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	<title>Medial Digital &#187; multimediale Koproduktion</title>
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	<description>Das Blog zur Zukunft der Medien und des Journalismus</description>
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		<title>Daniel Nauck: &#8220;Mischformen sind unser Markenzeichen&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Aug 2011 17:54:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Daniel Nauck ist Mitgründer und einer der Geschäftsführer von 2470media, einem Produktionsstudio für journalistische Multimedia-Reportagen. Im Interview mit mir spricht Daniel über die Bedeutung einer klaren Geschäftsidee für journalistische Unternehmer, über crossmediale Verwertung, den Wert der Zusammenarbeit von Journalisten mit Programmierern, Fotografen und Designern und über seine Leidenschaft für das Geschichtenerzählen. Wer ist 2470media und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
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<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/10f92cc6bc0c4fa1ad9a3fdb67dfdbc9" alt="" width="1" height="1" /></p>
<h4>Daniel Nauck ist Mitgründer und einer der Geschäftsführer von <a href="http://www.2470media.eu/index.82.de.html">2470media</a>, einem Produktionsstudio für journalistische Multimedia-Reportagen. Im Interview mit mir spricht Daniel über die Bedeutung einer klaren Geschäftsidee für journalistische Unternehmer, über crossmediale Verwertung, den Wert der Zusammenarbeit von Journalisten mit Programmierern, Fotografen und Designern und über seine Leidenschaft für das Geschichtenerzählen.</h4>
<p><strong>Wer ist 2470media und was macht ihr?</strong></p>
<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Daniel_Nauck.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5104" title="Microsoft Word - cv_daniel_fin2.doc" src="http://medialdigital.de/wp-content/Daniel_Nauck-225x289.jpg" alt="" width="225" height="289" /></a>24/70 beschreibt den Brennweitenbereich des von uns genutzten Standardobjektives, sozusagen unsere „Reportagebrennweite“. Wir sind ursprünglich Fotojournalisten und haben diesen Begriff aus unserem technischen Repertoire gewählt. Es ist das Werkzeug, mit dem wir die Welt erkunden und ein Gepäckstück, welches wir auch auf eine einsame Insel mitnehmen würden. Es sollte aber auch ein Begriff sein, der universell interpretierbar und befüllbar ist. Eine bewusst offene Markenprägung, weil wir bei der Gründung natürlich noch nicht genau wussten, wo es uns hinführt.</p>
<p><strong>Versteht Ihr Euch in erster Linie als Foto- und Videojournalisten oder gibt es bei auch künstlerische nicht-dokumentarische Ansätze?</strong></p>
<p>Wir nennen uns Multimediajournalisten und sind eine Produktionsfirma für multimediale Reportagen. Wir wollen Geschichten aus dem Leben erzählen. Die Wirklichkeit enthält so viel spannende Dinge und ermöglicht auch Sichtweisen, die nicht dem Konsens entsprechen. Dem wollen wir uns widmen.</p>
<p><strong>Euer Anspruch ist ja nah ran zugehen, das drückt ja auch Euer Name aus.</strong></p>
<p>Ja, 24/70 ist eine Brennweite, bei der man nah ran gehen muss. Zwei bis drei Meter Entfernung sind da ganz üblich. Die Dinge aus der Nähe zu betrachten, ohne die nötige journalistische Distanz zu verlieren. Das ist Grundsatz und Ziel der Autoren von 2470media. Es entspricht auch den Eigenschaften unseres Namensgebers, dem Kameraobjektiv mit der Brennweite 24-70mm, das wir für unsere Reportagen verwenden.</p>
<p><strong>Beeinflusst die Brennweite Eure Geschichten?</strong></p>
<p>Die Nähe zu den Protagonisten, auch die emotionale Nähe, ist ein klassisches Thema des Fotojournalismus. Und auch sich dabei nicht selbst zu präsentieren. Der klassische Fotojournalist ist immer ein stiller Begleiter gewesen. Die Betroffenen selbst in Erscheinung treten zu lassen. Dieser Tradition folgen wir. Das heißt nicht, das wir nicht auch andere Formate, z.B. mit Sprecherstimme machen könnten, aber wir adaptieren nicht das Fernsehen. Für abstraktere Formate wie Erklärstücke über die Weltwirtschaftkrise oder zur aktuellen Finanzsituation der USA würden wir eher Animationen benutzen.</p>
<p><strong>Was macht Ihr über klassische Reportagen hinaus?</strong></p>
<p>Wir orientieren uns an dem, was man in den USA Multimedia Storytelling nennt. Darüber hinaus sehen wir unsere Geschäftsentwicklung immer mehr auch in Richtung Crossmedia. Wir sind darüber hinaus auch eine Entwicklungsredaktion zur Entwicklung redaktioneller Bewegt- und Standbilder. Da gehört die crossmediale Auswertung auch dazu. Zum Beispiel jetzt bei den <strong><a href="http://vimeo.com/berlinfolgen">berlinfolgen</a></strong> in Kooperation mit der taz. Unsere Multimedia-Reportagen sind eine Eigenentwicklung, die sich an amerikanischen Vorbildern orientiert. Wir haben eine starke fotografische BIldsprache, die Geschichten bleiben durch die Fotografie und eine möglichst starke Geschichte eher „hängen“ als Bewegtbild. Mischformen an der Schnittstelle zwischen Bewegtbild, Fotografie und Radiogeschichte sind für uns am interessantesten und sie sind mittlerweile unser Markenzeichen. Daran wollen wir weiterarbeiten.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="601" height="338" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=12184814&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="601" height="338" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=12184814&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/12184814">Soccer for Life Episode 4 &#8211; After the War</a> from <a href="http://vimeo.com/user2902731">2470media</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p><strong>Als ich das erste von Mal von 2470media  hörte, war meine erste Assoziation: freie Journalisten arbeiten 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche bei 0 Urlaubstagen im Jahr&#8230; </strong></p>
<p>Das wäre ja fürchterlich. Nein, aber als Unternehmensgründer arbeitet man schon mehr als 5 Tage die Woche, aber das ist für uns eine Investition. Das ist sicher bei Gründern ganz normal, war aber als Assoziation nicht beabsichtigt.</p>
<p><strong>Wie seid Ihr als Unternehmen organisiert?</strong></p>
<p>Wir sind eine Unternehmergesellschaft, das ist die deutsche Form der Limited. Da gibt es geringere Einstiegsbarrieren. Man muss keine Einlage von 25.000 Euro haben, sondern kann beschränkte Haftung auch mit kleineren Summen bekommen. Wir sind vier Gründer, heute sind drei von uns gleichwertig am Unternehmen beteiligt. Wir haben zwei Geschäftsführer und einen Gründer mit Prokura, das heißt alle haben die gleichen Vertretungsrechte und -pflichten.</p>
<p><strong>Habt Ihr auch lose assoziierte Mitglieder?</strong></p>
<p>Ja, insgesamt sind wir wesentlich mehr Leute, nämlich 12 bis 15 Personen in unseren beiden Büros in Hannover und Berlin, die an ganz unterschiedlichen Projekten arbeiten. Wir kommen aus der Fachhochschule Hannover. Dort haben wir schon früh angefangen Netzwerke zu spinnen, die über unseren Studiengang Fotojournalismus und Dokumentarfotografie hinaus reichen, mit Journalisten und Multimediafachleuten und Programmierern. Das ging schon in der Hochschule los, deshalb haben wir auch ein Büro in Hannover.</p>
<p><strong>Ihr betreibt Social Media Publishing. Was ist darunter zu verstehen?</strong></p>
<p>Wir arbeiten in erster Linie mit Partnern aus dem Medienbereich, z.B. mit der taz, für deren Webseiten wir Inhalte produzieren. Ein wichtiger Bestandteil des Netzes sind aber mittlerweile die sozialen Netzwerke. Sie sind ein idealer Träger für Inhalte und für das Community-Building. Wir stellen unsere Inhalte nicht nur einzelnen Webseiten zur Verfügung, sondern wir benutzen die sozialen Medien, um die Inhalte über die Grenzen dieser Webseiten hinaus verbreiten zu können. Wir stellen zum Beispiel Filme in die sozialen Netzwerke ein und bauen Communities auf. Wir lassen die Inhalte frei, um Aufmerksamkeit zu generieren.</p>
<p><strong>Nutzt Ihr auch Creative Commons Lizenzen?</strong></p>
<p>Wir veröffentlichen die Filme im Internet und gestatten Privatpersonen die freie Weitergabe, zum Bsp. die Einbettung unserer Filme auf deren Webseiten. Kommerzielle Nutzer, zum Beispiel Verlage, die an unseren Inhalten interessiert sind, müssen sich zur Lizensierung an uns wenden.</p>
<p><strong>Ein Teil Eurer Refinanzierung läuft über <a href="http://www.inkubato.com/de/">Inkubato</a>. Wie funktioniert das?</strong></p>
<p>Inkubato ist eine Plattform für Crowdfunding. Wir haben dort ein Testprojekt gestartet, das noch nicht so gut gelaufen ist. Das liegt aber auch daran, dass sich diese Plattformen erst etablieren müssen. Die bekannteste Crowdfunding-Plattform Kickstarter hat ein Jahr gebraucht, bis sie auf nennenswerte Zahlen gekommen Nur ist Crowdfunding der zweite Schritt vor dem ersten. Es nutzt nichts, mit zehn Facebook-Fans und 20 Twitter-Followern zu solchen Modellen überzugehen. Man muss erst die Community aufbauen, sie pflegen und mit ihr in Interaktion treten. Dann kann darauf aufsatteln und ein Projekt zum Crowdfunding ausschreiben. Da sind wir auf einem guten Weg.</p>
<p><strong>Könnt Ihr von 2470media leben? </strong></p>
<p>Wir haben gerade den Punkt erreicht, an dem sich unsere Arbeit auch finanziell auszahlt. Unsere freien Mitarbeiter arbeiten natürlich auch an anderen Projekten. Wir haben uns bei der Unternehmensgründung vor anderthalb Jahren eine Frist von drei Jahren gesetzt um profitabel zu arbeiten und sind guter Dinge. Jede Geschäftsgründung hat einen gewissen Investitionsbedarf und der ist bei einer Unternehmung wie unserer mit recht aufwändigen Produkten schon etwas größer als bei einem Journalistenbüro. Die Ausrüstung ist natürlich teilweise schon da und die Anlaufkosten sind geringer, als sie vor zehn Jahren gewesen wären, aber fünfstellig ist das insgesamt schon. Man braucht eine Büroausstattung mit drei, vier Rechnern, Kameras, Mikrofone und natürlich auch den Willen, seine Arbeitskraft zu investieren.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="601" height="338" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=11160065&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="601" height="338" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=11160065&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/11160065">Digitale Nomaden</a> from <a href="http://vimeo.com/user2902731">2470media</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p><strong>Braucht man nicht vor allem auch Unternehmergeist, eine Vision und Leidenschaft?</strong></p>
<p>Ja, es geht nicht ohne eine klare Geschäftsidee und das Wissen: Das ist mein Produkt. Das Problem mit der Vision ist: Dafür gibt es in Deutschland anders als in den USA für Journalisten kaum Fördermöglichkeiten. Die Frage lautet ja immer, warum haben deutsche Medienleute so wenig Gründergeist? Meine Antwort: Es gibt keine Förderung unternehmerisch denkender Journalisten. Aber genau die brauchen wir. Sonst verschenken wir viel journalistisches Potential.</p>
<p><strong>Habt Ihr Förderung bekommen? </strong></p>
<p>Wir haben aus der niedersächsischen Hochschul-Förderinitiative Gründercampus Geld bekommen und außerdem aus der Filmförderung für innovative audiovisuelle Inhalte des Medienboard Berlin-Brandenburg. Beide Förderungen sind klar wirtschaftlichen Gesichtspunkten untergeordnet. Trägt sich das Vorhaben und wird es Gewinn erwirtschaften? Das letztere ist ein bedingt rückzahlbares Darlehen und für uns etwas ganz Besonderes. Es gibt in Berlin bestimmt 1000 kleine Unternehmen, die spannende Dinge machen, von Magazinmachern bis hin zur Games-Branche. Da konnten wir einen kleinen Achtungserfolg erzielen. Das ist aber nur eine Anschubfinanzierung, kein Geschäftsmodell.</p>
<p><strong>Leidenschaft und Visionen habt Ihr aber trotzdem?</strong></p>
<p>Ja, natürlich. Wir sind von der Leidenschaft für das Geschichtenerzählen getrieben. Dazu kommt unsere Leidenschaft für die Fotografie: Fotoreportagen, zum Beispiel großer Fotografen wie Henri Cartier-Bresson hängen heute in Museen. Sie sind eine Kulturform und auch eine Kunstform. Und Ikonen unserer Zeit.</p>
<p><strong>Welche Themen reizen euch inhaltlich? </strong></p>
<p>In unseren Multimedia-Reportagen befassen wir uns mit aktuellen gesellschaftlichen Themen. Uns beschäftigt stark das soziale Miteinander, gerade weil das Auseinanderbrechen der Gesellschaft so stark voranschreitet. Das kann sich in einer Serie wie die über deutsche „Islam-Konvertiten“ und deren konfliktreichem Alltag  von Michael Hauri äußern wie auch in unserer Serie „Soccer for Life“, bei dem wir einen Blick hinter die Kulissen der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika geworfen haben. Mich persönlich reizen aber auch Themen wie die Auswirkungen der Digitalisierung/ Virtualisierung auf die Gesellschaft oder die Zukunft der Arbeit. Im Mittelpunkt steht immer das Interesse am Menschen und am Menschlichen — das haben alle unsere Geschichten gemeinsam, so auch die „berlinfolgen“, die wir in Kooperation mit der taz produzieren.</p>
<p><strong>Ist es noch immer schwierig, Redaktionen davon zu überzeugen, Audio-Slideshows und Multimedia-Reportagen zu kaufen und auch angemessen dafür zu bezahlen? </strong></p>
<p>Die Reaktionen sind gut, letztlich aber auch immer abwartend. Das liegt aber nicht an den Formaten an sich, sondern an der grundsätzlichen Zurückhaltung.</p>
<p><strong>Worin besteht die? Kein Geld? Keine Lust?</strong></p>
<p>Es ist sicher nur begrenzt Geld für neue Formate vorhanden, dazu kommt die ungewohnte Möglichkeit, mit uns einen externen Produzenten zu beauftragen. Das ist sicher auch schwierig innerhalb des Hauses zu verkaufen. Das löst sich mit dem iPad ein wenig auf. Wir haben jetzt mehr Möglichkeiten, in Kooperation mit den Verlagen oder beratend uns mit iPad Applikationen und crossmedialen Auswertungen zu beschäftigen. Das dauert aber hier in Deutschland alles etwas länger.</p>
<p><strong>Produziert ihr auch speziell für das iPad?</strong></p>
<p>Wir produzieren nicht speziell für einen Kanal, sondern medienübergreifend und plattformgerecht. Der Kunde muss sagen, welche Plattformen er bespielt haben will und wir liefern für welche Plattform auch immer. Das reicht von Print und Online bis zu Social Media sowie multimedialen und interaktiven Anwendungen. Es reicht heute nicht mehr, Filme irgendwie auf Webseiten einzubinden, die Steuerung der Inhalte wird immer wichtiger. Wie kommen die Nutzer an die Inhalte ran? Oder besser: Wie kommen die Inhalte zum Nutzer? Wie steuert man das? Wie misst man das? Dafür braucht man das Wissen, wie sich Inhalte im Netz verbreiten und darum kümmern wir uns auch. Wir haben jetzt eine Kooperation mit einer Hochschule zum Thema Eyetracking angebahnt. Wir wollen gemeinsam messen, wie gut unsere Filme im Vergleich mit reinen Bewegtbildern funktionieren.</p>
<p><strong>Sind unter den derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen Corporate Publishing Kunden eine gute Alternative? Sind es vielleicht sogar die besseren Kunden?<br />
</strong><br />
Aus unternehmerischer Sicht sind Corporate Publishing Kunden natürlich ein nicht zu vernachlässigendes Standbein. Aber der Innovationsbedarf ist in der klassischen Medienbranche am größten und dafür lohnt es sich, zu entwickeln. Wir fahren bewusst zweigleisig. Es ist legitim, wenn man die Möglichkeiten, die durch Arbeiten für Unternehmen entstehen, wieder in journalistische Produkte fließen lässt.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="601" height="338" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=15052718&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="601" height="338" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=15052718&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/15052718">Annas Traum oder: Rocket Science für Anfänger</a> from <a href="http://vimeo.com/user2902731">2470media</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p><strong>Kann Euer unternehmerischer Ansatz Vorbild für andere freie Journalisten, Teams oder Büros sein?</strong></p>
<p>Ja, wobei ich das gar nicht auf den Multimedia-Aspekt verengen möchte. Aber unser Gechäftsmodell ist interessant für Leute, die jetzt gerade frisch von den Medienhochschulen auf den Markt kommen. Unser Modell besteht aus einer Vernetzung ganz unterschiedlicher Kompetenzen, die nicht nur im Journalismus verankert sind. Wir vernetzen uns mit Designern, Animationsprofis und Programmierern.  Das kann man auch machen, wenn man zum Beispiel ein hyperlokales Blog starten will. Journalist sein heißt ja nicht auch noch unbedingt Producer, Verleger und Programmierer sein zu müssen. Das kann man gar nicht alles selbst können, sondern man muss sich die passenden Leute suchen und sich mit ihnen vernetzen. An den Schnittstellen passieren die spannenden Entwicklungen, da gibt es Innovation, da wird Wissen aufgebaut. Mit diesem Wissen kann man auch bei großen Verlagen landen. Die überlegen ja gerade, wo sie die Experten für den Medienwandel herbekommen sollen. Im Moment gibt es sie in den Verlagen nicht.</p>
<p><strong>Was plant Ihr für die Zukunft?</strong></p>
<p>Wir wollen unsere Themenfelder weiter ausbauen und gleichzeitig unsere bestehenden Projekte fortführen. Wir streben weitere Kooperationen mit Verlagen an und wollen unsere Kooperation mit der taz weiter auszubauen. Wir bekommen über Twitter und Facebook sehr gutes Feedback, die Leute lieben die berlinfolgen. Wir wollen mehr Animationsfilme produzieren. Und wir wollen künftig auch Redaktionen beraten und schulen, wie man sich  crossmedial aufstellt. Welche Kompetenzen braucht man im eigenen Haus, welche kann man dazu holen? Das sind Fragen, die für Verlagshäuser immer wichtiger werden.</p>
<p><em>Daniel Nauck, 33, ist Geschäftsführer von 2470media, einem Produktionsstudio für journalistische Multimedia-Reportagen mit Sitz in Berlin und Hannover. Er hat Fotojournalismus in Hannover studiert und während und nach seinem Studium mit verschiedenen deutschen Redaktionen zusammengearbeitet. Vor seinem Studium hat er gute wie auch schlechte Erfahrungen in der Werbung und in verschiedenen Bereichen der Filmproduktion sammeln dürfen.</em> <em>Foto: Daniel Nauck</em></p>
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		<title>”Die Sendung mit dem Internet&#8221; &#8211; Interview mit den Machern</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 11:03:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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			</a>
		</div>
<p style="text-align: center;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Sendung.jpg"></a><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Sendung.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-962" title="Sendung" src="http://medialdigital.de/wp-content/Sendung.jpg" alt="Sendung" width="533" height="410" /></a></p>
<p>Heute abend um 19 Uhr startet bei <strong>Antenne Düsseldorf </strong>auf der UKW-Frequenz 104,2 und auf der <strong><a href="http://www.sendung-mit-dem-internet.de/ ">Website</a> </strong>die neue multimediale <strong>”Sendung mit dem Internet&#8221;</strong>. Der Clou daran:  gewünschten Grad der Interaktivität können die Nutzer selbst steuern &#8211; in dem sie sich z.B. im Live-Chat zu Wort melden, was wiederum in die Sendung einfließt. Oder indem sie klassisch-passiv-linear die Sendung als Podcast auf ihren iPod laden. Die ”Sendung mit dem Internet&#8221; gibt es ab sofort jeden Montag von 19 bis 21 Uhr mit einer frischen Folge.<br />
Hinter dem Kooperationsprojekt von <a href="http://www.rp-online.de/"><strong>rp-online</strong></a> und <a href="http://www.antenneduesseldorf.de/"><strong>Antenne Düsseldorf</strong></a> stehen die beiden Initiatoren und Moderatoren <strong>Franziska Bluhm</strong>, stellvertretende Chefredakteurin von rp-online, und <strong>Daniel Fiene</strong>, Redakteur bei Antenne Düsseldorf. Im folgenden Interview mit mir sprechen die beiden über das Konzept und die Inhalte des Formats:</p>
<p><strong>&#8220;Die Sendung mit dem Internet&#8221; &#8211; ist das eine Art Sendung mit der Maus? </strong></p>
<p><strong>Daniel Fiene:</strong> Nein, die Sendung heißt nicht so, weil wir erklären wollen, wie das Internet funktioniert, sondern sie ist dazu da, die Lebenswelt Internet unseren Hörern, Lesern und Nutzern näher zu bringen. Wenn man den Titel hört, versteht man sofort, hier geht es um das Internet.</p>
<p><strong>Gibt es einen Bedarf für eine eigene Sendung? </strong></p>
<p><strong>Fiene:</strong> In der normalen Berichterstattung stoßen die Internetthemen auf ein so großes Interesse, dass wir gemerkt haben: Dafür müssen wir etwas Spezielles anbieten. Deshalb machen wir jetzt eine eigene Sendung. Wer die hört, verpasst nichts mehr in Sachen Internet. Die Nutzer bekommen die wichtigsten Trends und Themen der Woche erklärt, aber auch rechtliche Hintergründe und Verbraucherschutztipps. Zum Beispiel: Kann ich bei eBay noch sicher einkaufen?</p>
<p><strong>Die Sendung richtet sich also nicht in erster Linie an Geeks? </strong></p>
<p><strong>Franziska Bluhm:</strong> Nein, in erster Linie an die ganz normalen Menschen, die auf rp-online.de surfen und Antenne Düsseldorf hören, und das sind halt keine Geeks. Wir haben den Titel ”Sendung mit dem Internet&#8221; ausgewählt, weil es in der Sendung um Internetthemen geht, gleichzeitig aber auch, weil wir ja nicht nur im Radio senden, sondern auch im Internet präsent sind.</p>
<p><strong><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Fiene-Bluhm.jpg"><img class="alignleft size-large wp-image-963" title="Fiene-Bluhm" src="http://medialdigital.de/wp-content/Fiene-Bluhm-300x219.jpg" alt="Fiene-Bluhm" width="300" height="219" /></a>Worum wird es in der ersten Sendung heute abend gehen? </strong></p>
<p><strong>Fiene:</strong> Soeben sind die neuen iPhones auf den Markt gekommen und es gibt schon das erste Gejammer, das sei gar nicht alles so toll. Wir schauen mal genau auf das neue iPhone 3GS und testen es. Wir sprechen dazu auch mit einer Expertin und sind außerdem sehr gespannt auf das Hörer- und Zuschauer-Feedback. Ein weiteres Thema: Zum Start in die Urlaubszeit erklären wir die Tarif-Fallen, wenn man im Ausland mit dem Handy ins Internet gehen möchte. Da hat sich ja einiges bei Roaminggebühren geändert. Wir erklären, wie man sich vor einer horrenden Rechnung schützen kann.</p>
<p><strong>Bluhm:</strong> Wir wollen dann noch einen Blick auf die Grimme Online Awards werfen und die Gewinnerseiten vorstellen. Auch unter dem Aspekt, welche davon nützlich sind.</p>
<p><strong>Auf welchen multimedialen Kanälen spiegelt sich die Sendung mit dem Internet wider?</strong></p>
<p><strong>Bluhm:</strong> Im Radio wird die Sendung auf der UKW-Frequenz 104,2 ausgestrahlt, das ist die Frequenz von Antenne Düsseldorf. Gleichzeitig gibt es einen Live-Stream im Internet. Die Zuschauer können sich per Chat, ICQ, Twitter und Mail zu Wort melden. Es wird einen Podcast geben, so dass man die Sendung auch noch mal herunterladen und ganz entspannt nachhören kann. Und wir werden Themen aus der Woche noch einmal im Blog zur Sendung aufgreifen und Hintergründe liefern.</p>
<p><strong>Seht ihr die Gefahr, dass sich die Sendung in einer selbstrefenziellen Feedback-Schleife am Ende vor allem um sich selbst drehen könnte?<br />
</strong><br />
<strong>Bluhm:</strong> Eigentlich nicht. Wir haben das früher schon mal absichtlich inszeniert, in dem wir zum Beispiel Gülzans Hochezeit im Fernsehen geguckt haben und parallel dazu live mitkommentiert haben. Das war natürlich gewollt selbstreferenziell. Das ist hier aber anders, denn hier geht es ja um echte Inhalte und echte Themen und ich glaube, dass man da eine ganz andere Diskussion führen kann als bei Gülzans Hochzeit.</p>
<p><strong>Spielt das Format auch in der gedruckten Rheinischen Post eine Rolle?</strong></p>
<p><strong>Bluhm: </strong>Wir werden die Sendung zum Start auch dort ankündigen. Ob wir das Format dann aber auch in die Zeitung hineinbringen, und wenn ja, in welcher Form, ist noch offen. Wir müssen das erst einmal ausprobieren.</p>
<p><strong>Wie kam es zu der Idee?</strong></p>
<p><strong>Fiene:</strong> Franziska und ich  haben uns unabhängig voneinder erzählt, dass wir das Thema Internet unserer Leser,- Hörer- und Zuhörerschaft näher bringen wollen und dann haben wir uns überlegt, dass es doch eigentlich das Klügste wäre, wenn wir das gemeinam machen. Wir können jetzt alles, was wir an vereinzelten Stellen schon ausprobiert haben, zum Beispiel Mogolus&#8230;</p>
<p><strong>&#8230;eine Plattform, auf der man einen persönlichen Live-Web-TV-Kanal streamen kann, &#8230;</strong></p>
<p>&#8230; oder Twitter zusammenfassen und im Kontext der traditionellen Medien, in denen wir arbeiten, mal ausprobieren. Daraus ist an einem langem Abend in einem Düsseldorfer Café das Konzept entstanden. Es ist auch wirklich haargenau so umgesetzt worden, wie wir uns das ausgedacht haben, was natürlich sehr schön ist.<br />
<strong>Wer gehört zum Team?</strong></p>
<p><strong>Fiene:</strong> Wir beide produzieren die Sendung. Wir können natürlich die Ressourcen in den jeweiligen Redaktionen nutzen. In der Sendung wird deshalb auch die eine oder andere bekannte Stimme von Antenne Düsseldorf auftauchen, die das eine oder andere Thema übernehmen wird. Aber die Köpfe zur &#8220;Sendung mit dem Internet&#8221; sind wir.</p>
<p><strong>Seht Ihr Parallelen zur neuen multimedialen Jugendmarke yourzz.fm, bei der in Ostwestfalen zwei Lokalradios und 14 Lokalteile von Tagezeitungen kooperieren?</strong></p>
<p><strong>Fiene</strong>: Bis auf die Tatsache, dass es klug ist, auf die Quellen zurückzugreifen, die man sowieso schon im Haus hat, sehe ich keine Parallelen.</p>
<p><strong>Ist das Projekt als Experiment befristet?</strong></p>
<p><strong>Fiene:</strong> Nein, wir sind jetzt Woche für Woche da und das ist auch gut so. Wir wollen ein Fixpunkt werden: Montags abends gibt es jetzt immer frische Themen von der ”Sendung mit dem Intenet&#8221;.</p>
<p><strong>Bluhm: </strong>Einschalten, mitmachen und weitersagen.</p>
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