als zeitgleiches Pendant zu meinem <strong>Jeff Jarvis Portrait</strong> im neuen <a href="http://www.mediummagazin.de"><strong>mediummagazin</strong></a> (Zugriff auf das Portrait derzeit nur für Abonnenten, frei online mit Erscheinen der nachfolgenden Ausgabe).</p>
<p><strong><a href="http://www.flickr.com/photos/nextconference/3507787122/"><img class="alignleft" title="JeffJarvis3" src="http://medialdigital.de/wp-content/jeffjarvis31.jpg" alt="JeffJarvis3" width="300" height="246" /></a>Ihr neues Buch trägt den Titel „Was würde Google tun“? Medienhäuser sollen diesen Titel als Ratschlag auffassen, so zu werden wie Google. Aber sollte der Rat nicht besser lauten: Was kann Google nicht tun? Was können Medien besser machen als Google?</strong></p>
<p><strong>Jeff Jarvis:</strong> Das ist interessant. Die Antwort lautet Ja und Nein. Ja, weil es auch andere  Möglichkeiten gibt. Und Nein, weil Google schon eine Plattform ist, auf der wir aufsetzen können, ohne eine eigene Plattform bauen zu müssen. Google bietet uns die Möglichkeit, neue Unternehmen zu gründen, Kunden zu gewinnen, von diesen Kunden gefunden zu werden, neue Technologien zu nutzen. Das ist das Geheimnis des Web 2.0. Wir können neue Unternehmen mit sehr wenig Startkapital gründen. Aber nun zu Ihrem zweiten Punkt. Sie haben recht: Wir sollten Ausschau halten nach Bereichen, in denen Google einfach nicht gut ist oder eine Lücke offen gelassen hat. Die Verlagsindustrie ist wütend über die Google Buchsuche, aber sie hätten sie selbst starten sollen. Sie hätten rechtzeitig auf dem Markt sein müssen mit ihrer eigenen Online-Buchsuche. Die Medienindustrie ist sauer auf Google, weil die Suchmaschine einen Riesenumsatz mit Werbung macht. Nun ja, Google bietet halt Unternehmen einen effizienteren Werbekanal. Die Medienunternehmen hätten diesen Weg auch beschreiten können. Aber wo ist Google noch nicht König? Ich glaube, es gibt ein paar Bereiche. Einer ist das Live-Web.</p>
<p><strong>Aber diese Lücke hat auch kein Medienunternehmen gefüllt, sondern ein kleines Start-Up namens Twitter&#8230;</strong></p>
<p>Genau, ein schneller Dienst namens Twitter tauchte auf. Twitter ist nicht perfekt, zeigt aber die riesigen Möglichkeiten auf, die in Live-Netzverbindungen stecken, und darin, zu lernen, was Menschen live sagen. Das hat gerade erst begonnen und ist noch weitgehend unerschlossenes Terrain. Ein anderer Sektor ist das Lokale. Google beginnt gerade, lokale und sublokale Werbekunden für Onlinewerbung anzusprechen. Sie tun das für Google Maps und für das mobile Netz. Google-Chef Eric Schmidt sagt, dass sie künftig mehr Umsatz im mobilen als im klassischen Web erzielen werden. Ein weitere Chance sind Menschen. Google organisiert unsere gesamten Informationen, aber wer organisiert unsere Beziehungen? Google und Facebook stehen dabei im Wettbewerb. Und der ist noch nicht entschieden. Und dann gibt es ja noch das ”deep web“ mit den Informationen in Datenbanken, die über Suchmaschinen nicht gefunden werden können. Wie können wir das sinnvoll organisieren? Es gibt also jede Menge Herausforderungen für die Zukunft. Die sollten wir ins Auge fassen, statt immer nur zurück zu schauen.</p>
<p><strong>Viele Verlage und Zeitungsjournalisten sehen aber weniger die Vorteile der Linkökonomie als die Nachteile: Google schöpft Profite von Printmedien ab. Verstehen Sie Ihre Sorgen?</strong></p>
<p>Ja, aber diese Kritiker verstehen die Linkökonomie nicht. Der Wandel von der Inhalteökonomie zur Linkökonomie ist die Ursache dieses Krieges. Bisher ging es darum, die Inhalte zu besitzen und so oft möglich zu monetarisieren. Dieses Prinzip wird im Internet zerstört. Jetzt braucht man jeweils nur noch eine einzige Kopie. Es sind die Links zu dieser Kopie, die ihren Wert steigern. Die Linkökonomie bedingt drei Imperative. Der erste ist: Inhalte im Netz müssen offen zugänglich sein, damit sie viel verlinkt werden&#8230;</p>
<p><strong>&#8230;Medienunternehmen würden das wahrscheinlich leichter verstehen, wenn sie die Links, die sie bekommen, besser monetarisieren könnten.</strong></p>
<p><img class="left alignleft" title="JeffJarvis2" src="http://medialdigital.de/wp-content/jeffjarvis2.jpg" alt="JeffJarvis2" width="300" height="200" />Das ist der zweite Imperativ. Wer die Links bekommt, muss Wege finden, damit Umsätze zu erzielen. Der dritte Imperativ ist: die Linkökonomie bedingt Spezialisierung, nicht mehr vom Gleichen. Medienplattformen müssen sich von der Masse abheben, einzigartige Inhalte bieten, und die müssen außerordentlich gut sein. Dann können sie Spitzenreiter auf ihren jeweiligen Gebieten werden. Das Blog Techcrunch ist dafür ein gutes Beispiel: Sie beherrschen praktisch die Inhaltskategorie Web 2.0. Und die machen außerordentlich gute Umsätze. Aber die Annahme, dass Umsätze im Web auf den gleichen Wegen wie in Print zu erzielen sind, ist falsch.</p>
<p><strong>Was ist daran falsch?</strong></p>
<p>Wir setzen im Netz immer noch auf die alten Werbemodelle, die auf knappen Verfügbarkeiten von Werbeplätzen beruhen. Nur eine gewisse Menge Banner, nur eine gewisse Menge Seitenaufrufe, nur so und so viel Aufmerksamkeit. Google macht das ganz anders und verkauft Performance, also Leistung. Google sagt, nur wenn der Werbekunde erfolgreich ist, sind wir erfolgreich. Der vierte Imperativ lautet: Tue, was Du am besten kannst, und verlinke zum Rest. Die Linkökomomie schafft Effizienz. Wir neigen dazu, die Erlöse der Vergangenheit zum Maßstab zu nehmen und sie im Internet duplizieren zu wollen. Aber im Internet gibt es viel mehr Wettbewerb. Medienunternehmen sollten deshalb Google als eine Plattform betrachten, die es ihnen ermöglicht, das zu tun, was sie am besten können. Spezialisieren, Nischenmärkte entdecken, nicht jedem alles verkaufen wollen. Das macht die Unternehmen viel schlanker, preiswerter und gewinnbringender.</p>
<p><strong>Sie haben an der CUNY Graduate School of Journalism ein Projekt gestartet, um erforschen, welche neuen Verlagsgeschäftsmodelle im Google-Zeitalter funktionieren könnten. Was glauben Sie denn nach den ersten Erkenntnissen, was funktionieren könnte?</strong></p>
<p>Wir haben schon einige Dinge herausgefunden. Ein Medienhaus der Zukunft wird kleiner sein und Journalismus vor allem organisieren. Die Rolle von Journalisten wird sich wandeln. Journalisten werden vor allem Kuratoren, Aggregatoren und Journalismus-Lehrer sein. Wir haben untersucht, was passieren kann, wenn eine Zeitung in einer großen Stadt wie Philadelphia stirbt. Das <a href="http://newsinnovation.com/2008/10/27/to-be-efficient-start-from-zero/"><strong>Ergebnis</strong></a> war: Journalismus kann weiterleben. Wo vorher 300 Journalisten beschäftigt waren, geht es rein online-basiert auch mit 35. Aber diese 35 arbeiten mit einem Netzwerk von 3000 Bloggern und Bürgerjournalisten. Wir werden solche Netzwerke entstehen sehen.</p>
<p><strong>Werden diese effizienteren Strukturen auch dafür sorgen, dass Anzeigen wieder attraktiver werden?</strong></p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-678" title="Jeff Jarvis5" src="http://medialdigital.de/wp-content/jeff-jarvis51.jpg" alt="Jeff Jarvis5" width="300" height="222" />Ich glaube, dass wir ganz neue lokale Ebenen der Werbung sehen werden. Es werden völlig neue Kundengruppen im Netz werben, die niemals in einer Zeitung geworben haben, weil das für sie im Maßstab zu groß und ineffizient war. Wir müssen aber herausfinden, mit welchen Angeboten wir ihnen dienen können. Ihnen zu dienen bedeutet wahrscheinlich, ihnen helfen, bei Google gut abzuschneiden, ihre Kundenbeziehungen aufzubauen und vieles mehr in diese Richtung. Ich glaube, auch die Anzeigenverkäufe werden künftig kollaborativer werden. Eine Inhouse-Unternehmensabteilung wird nicht reichen für den riesigen Teil der Netzbevölkerung, der als Werbekunden in Frage kommt. Es wird Bürger-Anzeigenverkäufer geben.</p>
<p><strong>Was ist mit Bezahl-Modellen für Inhalte? Warum sind Sie so skeptisch, dass sie funktionieren werden?</strong></p>
<p>Ich bin nicht gegen Paid Content. Genauso wenig bin ich gegen gedruckte Zeitungen. Beides wird mir immer vorgeworfen. Das Wall Street Journal als Online-Abomodell, ist eine Ausnahme. Das sind Unternehmensabos, keine Privatnutzer-Abos. Ich glaube, dass Medienunternehmen mehr Geld verdienen können, wenn sie sich das Internet zunutze machen. Diese Lehre hat die New York Times gelernt, als sie die Bezahlschranke vor ihrem Internetangebot wieder geöffnet hat. Mehr Leute sind auf die Website gekommen. Ihre Zugriffe, ihr ”Google juice“ und ihre Umsätze sind gestiegen. In seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/Here-Comes-Everybody-Organizing-Organizations/dp/0143114948/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books-intl-de&amp;qid=1244360001&amp;sr=8-1"><strong>„Here Comes Everybody“</strong></a> argumentiert Clay Shirky – und ich stimme ihm zu – dass wir alle Druckmaschinen bekommen haben, als das Internet erfunden wurde. Der Wert, eine echte Druckmaschine zu besitzen, ist auf Null geschrumpft. Schlimmer noch, Druckmaschinen sind nur noch ein Kostenfaktor. Wir können also nicht alte Geschäftsmodelle in die digitale Welt übertragen mit dem Argument: ”Die Leute haben früher für Informationen bezahlt, also sollten sie das auch künftig tun.“ Es gibt kein Geschäftsmodell, das auf dem Wort ”sollte“ basiert. Es gibt im Internetzeitalter niemanden mehr, der die einzige Druckerpresse besitzt. Es wird deshalb immer jemanden geben, der die Preise für Information unterbietet. Und wer glaubt, ein Geschäftsmodell auf der  knappen Verfügkeit von Informationsquellen begründen zu können, der irrt sich – die sind nicht mehr knapp. Selbst exklusive Nachrichten werden nach ihrer Veröffentlichung zu Nachrichten, die sich herumsprechen, und somit ein Allerweltsgut. Einmal in die Welt gesetzt, gibt es keine Exklusivität mehr. Manche sagen, ”Ja, aber für Musik bei iTunes zahlen die Leute doch auch.“ Da gibt es einen großen Unterschied. Die Leute zahlen für Billy Joel. Wenn ich sänge, würde niemand dafür zahlen.</p>
<p><strong>Wie beurteilen Sie die Plattform Spot.Us in San Francisco? Journalisten fangen mit einer investigativen Recherche erst an, wenn sie durch Spenden vorfinanziert wurde.</strong></p>
<p>David Cohn ist großartig. Sein Spot.Us ist ein Weg, wie die Öffentlichkeit Journalismus unterstützen kann. Die Plattform kann aber die Aufgabe von Zeitungen nicht übernehmen.</p>
<p><strong>Auf welcher Ebene funktioniert solch ein Modell am besten? Lokal, sublokal, regional?</strong></p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-680" title="JeffJarvis1" src="http://medialdigital.de/wp-content/jeffjarvis12.jpg" alt="JeffJarvis1" width="300" height="192" />Auf dieser individuellen Ebene am besten lokal und sublokal. In den USA haben wir allerdings schon eine Tradition, dass unser National Public Radio durch Spenden von Einzelpersonen und Unternehmen finanziert wird. Das gibt es so nicht in Europa. Bei Spenden- statt Steuer- oder Gebührenfinanzierung entscheide ich, wo mein Geld hingehen soll. Das ist ein kraftvolles Modell, vor allem in den USA mit ihrem ausgeprägten Spendenreflex. Wenn man untersuchen würden, welcher Anteil der Gesamtkosten von Medien heute in investigative Recherchen fließt, wäre der Anteil wahrscheinlich winzig. Ich sage das nicht als Beleidigung. Ich sage das, weil ich mir vorstellen kann, dass die öffentliche Unterstützung durch Spenden investigativen Journalismus wahrscheinlich auf dem gleichen Niveau wie heute halten kann. Ich glaube, der Anteil kann sogar noch steigen, weil es im Internet effizientere Wege der Recherche gibt.</p>
<p><strong>Sie sagen den Medien, es sei sinnlos, Nutzer auf die Zeitungs-Homepage zu zwingen, viel erfolgversprechender sei ”Frei-Haus-Lieferung“ auf die Webseiten, auf denen sich die Nutzer am liebsten aufhalten. Wo funktioniert das schon?</strong></p>
<p>Wir sehen das heute bei RSS-Feeds, bei Videos, die man auf anderen Webseiten einbetten kann und bei Twitter. Das jüngste Beispiel ist der Guardian, der seinen Inhalte über eine Schnittstelle (API) frei verfügbar macht. National Public Radio hatte zeitweise eine Schnittstelle und in gewissem Maße haben das auch die New York Times und die BBC. Aber die Frage lautet dann schnell: Wie kann man damit Geld verdienen? Der Guardian stellt drei Bedingungen für die Nutzung seiner Schnittstelle. 1. Die Marke Guardian muss benutzt werden. 2. Nutzer müssen dem Werbenetzwerk des Guardian beitreten, aber sie können dort auch selbst Werbung vermarkten. 3. Die Inhalte müssen alle 24 Stunden erneuert werden, wegen möglicher Verleumdungsklagen nach britischem Recht. Wenn der Guardian Inhalte korrigieren muss, und die unkorrigierte Version über die APIs mit Hilfe des Guardian da draußen im Netz bleibt, dann bekäme er rechtliche Probleme. Das Wichtige bei all dem ist: Der Guardian wollte sich mit dem Internet verweben und hat die Stärken einer offenen Schnittstelle genutzt, um das zu erreichen. Das ist ein mutiger Anfang.</p>
<p><strong>Kennen Sie auch ein deutsches Beispiel? Vielleicht Burdas deutscher Ableger des Glam-Netzwerkes?<br />
</strong><br />
Glam ist ein Netzwerk-Modell, das darauf basiert, dass Glam den einzelnen Mitgliedern hilft, bei der Monetarisierung erfolgreicher zu sein. Ein Beispiel ist aber auch, was Kai Diekmann bei Bild macht.</p>
<p><strong>Sie mögen ihn, weil sie ihn dazu gebracht haben, bei Bild.de eine Flip-Videokamera einzusetzen&#8230;</strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/elmine/3503596659/"><img class="alignright size-medium wp-image-684" title="jeffJarvis6" src="http://medialdigital.de/wp-content/jeffjarvis6.jpg" alt="jeffJarvis6" width="300" height="199" /></a>Genau, ich liebe diese <a href="http://medienlese.com/2009/03/25/bild-videoreporter-wie-kai-diekmann-zur-flip-kam/"><strong>Geschichte</strong></a>.Kai Diekmann sah die Flip und sah sofort die Möglichkeiten. Er sagte nicht etwa, ”Oh, die gebe ich meinen Redakteuren, damit sie mehr Videos produzieren können.“ Nein, er hat sofort erkannt, dass er damit die Bild-Nutzer mobilisieren kann, Videoinhalte für Bild zu produzieren. Er muss immer noch filtern, um die guten Videos zwischen all dem ganzen Katzencontent zu finden, aber er hat jetzt Zugang zu Inhalten. Das ist ein Weg, den Aufwand der Inhalteproduktion auf viele Schultern zu verteilen. Der Reflex der meisten Chefredakteure in den USA wäre gewesen: ”Super, ein neues Tool für Redakteure, um mehr Inhalte zu produzieren.“ Und die Redakteure hätten dann reflexartig gestöhnt.</p>
<p><strong>Sollen Zeitungen mit Bloggern kooperieren und zum Beispiel Blognetzwerke gründen?<br />
</strong><br />
Ja. Ich habe diese Idee schon viele Male in Deutschland vorgebracht, aber bisher bin ich immer gescheitert. Es gibt hierzulande für Zeitungen eine Chance, den neuen Markt der Blogs zu unterstützen, aber auch davon zu profitieren. Das Problem mit Blogs in Deutschland ist: Es gibt nicht genug, um Netzwerke zu schaffen. Die Antwort darauf sollte sein: Wie können wir Nutzer motivieren zu bloggen, weil sowohl die Blogger als auch die klassischen Medien profitieren? Sie können Geschäftsbeziehungen mit Bloggern aufbauen, die für beiden Seiten dienlich sind. Klassische Medien können sich Blogs aussuchen, mit denen sie kooperieren wollen, und nur für diejenigen Werbung verkaufen, die sie gut finden. Das ist ein vernünftiger Weg, in der digitalen Welt zu agieren. Burda nutzt die Kollaboration durch seine Beteiligung am Glam-Netwerk, an <a href="http://www.scienceblogs.de"><strong>Scienceblogs</strong></a> und Sevenload. Das Bild-Modell, wo Nutzer Fotos und Videos einsenden, ist allerdings noch das alte Modell: „Gebt uns Euren Content“. Das neue Modell ist, den Nutzern zu helfen, selbst zu publizieren. Das ist ein Netzwerk. Ich glaube, darin liegt eine Riesenchance und Medienunternehmen sollten sie nutzen. Jemand wird sie nutzen, und vielleicht wird es kein Medienunternehmen sein.</p>
<p><strong>Ist kollaborativer Journalismus für jedes Medium geeignet? Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Publikation wie das Wall Street Journal davon profitieren könnte, es sei denn, sie wollten ihre große Redaktion voller Spezialisten verkleinern. </strong></p>
<p>Es ist nicht für jedes Medium und jede Geschichte geeignet. Es funktioniert aber durchaus auch bei Finanzthemen. Der Guardian hat kürzlich eine Geschichte zusammengestellt mit allen großen Übernahmen auf dem Finanzsektor. Sie hatten selbst weder Zeit noch Ressourcen, alle Daten zusammenzusuchen. Sie haben ihre Leser gefragt und die haben gemeinsam das Feature für den Guardian erstellt. Hier greift die „Ein-Prozent-Regel“ von Wikipedia. Nur ein Prozent der Nutzer von Wikipedia schreiben auch dafür. Wir müssen neue Möglichkeiten erkennen und Konzepte für neue Arten von Journalismus finden, die ohne die kollaborativen Möglichkeiten, die das Internet bietet, niemals möglich gewesen wären. Mein klassisches Beispiel ist der New Yorker Radiosender, der seine Hörer gebeten hat, in den Läden in ihrem Viertel den Preis von Milch, Bier und Salat <a href="http://www.wnyc.org/shows/bl/gouge_map_beer_07.htmlh"><strong>herauszufinden</strong></a>, so dass er am Ende vergleichen konnte, in welchen Vierteln Wucherpreise verlangt wurden. Innerhalb von 24 Stunden haben 800 Leute mitgemacht. Das hätte kein Reporter leisten können. Da ist eine neue Form der Berichterstattung entstanden. Manche investigativen Geschichten über Skandale werden immer auf klassische Weise entstehen. Aber es gibt neue Arten von „Watchdog“-Geschichten, die nur deshalb entstehen und etwas bewirken können, weil sie kollobarativ zusammengetragen werden.</p>
<p><strong>Sie sind ein 54jähriger Medienveteran, der alle möglichen neuen multimedialen Technologien umarmt. Was sagen Sie ihren skeptischen jüngeren Kollegen, die nicht Blogger, Live-Video-Blogger oder iPhone-App-Nutzer werden wollen?<br />
</strong><br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/nextconference/3504587533/"><img class="alignleft size-medium wp-image-683" title="jeffjarvis7" src="http://medialdigital.de/wp-content/jeffjarvis7.jpg" alt="jeffjarvis7" width="300" height="234" /></a>Wenn ich das kann, könnt Ihr das auch. Es ist einfacher, als es aussieht. Das ist ja gerade der Punkt: Es ist so einfach. Ich bin dafür, dass jeder Journalist in jeder Redaktion diese neue Instrumente beherrschen sollte. Dann verstehen Journalisten auch, warum die Welt solche Dinge benutzt. Der Grund ist: Weil es einfach ist. Dann werden diese Tools auch für Journalisten weniger mysteriös. Das ist der beste Dienst, den wir Journalisten erweisen können. Ich lehre meine Dozentenkollegen an der CUNY Graduate School of Journalism den Umgang mit diesen Dingen und das ist erhellend. Sie verstehen danach besser, wie sich die Welt verändert. Ein von Berufs wegen neugieriger Journalist sollte darüber Bescheid wissen. Es ist absolut keine Kunst, eine Flip-Kamera zu nehmen, auf den roten Knopf zu drücken und ein Video aufzunehmen.</p>
<p><strong>Sollte jeder Journalist wirklich ein Alleskönner mit jeder neuer Technik sein?<br />
</strong><br />
Nein. Aber jeder sollte die Hilfsmittel soweit beherrschen, dass er zu jeder Zeit eine Geschichte auf die gerade geeignetste Art erzählen kann. Wenn Journalisten Zeuge einer interessanten oder lustigen Szene werden von, sagen wir, Jarvis fällt von der Bühne, dann sollten sie die Szene filmen und live-bloggen können. Das ist dann keine richtige Videoreportage, aber ein zehnsekündiger Bewegtbild-Moment. Man sollte stets bereit sein, neue Werkzeuge einsetzen zu können. Das war genauso, als Computer in die Redaktionen einzogen. 1974, als ich ein junger Autor war, hat das die Art, wie ich geschrieben habe, verändert.</p>
<p><strong>Vielleicht sind Journalisten in den USA tatsächlich neugieriger. In Deutschland betrachten viele Kollegen neue Technologie eher mit Skepsis. Sie glauben, dass sich dadurch der Wert ihrer alten Fähigkeiten vermindert. </strong></p>
<p>Das ist altes Kontrolldenken. Ich kann mir nicht vorstellen, wie jemand glauben kann, etwas nicht zu lernen, würde ihn besser dastehen lassen. Das ist so offensichtlich lächerlich. Journalisten sollten per Definition neugierig auf neue Technologie sein. Teil des Problems ist allerdings, dass wir Insider  neue Medien oft wie eine Geheimwissenschaft aussehen lassen. Wir müssen weniger orthodox werden, uns öffnen und andere großzügig an unserem Wissen teilhaben lassen.</p>
<p><em>Fotos: nextconference, elmine, next09 Flickr photostream</em></p>
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