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	<title>Medial Digital &#187; Qualitätsjournalismus im Internet</title>
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	<description>Das Blog zur Zukunft der Medien und des Journalismus</description>
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		<title>Linktipps zum Wochenstart: Leistungsschutzrecht bestätigt Kritiker</title>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 17:15:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Top-Tipp: iRights.info veröffentlicht und kommentiert den Entwurf für das Leistungsschutzrecht für Presseverleger Das Urheberrechtsportal iRights.info veröffentlicht den Entwurf zum geplanten Leistungsschutzrecht (pdf-Dokument) und sieht die schlimmsten Befürchtungen der Kritiker bestätigt: &#8220;Würde der Gesetzgeber diesen Forderungen Folge leisten, würde das unweigerlich zu einer nie da gewesenen Rechtsverwirrung führen und die Berichterstattung und Informationsvermittlung sowie -beschaffung in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<h4><img class="aligncenter size-large wp-image-2815" title="evolution-of-privacy-on-facebook" src="http://medialdigital.de/wp-content/evolution-of-privacy-on-facebook-300x140.png" alt="evolution-of-privacy-on-facebook" width="300" height="140" /></h4>
<h4>Top-Tipp:</h4>
<h4><a href="http://irights.info/index.php?id=880">iRights.info veröffentlicht und kommentiert den Entwurf für das Leistungsschutzrecht für Presseverleger</a></h4>
<p>Das Urheberrechtsportal <em>iRights.info</em> veröffentlicht den Entwurf zum geplanten Leistungsschutzrecht (pdf-Dokument) und sieht die schlimmsten Befürchtungen der Kritiker bestätigt: &#8220;Würde der Gesetzgeber diesen Forderungen Folge leisten, würde das unweigerlich zu einer nie da gewesenen Rechtsverwirrung führen und die Berichterstattung und Informationsvermittlung sowie -beschaffung in einer Weise beeinträchtigen, die bislang nur in Ansätzen absehbar ist. <strong>Die Entwürfe machen mehr als deutlich, dass die vielfältigen Kollateralschäden mit gesetzlichen Formulierungen nicht vermieden werden können. Sie sind vielmehr eine Folge der Idee des Leistungsschutzrechts für Presseverleger selbst.</strong>&#8221; iRights ist befremdet, dass sich die Journalistengewerkschaften die Forderungen der Verleger offenbar größtenteils zu eigen machen und sieht schwere Beeinträchtigungen unter anderem für Blogger, freie Journalisten, Suchmaschinen und Aggregatoren.</p>
<p><strong>Lesenswerte Reaktionen auf diese Veröffentlichung: </strong></p>
<h4><strong><a href="http://irights.info/blog/arbeit2.0/2010/05/08/leistungsschutzrecht-marshallplan-fur-alte-traume/">Leistungsschutzrecht: Marshallplan für alte Träume</a></strong></h4>
<p><strong> </strong></p>
<p>(Philipp Otto bei <em>iRights.info</em>)</p>
<p><!-- end header --></p>
<h4><a title="Wie sich die Verlage das mit dem Leistungsschutzrecht vorstellen" rel="bookmark" href="http://www.internet-law.de/2010/05/wie-sich-die-verlage-das-mit-dem-leistungsschutzrecht-vorstellen.html">Wie sich die Verlage das mit dem Leistungsschutzrecht vorstellen</a></h4>
<p>(IT-Fachanwalt Thomas Stadler)</p>
<h4><a rel="bookmark" href="http://www.presseschauer.de/?p=1144">Sind Blogger Presseverleger?</a></h4>
<p>(<em>der presseschauer</em>)</p>
<h4><a href="http://breitband.dradio.de/nie-da-gewesene-rechtsverwirrung/">&#8220;Nie da gewesene Rechtsverwirrung&#8221; </a></h4>
<p>(Interview mit Matthias Spielkamp in der Sendung &#8220;Breitband&#8221; des Deutschlandradio Kultur)</p>
<h4>Weitere Tipps:</h4>
<h4><a href="http://www.buzzmachine.com/2010/05/08/confusing-a-public-with-the-public/">Confusing *a* public with *the* public</a></h4>
<p>Jeff Jarvis, Inbegriff der größtmöglichen Öffentlichkeit im Netz, macht sich dezidierte Gedanken über eine unsichtbare Grenze zwischen öffentlich und privat, die Facebook nun überschritten habe: &#8220;<strong>Facebook and Mark Zuckerberg seem to assume that once something is public, it’s public. They confused sharing with publishing.</strong> They conflate the <strong><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Public_sphere">public sphere</a></strong> with the <strong><a href="http://makingpublics.mcgill.ca/">making of a public</a></strong>. That is, when I blog something, I am publishing it to the world for anyone and everyone to see: the more the better, is the assumption. But when I put something on Facebook my assumption had been that I was sharing it just with the public I created and control there. <em>That public is private.</em> Therein lies the confusion. Making that public public is what disturbs people. It robs them of their sense of control—and their actual control—of what they were sharing and with whom (no matter how many preferences we can set).&#8221; Der Blogpost sei eine <strong>erste Diskussionsgrundlage für sein geplantes neues Buch über digitale Öffentlichkeiten</strong>,<strong> <a href="http://twitter.com/jeffjarvis/status/13628770980">twitterte Jarvis</a></strong>. Dazu passend: <strong><a href="http://mattmckeon.com/facebook-privacy/">The Evolution of Privacy on Facebook</a> </strong>(Schaubild).<strong><br />
</strong></p>
<h4><a href="http://www.online-merkur.de/seiten/lp201005bma.htm">Abschied vom Besten</a></h4>
<p>Katrin Passig analysiert in ihrer Internetkolumne beim <em>Online-Merkur</em> die <strong>Stärken und Schwächen kollaborativer Filter- und Empfehlungssysteme</strong>. Interessanter Teilaspekt: &#8220;Auch zu gute Empfehlungs- und Filterungssysteme können theoretisch Nachteile mit sich bringen. Google erklärte im Dezember vorauseilend, man habe nicht vor, konservativen Nutzern nur noch konservative Ergebnisse zu zeigen, sondern bemühe sich um eine lediglich individuell zugeschnittene Vielfalt von Quellen und Meinungen.&#8221;</p>
<h4><a href="http://www.theeuropean.de/norbert-bolz/2993-interaktivitaet-im-web">“Das Internet ist kein Massenmedium”</a></h4>
<p>Kommunikationsforscher <strong>Norbert Bolz</strong> erläutert im Interview mit Alexander Görlach vom <em>European</em> seine Vision von Netzwerken und Information im Internet. In der fehlenden Interaktivität der klassischen Medien sieht Bolz ihre Stärke, die Charakteristika Interaktivität und hohe Reichweite schließen sich für ihn gegenseitig aus: ”Immer dann, wenn Angebote im Internet tatsächlich ähnlich aufmerksamkeitsstark sind, haben wir es dort eigentlich mit der <strong>paradoxen Dynamik</strong> zu tun, <strong>dass ein interaktives Medienangebot in ein Massenmedium umschlägt</strong>. Ein Blog beispielsweise, der, sagen wir mal, 50.000 Klicks bekommt, ist kein Blog mehr, sondern ein Massenmedium. Interaktivität wird dann fiktiv.&#8221;</p>
<h4><a href="http://derstandard.at/1271375944153/derStandardat-Interview-Partizipation-hat-den-Journalismus-nicht-weitergebracht">&#8220;Partizipation hat den Journalismus nicht weitergebracht&#8221;</a></h4>
<p>Online-Journalismus-Professor <strong>Lorenz Lorenz-Meyer</strong> erläutert im Interview mit dem Standard, <strong>warum Vernetzung und Transparenz den guten alten Objektivitätsanspruch der Qualitätsmedien ablösen sollte</strong>: &#8220;Mir ist wichtig, dass die qualifizierten Akteure der politischen Öffentlichkeit, also nicht nur Politiker, sondern auch Aktivisten, Journalisten, Pädagogen und Wissenschaftler ihren schon bestehenden Gesprächsraum über das Internet verbessern können &#8211; bzw. schon längst verbessern hätten können.&#8221;</p>
<h4><a href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2010/05/06/twitter-ist-mehr-nachrichtenmedium-als-soziales-netzwerk.aspx">Twitter ist ein Nachrichtenmedium &#8211; kein soziales Netzwerk</a></h4>
<p><em>Netzökonom</em> Holger Schmidt erläutert die Kernthesen einer koreanischen Studie, nach der über die Hälfte der Tweets aus klassischen Nachrichten bestehen, weil diese besonders häufig weiterverbreitet werden. Da sich nur 22 Prozent der Nutzer wechselseitig folgen, sei Twitter außerdem kein soziales Netzwerk. Das ist meiner Meinung nach zu einseitig betrachtet, da es von den Nutzer abhängt, was sie aus Twitter machen. Manche nutzen Twitter als ein (mitunter geschlossenes) soziales Netzwerk, manche nur als Nachrichtenfilter und -verbreiter, die meisten aber wohl in einer Kombination von beidem. Diese Zeilen sollte sich außerdem jeder Autofollower und jeder &#8220;Wie Sie 2000 Follower in 2 Tagen bekommen&#8221;-Marktschreier ausgedruckt auf den Bildschirm kleben: &#8220;<strong>Der Einfluss eines Twitter-Nutzers hat nach dieser Untersuchung nur wenig mit der Zahl seiner Follower zu tun</strong>. Wird als Kriterium des Einflusses eines Twitterers die Zahl der Retweets seiner 140-Zeichen-Botschaften herangezogen, dann liegen nicht mehr Prominente wie Ashton Kutcher oder Britney Spears vorne, sondern eher Nachrichtenmedien wie CNN und die New York Times oder bekannte Blogs wie Mashable oder Techcrunch.&#8221; Zur Überprüfung dieser These empfehle ich <a href="http://klout.com/"><strong>Klout</strong></a>.</p>
<h4><a href="http://paidcontent.org/article/419-traditional-ways-of-judging-quality-in-published-content-are-now-useles/#comment-48302938">Traditional Ways Of Judging ‘Quality’ In Published Content Are Now Useless</a></h4>
<p>Webunternehmer Ben Elowitz hält im Zeitalter des sozialen Netzes eine <strong>Neudefinition des Begriffs &#8220;Qualitätsinhalt&#8221;</strong> für notwendig. Seine Kernthesen bei <em>Paid Content</em>:</p>
<ul>
<li>The audience doesn’t care where the content comes from as long as it meets their needs.</li>
<li>Too many editors care far more about being accurate than they do being useful; and they will find themselves out of business soon if they don’t start measuring themselves more by relevance than by accuracy.</li>
<li>Digital audiences are not relying on any one piece as the sole source.</li>
<li>Old media wants to win Pulitzer Prizes; new media wants to win audiences.</li>
</ul>
<p>Teilweise vehemente Kritik in den Kommentaren.</p>
<h4><a href="http://mashable.com/2010/05/03/content-curation-creation/">Why Content Curation Is Here to Stay</a></h4>
<p>Steve Rosenbaum, Chef der Videoplattform<em> </em><em><em><strong><a href="http://www.magnify.net/" target="_blank">Magnify.net</a></strong>,</em></em><em> </em>beleuchtet in einem Beitrag für <em>Mashable </em>die neue Rolle der Kuratoren von Inhalten. Rosenbaum unterscheidet zwischen rein algorithmischen Aggregatoren wie Google News und redaktionellen Kuratoren. Sein Fazit: &#8220;<strong>Curation is now part of the content equation. It doesn’t kill anything, rather it adds a powerful new tool that will make content destinations more relevant, more robust, and more likely to attract and retain visitors.</strong> Curation is here to stay, though creators should have the ability to create boundaries, both editorial and economic, around what they create and how it is repurposed.&#8221;</p>
<h4><a href="http://www.magda.de/zukunft_des_schreibens_3/">Endlich Ballast abwerfen!</a></h4>
<p>Wolfgang Michal benennt auf der Autorenplattform <em>Magda</em> zehn gute Gründe, <strong>warum das Schreiben im Netz viel einfacher ist</strong>: zum Bespiel &#8220;unverzügliches Veröffentlichen&#8221;, Verzicht auf &#8220;langatmige Beschreibungen&#8221; zugunsten von Links und die Möglichkeit Fehler unverzüglich zu korrigieren. Punkt 1 lautet: &#8220;Die Schere im Kopf fällt weg. Es gibt keine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gatekeeper_%28Nachrichtenforschung%29"><strong>gatekeeper</strong></a> mehr, deren Stirnrunzeln ein freier Autor berücksichtigen muss.&#8221; Was dabei nicht explizit genannt wird, aber implizit gemeint ist: Schreiben in eigener redaktioneller Verantwortung, zum Beispiel ein eigenes Blog führen.</p>
<h4><a title="Permanent Link to We Stole Your Pictures, Now We’re Going To Sue You" rel="bookmark" href="http://www.jeremynicholl.com/blog/2010/05/03/afp-steal-photos-then-sue-photographer-2/">We Stole Your Pictures, Now We’re Going To Sue You</a></h4>
<p>Urheberrechtsposse: Die <strong>unglaubliche Geschichte</strong> <strong>des Fotografen Daniel Morel</strong>, dessen Erdbeben-Fotos aus Haiti unter anderem Namen von der Agentur AFP verbreitet wurden und der von AFP verklagt wurde, weil er Schadenersatz forderte.</p>
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		<title>Dann boykottiert doch Google!</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 21:23:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nun also auch Hubert Burda. Von ihm hatte man ja auch bisher noch nichts vernommen bei den seit Wochen währenden Verlagsvorstössen für eine Leistungsschutzabgabe. Heute aber hat sich Burda mit Verve in die Debatte geworfen und setzt sich mit der ”Link-Ökonomie&#8221; auseinander. ”Wir werden schleichend enteignet&#8221; ist sein Meinungsbeitrag in der FAZ übertitelt, in dem [...]]]></description>
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			</a>
		</div>
<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/84b3cdd643ff48999e8fb40887fc7a03" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/google.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-976" title="google" src="http://medialdigital.de/wp-content/google.jpg" alt="google" width="430" height="302" /></a></p>
<p>Nun also auch Hubert Burda. Von ihm hatte man ja auch bisher noch nichts vernommen bei den seit Wochen währenden Verlagsvorstössen für eine Leistungsschutzabgabe. Heute aber hat sich Burda mit Verve in die Debatte geworfen und setzt sich mit der ”Link-Ökonomie&#8221; auseinander. <a href="  http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E5A9CAF508685453EB782013BE79E9C91~ATpl~Ecommon~Scontent.html"><strong>”Wir werden schleichend enteignet&#8221;</strong></a> ist sein Meinungsbeitrag in der <em>FAZ</em> übertitelt, in dem er argumentiert, dass Google sich mit der Verlinkung von Inhalten in Verlagsportalen ungerechtfertigt bereichere.</p>
<p>Der Verleger ist nicht per se dagegen, dass Suchmaschinen Links zu Verlagsinhalten setzen. Dass Google dann aber den Löwenanteil an Werbeeinnahmen aus diesem Konstrukt erzielt und die Verlage im Internet &#8220;nur lousy Pennies&#8221; verdienen &#8211; das sind Burda, Springer und Co. nicht gewohnt. Denn zu Vor-Internetzeiten waren sie es, die Anzeigenflächen zu horrenden Preisen vermarkten konnten. Das weiß jeder, der mal einen dürren Fünfzeiler ohne Foto oder grafische Gestaltung als Anzeige in einer Lokalzeitung aufgegeben hat.</p>
<p>Dass diese seligen Zeiten für immer vorbei sind, das wissen Hurbert Burda oder auch Matthias Döpfner nur zu gut. Genau deshalb gibt es ja diese in immer kürzen Abständen zu lesenden Meinungsbeiträge. Sie stehen fast immer auf den Feuilletonseiten und nicht im Wirtschaftsteil, denn es geht ja vordergründig um den Erhalt des Qualitätsjournalismus, und nicht um Besitzstandswahrung. Doch in Wahrheit ist es doch so: Die Verlage sehen es offenbar als ein Naturgesetz an, dass ihnen die zweistelligen Renditen aus dem Printzeitalter auch im Netz zustehen. Und wenn sich jemand &#8211; also vor allem Google &#8211; von diesem Kuchen ein so großes Stück abschneidet, dass für die Verlage weniger als gewohnt übrigbleibt, dann muss aus ihrer Sicht eben aus anderen Quellen Geld in die Verlagskassen geleitet werden, per Leistungsschutzabgabe oder Kulturflatrate.</p>
<p>Doch zurück zu Google und der Link-Ökonomie. Burda argumentiert:</p>
<blockquote><p>Suchmaschinen, aber auch Provider und andere Anbieter profitieren überproportional von unseren teuer erstellten Inhalten. Doch wer die Leistung anderer kommerziell nutzt, muss dafür bezahlen.</p></blockquote>
<p>Und genau hier liegt das große Missverständnis. Google erbringt mit der Verlinkung eine Dienstleistung. Hierfür als Verlag die Hand auf zu halten, wäre genauso absurd, wie von Kioskbesitzern eine Abgabe dafür zu verlangen, dass der <em>Focus </em>in der Auslage liegt. In der Logik von Burda verkauft der Kioskinhaber nur deshalb so viele Schokoriegel und Bierflaschen, weil die Käufer in erster Linie wegen des <em>Focus</em> zum Kiosk gehen. Also müsse der Burda-Verlag angemessen am Umsatz mit den Schokoriegeln und den Bierflaschen beteiligt werden.</p>
<p>Die Dienstleistung besteht darin: Internetseiten, die bei Suchmaschinen indiziert werden und nach dem Eingeben von Suchbegriffen in den Trefferlisten auftauchen, werden dadurch für  viele Nutzer erst auffindbar. Nebenbei: Auch Aggregatoren wie Rivva machen Webseiten von Verlagen an prominenter Stelle sichtbar (auf den Plätzen 3 bis 5 in der Rivva-Rangliste der am meisten verlinkten Leitmedien stehen mit geringen Schwankungen seit Wochen beispielsweise <em>Spiegel Online</em>, <em>Zeit Online</em> und <em>FAZ.net</em>), auch Blogs verlinken auf Print-Websites &#8211; umgekehrt allerdings sehr selten. Aber Burda hat sich ja auf Google als großen Bereicherer eingeschossen, deshalb bleiben wir bei diesem Aspekt.</p>
<p>Der Suchmaschinenbetreiber könnte theoretisch auch Gebühren dafür verlangen, dass sein Suchalgorithmus den Printportalen täglich, stündlich, minütlich frische Besucher zuführt. Für dieses Geschäftsmodell hat sich Google aber nicht entschieden, sondern für Werbefinanzierung. Neben den organischen Suchergebnissen tauchen weitere Links auf, deren Platzierung von Unternehmen erkauft wurde. Außerdem bietet Google allen Websites an, relevante Kontextwerbung zu platzieren (AdSense) und die Einnahmen zu teilen. Mit diesen beiden Diensten verdient Google so viel Geld, dass der Konzern es sich leisten kann, weitere kostenfreie Dienste wie GoogleMaps, Google Docs, Google Reader, Googlemail etc. anzubieten und seine besten Leute für die Erforschung neuer Dienste wie das Kommunikationsnetzwerk Wave freizustellen. Nach eigenen Angaben hat Google im Jahr 2008 übrigens fünf Milliarden Dollar über AdSense und Co. an Partner ausgeschüttet.</p>
<p>”Google ist ein moderner Imperialist, der seine monopolartige Stellung nutzt und ausnutzt&#8221;, sagt Hans-Jürgen Jakobs, Chefredakteur von <em>Süddeutsche.de</em> im <a href="http://meedia.de/nc/details/article/web-chefredakteure--mehr-geld-von-google_100021453.html"><strong>Interview mit meedia</strong></a>. Doch dass Google als Suchmaschine in Deutschland einen Marktanteil von rund 90 Prozent hat, bedeutet noch lange kein Monopol im Sinne einer erzwungenen Marktmacht, wie Jakobs suggeriert. Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen meinem lokalen Energieversorger und meiner favorisierten Suchmaschine. Einem Monopolisten kann man nicht ausweichen, weil es keine Alternativen gibt oder weil diese nur mit großer Mühe genutzt werden können. Doch es gibt Dutzende von Alternativen zu Googlemail und es gibt auch andere Suchmaschinen. Google beherrscht den Weltmarkt der Websuchen, weil die Internetnutzer mit Milliarden von Mausklicks so abgestimmt haben. (In China ist die Suchmaschine Baidu übrigens beliebter). Google hat seine Marktmacht nicht durch Nötigung erzwungen, anders als Microsoft jahrelang mit seinem vorinstallierten Explorer als Browser. Auf meinen Rechnern ist Google jedenfalls nicht vorinstalliert.</p>
<p>Ebenso freiwillig wie die Nutzung einer bestimmten Suchmaschine für Verbraucher ist es für Webseiten-Betreiber, ihre Seiten für Google und Co. auffindbar zu machen. Mit einem einzigen Mausklick lässt sich verhindern, dass die Crawler vorbeikommen und Seiten indizieren. Diese Option wählt aber kein Verlag, denn die zusätzlichen Besucher sind natürlich hochwillkommen. Zu den <em>Focus Online</em> Seiten finden rund die Hälfte der Besucher per Google. Chris Anderson, Autor der Bücher  ”The Long Tail&#8221; und ”Free&#8221; und Chefredakteur der US-Zeitschrift <em>Wired</em>, beziffert den Anteil der Besucher, die von Google auf die Wired-Seiten kommen, auf 40 Prozent. ”Ich nenne das ein Geschenk, aber die Zeitungen nennen es Diebstahl&#8221;, sagt Anderson <a href="http://www.guardian.co.uk/media/pda/2009/jun/30/chrisanderson-wired-longtail-freemium-newspapers-businessmodels"><strong>in einem lesenswerten Beitrag des Guardian</strong></a>.</p>
<p>Burda plädiert für die &#8220;rechtliche Absicherung der wirtschaftlichen Basis&#8221; als  &#8220;Selbsterhaltungstrieb unseres Rechtsstaats&#8221;. Das ist der Ruf nach dem Staat. Er soll jetzt mit Gesetzen einspringen, weil die Verlage es bis heute nicht geschafft haben, funktionierende Erlösmodelle im Internet etablieren.  Doch was wird passieren, wenn Google per Gesetz in Deutschland verpflichtet wird, für die Verlinkung zu bezahlen?  Das hat der Konzern bereits vorexerziert, als er lieber die Clips von einzelnen Plattenfirmen bei YouTube löschte, als dafür Gebühren an die Majors zu zahlen. Ebenso werden die Links auf Verlagsportale einfach ausbleiben. <a href="http://carta.info/10534/das-netz-besteht-aus-verbindungen-nicht-aus-abgeschotteten-inseln/"><strong>Und die Verlags-Websites werden zu Inseln im Netz, die allmählich veröden</strong></a>.<br />
Das wird auch einer der Gründe sein, warum Verlage sich nicht einfach verabreden, ihre Angebote für Google zu sperren. Zumindest diejenigen Verlage, die sich momentan für eine Leistungsschutzabgabe einsetzen. Mit ihrer gemeinsamen Marktmacht dürfte es für die Verlage doch ein Leichtes sein, dem deutschsprachigen Internet soviel Qualitätsjournalismus zu entziehen, dass Google sich auf Verhandlungen über eine ”faire&#8221; Gewinnbeteiligung einlässt, oder nicht? Doch es gibt noch einen weiteren Grund, der gegen einen Google-Boykott spricht: Nachrichtenanbieter, die dabei nicht mitmachen, werden gestärkt, und die ersten, die aus der Phalanx der Verweigerer ausscheren, ebenfalls.</p>
<p>Nebenbei: Freie Journalisten, die per Total-Buy-Out-Vertrag ihre Verwertungsrechte online und offline gegen Einmalhonorar an Verlage wie Springer oder FAZ abtreten müssen, sollten von dieser Stelle in Burdas Text Notiz nehmen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Bei alldem geht es um viel mehr als die rechtliche Beanspruchung eines „fair share and faire use“, eines fairen Umgangs mit Informationen und eines fairen Anteils an der Wertschöpfung im Internet. Es geht um die Bewahrung eines Kulturguts.&#8221;</p></blockquote>
<p>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/yodelanecdotal/1449868160/">Flickr / Yodel Anecdotal</a></p>
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