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	<title>Medial Digital &#187; Spot.Us</title>
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	<description>Das Blog zur Zukunft der Medien und des Journalismus</description>
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		<title>Inhalteproduzenten brauchen neue Wertschöpfungsketten &#8211; meine Keynote beim Cologne web content forum</title>
		<link>http://medialdigital.de/2010/04/23/inhalteproduzenten-brauchen-neue-wertschopfungsketten-meine-keynote-beim-cologne-web-content-forum/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 12:28:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir befinden uns mitten in einer Medienrevolution. Ähnlich wie in Frankreich ab 1789 wird Blut fließen und es werden Köpfe rollen. Es gibt keine störungsfreie Übergangsphase, wo das alte Analoge allmählich vom neuen Digitalen abgelöst wird. Die Revolution hält sich nicht aufhalten, nicht verlangsamen und sie verläuft disruptiv. Zum Sterben verurteilte Geschäftsmodelle sind zum Beispiel: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/4848e246ea4b42e286b0b4a0432bdf66" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-large wp-image-2637  aligncenter" title="Guillotine" src="http://medialdigital.de/wp-content/Guillotine-300x382.png" alt="Guillotine" width="300" height="382" /></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Wir befinden uns mitten in einer Medienrevolution. Ähnlich wie in Frankreich ab 1789 wird Blut fließen und es werden Köpfe rollen.</strong> Es gibt keine störungsfreie Übergangsphase, wo das alte Analoge allmählich vom neuen Digitalen abgelöst wird. Die Revolution hält sich nicht aufhalten, nicht verlangsamen und sie verläuft disruptiv.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Zum Sterben verurteilte Geschäftsmodelle sind zum Beispiel:</strong></p>
<ul style="text-align: center;">
<li style="text-align: left;"> Schwer nachweisbare Leserzielgruppen für fünfstellige Beträge an Werbekunden zu vermarkten. In ausgewählten Testgebieten in Baden-Württemberg wil Aldi-Süd, einer der größten Zeitungsanzeigenkunden überhaupt, jetzt erstmals ausprobieren, ob sich die aktuellen Angebote anstatt mit Printanzeigen nicht auch mit Hauswurfprospekten preiswerter und effektiver bewerben lassen. Wenn das Experiment erfolgreich verläuft, ist absehbar, dass Aldi auch in anderen Bundesländern auf Zeitungsannoncen verzichten wird. Und dass die anderen Discounter nachziehen werden. Allein Aldi Süd und Nord schalten im Jahr für 380 Millionen Euro Zeitungsanzeigen. Insgesamt tragen Händler mit 40 Prozent zum Anzeigenumsatzvolumen bei. Sollte das wegbrechen, bekämen die Verlage ein Riesenproblem.</li>
</ul>
<ul style="text-align: center;">
<li style="text-align: left;"> Zeitungen zu verkaufen, deren Inhalte zu großen Teilen aus Agenturmaterial und sonstigen beliebigen Inhalten bestehen, war sehr lukrativ, solange es nicht weiter auffiel. In Zeiten, wo Zeitungen zu großen Teilen identische Webportale betreiben, fällt es sehr auf. Warum die Zeitung kaufen, wenn die Inhalte überall kostenfrei im Netz stehen?</li>
</ul>
<ul style="text-align: center;">
<li style="text-align: left;"> Rubrikenanzeigen millimeterweise teuer abzurechnen, war äußerst lukrativ. Jetzt gibt es kostenlose Marktplätze im Netz.</li>
</ul>
<p style="text-align: left;">All diese Geschäftsmodelle können so nicht weiterlaufen.</p>
<p style="text-align: left;">Für das Fernsehen und das Radio ist der Wandel zu digitalen Medien weniger dramatisch. Sie haben es leichter, ihre Angebote netzgerecht aufzubereiten. Und außerdem brechen ihnen die Werbeeinnahmen auf ihren klassischen Kanälen nicht dermaßen weg. Im Gegenteil: Radio hat in der Krise von seinem Image als Abverkaufsmedium sogar profitiert, und beim Fernsehen ziehen die Werbebuchungen schon wieder an.</p>
<p style="text-align: left;">Die Verlage müssen sich allerdings etwas einfallen lassen. Sie müssen einerseits mit ihren Inhalten ins Netz, weil ihre Nutzer dort immer stärker zu finden sind. Sie müssen andererseits neue Wege finden, ihre Inhalte im Netz zu monetarisieren. Vor allem, weil an Werbeplätzen im Internet kein Mangel herrscht, was bekanntlich die Preise extrem drückt.</p>
<p style="text-align: left;">Weil der Veränderungsdruck bei den Verlagen am größten ist, aber auch weil das die Medienwelt ist, aus der ich komme, befasse ich mich heute vorrangig mit einigen Beispielen, wie Verlage neue Wertschöpfungsketten im Internet entwickeln. Damit, was gute Chancen hat, erfolgreich zu werden und was eher nicht. Und natürlich mit ganz neuen Marktbeteiligten, die man als Bedrohung empfinden kann. Oder von denen man lernen kann &#8211; je nach Position, die man einnimmt.</p>
<h4 style="text-align: left;">Meine Kernthesen:</h4>
<ol>
<li><strong>Das Paywall-Paradoxon</strong></li>
<li><strong>Die Qualität von &#8220;Qualitätsinhalten&#8221; liegt im Auge des Betrachters.</strong></li>
<li><strong>Es wird in Teilen eine Entbündelung bisheriger Inhaltspakete geben. </strong></li>
<li><strong>Inhalte im Internet werden sich künftig aus vielen verschiedenen Quellen und Geschäftsmodellen finanzieren müssen.</strong></li>
<li><strong>Medienhäuser müssen auch Kuratoren externer Inhalte werden.</strong></li>
</ol>
<p style="text-align: center;"><strong><img class="aligncenter size-large wp-image-2642" title="deposit-coins-here" src="http://medialdigital.de/wp-content/deposit-coins-here-300x188.png" alt="deposit-coins-here" width="300" height="188" /><br />
</strong></p>
<p style="text-align: center;">
<h4 style="text-align: left;">1. Das Paywall Paradoxon</h4>
<p style="text-align: left;"><strong>Paid Content ist nicht die einzige Alternative zur Werbefinanzierung. Zwinge Deinen Nutzer in Bezahlmodelle, die ihm widerstreben und Du wirst ihn verlieren. Biete ihm etwas Einzigartiges, das er sonst nirgendwo bekommt, und er wird vielleicht sogar freiwillig dafür bezahlen.</strong></p>
<p>Können Inhalteanbieter Einnahmen verlieren, obwohl sie das Produkt verteuern? Das geht ohne weiteres. Zeitungen gehen ein hohes Risiko ein, wenn sie für ihre bisher kostenfreien Inhalte im Internet plötzlich Geld verlangen.</p>
<p>Die Abozahlen von amerikanischen Regionalzeitungen, die in den letzten zwei, drei Jahren &#8220;Online-only&#8221;-Abonnements eingeführt haben, sind jedenfalls ernüchternd. <a href="http://paidcontent.org/table/whos-charging"><strong>Das amerikanische Webportal paidcontent.org hat vor einigen Tagen die Online-Abo-Zahlen von 26 amerikanischen Regionalzeitungen ausgewertet.</strong></a></p>
<p style="text-align: left;">Spitzenreiter ist der Webableger der Zeitung &#8220;Arkansas Democrat Gazette&#8221; in Little Rock &#8211; mit nur 3500 gewonnenen Online-Only-Abonnenten in neun Jahren. Bei allen anderen untersuchten Portalen sieht es noch schlechter aus. &#8220;Newsday&#8221; auf Long Island hat es auf 35 Webabos zum Preis von 20 Dollar monatlich gebracht. Auf jeden 1000. Zeitungsabonnenten oder -käufer kommt hier ein einziger Webportal-Abonnent.</p>
<p style="text-align: left;">Gewinne und Verluste zwischen Print, dem alten offenem Portal und dem neuen Bezahlportal sind Faktoren, die in eine realistische Bewertung des Erfolgs oder Misserfolgs von Bezahlcontent im Internet eigentlich mit einfließen müssten. Aber das sind natürlich Zahlen, die diese Verlage nicht herausrücken.</p>
<p style="text-align: left;">Deutsche Verlage tun das übrigens auch nicht, wenn nicht wirkliche Erfolge zu verkünden sind.</p>
<p style="text-align: left;">Der Axel Springer Verlag hat im Dezember 2009 die Inhalte seiner Regionalzeitungen ”Hamburger Abendblatt&#8221; und &#8220;Berliner Morgenpost&#8221; teilweise kostenpflichtig gemacht. Das Vorgehen ist  in Medienkreisen teilweise (zum Beispiel von Stefan Niggemeier) <strong><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/aussichtslos-selbstmoerderisch-unverschaemt/">mit Befremden aufgenommen worden</a></strong>, weil die Inhalte praktisch über Nacht kostenpflichtig wurden &#8211; der Zugang zu lokalen und regionalen Inhalten kostet beim &#8220;Abendblatt&#8221; seitdem 7,95 Euro im Monat. Die Einführung ging außerdem einher mit einem Kommentar des stellvertretenden Chefredakteurs Matthias Iken, der den Abschluss eines Online-Abos zur Moralfrage erklärte:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Ist es zu viel verlangt, in Zeiten, wo aufgeschäumter Kaffee im Pappbecher drei Euro kostet oder das Telefonvoting für sinnbefreite Casting-Shows mindestens 50 Cent, für das Produkt Qualitätsjournalismus knapp 30 Cent am Tag zu bezahlen?</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Das steht beim &#8220;Hamburger Abendblatt&#8221; <a href="http://www.abendblatt.de/ratgeber/article1307619/abendblatt-de-gibt-es-seit-heute-im-Abonnement.html">auch heute noch so im Netz</a>. Allerdings kann man natürlich sagen, letztlich zählt der Erfolg. Es zählen die gewonnenen Online-Abos. Und es zählt, ob es auf der anderen Seite Einbrüche bei den werbefinanzierten frei zugänglichen Webseiten gegeben hat. Vielleicht sehen die Zahlen ja gar nicht so schlecht aus.</p>
<p style="text-align: left;">Wieviele Abonnenten die beiden Plattformen inzwischen gewonnen haben, gibt Springer noch nicht bekannt. Aber die IVW-Zahlen geben immerhin Aufschluss auf die Auswirkungen auf die Online-Plattformen. Beim &#8220;Hamburger Abendblatt&#8221; ist die Zahl der Visits sogar um ein Viertel gestiegen (von 5,4 Millionen im März 2009 auf 6,7 Millionen im März 2010). Bei der &#8220;Berliner Morgenpost&#8221; ist sie dagegen um ein Drittel eingebrochen (von 3,7 Millionen im März 2009 auf nur noch 2,5 Millionen im März 2010).</p>
<p style="text-align: left;">Was kann man daraus ableiten? <strong>Wenn es keine Alternative zu einem Bezahlangebot gibt, wird ein nennenswerter Teil der Nutzer ein Online-Abo abschließen, so dass sich Paid Content im Web unter dem Strich rechnen kann.</strong> Das &#8220;Abendblatt&#8221; ist auf dem Hamburger Tageszeitungsmarkt quasi Monopolist, wenn man von der Boulevardzeitung &#8220;Hamburger Morgenpost&#8221; einmal absieht. Die &#8220;Berliner Morgenpost&#8221; ist auf dem umkämpften Berliner Zeitungsmarkt alles andere als ein Monopolist. Offensichtlich denken sehr viele Nutzer, dass sie die Inhalte genausogut auch beim &#8220;Tagesspiegel&#8221; oder bei der &#8220;Berliner Zeitung&#8221; kostenlos lesen können.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Wer als kostenpflichtiger Inhalteanbieter nur einen Klick von kostenfreien Alternativen entfernt ist, für den könnte sich Paid Content als teurer Irrweg erweisen.</strong></p>
<p style="text-align: left;">Ernüchternd für die Verfechter von Paid Content im Internet ist eine auch <a href="http://rd.kpmg.co.uk/mediareleases/21031.htm"><strong>aktuelle Untersuchung der Unternehmensberatung KPMG</strong></a> für den britischen Markt: <strong>Die Briten nutzen immer mehr Inhalte im Internet und befassen sich immer länger damit, aber 90 Prozent der Nutzer bezahlt nichts dafür und will auch weiterhin nichts bezahlen.</strong> Und von denen, die vielleicht Geld für Medienangebote im Internet ausgeben wollen, wollen die meisten nur Musik und Filme herunterladen.</p>
<p style="text-align: center;">
<h4 style="text-align: left;">2. Die Qualität von &#8220;Qualitätsinhalten&#8221; liegt im Auge des Betrachters.</h4>
<p style="text-align: left;"><strong>Nur wenige Nutzer werden bereit sein, für Inhalte im Internet, auf dem Mobiltelefon oder auf dem Tablet-PC zu bezahlen, die es bisher umsonst gab, wenn ihnen nicht zugleich auch ein Mehrwert geboten wird, den sie bisher nicht hatten. Auch dann nicht, wenn der Anbieter seinen bisherigen Gratisangeboten nun das Etikett &#8220;Qualitätsinhalt&#8221; anheftet.</strong></p>
<p style="text-align: left;">Was ist ein Qualitätsinhalt? Verstehen Anbieter und Nutzer unter Qualitätsinhalten überhaupt das Gleiche? Und selbst wenn die Nutzer das Gleiche meinen wie die Anbieter, wollen sie dann dafür bezahlen? Im <a href="http://www.charlierose.com/view/interview/10952"><strong>Interview mit dem US-Talker Charlie Rose</strong></a> sagte Springer Chef Matthias Döpfner kürzlich, die Verleger müssten eigentlich täglich niederknien und Steve Jobs danken, dass er ihnen das iPad beschert hat.</p>
<p style="text-align: left;">Doch ist das iPad &#8211; oder das WePad &#8211; wirklich der Heilsbringer für Inhalteanbieter? Für manche vielleicht, aber vielleicht nicht unbedingt für Verlage.</p>
<p style="text-align: left;">Werden Mediennutzer, denen ein Zeitungsabo für 30 und 40 Euro im Monat zu teuer geworden ist, weil sie den größten Teil der Nachrichten im Internet umsonst lesen können, plötzlich wieder zu zahlenden Abonnenten, nur weil sie die gleichen Nachrichten in gleicher Aufmachung nun als App auf dem iPad lesen können?</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-large wp-image-2645" title="weather-HD" src="http://medialdigital.de/wp-content/weather-HD-300x223.png" alt="weather-HD" width="300" height="223" /></p>
<p style="text-align: left;">Insgesamt betracht ist der iTunes App Store natürlich eine gigantische Verkaufsmaschine. Allerdings verkaufen sich vor allem Spiele und Software, die den Alltag erleichtert, besonders gut. Aber Medien-Apps mit periodisch sich erneuernden Inhalten gehören nicht zu den großen Verkaufserfolgen. Auch die von Springer bekanntgegebene Zahl von 100.000 heruntergeladenen &#8220;Welt&#8221; und &#8220;Bild&#8221; iPhone Apps schon im ersten Monat kann sich schnell relativieren, solange man nicht erfährt, wie hoch die Erneuerungsrate ist. Wieviele Nutzer probieren die App nur einmalig aus? Wieviele möchten dafür mehrfach oder dauerhaft bezahlen? Diese Zahlen gibt Springer nicht heraus.</p>
<p style="text-align: left;">Auch einzelne Apps für das iPad sind bereits ein Renner. Schon jetzt werden für iPad Apps im Wert von über 370.000 Dollar pro Tag verkauft.  <strong><a href="http://www.businessinsider.com/a-look-inside-apples-app-store-2010-4">Die Macher der App &#8220;Weather HD&#8221; schätzen in einer Analyse für das Portal &#8220;Business Insider&#8221; den Markt für bezahlte iPad Apps auf eine Milliarde Dollar in zwei Jahren.</a></strong></p>
<p style="text-align: left;">Allerdings war in den ersten Tagen nach dem iPad Verkaufsstart am Ostersamstag unter den 20 umsatzstärksten Apps noch kein einziges Medienangebot. Am meisten gekauft wurde:</p>
<ul>
<li>Büro-Software (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, etc. alles das, was als Standard-Software nicht mitgliefert wird)</li>
<li>Spiele</li>
<li>Multimedia-Anwendungen wie (Baseball-Live-Übertragungen, Wetterkarte etc.)</li>
</ul>
<p style="text-align: left;">Die &#8220;Weather HD&#8221; App für 99 Cent verkaufte sich schon mehrere tausend Mal, bevor das iPad überhaupt auf dem Markt war.</p>
<p>Dass noch kein großer Umsatz mit Medienapps gemacht wird, muss natürlich mittelfristig nichts heißen, da viele Medien-Apps jetzt noch kostenlos sind. Außerdem können sie ja noch verbessert werden. Der geringe Umsatz ist aber ein Indiz dafür, dass die Medienapps momentan jedenfalls noch nicht sonderlich attraktiv sind.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-large wp-image-2647" title="WSJ-app" src="http://medialdigital.de/wp-content/WSJ-app-300x382.png" alt="WSJ-app" width="300" height="382" /></p>
<p style="text-align: left;">Mich wundert  das nicht, denn die  iPad Apps von &#8220;New York Times&#8221;, &#8220;Wall Street Journal&#8221;, &#8220;Time&#8221;, &#8221; Men&#8217;s Health&#8221;, in Deutschland die iPad App der &#8220;Welt&#8221;-Gruppe  -  die sehen im wesentlichen alle noch aus wie gedruckte Zeitungen. Alle diese Zeitungs- und Zeitschriften-Apps sollen schon jetzt oder bald Geld kosten, <strong>die App des &#8220;Wall Street Journal&#8221; kostet sogar 17 Dollar im Monat, das ist anderthalb mal so viel wie ein kostenpflichtiger Zugang zur normalen Webseite des &#8220;Wall Street Journal&#8221;.</strong></p>
<p style="text-align: left;">Und das sind bisherige Reaktionen:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-2648 aligncenter" title="WSJ-Rez" src="http://medialdigital.de/wp-content/WSJ-Rez.png" alt="WSJ-Rez" width="489" height="77" /></p>
<p style="text-align: right;">(&#8220;WSJ&#8221; App Nutzerrezesnion im iTunes-Store)</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: right;"><img class="size-full wp-image-2651 aligncenter" title="wsj insane" src="http://medialdigital.de/wp-content/wsj-insane.png" alt="wsj insane" width="458" height="48" /> (<a href="http://www.engadget.com/2010/04/02/wsj-ipad-subscription-officially-17-29-per-month-is-murdoch-in/"><strong> engadget</strong></a>)</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;"><strong>Die Verlage hoffen also, dass die Nutzer bezahlen, obwohl sie dem Nutzer weniger Funktionalitäten bieten als ihre kostenfreien Webpendants, die immer nur einen Fingerspitzendruck entfernt sind. Direkt neben einer Bezahl-App liegt ja immer auch das kostenlose normale Internet.</strong></p>
<p style="text-align: left;">Warum sollten Nutzer also dafür zahlen, dass sie:</p>
<ul>
<li>Beiträge bekommen, die in der Regel nur einmal täglich aktualisiert werden</li>
</ul>
<ul>
<li> nicht kommentieren dürfen</li>
</ul>
<ul>
<li> keine Links ins Internet bekommen, also keine zusätzlichen Informationen und keinen Kontext außerhalb der App</li>
</ul>
<p style="text-align: left;">Die neue iKiosk App der Welt Gruppe (Folie) hat bisher zwar erst zwei* Nutzerbewertungen im Tunes Store bekommen. Aber diese beiden Bewertungen drücken aus, was sinngemäß auch <a href="http://netzwertig.com/2010/04/09/die-welt-die-erste-deutsche-medien-ipad-app-enttaeuscht/"><strong> Andreas Göldi bei netzwertig</strong></a> sagt:</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-2652" title="welt-rez" src="http://medialdigital.de/wp-content/welt-rez.png" alt="welt-rez" width="563" height="304" /></p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: left;">*Zum Zeitpunkt der vorgetragenen Keynote gestern war es erst eine Rezension.</p>
<p style="text-align: left;">Es gibt allerdings Medien-Apps für das iPad, die jetzt schon mehr bieten als Print oder Web und die nicht nur Studien sind, sondern echte Apps, die schon auf dem Markt sind. &#8220;USA Today&#8221; bietet einige Zusatzfunktionen und auch die &#8220;Guardian eyewitness app&#8221; ist klasse gemacht: brilliante Darstellung,  hochauflösend. Sie ist gratis. Sehr überzeugend scheint auch die Anwendung um Marvel Comics zu sein &#8211; man kann die Bilder  einzeln durchlaufen lassen, dann wirken sie fast wie ein Animationsfilm. Wunderschön gemacht ist ebenfalls der Bilderbuch-Klassiker &#8220;Alice for the iPad&#8221; (lesenswert dazu auch die <strong><a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2010/04/13/alice-for-the-ipad-wunderland-der-neuen-medien/">Rezension von Matthias Schwenk</a></strong>).</p>
<p style="text-align: left;">
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="479" height="343" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/gew68Qj5kxw&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="479" height="343" src="http://www.youtube.com/v/gew68Qj5kxw&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: center;">
<h4 style="text-align: center;">3.   <strong>Es wird in Teilen eine Entbündelung bisheriger Inhaltspakete geben.</strong></h4>
<p><strong>Das Modell &#8220;Wundertüte&#8221; funktioniert nicht mehr für jeden Anbieter. Inhalte rund um die Themen Auto oder Reisen müssen nicht notwendigerweise genauso finanziert werden wie politische Hintergrundgeschichten, nur weil diese Angebote im gleichen Medium erscheinen. </strong></p>
<p>Man kann Inhalte aus Ursprungsmedien entbündeln und thematisch vertikalisieren. Burda macht das bereits seinem Netzwerk <a href="http://www.glam.de"><strong>Glam</strong></a>, dass aus knapp 1800 deutschsprachigen Webseiten zum Thema Mode besteht, größtenteils nutzergeniert. Rund 150 Angebote werden exklusiv von Glam vermarktet, die anderen nicht exklusiv. Diese Bündelung von eigenem und fremdem Content hat den Vorteil, dass Werbekunden große Reichweiten mit spitzen Zielgruppen zur Verfügung gestellt werden. Das lässt sich besser vermarkten als entweder spitze Zielgruppen oder große Reichweiten. Diese Vertikalisierung betreibt, bzw. plant Burda außerdem für das Wissenschafts-Netzwerk <a href="http://scienceblogs.de"><strong>ScienceBlogs</strong></a>, für den Gossip- und Promi-Bereich, für Food und Rezepte und für Garten und Wohnen. Das sind so ziemlich die Themenbereiche, die sich am besten auf diese Weise vermarkten lassen.</p>
<p>Bei vielen Themen sind zusätzliche nutzergenierte Inhalte ein probates Mittel  um Reichweite zu vergrößern, zum Beispiel Bewertungsplattformen und Frage-Antwort-Seiten wie die neue Plattform <strong><a href="http://fragen.focus.de/">Focus Fragen</a></strong>. Solche bei Google gut rankende Plattformen sind natürlich auch eine Antwort auf Content-Farmen wie Demand Media. E-Commerce, an redaktionellen Inhalt angegliedert oder eigenständig, ist natürlich ebenfalls ein wichtiger Faktor, bei den großen Medienhäusern im Digitalbereich sogar der lukrativste.</p>
<p>Ein weiteres Beispiel für die Entbündelung von Inhalten sind Inhalte-Aggregatoren. Der Burda Aggegator <a href="http://www.nachrichten.de/"><strong>nachrichten.de </strong></a> ist noch im Versuchsstadium. Die höchsten Auszahlungen an Inhalteanbieter  liegen bisher im dreistelligen Eurobereich. Aber das Portal ist auch erst ein halbes Jahr alt und hat erst 120.000 Unique User im Monat. Angestrebet sind bis zu einer Millionen. Bei Burdas Aggregator<a href="http://www.finanzen100.de/"> <strong>finanzen100</strong></a> ist von Auszahlungen an Inhalteanbieter noch gar keine Rede. Aber beides sind Versuche, bestehende Inhalte neu zu bündeln, zusätzlich zu monetarisieren und dieses Geschäft nicht allein Google zu überlassen.</p>
<h4 style="text-align: center;">4. Inhalte im Internet werden sich künftig aus vielen verschiedenen Quellen und Geschäftsmodellen finanzieren müssen</h4>
<p style="text-align: left;">Wenn die Nutzer schon ausgesprochen wählerisch sind bei den Inhalten, für die sie bezahlen wollen, was gibt es sonst noch an Geschäftsmodellen? Und für wen könnten diese Modelle funktionieren?</p>
<p style="text-align: left;">Ein Geschäftsmodell schwappt derzeit aus den USA zu uns herüber: <strong>Content-Farmen wie Demand Media</strong>, d.h. nachfrage-orientierte Inhaltefabriken. Der übliche Produktionsablauf ist hier umgekehrt. Erst wird ausgewertet, wonach viele Webnutzer vergeblich suchen, z.B. „Rezept für Guacamole“, „Origami-Herz falten“ oder „Scheinwerfer wechseln 2005 Toyoto Corolla“. Dann definiert ein Algorithmus geeignete Beiträge, um lukrative Anzeigen zu generieren. Dann erst wird der Auftrag an einen Pool von rund 10.000 Autoren, Rechercheuren und Webfilmer herausgegeben. 4000 Beiträge werden täglich geschrieben und ins Netz gestellt. Demand Media hat rund 100 Millionen Besucher monatlich, ist der größte Produzent von Videos für YouTube und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen dreistelligen Millionen-Dollar-Umsatz größtenteils mit Onlinewerbung. Es ist ein umgekehrtes Geschäftsmodell für austauschbare generische Texte. Ein Trend ist dabei absehbar: <strong>Klassische Inhalteanbieter werden mit dieser Art von generischen Texten entweder genauso verfahren oder gegen Content-Farmen bald nicht mehr konkurrieren können.</strong></p>
<p style="text-align: left;">Man kann auch auf funktionierende <strong>Micropayment-Systeme</strong> warten. Mehrere Verlage arbeiten schon seit einiger Zeit an einem gemeinsamen verlagsübergreifenden Micropayment-System, mit dem einzelne Artikel für wenige Cent gekauft werden können. Vor allem Konstantin Neven DuMont ist ein großer Verfechter dieser Lösung. Denn natürlich wollen Nutzer wie bisher 5, 10 oder 20 verschiedene Medien im Web nutzen. Aber wer kann oder will schon soviele Online-Abos abschließen, wenn er dann doch nur wenige Inhalte von jedem Anbieter nutzt? Also sollte man Beiträge zu vernünftigen Preisen auch einzeln kaufen können. Vernünftig heißt dabei nicht: 2 Euro pro Beitrag wie bei der &#8220;FAZ&#8221;, sondern wirklich wenige Cent.</p>
<p style="text-align: left;">Der Nachteil: Wenn ich für jeden einzeln Beitrag erst mal das Sparschwein füttern muss, bevor die Bezahlschranke aufgeht, könnte dies das schnelle und effektive Websurfen doch arg behindern, so dass nicht viel dabei herumkommt. Außerdem muss natürlich eine Lösung gefunden werden, bei der nicht unverhältnismäßig viel beim Transaktions-Dienstleister hängenbleibt. Deshalb ist Paypal für einzelne Artikel keine Lösung. Diese Gemengelage ist im wesentlichen der Grund dafür, dass es immer noch keine funktionierenden Microbezahlsysteme gibt.</p>
<p style="text-align: left;">Man kann als Medienanbieter auch darauf bauen, dass man so sehr geschätzt wird, dass zumindest ein Teil der Nutzer freiwillig dafür bezahlt , dass es dieses Angebot auch weiterhin geben wird. Die &#8220;taz&#8221; hat ja schon immer abgestufte Abopreise verlangt. Der Normalabopreis ist nur ein Durchschnittswert. Man kann auch freiwillig mehr bezahlen und damit ärmere Abonnenten unterstützen, die sich nur ein subventioniertes Abo leisten können.Ganz neu ist allerdings dieser Spendenbutton auf der Webseite:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-large wp-image-2655" title="taz-spendenbutton" src="http://medialdigital.de/wp-content/taz-spendenbutton-300x124.png" alt="taz-spendenbutton" width="300" height="124" /></p>
<p style="text-align: left;">Seit einiger Zeit gibt es außerdem freiwillige Microbezahlsysteme wie Kachingle und flattr. Bei beiden Plattformen können Nutzer ihre Wertschätzung gegenüber Blogs und anderen Webseite dadurch ausdrücken, dass sie ihnen freiwillig kleine Beträge zukommen lassen. Bei Kachingle wird dabei monatlich jeweils ein Betrag von 5 Dollar pro Spender auf diejenigen teilnehmden Webseiten verteilt, die der Spender unterstützen möchte. Bei flattr kann der monatlichen Betrag selbst bestimmen. Bei <a href="http://www.kachingle.com/"><strong>Kachingle </strong></a>machen in der Betaphase derzeit 130 Webseitenbetreiber mit, <a href="http://flattr.com"><strong>flattr</strong></a> (hier ein <a href="http://netzwertig.com/2010/02/11/flattr-neuer-micropaymentdienst-setzt-auf-die-thank-you-economy/"><strong>Bericht bei netzwertig</strong></a> und ein <strong><a href="http://www.netzpiloten.de/2010/04/13/flattr-geld-verdienen-ist-kein-recht-sondern-eine-moglichkeit/">Interview bei den Netzpiloten</a></strong>) ist noch im geschlossenen Beta-Test mit nur wenigen ausgewählten Webseiten.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-large wp-image-2657" title="Kachingle-mashup" src="http://medialdigital.de/wp-content/Kachingle-mashup1-300x187.png" alt="Kachingle-mashup" width="300" height="187" /></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Sehr schön finde ich: Bei flattr &#8211; eine Wortschöpfung aus to flatter = jemand schmeicheln und flat rate fee &#8211; drückt sich das Konzept und das Weltbild, das dahinter steckt (das komplette Gegenteil der Beschimpfung einer &#8220;Gratiskultur&#8221; und der &#8220;Webkommunisten&#8221;) im <a href="http://flattr.com/"><strong>Erklärvideo</strong></a> aus.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Wofür spenden Nutzer? Was schätzen Nutzen so sehr, dass einige freiwillig dafür bezahlen?<br />
</strong></p>
<ul>
<li>Kontext, Analyse, Einordnung. Die Nachricht hinter der Nachricht. Kritisches Hinterfragen. Pointieren.</li>
</ul>
<ul>
<li>Das Medium meines Vertrauens als Bezugspunkt im Internet, an den ich mich wenden kann als mündiger Bürger, um gut informiert zu sein und um Einfluss zu nehmen auf gesellschaftliche Belange.</li>
</ul>
<ul>
<li>Einzigartigkeit, nicht Inhalte, die es auch überall woanders gibt.</li>
</ul>
<p style="text-align: left;">Die Bewährungsprobe für freiwillige Micropayments steht bei kommerziellen Medien noch aus, weil sich noch keine klassischen Medien daran beteiligt haben. Es ist aber anzunehmen, dass die Spendenbereitschaft für nicht-kommerzielle  Medien wie Blogs wesentlich größer sein dürfte als für Webportale, die mit Werbebannern überfrachtet sind. Momentan sind die Modelle ohnehin noch kaum bekannt, die Zahl der Spender ist noch gering und es lässt sich kaum abschätzen, ob die Modelle erfolgreich sein werden.</p>
<h4 style="text-align: center;">Spot Us &#8211; ein  Paradebeispiel für Crowdfunding</h4>
<p style="text-align: center;"><strong><strong><img class="aligncenter size-full wp-image-2658" title="spotuslogo" src="http://medialdigital.de/wp-content/spotuslogo.png" alt="spotuslogo" width="417" height="81" /></strong></strong></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://spot.us"><strong>Spot Us</strong></a> ist ein Marktplatz für Recherchen und eine Paradebeispiel für <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Crowdfunding"><strong>Crowd funding</strong></a>. Die Plattform wurde von David Cohn in San Francisco gegründet, hat einen Ableger in Los Angeles und <strong><a href="http://blog.digidave.org/2010/04/spot-us-in-seattle">seit neuestem auch einen weiteren Ableger in Seattle</a></strong>. Nutzer können Recherchen zu investigativen Themen bestellen und dafür spenden. Wenn genug Spenden zusammengekommen sind und das Projekt finanziert ist, ziehen die Reporter los und bearbeiten das Thema. Es entscheiden bei diesem Modell also nicht die Journalisten, sondern die Bürger mit ihren Interessen und ihrem Geldbeutel, worüber geschrieben wird und wann das geschieht.</p>
<p>Das teuerste und spektakulärste Projekte,das bisher über Spot Us finanziert wurde, ist der <a href="http://blog.spot.us/2009/11/10/the-pacific-garbage-patch-published/"><strong>Bericht von Lindsey Hoshaw über den pazifischen Müllteppich</strong></a>. Er erschien im vergangenen November zunächst in der &#8220;New York Times&#8221;. Die Geschichte ging danach rund um die Welt.</p>
<p>Vor allem für teure Recherchen für investigative oder gesellschaftlich relevante Inhalte, die sich mit Micropayments und Einzelspenden nicht finanzieren lassen, kommen auch <strong>Stiftungen als Finanziers </strong>in Frage. In den USA gibt es eine ganze Reihe von Plattformen wie Spot US, ProPublica, <a href="http://www.everyblock.com"><strong>Everyblock</strong></a>, die von Mäzenen, Stiftungen und einer Vielzahl von Einzelspenden (teil-) finanziert werden oder wurden.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-2659" title="propublica" src="http://medialdigital.de/wp-content/propublica.png" alt="propublica" width="329" height="137" /></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.propublica.org/"><strong>ProPublica</strong></a> finanziert sich momentan vor allem aus einem Grundstock von 10 Millionen Dollar jährlich aus dem Vermögen des Ex-Bankiers Herbert Sandler.  Eine weitere Million kam im letzten Jahr von diversen weiteren Stiftungen hinzu.</p>
<p style="text-align: left;">ProPublica publiziert für renommmierte Medien, unter anderem:</p>
<ul>
<li>27 Beiträge für die L.A Times</li>
<li>9 Beiträge für die &#8220;Washington Post&#8221;</li>
<li>8 Beiträge für &#8220;USA Today&#8221;</li>
</ul>
<p style="text-align: left;">Diese Medien bekommen die Beiträge nicht umsonst, sondern müssen nach wie vor einen substanziellen Kostenbeitrag leisten, aber sie tragen eben nicht das gesamte Finanzierungsrisiko.</p>
<p style="text-align: left;">Die freie Journalistin Sheri Fink <a href="http://www.nytimes.com/2009/08/30/magazine/30doctors.html"><strong>berichtete für das &#8220;New York Times Magazine&#8221;</strong></a> über die medizinische Versorgungskatastrophe nach den Überschwemmungen in New Orleans. Die Recherche zog sich über fast ein Jahr und kostete 400.000 Dollar &#8211; einen Beitrag, den sich das &#8220;NYT Magazine&#8221; nicht leisten konnte. Immerhin die Hälfte hat das das Magazin aber bezahlt, weil die Redaktion die Story wichtig fand, den Rest hat ProPublica finanziert.</p>
<p style="text-align: left;">Dieses Beispiel ist in die Geschichte eingegangen: Sheri Finks Story ist das erste Beispiel für ein Stück stiftungsfinanzierten Journalismus, das einen Pulitzer Preis gewonnen hat.</p>
<p style="text-align: left;">In Deutschland sind Stiftungen ein eher schwieriges Thema, weil sie meistens langfristig satzungsgebunden sind und nicht kurzfristig auf Konjunkturkrisen und Werbeflauten reagieren können. Außerdem haben wir hier mit unserem öffentlich-rechtlichen Rundfunk schon eine sozusagen sozialisierte Stiftung für Medieninhalte. Sie finanziert allerdings nicht zielgenau gesellschaftspolitisch wichtige Beiträge, die sich auf dem freien Markt nicht finanzieren lassen.</p>
<p style="text-align: left;">Eine Beispiel für die Diversifikation von Geschäftsmodellen: <a href="http://www.niemanlab.org/2010/04/can-explainers-be-the-basis-for-a-revenue-stream-voice-of-san-diegos-scott-lewis-thinks-so/"><strong>Die profitable Webseite Voice of San Diego finanziert sich aus fünf verschiedenen Erlösquellen:</strong></a></p>
<ul>
<li>Stiftungsgelder</li>
<li>Großspender und institutionelle Spender</li>
<li>Einzelspender</li>
<li>Werbeeinnahmen</li>
<li>Syndizierung von Inhalten an andere Medien.</li>
</ul>
<p style="text-align: left;">Mit ihren Spenden bekommen die Spender nicht nur mitgeteilt, welchen Gegenwert sie jeweils finanzieren, z.B.:</p>
<ul>
<li>für 35 Dollar Online-Werbebanner, um neue Nutzer auf die Site aufmerksam zu machen</li>
<li>für 500 Dollar eine etwas aufwändigere lokale Recherche</li>
<li>für 1000 Dollar einen Laptop uns soweiter.</li>
</ul>
<p>Zusätzlich bekommen die Spender &#8211; in verschiedenen Abstufungen &#8211; Mitgliedschaften und Zugänge zu Veranstaltungen und Kursen.</p>
<p style="text-align: center;">
<h4 style="text-align: center;">5. Medienhäuser müssen auch Kuratoren externer Inhalte werden.</h4>
<ul>
<li>Sie müssen lernen, Angebote von interessierten Nutzern sinnvoll zu integrieren und pflegen. Sie müssen sich zu Plattformen mit dieser Kompetenz wandeln.</li>
<li> Sie müssen journalistische Beiträge als Teil eines fortlaufenden Prozesses, nicht als Endergebnis betrachten.</li>
</ul>
<ul>
<li>Sie müssen sehr viel stärker zu Kuratoren von Beiträgen und Meinungsäußerungen einer informierten und interessierten Öffentlichkeit werden. Bisher machen die meisten Webportale keinen Unterschied zwischen dummen und überflüssigen Kommentaren, solange sie sich im gesetzlichen Rahmen bewegen, und zwischen intelligenten und fundierten Kommentare, die es vom Informationsgehalt her locker mit den ursprünglichen Beiträgen aufnehmen können.</li>
</ul>
<ul>
<li>Das Potenzial, dass kompetente Nutzer eine Recherche weiterbringen, einen anderen Standpunkt in eine Geschichte hineintragen und Fehler korrigieren können, wird heute noch sträflich vernachlässigt.</li>
</ul>
<p style="text-align: left;">Wie wertvoll die Hilfe interessierter Bürger sein kann, zeigte sich im vergangenen Jahr beim ”Guardian&#8221;. Der &#8220;Guardian&#8221; hat die gesamten verfügbaren Daten zum Spesenskandal der britischen Unterhaus-Abgeordneten <a href="http://spreadsheets.google.com/ccc?key=rvWgEEGK9xuUQBR1EFcxHWA"><strong>in Tabellenform aufbereitet</strong></a> und außerdem die Daten über eine offene Schnittstelle zu Verfügung gestellt. Es ging damals darum: Wer hat welche Steuernachlässe in Anspruch genommen? Wer hat sie zurückgezahlt? Wer nicht? Es waren über eine halbe Million parlamentarischer Dokumente. Viel zu viele, um sie jemals redaktionell ohne Hilfe von außen zu sichten oder gar auszuwerten. Der &#8220;Guardian&#8221; hat das auch gar nicht erst versucht, sondern seine Nutzer gefragt: <a href="http://mps-expenses.guardian.co.uk/"><strong>Can you help us?</strong></a></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-2660" title="guardian expenses" src="http://medialdigital.de/wp-content/guardian-expenses.png" alt="guardian expenses" width="494" height="131" /></p>
<p style="text-align: left;">Der &#8220;Guardian&#8221; richtete eine offene Schnittstelle ein und bat externe Programmierer und Webdesigner um Visualisierungen und MashUps der Daten. Außerdem bat die Redaktion Nutzer, jeweils einzelne Dokumente mit Vor-Ort-Recherchen zu überprüfen. Wenn zum Beispiel der Vorwurf an den Abgeordneten XY lautete, für 5000 Pfund aus Steuergeldern seinen Gartenteich mit einer Bronzestatue verschönert zu haben, dann lautete die Frage: Kann man bitte jemand, der dort in der Nähe wohnt, hingehen, und nachschauen, ob es diese Statue wirklich gibt? Plausiblen Hinweisen ist die Redaktion dann selbst nachgegangen, nichts wurde ohne redaktionelle Überprüfung veröffentlicht. Die journalistischen Kernkompetenzen Sorgfalt und Glaubwürdigkeit wurden also nicht outgesourct.</p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: left;">Gibt es auch hierzulande schon Versuche, die Nutzer ernsthaft mit einzubeziehen? In Ansätzen ja. Inzwischen beginnen Verlage zu erkennen, welche wertvollen Schätze in ihren eigenen Archiven, aber auch in den Schubladen und Fotoalben der Nutzer schlummern. Und auch, wie sehr sich Leser oder Nutzer mit &#8220;ihrer&#8221; Zeitung identfizieren, wenn sie mit ihren Beiträgen wirklich ernst genommen werden.</p>
<p style="text-align: left;">Ein Beispiel dafür ist das Medienhaus Lensing mit seiner <strong>Fotocommunity <a href="http://www.nahraum.de/">nahraum.de</a> für den Großraum Dortmund</strong>. Zum Start im November 2009 hat die Redaktion die Foto-Datenbank mit 35.000 redaktionellen Fotos befüllt. Inzwischen haben etwa 1500 Mitglieder weitere 13.000 private Aufnahmen hochgeladen. Darunter sehr viele historische Aufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit. Die Leute haben reihenweise alte Fotoalben eingescannt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-large wp-image-2661" title="nahraum" src="http://medialdigital.de/wp-content/nahraum-300x258.png" alt="nahraum" width="300" height="258" /></p>
<p style="text-align: left;">Schon mehrfach waren die Geschichten hinter den Fotos so gut, dass die Redaktion daraus Beiträge für ihr Onlineportal ruhrnachrichten.de und für die die Printausgabe &#8220;Ruhr-Nachrichten&#8221; gemacht hat. Die Nutzer sind natürlich stolz, was aus ihren Fotos wurde und erzählen das in ihrem Bekanntenkreis weiter.</p>
<p style="text-align: left;">Das gleiche Phänomen tritt übrigens auch bei der &#8220;Rhein-Zeitung&#8221; auf, die sehr stark auf bestehende soziale Netzwerke wie Twitter und Werkenntwen.de setzt. Von Twitter und vor allem aus den intensiven Kontakten bei Werkenntwen.de kommen <a href="http://medialdigital.de/2010/01/22/sollen-wir-dieses-geheime-gutachten-ins-netz-stellen/"><strong>regelmäßig gute Anregungen für Themen, die von der &#8220;Rhein-Zeitung&#8221; dann online oder in Print umgesetzt werden</strong>.</a> Diese Themen bekommen ein eigenes Logo &#8220;Ihr Thema aus WKW&#8221;, damit die Nutzer sich wiederfinden.</p>
<p style="text-align: left;">Zurück zur Fotocommunity nahraum.de: Mit dieser Plattform wird momentan noch kein Geld verdient, weil erst einmal die inhaltlichen und technischen Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen. Die Plattform ist noch im Beta-Stadium. Deshalb gibt es noch keine Fototassen und Foto-T-Shirts aus einem Merchandising-Shop. Das soll es später geben. <strong>Geplant ist aber vor allem, viel mehr Schnittstellen für die Suche zu schaffen. </strong>Momentan kann man bei der Suche nur auf ein Einzelfoto klicken und bekommt dann Detailinformationen zum Fotoanlass und zum Ort der Aufnahme angezeigt.</p>
<p style="text-align: left;">Viel interessanter wird es natürlich, wenn ich mir Nutzer auch alle Fotos aus meiner Straße anzeigen lassen &#8211; als historischen Längsschnitt. Oder wenn ich mir als zeitlichen Querschnitt alle Fotos aus dem Frühjahr 1958 anzeigen lassen kann. Und dann fliegen die entsprechenden Stecknadelköpfe auf die Google Karte.</p>
<p style="text-align: left;">Man kann also die Nutzer selbst entscheiden lassen, was sie interessiert, wonach sie suchen wollen, womit sie sich punktuell internsiver beschäftigen und was sie vielleicht mit eigenen Texten und Bildern ergänzen wollen. <strong> </strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Und an dem Punkt wird solch eine Plattform auch für potenzielle neue Werbekunden interessant. </strong>Wenn Nutzer nach einzelnen Straßen suchen können, dann schaltet vielleicht auch der Metzger aus dieser Straße erstmals in seinem Leben ein Werbebanner. Der Fotoladen aus dem entsprechenden Stadtteil macht vielleicht Sonderangebote für Communitymitglieder. Und gemeinsam mit örtlichen Firmen können gesponserte Seiten zur lokalen Firmengeschichte aufgesetzt werden. Das dürfte wesentlich lukrativer und nachhaltiger sein als Google AdSense Werbung dorthin zu setzen.</p>
<h4 style="text-align: center;">Fazit</h4>
<p style="text-align: left;">Das war ein punktueller und subjektiver Querschnitt daraus, was derzeit verschiedene Medien in verschiedenen Ländern für sich als Lösung ausprobieren. Ein Überblick darüber, was ich vielversprechend finde, und was ich für einen Irrweg halte. Ich hätte Ihnen noch eine Menge mehr erzählen können, zum Beispiel über hyperlokale Plattformen, mobile ortsbasierte Dienste und die Potenziale von Social Communities. Das hätte aber den zeitlichen Rahmen gesprengt und wäre trotzdem noch unvollständig gewesen.</p>
<p style="text-align: left;">Diese Keynote hat logischerweise kein allgemeingültiges Rezept für Sie, keine fertige Gebrauchsanweisung für die Medienrevolution und ich denke auch nicht, dass es reicht, in dieser Revolution mit einem iPad als Patentrezept zu winken.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Jedes Medium muss auf seine Weise durch Versuche, durch Trial und Error und schamloses Kopieren erfolgreicher Modelle herausfinden, was bei ihm am besten funktioniert. </strong>Man muss wahrscheinlich sehr vieles ausprobieren und man muss aus Fehlern lernen.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Es gibt im Moment noch kein Patentrezepte für einzelne Medien oder andere Anbieter von wertigen Inhalten.</strong></p>
<p style="text-align: left;">Was wir aber brauchen, ist die Bereitschaft aller, sich auf den Prozess des digitalen Wandels einzulassen.</p>
<p style="text-align: left;">Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;"><a href="http://medialdigital.de/wp-content/eco-cwcf.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2663" title="eco-cwcf" src="http://medialdigital.de/wp-content/eco-cwcf.jpg" alt="eco-cwcf" width="150" height="150" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><em>Anmerkung: Diese geschriebene Fassung ist circa zehn Prozent länger als die gesprochene Keynote, die ich gestern beim <strong><a href="http://webcontentforum.de/agenda/">Cologne web content forum</a></strong> (Twitter Hashtag #cwcf) des eco Verbandes gehalten habe. Aus einigen der gezeigten Folien habe ich hier Screenshots gemacht, zusätzliche Screenshots und vor allem jede Menge Links zu den Quellen und weiterführenden Seiten im Netz habe ich ergänzt.</em></p>
<p style="text-align: left;"><em>Einen großen Dank nochmal an die Veranstalter für die Gelegenheit, diese Keynote zu halten und auch an die übrigen Referenten. Die gesamte Veranstaltung war sehr informativ und unterhaltsam und bestens organisiert.</em></p>
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<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Inhalteproduzenten+brauchen+neue+Wertsch%C3%B6pfungsketten+--+meine+Keynote+beim+Cologne+web+content+http://bit.ly/d0vhJT" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="[Post to Twitter]" border="0" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Inhalteproduzenten+brauchen+neue+Wertsch%C3%B6pfungsketten+--+meine+Keynote+beim+Cologne+web+content+http://bit.ly/d0vhJT" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a>&nbsp; </p><script type="text/javascript">
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		<title>Linktipps zum Wochenstart: Projekt Offene Daten zu Parteispenden</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 20:07:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Top-Tipp: Banken sind die größten Parteifinanziers Christiane Schulzki-Haddouti hat gemeinsam mit dem Managementberater Frank Behrend, die vom Bundestag veröffentlichten Daten zu Partei-Großspenden ausgewertet und veröffentlicht sie nun in einer dreiteiligen Serie bei Zeit Online (Teil 1 verlinkt in der Überschrift, hier ist der Link zu Teil 2, Teil 3 ist noch nicht erschienen). Auf ihrem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://medialdigital.de/wp-content/Kooptech-Worldle.png"><img class="aligncenter size-large wp-image-2622" title="Kooptech-Worldle" src="http://medialdigital.de/wp-content/Kooptech-Worldle-300x220.png" alt="Kooptech-Worldle" width="300" height="220" /></a></p>
<h3>Top-Tipp:</h3>
<h4><a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-04/partei-spenden-zeitleiste">Banken sind die größten Parteifinanziers</a></h4>
<p>Christiane Schulzki-Haddouti hat gemeinsam mit dem Managementberater Frank Behrend, die <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/parteienfinanzierung/fundstellen50000/2010/index.html"><strong>vom Bundestag veröffentlichten</strong></a><strong> </strong><strong><strong> </strong></strong><strong>Daten zu Partei-Großspenden ausgewertet</strong> und veröffentlicht sie nun in einer <strong>dreiteiligen Serie bei <em>Zeit Online</em></strong> (Teil 1 verlinkt in der Überschrift, hier ist der <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-04/spenden-partei-analyse-teil-2"><strong>Link zu Teil 2</strong></a>, Teil 3 ist noch nicht erschienen). <strong><a href="http://blog.kooptech.de/2010/04/open-data-serie-ueber-parteispenden-bei-zeit-online/">Auf ihrem Blog <em>Kooptech</em> erläutert die Autorin das Verfahren.</a></strong> Außerdem:  <a href="http://immateriblog.de/journalismus/republica-open-data-and-open-government/"><strong>Zum Thema &#8220;Open Data und Open Government&#8221; hat Matthias Spielkamp bei <em>immateriblog</em> einige nützliche Links gesammelt. </strong></a></p>
<h3><strong>weitere Tipps: </strong></h3>
<h4><a href="http://irights.info/blog/arbeit2.0/2010/04/16/mindmap-zum-leistungsschutzrecht/"><strong>Mindmap zum Leistungsschutzrecht</strong></a></h4>
<p>Matthias Spielkamp hat seine Mindmap zur re:publica Veranstaltung online gestellt und <strong>bittet um gemeinsame Weiterentwicklung der Übersicht</strong>.</p>
<h4><a title="Permanenter Link zu Alte, jämmerliche, erfolglose Säcke" rel="bookmark" href="http://www.gunnargeller.de/site/?p=1451">Alte, jämmerliche, erfolglose Säcke</a></h4>
<p>Die gut verlinkten Präsentationen und Interviews zur re:publica sind wahrscheinlich inzwischen durchgereicht worden. Deshalb möchte ich hier nur noch zwei gute Reaktionen verlinken. Gunnar Geller hat eine treffende Replik zu Markus Jauers dreiseitigem Abgesang auf &#8220;Deutsche Blogger&#8221; geschrieben (Überschriftenlink): &#8220;Alle Gesprächspartner scheinen sehr offen gewesen zu sein und Jauer hat das ausgenutzt und sich <strong>nur das rausgepickt, was ins beabsichtigte Bild der &#8216;Deutschen Blogger&#8217; als alte, jämmerliche, erfolglose Säcke passt.</strong>&#8221; <strong><a href="http://realvirtuality.wordpress.com/2010/04/15/warum-muss-mit-journalismus-geld-verdient-werden/">Alexander Gajic nimmt sich Winterbauers Jeff Jarvis Bashing vor</a></strong>: &#8220;Erstens schießt die Kritik am Ziel vorbei: Jarvis hätte überhaupt nichts dagegen, wenn die meisten Medienhäuser von heute auf morgen dichtmachen. Seiner Ansicht nach liegt die Zukunft des Journalismus eben nicht in großen Häusern, sondern in <strong><a href="http://www.buzzmachine.com/2009/11/11/the-future-of-business-is-in-ecosystems/">kleinen Zellen</a></strong>. Zweitens stört es mich, dass hier wie schon an hundert Orten radikale Ideen einer Neuordnung des Mediensystems damit abgetan werden, man könne damit kein Geld verdienen.&#8221; <strong>Nachtrag</strong>: Auch die <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/04/re-publica-10-der-neidfaktor/"><strong>glänzende Replik von Thomas Knüwer</strong></a> auf einen Text von Harald Staun in der <em>FAS </em>(und weiteren Zeitungsberichten über die re:publica)<em> </em>ist absolut lesenswert und hat jetzt schon eine Menge interessante Kommentare.</p>
<h4><strong><a href="http://www.netzpiloten.de/2010/04/13/flattr-geld-verdienen-ist-kein-recht-sondern-eine-moglichkeit/">Geld verdienen ist kein Recht, sondern eine Möglichkeit </a></strong></h4>
<p><strong> </strong></p>
<p>Maike Laaf hat für die <em>Blogpiloten</em> ein Interview geführt mit Peter Sunde, dem Gründer des <strong>Micro-Payment-Systems flattr</strong>. Das Grundprinzip von flattr laut Sunde: ”Wir nehmen einfach die Idee des Preisschildes weg. <strong>Der Preis ist, was auch immer Du entscheidest, monatlich dafür auszugeben – geteilt durch die Dinge, die Du magst.</strong> So bekommen mehr Leute Geld, dass sie sonst niemals zu Gesicht bekommen hätten!&#8221;</p>
<h4><a href="http://blog.digidave.org/2010/04/spot-us-in-seattle">Spot Us in Seattle </a></h4>
<p>Das spendenfinanzierte Journalismusprojekt <strong>Spot Us hat nach San Francisco und Los Angeles sein drittes Büro an der Westküste eröffnet, und zwar in Seattle</strong>. Warum Seattle? Das erläutert Spot Us Gründer David Cohn in einem Blogpost: &#8220;Aside from being the next major city on the West coast, <strong>Seattle is a hub of hyperlocal media experiments and projects.</strong> If my hunch is correct these local media projects need as many revenue sources, platforms and tools as possible. There are a ton of organizations and sites we hope to partner with like <strong><a href="http://invw.org/">Investigate West</a>, <a href="http://westseattleblog.com/">West Seattle Blog</a>, <a href="http://seattlepostglobe.org/">Seattle Post Globe</a>, <a href="http://www.capitolhillseattle.com/">Capital Hill Blog</a>, <a href="http://www.nextdoormedia.com/">Next Door Media</a>, <a href="http://www.seattlepi.com/">Seattle PI</a>, <a href="http://crosscut.com/">CrossCut</a>, <a href="http://www.wallyhood.org/">Wallywood</a> </strong>– and that’s literally  off the top of my head.&#8221;</p>
<h4><a href="http://www.niemanlab.org/2010/04/intensely-engaged-followers-joel-kramer-on-minnposts-focused-audienced-building-strategy/">&#8220;Intensely engaged followers&#8221;: Joel Kramer on MinnPost&#8217;s focused audience-building strategy</a></h4>
<p><strong>“What we’re trying to do is build a community of intensely engaged followers.&#8221;</strong> So begründet Joel Kramer, Chefredakteur der <em>Minneapolis Post</em>, warum Leserkommentare mit vollen Namen bei der US-Zeitung neuerdings eine höhere Priorität bekommen als anonyme Kommentare. Die <em>MinnPost</em> ist teils werbe-, teils spendenfinanziert und will weg von einem rein quantitivativen Leser und Seitenaufrufe zählen, hin zu einer <strong>Engagement-Währung</strong>. Ein Kalkül dahinter: Nutzer, die sich intensiver mit dem Blatt (und dem Online-Auftritt) befassen und sich stärker damit identifizieren, sind auch für Werbekunden wertvoller.</p>
<h4><a href="http://www.wired.com/epicenter/2010/04/apple-reconsiders-satire-ban/">Bad PR Forces Apple to Reconsider Banning Prize-Winning Satirist </a></h4>
<p>Apple sorgt sich offenbar doch ab und zu um sein Image. In der <strong>Affäre Mark Fiore</strong> (die bissigen politischen Cartoons des US-Zeichner waren Pulitzer Preis-würdig, aber nicht würdig genug für den iPhone App-Store) legt der Konzern offenbar eine Kehrtwende ein. <em>Wired</em> (Link in der Überschrift) zitiert Steve Jobs mit einer seiner typischen lapidaren Emails: <strong>&#8220;That was a mistake that&#8217;s being fixed.&#8221;</strong> <a href="http://battellemedia.com/#ixzz0lSDrdKMC"><strong>John Batelle befasst sich grundsätzlicher mit der Kommunikationskultur bei Apple</strong></a>: <span>&#8220;Despite the gorgeous products and services you’ve created, we worry that you’re headed down a road that may lead to your own demise.  [...] We believe Apple is far too important to continue its role as the Howard Hughes of our industry.&#8221;</span></p>
<h4><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=1302">Was ist Creative Commons?</a></h4>
<p>Marcus Bösch erklärt bei <em>lab</em>, <strong>wie das das alternative Urheberrechtssystem Creative Commons </strong>(cc) funktioniert und auch, wie es nicht funktioniert: &#8220;Creative Commons ist <strong>kein Selbstbedienungsladen</strong> für gestresste Journalisten. Creative Commons ist eine gemeinnützige Organisation. Die Idee: Das Internet ist ein Medium für den freien Austausch von Inhalten.&#8221; Mit einem Erklärvideo, einer Präsentation des cc-Mitgründes Lawrence Lessig und vielen guten Links.</p>
<div style="border: medium none; overflow: hidden; color: #000000; background-color: transparent; text-align: left; text-decoration: none;"><em>Screenshot: <a href="http://blog.kooptech.de/2010/04/open-data-serie-ueber-parteispenden-bei-zeit-online/">Kooptech (Wordle mit den Namen der Parteien-Großspender)</a><a href="http://www.youtube.com/user/markfiore#p/u/17/v5JyF0xWpgo"></a></em></div>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Linktipps+zum+Wochenstart%3A+Projekt+Offene+Daten+zu+Parteispenden+http://bit.ly/dttm3c" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="[Post to Twitter]" border="0" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Linktipps+zum+Wochenstart%3A+Projekt+Offene+Daten+zu+Parteispenden+http://bit.ly/dttm3c" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a>&nbsp; </p><script type="text/javascript">
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		<title>Global Media Forum: 10 Strategies for a Journalism 2.0</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Jun 2009 13:57:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
				<category><![CDATA[English Blogposts]]></category>
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		<description><![CDATA[A special event at the Global Media Forum hosted by Germany&#8217;s global broadcaster Deutsche Welle is the  symposium &#8220;Re-Inventing Journalism? Journalistic Training in the Social Media Age&#8221;. I will be discussing the topic of social media journalism on a panel with Kevin Anderson (Blog Editor of Guardian), Marcus Bösch of the DW and other experts. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-622" title="GlobalMediaForumLogo" src="http://medialdigital.de/wp-content/globalmediaforumlogo.jpg" alt="GlobalMediaForumLogo" width="500" height="300" />A special event at the Global Media Forum hosted by Germany&#8217;s global broadcaster Deutsche Welle is the  symposium <a href="http://www.dw-gmf.de/start/1981.php"><strong>&#8220;Re-Inventing Journalism? Journalistic Training in the Social Media Age&#8221;</strong></a>. I will be discussing the topic of social media journalism on a panel with Kevin Anderson (Blog Editor of <em>Guardian)</em>, Marcus Bösch of the DW and other experts.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="225" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=4951214&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="225" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=4951214&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/4951214">Social Media and Journalism</a> from <a href="http://vimeo.com/user1839328">dw akademie</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p>I have submitted a paper called<strong> &#8220;10 Journalistic Strategies for Competing in the Web 2.0&#8243;</strong> which I&#8217;m posting for discussion on my blog. I would most grateful for feedback. This is an experiment in which I am starting occasional crossposts in English. In my new blog design (coming soon!) I will find a more elegant way to publish the English posts in a separate blog section, but for now, this will have to do. (<a href="http://medialdigital.wordpress.com/2009/06/03/global-media-forum-10-strategien-fur-den-journalismus-2-0/"><strong>switch to the German version</strong></a>)</p>
<h2>10 Strategies for a Journalism 2.0</h2>
<h3>1. Enable discussion</h3>
<p>Journalism 1.0 prints a finished story or puts a finished story on the web. The readers may then &#8211; sometimes, but not always &#8211; comment on the story. The author or an editor is not actively present except to delete inappropriate comments. Journalism 2.0 is different. A story isn‘t ”finished“ once it‘s been published. Authors need to join the discussion. Comments by users need to become an equally recognized part of the story-development process. Comments need to be freed from their traditional ghettos and be placed prominently. Blogs, which have always been more open in allowing discussion, can be a role-model in this process.</p>
<p>The Canadian newspaper<strong><em> Toronto Globe &amp; Mail </em></strong>is developing steadily into this direction. <a href="http://www.theglobeandmail.com/blogs/ingram-2_0/weve-got-new-community-features/article1148570/"><strong>Communities Redakteur Matthew Ingram describes the strategy in his blog</strong></a>:</p>
<blockquote><p><em>Over the next few weeks and months, we will be adding new community features as well, including forums and groups, which will allow you to have a focused discussion around a specific issue, rather than having to do that through comments on a particular news story. In some cases, we may close comments on a story but open a forum where readers can discuss a contentious issue in a more closely moderated environment.</em></p>
<p><em>I am also working hard to convince our writers of the benefits of responding to comments, and interacting with readers. I can assure you that we don&#8217;t see comments as simply a &#8220;ghetto that will drive page views.&#8221; I will say that one of the easiest ways to convince writers that your comments are worth responding to is to say something intelligent (it doesn&#8217;t necessarily have to be in agreement).</em></p></blockquote>
<h3>2.    Imperative of the link economy: Make yourself part of the discussion</h3>
<p>Media platforms need to open up and be found where their readers, viewers and users are instead of locking in their content behind closed walls or pay walls. In the link economy, as outlined by <strong>Jeff Jarvis</strong> (director of the Graduate School of Journalism’s new-media program at the City University of New York and author of <strong>&#8220;What Would Google Do?&#8221;</strong>), journalism sites are the more valuable the more they are interconnected with the rest of the online world. Content that can‘t be searched and can‘t be found because it is hidden behind a pay-wall is less valuable in the link economy because it can only be discussed within small closed circles. The <em><strong>New York Times</strong></em> has recognized this principle and re-opened its subscription-based web platform (&#8220;Times Select&#8221;) in 2007. Since then webtraffic has increased by more than 40 percent, and the additional revenue from advertising has by far increased the loss of subscription revenue.</p>
<p>The importantance of links from users to free content can&#8217;t be overestimated. According to the research company Hitwise, in the UK, ten percent of all links from Twitter point to traditional news websites. In absolute figures this is still only 0.3 percent of the total traffic to news websites, since Twitter &#8211; in spite of its tremendous growth rate &#8211; is still relatively small in Europe. But in the UK Facebook is already responsible for 3.3 percent of all traffic to journalistic sites &#8211; this is twice as much as from Google.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-631" title="timeswidget" src="http://medialdigital.files.wordpress.com/2009/06/timeswidget.jpg" alt="timeswidget" width="500" height="470" /></p>
<h3>3.    APIs: Journalism needs to be where the users are</h3>
<p><strong><em>The </em><em>Guardian</em></strong>, the <em><strong>New York Times</strong></em>, <strong>National Public Radio </strong>, and the <strong>BBC </strong>enable other sites to embed their content (widgets) and enables the news organizations to be everywhere the user wants them to be. The<strong> <em>NYT</em></strong> announced in February 2009 that it has released a new Application Programming Interface (API) offering every article the paper has written since 1981 &#8211; an amazing amount of 2.8 million articles. The API includes 28 searchable fields and updated content every hour. User can put an <em><strong>NYT</strong></em> widget on their blogs or a <em><strong>Guardian</strong></em> widget on their Facebook profiles and thus turn their web profiles into news sites with high-quality content.</p>
<p><a href="http://www.readwriteweb.com/archives/nytimes_exposes_huge_api.php"><strong>ReadWriteWeb</strong></a> analyzes:</p>
<blockquote><p><em>This is a big deal. A strong press organ with open data is to the rest of the web what basic newspaper delivery was to otherwise remote communities in another period of history. It&#8217;s a transformation moment towards interconnectedness and away from isolation. A quality API could throw the doors wide open to a future where &#8220;newspapers&#8221; are important again.</em></p>
<p><em>What does that mean? It means that sites around the web will be able to add dynamic links to New York Times articles, or excerpts from those articles, to pages on their own sites. The ability to enrich other content with high quality Times supplementary content is a powerful prospect.</em></p></blockquote>
<h3><strong>4. </strong>Use multimedia forms of storytelling and enable users&#8217; creativity</h3>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-623" title="Guardian" src="http://medialdigital.files.wordpress.com/2009/06/guardian.jpg?w=194" alt="Guardian" width="194" height="300" />The  <em><strong>Guardian</strong></em> has visualized all the data in the MP expense scandal (who claimed what? who paid it back? who didn&#8217;t?)  <a href="http://www.guardian.co.uk/news/datablog/2009/may/13/mps-expenses-houseofcommons"><strong>in a spreadsheet</strong></a>. The most amazing thing about this is not the brilliant presentation, but rather the openness and colloborative character of the project which is manifested by this question the Guardian asks on its homepage:</p>
<ul>
<li>Can you do something with this data? Please post us your visualisations and mash-ups below or mail us at datastore@guardian.co.uk</li>
</ul>
<h3>5. Do what you do best and link to the rest</h3>
<p>For many years journalists have been taught not to link to competitors sites, but to keep the traffic on the media company&#8217;s own domain. They have to be retaught.  <a href="http://www.buzzmachine.com/2008/06/02/the-ethic-of-the-link-layer-on-news/"><strong>According to Jeff Jarvis the &#8220;cultur of linking&#8221; is creating &#8220;a new architecture of news&#8221;</strong></a>:</p>
<blockquote><p><em>This leads to a new Golden Rule of Links in journalism — link unto others’ good stuff as you would have them link unto your good stuff. This emerges from blogging etiquette but is exactly contrary to the old, competitive ways of news organizations: wasting now-precious resources matching competitors’ stories so you could say you’d done it yourself. That must change.</em></p></blockquote>
<p>News sites should concentrate on their core value and recognize this quality in other sites too. Another Jarvis&#8217; rules applies: ”Do what you do best and link to the rest.&#8221; User, who are confronted with valuable links on a news site, will love to come back for more good links.</p>
<p>Again, blogs with culture of freely linking to valuable outside content and their recognition of other good blogs and sites in their blogrools can be viewed as a role model. But some first examples of more traditional media now recognizingg this principle are showing up on the web.</p>
<ul>
<li><em><strong><a href="http://www.propublica.org/">ProPublica</a></strong></em>, an independent, non-profit newsroom that produces investigative journalism in the public interest (publishing since June 2008), links to outside sites in its section &#8220;Breaking on the Web&#8221;. ProPublica is led by Paul Steiger, the former managing editor of <em>The Wall Street Journal</em>, Stephen Engelberg, a former managing editor of <em>The Oregonian</em>, Portland, Oregon and former investigative editor of <em>The New York Times</em> as managing editor.</li>
<li>The <em><strong>Washington Post</strong> </em> also freely links outside in its sections &#8220;Required Reading&#8221; and ”Staff Picks&#8221;.</li>
</ul>
<h3>6. Think Multimedia</h3>
<p>Journalism training in the year 2009 needs to train print journalists to think in links, linear story tellers to think multilinear, radio journalists to take pictures and photographers to make use of a video camera. A few German journalism schools like the <strong>Axel Springer Akademie</strong> are setting exemples. But the vast majority of mid-career journalists in their forties or fifties will have to take it mainly into their own hands to learn and be proficient with social media and new technology. Otherwise many of them will find themselves without a job, because the skills they once learned are out of demand.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-624" title="nyt" src="http://medialdigital.files.wordpress.com/2009/06/nyt.jpg?w=300" alt="nyt" width="300" height="265" />Attractive content on web pages that really stands out is often designed in multimedia packages. Again the <strong><em>New York Times</em></strong> has gone a long way to experiment with being much more than a printed paper.</p>
<p>Here are three examples of US-papers experimenting with multimedia content in visually and conceptionally bold ways:</p>
<ul>
<li><a href="http://lens.blogs.nytimes.com/"><strong>The  <em>New York Times</em> photo blog Lens </strong></a></li>
<li><strong><a href="http://www.nytimes.com/packages/html/nyregion/1-in-8-million/">One in 8 Million (multimedia <em>NYT</em> portrait series)</a><br />
</strong></li>
<li><a href="http://www.boston.com/bigpicture/"><strong>The <em>Boston Globe</em> photo blog </strong></a></li>
</ul>
<h3>7. Make use of crowdsourcing</h3>
<p>Media companies should not not train professional journalists to be proficient with multilinear and multimedia web reporting and using web 2.0 tools, but they should also <strong>teach new media enthusiasts to be more journalistic</strong>, i.e. use fact checking and quote correctly. Both groups shouldn&#8217;t view each other as competitors, but should work together (”crowdsourcing&#8221;).</p>
<p><strong>Collaborative journalism has  huge potential</strong>. According to eMarketer, more than 82 million people in the U.S. created content online in 2008, a number expected to grow to nearly 115 million by 2013. 71 million people created content on social networks last year, while 21 million posted blogs, 15 million uploaded videos.  They are alle creators of media content in the broadest meaning. Until 2013 eMarketer predicts a rise to 115 million media creators.</p>
<p><strong>Examples for the intelligent use of crowdsourcing:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.helpmeinvestigate.com"><strong>Help Me Investigate</strong></a> (in private beta) is a platform for crowdsourcing investigative journalism in the West Midlands (UK). It allows anyone to submit a question they want to investigate &#8211; “How much does my hospital make from parking charges?” “What happened to the money that was allocated to my local area?” “Why was that supermarket allowed to be built opposite another supermarket? It is funded by Screen West Midlands and 4ip (digital innovation project funding by Channel 4)Find more information on the  <em><a href="http://onlinejournalismblog.com/2009/06/01/whats-been-happening-with-help-me-investigate/">Online Journalism Blog</a></em></li>
<li><strong>Chicago Now </strong>(early beta)<em> </em>) is an effort to create a new kind of local site by aggregating and curating local bloggers, staff material and other content. It includes social features, and mobile options. The  <a href="http://multimedia.tribune.com/CN/ChicagoNow.html"><strong>promotion-Video</strong></a> describes it as &#8220;HuffingtonPost meets Facebook for Chicago&#8221;. It is run be the <em>Chicago Tribune.</em></li>
<li><strong>Buzzriders.com</strong><em> </em>is a collaborative project by well-known German blogger Robert Basic. He calls  it „a mixture of Twitter, blogs, Craigslist and social networks“ in which the user have as much editorial power as professional journalists. Right now he is on an introduction and fund-raising tour through Germany, visiting local communiteis who might be interested. More information in an  <a href="http://t3n.yeebase.com/robert-basic-buzzriders-lokale-internet-revolutionieren-242369/"><strong>interview mit </strong></a><em><a href="http://t3n.yeebase.com/robert-basic-buzzriders-lokale-internet-revolutionieren-242369/"><strong>Yeebase</strong></a>. (</em>in German<em>)<br />
</em></li>
<li><a href="http://www.myheimat.de"><strong>MyHeimat.de</strong></a> a German collaborative citizen journalism project, predominantly up and running in small towns. Problem: it is often more public relations driven than driven by checked and balanced journalism. Partnering publishing companies include Augsburger Allgemeine, Hannoversche Allgemeine, Neue Presse, Oberhessische Presse and others. <em></em></li>
</ul>
<h3>8. Think hyperlokal</h3>
<p>Crowdsourcing offers opportunities to scale down journalism to very small, targeted and dedicated hyperlocal groups. It is an opportunity to reconnect professional journalists, the neighborhood and local advertisers who have never advertised in ”big media&#8221; before, because the scale was too large for them. Now it isn&#8217;t anymore.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-629" title="map" src="http://medialdigital.files.wordpress.com/2009/06/map1.jpg" alt="map" width="499" height="444" /></p>
<p>Examples:</p>
<ul>
<li><strong>Are you being gouged?</strong> The New Yorker public radio station WNYC asked its listeners in  October 2007 in one of several  interactive ”crowdsourcing experiments&#8221; to find out the price of a quart of milk, a six-pack of beer and a lettuce in their nieghborhood store.  Within 24 hours more 800 people had submitted data for a <a href="http://www.wnyc.org/shows/bl/gouge_map_beer_07.html"><strong>interactive price map</strong></a> &#8211; this would have a massive research project, if it had been undertaken by journalists, but it was no big deal at all by enlisting the crowd.</li>
<li><a href="http://www.everyblock.com"><strong>Everyblock</strong></a> &#8211; a project financed by the Knight Foundation</li>
<li><a href="http://placeblogger.com"><strong>Placeblogger</strong></a> &#8211; a local blog aggregation site.</li>
<li><strong>newsroom in an internet café</strong> -  In the Czech Republic hyperlocal citizen journalism is now produced in coffeeshops (a project funded by investment firm PPF Group) Cities. Find more  <a href="http://www.nytimes.com/2009/05/11/technology/internet/11iht-papers.html?_r=1&amp;ref=technology"><strong>details in the  New York Times</strong></a>.</li>
</ul>
<h3>9. Embrace the idea of citizen funding</h3>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-632" title="Spotus" src="http://medialdigital.files.wordpress.com/2009/06/spotus.jpg?w=300" alt="Spotus" width="300" height="288" />Who pays for a story, gets to decide which story will be researched and published.  <a href="http://spot.us"><strong>Spot.Us</strong></a> is a project based on the idea to crowdsource not only journalism, but also its funding. an initiative started by 27-year-old US journalist David Cohn in San Francisco. At Spot.Us anyone can suggest a story. If it gets enough funding professional journalists will pursue it. After publication traditional media may reprint the story in which case the donors are reimbursed. Cohn&#8217;s project has some funding from the Knight foundation. During the first six months 23 stories have been published. The biggest donation has been collected for a fact-check on a local political campaign. Cohn journalistic training includes collaboration with Jay Rosen, media professor at New York University and founder of  <a href="http://newassignment.net/"><strong>NewAssignment.Net</strong></a> , a collaborative project for professional and citizen journalists. <a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=187"><strong>English language video interview with Cohn on the DW academy blog <em>lab</em></strong></a>.</p>
<h3>10. Embrace new technology</h3>
<p><strong>examples:</strong></p>
<p>•    Shared bookmarks and Wikis facilititate collaborative research</p>
<p>•    Mobile reporting: streaming video to a website directly from a mobile phone for live reports</p>
<p>•     Inexpensive equipment like the Flip camera for video interviews. (The German tabloid <em>Bild</em> has made good use of them by selling a branded version to their citizen journalists. It has a special function for uploading videos directly to Bild.)</p>
<p>•   <strong>Google Wave</strong> (available later this year) may have the potential to revolutionalize both real-time and collaborative reporting. <strong>Jeff Jarvis</strong> speculates how Google can influence journalism <a href="http://www.buzzmachine.com/2009/05/31/google-wave-and-news/"><strong>in this blog post</strong></a>.</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Global+Media+Forum%3A+10+Strategies+for+a+Journalism+2.0+http://bit.ly/4oNLop" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://medialdigital.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter.png" alt="[Post to Twitter]" border="0" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Global+Media+Forum%3A+10+Strategies+for+a+Journalism+2.0+http://bit.ly/4oNLop" title="Post to Twitter">Tweet This Post</a>&nbsp; </p><script type="text/javascript">
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